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Rheuma-Lexikon, Buchstabe A

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Arthrose   

Arthrose-Tibiaprothese

Tibia-Prothese  

 

Definition der Arthrose

 

Synonyme: periphere Gelenksarthrosen, Knorpelaufbrauch, Osteoarthrose,

degenerative Gelenkserkrankung, Osteoarthritis, Knorpelverschleiss

 

[die; griech., arthr.= Gelenk, -ose = Endung für verschleiß- und überlastungs-

bedingte Erkrankungen], ein über das durch die normale Alterung bedingte Maß

hinausgehender Gelenkverschleiß.

 

Arthrose ist primär eine nicht-entzündliche Gelenkserkrankung, die vorwiegend durch

einen Abbau des Gelenksknorpels unter Mitbeteiligung der Gelenkstrukturen wie

Knochen, den Schichten der Gelenkkapsel sowie umgebender Muskulatur

gekennzeichnet ist.

Man unterscheidet zwei Arten von Arthrose: primäre und sekundäre Arthrose.

Während bei der primären Arthrose die Ursachen nicht geklärt sind, sind die Ursachen

bei der häufiger auftretenden sekundären Arthrose leichter zu benennen. Sie treten

früher auf als primäre und betreffen häufiger nur ein Gelenk.     

Die Gelenke nutzen sich im Laufe der Jahre ab. Fast bei jedem Menschen über 65

Jahre lassen sich Anzeichen von Arthrose festzustellen

 

Eine weitere, wahrscheinlich genetische bedingte Form der Arthrose ist die

Polyarthrose, die in Familien gehäuft vorkommt und vor allem die Fingerendgelenke

(Heberdenarthrose), Fingermittelgelenke (Bouchardarthrose) sowie die

Daumensattelgelenke (Rhizarthrose) betrifft. Sie wird trotz ihres ganz unter-

schiedlichen Gelenkbefallsmusters oft mit der weitaus schlimmeren Linkchronischen

Polyarthritis verwechselt. Bei dieser Erkrankung ist allerdings der genetische

Hintergrund noch nicht aufgeklärt.

 

 Ursachen der Arthrose:

 

  • übermäßige Belastung (z.B: Übergewicht, Schwerarbeit, Leistungssport),

  • frühere Verletzungen (z.b. Meniskusschäden),

  • angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen (z. B. X,-O-Beine),

  • Fehlanlagen (z.B. Hüftdysplasie),

  • Knochenerkrankungen (z.B. Osteoporose),

  • Spätfolge der LinkArthritis ("sekundäre Arthrose")

  • genetische Ursache

 

Krankheitsbild der Arthrose

 

Während der Gelenksknorpel aufgerauht und zunehmend abgebaut wird, kommt es auch

zu Reparaturvorgängen sowohl im Gelenksknorpel als auch im darunterliegenden

Knochen.

Dies führt unter anderem zu einer Neubildung von Knorpel- und Knochengewebe im

Gelenksbereich (Osteophyten). Im Laufe der Erkrankung kann es zu einem vollkommenen

Verlust des Knorpels (Knochenglatze - Knochen reibt auf Knochen), zu Zystenbildungen

im Knochen und zu einer LinkEntzündung der Gelenksinnenhaut (Synovitis) kommen. 

 

Bevorzugt betroffene Gelenke sind die Kniegelenke (Gonarthrose), die Hüften

(Coxarthrose) und die kleinen Fingergelenke.

 

 Symptome der Artrose

  • bewegungsabhängige Gelenksschmerzen 

  • "Anlaufschmerz": Die Beschwerden treten zu Beginn einer Bewegung auf und

  • lassen mit Fortdauer der Belastung nach (z.B. zunehmende Schmerzen in den

    Knien bei einer längeren Gehstrecke; bei schwereren Arthosen aber z.B. auch

    bereits beim Treppensteigen oder nach wenigen Metern in der Ebene),

  • knotige Auftreibungen im Bereich der Gelenksspalten an den Fingergelenken

  • (Heberdensche Knötchen

  • eingeschränktes Bewegungsausmaß der betroffenen Gelenke 

  • eventuell "Knirschen" im Gelenk (Krepitus) bei Bewegung

  •  

Typischerweise schmerzt ein Arthrosegelenk in Ruhe oder in der Nacht nicht (wichtiger

und ganz charakteritischer Unterschied zur LinkArthritis). Wenn es bei einer Arthrose

zum Auftreten von Ruheschmerz und Nachtschmerz kommt, ist dies ein deutliches

Zeichen dafür, daß man das Gelenk vorher überlastet hat. Oft besteht dann gleichzeitig

auch eine Schwellung und eine Überwärmung des Gelenks, manchmal auch ein

Gelenkerguß.

Diese Symptome werden durch eine LinkEntzündung des Gelenks hervorgerufen; man

nennt dies dann eine aktivierte Arthrose.

 

Diagnose der Arthrose

 

Der erfahrene Arzt kann mittels Begutachtung und klinischer Untersuchung zwischen

einer Linkentzündlichen Gelenkserkrankung (z.B. Linkchronische Polyarthritis,

Linkreaktive Arthritis usw.) und einer Arthrose unterscheiden. Mittels einer

Röntgenuntersuchung der schmerzhaften Gelenke wird die Diagnose gesichert.

Vereinzelt ist der Einsatz einer Kernspintomographie (MR) zur weiteren Abklärung

notwendig. Der Nachweis des so genannten Link"Rheumafaktors" im Blut hat keinen

diagnostischen Wert, da weder ein positiver Rheumafaktor (seropositiv) eine

rheumatologische Erkrankung beweist, noch bei einem negativen Rheumafaktor

(seronegativ) eine solche ausgeschlossen werden kann.

  • Die klinisches Untersuchung des Bewegungsapparates und das

  • Nativröntgenbild sind für die Diagnostik meist ausreichend.

  • Laboruntersuchungen sind nicht weiterführend, irritieren aber oft

  • Hausarzt und Patient, wenn ohne rationale Grundlage und ohne Indikation

    Befunde wie LinkAntistreptolysintiter, LinkRheumafaktor oder

    LinkBorrelienantikörper untersucht werden.

  • Die lokalisierte Arthrose macht auch bei lokaler entzündlicher Aktivierung keine

  • LinkAkutphasenreaktion, das heißt LinkBlutsenkungsgeschwindigkeit,

    Fibrinogen und LinkC-reaktives Protein bleiben im Normbereich. – Zur

    Quantifizierung des Knorpelschadens eignet sich die Magnetresonanztom-

    ographie (MRT).

    Bei Gelenkserguss Arthrozentese (Gelenkpunktion) und Synovialanalyse

    (Untersuchung der Gelenkinnenhaut).

  • Bei Befall der Fingergelenke durch die Polyarthrose sind diese von einer

  • Linkrheumatoide Arthritis oder einer LinkPsoriasis-Arthropathie abzugrenzen.

  • Bei mittleren und großen Gelenken kommen als Differentialdiagnosen der

  • aktivierten Arthrose die Gicht, die Linkreaktive Arthritis, postraumatische

    Entzündung und seