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Dr. Mesaric

 
 
 

Antinukleäre Antikörper (ANA)

Immunfluoreszenzmuster

Antinukleäre Antikörper (ANA)

Gegen (anti-) den Zellkern (Nukleus) gerichtete Antikörper

Was sind Antinukleäre Antikörper?

Aus letztlich noch ungeklärten Gründen produzieren unsere Abwehrzellen manchmal

Antikörper, die sich gegen uns selbst richten. Man nennt solche Antikörper

Autoantikörper (griechisch: autos= selbst). Manche Autoantikörper richten sich gegen

bestimmte Organe (z.B. die Schilddrüse), andere wiederum richten sich gegen

bestimmte Zellbestandteile, also prinzipiell gegen alle Zellen und alle Organe. Zu den

letzteren gehören auch die Antinukleären Antikörper (ANA). Sie richten sich gegen

den Zellkern, der in den meisten Zellen des Körpers vorhanden ist.

 

Wann treten ANA auf?

In der Blutflüssigkeit findet man ANA bei bestimmten Erkrankungen, besonders bei sog.

Autoimmunerkrankungen, bei denen sich die Abwehr des Körpers gegen die

eigenen Zellen richtet.  ANA können aber, besonders bei älteren Personen, auch ohne

nachweisbare Erkrankung, also auch beim Gesunden auftreten. Die Bedeutung eines

positiven ANA-Befundes muss daher im Zusammenhang mit den Beschwerden und den

übrigen Befunden des Patienten beurteilt werden.

 

Was bedeutet ein positiver ANA-Nachweis im Blut?

Ein positiver ANA-Nachweis kann einen Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung

geben.

Ein wichtiges Diagnosekriterium ist dabei die Menge dieser Autoantikörper im Blut, die

in sogenannten „Titerstufen“ gemessen wird. Unter Titerstufen versteht man eine

Verdünnungsreihe des Blutes. Dazu wird die Blutflüssigkeit (Serum) nach einem fixen

Schema verdünnt (1:80, 1:160, 1:320, 1:640 etc.), und anschließend erfolgt die

Messung der ANA. Jene letzte Verdünnungsstufe, bei der ein positiver ANA-Nachweis

noch möglich ist, entspricht dann der ANA-Konzentration im Blut. Ein hoher Titer

(z.B. 1:1.280) bedeutet, dass trotz einer starken Verdünnung der ANA-Nachweis immer

noch möglich ist – dementsprechend liegt eine hohe Konzentration dieser Antikörper im

Blut vor.

 

Wann werden ANA bestimmt?

Wenn Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung besteht, fallweise auch im Rahmen

einer Gesundenuntersuchung.

Der ANA-Befund hilft einerseits zu erkennen, dass eine Autoimmunerkrankung

vorliegt und andererseits gibt er auch Hinweise, welche Autoimmunerkrankung

vorliegt.

 

Es gibt viele verschiedene ANA!

ANA ist nur der Überbegriff! Der Zellkern hat eine Vielzahl von Bestandteilen. Gegen viele

davon kann man Antikörper bilden. Alle kann man ANA nennen. Zu den wichtigsten

gehören die dsDNA-Antikörper, die sich gegen die doppelsträngige DNA richten, also

gegen die DNA, wie sie in den Zellen meist vorkommt. (Die DNA, deoxyribonucleic acid,

deutsch DNS = Desoxyribonukleinsäure, beinhaltet die Erbinformation einer Zelle).

Zusätzliche Verwirrung stiftet, dass auch bestimmte nicht gegen den Kern gerichtete

Antikörper von manchen zu den ANA gezählt werden.

 

Welche anderen ANA kennt man?

Nur namentlich erwähnt seien:

 

Histonantikörper,

Sm-Antikörper,

RNP-Antikörper,

SS-A-(Ro)-Antikörper,

SS-B-(La)-Antikörper,

Scl-70 Antikörper,

PM-Scl-Antikörper,

Jo-1 Antikörper,

CENP-Antikörper,

Sp-100-Antikörper,

PCNA-Antikörper,

MSA-1-Antikörper,

p80-Coilin,

Nukleolär (Anti-Fibrillarin),

ssDNA,

Kernmembranantikörper.

 

Was sind ENA?

ENA heißt "extrahierbare nukleäre Antigene", also Kernbestandteile die man aus Zellen

gewinnen kann. Der Begriff wird für bestimmte ANA-Antigene verwendet, aber leider

nicht einheitlich. Manche plädieren daher dafür, den Ausdruck ENA zu vermeiden.

 

REFERENZ-

BEREICH

Negativ, d.h. keine Antinukleären Antikörper (ANA) nachweisbar.

 

ANA positiv:

 

Besonders bei älteren Menschen positive Befunde ohne

nachweisbare Erkrankung. Nach manchen Studien bei jedem

10. über 60 Jahre.

 

1. ANA für die Diagnose/den Verlauf wichtig

 

Systemischer Lupus erythematodes

(SLE; Vielgestaltige Autoimmunerkrankung mit

Hautrötungen, typisch im Gesicht, Gelenksbeschwerden,

Nierenschäden u.a.)

In mehr als 99% aller aktiven SLE-Fälle positiv. Ein negativer

Befund schließt einen aktiven SLE also praktisch aus.

Meist dsDNA-Antikörper und Histon-Antikörper-positiv, oft auch

Sm-positiv.

 

Medikamenten-verursachter Lupus erythematodes (SLE)

Meist Histon-Antikörper-positiv aber dsDNA-Antikörper negativ.

 

Angeborener Lupus erythematodes

Die SS-A-(Ro)-Positivität zeigt eine Gefährdung an.

 

Weitere  Informationen zu Systemischer Lupus erythematodes

finden Sie in unserem Rheuma-Lexikon:

Systemischer Lupus erythematodes

 

Systemische Sklerose (Systemische Sklerodermie;

Bindegewebsentzündung mit Verhärtungen,

Fingerunbeweglichkeit, zu jung aussehendes "Maskengesicht")

Meist Scl-70 positiv

 

Polymyositis (Autoimmunerkrankung der Muskeln, Muskel-

schmerzen)

Meist Jo-1 positiv (auch PL-7 und PL-12)

 

Dermatomyositis (Autoimmunerkrankung der Muskeln und der

Haut, Muskelschmerzen, lila Hautverfärbungen bes. Gesicht)

Meist Jo-1 positiv (auch PL-7 und PL-12)

 

Weitere Informationen zum Krankheitsbild finden sie in

unserem Rheumalexikon:

Polymyositis und Dermatomyositis

 

Primäres Sjögren Syndrom

(Augen- und Mundtrockenheit sowie Verdauungsbeschwerden

wegen verminderter Drüsenausscheidungen)

meist SS-A (Ro) und SS-B- (La) positiv

 

Weitere Informationen zum Krankheitsbild finden sie in

unserem Rheumalexikon:

Das Sjögren-Syndrom

 

Mixed Connective Tissue Disease (Überlappungssyndrom

verschiedener Autoimmunerkrankungen)

Meist RNP-positiv, typischerweise in hoher Konzentration.

 

CREST-Syndrom (Calcinosis cutis [Verkalkungen der Haut],

Raynaud-Phänomen [ Durchblutungsstörungen der Finger],

OEsophageale Motilitätsstörung [Beweglichkeitsstörung der

Speiseröhre],

Sklerodaktylie [verhärtete, haarlose Finger],

Teleangiektasien [Erweiterung kleiner, oberflächlicher Gefäße

in der Haut); meist CENP-B positiv

 

Primär Biliäre Zirrhose

p80-Coilin, Sp-100, CENP können positiv sein, diagnostisch

wichtig sind aber anti-Mitochondriale Antikörper (AMA; dies

sind keine ANA)

 

Autoimmunhepatitis:

Bei etwa 50% der Fälle von Autoimmunhepatitis treten ANA

auf.

Liegen bei einem Patienten Zeichen einer Hepatitis

((=Leberentzündung) vor, kann ein positiver ANA ein Hinweis

auf ine Autoimmunhepatitis sein und so bei der Diagnose

helfen.

 

Weitere Informationen finden sie in unserem

Rheumalexikon:

Autoimmune Hepatitis und die primär biliäre Zirrhose

(PBC)

 

2. ANA kann als Begleitphänomen vorhanden sein, hat

aber keine besondere Bedeutung für die Diagnose

 

Chronisch aktive Hepatitis: Vor allem bei Hepatitis C treten in

der Indirekten Immunfluoreszenz ANA-Muster auf, es dürfte

sich dabei aber um keine echten ANA handeln.

Rheumatoide Arthritis ("Rheuma"):

Viele ANA können vorkommen, insgesamt liegt die Häufigkeit

aber nur um 50%

Psoriasis-Arthritis

Felty-Syndrom

Juvenile chronische Arthritis

Lungenfibrose, fibrosierende Alveolitis

Panarteriitis nodosa

 

 

Im Bereich der Gastroenterologie sieht man ANA´s außerdem bei entzündlichen

Darmerkrankungen, insbesondere dem M. Crohn. In der Endokrinologie findet

man ANA´s vor allem im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen der

Schilddrüse („Autoimmunthyreopathien“).

 

Nicht so bekannt ist, dass es auch bei einer Reihe von Infektionskrankheiten zur

Entwicklung von ANA´s kommen kann. Besonders zu nennen sind Infektionen mit

sogenannten lymphotropen Erregern, insbesondere mit Epstein-Barr-Virus (EBV),

humanem Herpes-Virus 6 (HHV-6) und Cytomegalie-Virus (CMV), weiterhin auch bei

chronischer Hepatitis B und C. Dies macht dann die Abgrenzung zu Autoimmun-

hepatitiden manchmal etwas schwierig.

 

Wie kann man ANA nachweisen?

 

Indirekte Immunfluoreszenz:

Dies ist die klassische Methode. Vereinfacht gesagt, bringt man dabei die Blutflüssigkeit

des Patienten mit menschlichen Testzellen zusammen. Hat der Patient einen ANA, dann

wird sich dieser auf die Zellkerne der Testzellen setzen. Dann markiert man diesen

Antikörper des Patienten mit einem grün- fluoreszierenden Antikörper.

Hat der Patient einen ANA in der Blutflüssigkeit werden die Zellkerne im

Fluoreszenzmikroskop grün aufleuchten. Nach dem Muster, das man im Mikroskop sieht,

kann man auf die Art des ANA schließen. Für eine Beurteilung der Bilder ist aber große

Erfahrung notwendig.

 

Indirekte Immunfluoreszenz

Beispiel Indirekte Immunfluoreszenz

Zellkerne zweier Patienten mit unterschiedlichen ANA.

Der Zellkern links ist gleichmäßig, der rechts

ungleichmäßig gefärbt

 

Immuntests (besonders Elisa-Verfahren):

Dabei wird das Serum des Patienten nicht mit Zellen zusammengebracht sondern nur mit

Zellkernbestandteilen, die man aus Zellkernen gewonnen hat. Durch weitere

Reaktionsschritte entsteht durch den ANA letztlich eine Verfärbung, die man im

Photometer messen kann. Diese Tests sind gut automatisierbar und einfacher beurteilbar,

können aber im Gegensatz zur Indirekten Immunfluoreszenz die Vielfalt der möglichen

Antikörper nicht erfassen.

 

 Elisa

Beispiel Elisa

Auf dieser sog. Mikrotiterplatte sind 96 kleine Näpfchen.

In diesen sind Zellkernbestandteile angebracht. Man

gibt Blutflüssigkeit dazu.

Nach dem Waschen bleiben ANA hängen, falls vorhan-

den.

Mit einer Färbereaktion macht man diese sichtbar und

im Photometer messbar.

 

Immunoblots (=Western-Blots):

Dabei werden die aus Zellen gewonnenen Kernbestandteile zuerst auf einem Gel mit Hilfe

einer angelegten Spannung aufgetrennt ( Elektrophorese) und auf eine stabile Folie

übertragen ("geblottet"; engl. blotting: beflecken, beklecksen). Dann gibt man die

Blutflüssigkeit des Patienten dazu und erhält nach einem Markierungsschritt die

Abschnitte (Banden), an denen sich der Antikörper des Patienten an die aufgetrennten

Kernbestandteile gebunden hat.

Da man weiß, wo nach der Auftrennung welche Kernbestandteile liegen, kann man auf

die Art des ANA schließen.

Der Name Western-Blot hat übrigens nichts mit der Himmelsrichtung zu tun. Das

Verfahren des Western-Blots ähnelt einem anderen Analyseverfahren, das ein

Molekulargenetiker namens Southern erfunden hat, dem Southern-Blot. Dieser

Ähnlichkeit eher spielerisch Rechnung tragend hat man die Methode Western-Blot

genannt. Der Name hat sich aber gehalten.

 

Western-Blot

Western-Blot

Bei der Auftrennung der Kernbestandteile wandern

verschiedene Bestandteile verschieden weit. Gibt man

Blutflüssigkeit dazu, die bestimmte Typen von ANA

enthält, werden sich die ANA an bestimmten Stellen

anlagern (violette Banden). Nach der Lage der Bande

kann man auf die Art des ANA schließen, weil man weiß,

wo diese liegen sollten.

 

Autor:

Dipl. MTF Nicole Dorner 

 

Immunfluoreszenzmuster

 

Bei positivem Screeningtest sollten weitere Untersuchungen zur genauen Bestimmung

der AAK-Spezifität folgen. Nur die weitere Differenzierung ermöglicht die Einordnung

des Befundes im Rahmen der klinischen Fragestellung. Wichtigste Fluoreszenzmuster

und die mit ihnen assoziierten Autoantikörper sind in den Tabellen 1 und 2 dargestellt.

 

Tabelle 1: AAK gegen Kernantigene

Fluoreszenzmuster 

AAntikörper gegen:

homogen, positive Färbung der Chromosomen

im Mitosestadium

dsDNS, Histone und Nukleosomen

gesprenkelt, negative Färbung der Chromosomen

im Mitosestadium

SS-A, SS-B, U1-RNP, m; Ku und

MMi-2 

nukleolär, negative Färbung der Chromosomen

im Mitosestadium

Fibrillarin, Pm-Scl, NOR-90, RNAP

und To/Th 

nukleolär + homogen, positive Färbung der

Chromosomen im Mitosestadium

Scl-70

Sprenkelung in den Interphasekernen und im

kondensierten Chromosomen-Material der

mitotischen Zellen 

Zentromere 

nukleäre Tupfen (dots)

Sp100

Kernmembran

Lamin, gp210 

pleomorph 

PCNA

 

Bei gesprenkeltem und wegen der Gefahr der Überdeckung auch bei homogenem

Fluoreszenzmuster der ANA müssen weitere Teste zur bestimmung von Antikörpern

gegen ENA (extrahierbare nukleäre Antigene) durchgeführt werden.

 

Bei der Bestimmung von ENA-AAK werden die Seren im ersten Analyseschritt mit

einem Screening-EIA untersucht. Diese EIA-Riegel sind mit einem Antigenpool aus 

folgenden Antigenen beschichtet: SS-A, SS-B, U1-RNP, RNP70, Sm, Scl-70, Jo1

uund Centromere B. Bei positivem Ergebnis erfolgt die Differenzierung der AAK-

Spezifität mittels Einzelantigen-EIA  und/oder mittels HEp-2-Westernblot-Test.

 

Für den Westerblot werden Membranstreifen verwendet, die mit einem elektro-

phoretisch aufgetrennten HEp-2-Vollantigenextrakt (denaturierte Antigene)

beschichtet sind. Der Westernblot ermöglicht die Differenzierung von AAK gegen

einzelne Proteine des SS-A-Antigen-Komlexes (kDa 52 und kDa 60) und des Sm/RNP-

Komplexes. Die Verwendung der Methode ist jedoch eingeschränkt, da 10 bis 30 %

der SS-A 60 kD- und Scl-70 kD- positiven Seren "Non-Responder" im Westernblot sind.

 

Bei positiver Färbung der Chromosomen im Mitosestadium müssen zusätzlich zu

Antikörpern egen ENA noch Antikörper gegen dsDNS, Histone und Nukleosomen mittels

ELISA bestimmt werden. 

 

Alle nukleolären AAK gelten als Marker für die Sklerodermie und deren Overlap-

Phänomene und bedürfen deshalb nicht zwingend einer weiteren Differenzierung.

 

Der Immunfluoreszenztests auf Objektträgern mit fixierten HEp-2-Zellen ermöglicht

neben der Bestimmung von AAK gegen Kernantigene auch den Nachweis von AAK gegen

Zytoplasmabestandteile.

 

Tabelle 2: AAK gegen Zytoplasmabestandteile

Fluoreszenzmuster

Antikörper gegen: 

Feingesprenkelt

Ribosomen, Jo-1 und andere Synthetasen 

Grobgesprenkelt 

Mitochondrienen 

Filamentös 

Aktin, Myosin und andere Mikrofilamente 

 

Bei feiner granulärer Fluoreszenz des Zytoplasmas müssen ELISA-Teste zum Nachweis

von AAK gegen Ribosomen und Jo-1 durchgeführt werden. Grobgesprenkelte Muster

deuten auf antimitochondriale AAK (AMA) hin. Eine filamentöse Fluoreszenz ist für AAK

gegen glatte Muskulatur (SMA) typisch. Diese AAK-Spezifitäten müssen zusätzlich

durch IFTs auf Organschnitten bestätigt werden.

 

Ab welchem ANA-Titer ist eine weitere Stufendiagnostik sinnvoll?

 

DDie Wahrscheinlichkeit eines positiven dsDNS- oder ENA-Nachweises hängt von der

Höhe des ANA-Titers ab (Tabelle 3). Eine weitere Stufendiagnostik nach einem positiven

ANA-Screening ollte daher in der Regel ab einem ANA-Titer von 1:320 durchgeführt

werden. Bei anhaltendem Verdacht auf eine Link Autoimmunerkrankung kann die

Bestimmung der dsDNS- und ENA-AAK schon ab einem Titer von 1:80 versucht werden.

Bei schwangeren Frauen sollte der ENA-ELISA auch bei negativem ANA-Test durchge-

führt werden, um das Vorliegen von SS-A-AAK auszuschließen.

 

Tabelle 3: Prozentanteil der positiven Nachweise für dsDNS-AAK und ENA-AAK,

bezogen auf die Anzahl der Gesamtuntersuchungen (Phadia EliA, Daten Labor

Prof. G. Enders)

 

ANA-Titer 

dsDNS-positive Seren (%)

ENA-positive Seren (%) 

<1:80 

0,6 

2,7 

1:80 - 1:160

3,0 

4,8 

>=1:320

26,1 

37,8 

 

Wie sind ANA-Befunde zu interpretieren?

 

Der Nachweis von dsDNS-AAK und ENA-AAK ist hochspezifisch für eine

Autoimmunerkrankung [Conrad 2006, Kavanaugh 2000]. Mit bestimmten Krankheits-

bildern assoziierte Autoantikörperprofile sind in der Tabelle Link"Autoimmundiagnostik

nach Leitsymptomen und Krankeitsbildern" und im Laborprogramm zu finden

 

Leider können nicht alle positiven Immunfluoreszenz-Befunde mit hohem ANA-Titer

mittels ELISA oder Immunoblot weiter differenziert werden, da zahlreiche Antigene

noch nicht bekannt sind. Unsere eigene, mehrjährige Erfahrung hat gezeigt, dass in

Seren mit ANA-Titer von>= 1:320 in ca. 20-30 % ds-DNS-AAK ind in ca. 30-40 %

ENA-AAK nachgewiesen werden.

 

AAK in hohen Titern, die in dsDNS- und ENA-ELISA negativ sind, weisen auf eine

Erkrankung hin, bei der es sich jedoch nicht zwingend um eine Link Kollagenose handeln

muss. Diese AAK werden auch im Rahmen anderer Erkrankungen und bei klinisch

Gesunden gefunden [Vaile 2000]. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass

hohe ANA-Titer schon vor Auftreten einer Link SLE-typischen Symptomatik nachgewiesen

werden können [Arbuckle 2003].

 

Niedrige ANA-Titer (1:80 bis 1:320) kommen häufig auch bei Gesunden vor (bis zu

30 %) [Craig 1999,  Tan 1997]. Andererseits schließt ein niedriger AAK-Titer bzw.

ein negativer Befund eine Link Autoimmunerkrankung nicht gänzlich aus (1-5 % der

SLE Patienten sind ANA-negativ). Die erhobenen Laborergebnisse sollen deshalb immer

nur im Zusammenhang mit dem klinischen Bild beurteilt werden.

 

Dr. Elena Ladwig 

Dr. med Friedemann Tewald 

 

Letzte Aktualisierung: 14.09.2011

 

  

 

Quellen:

http://med4you.at/

http://www.wikipedia.at/  

AKH consilium  

labor-enders.de

 

Bildquelle:

med4you.at/

 

 

 

 

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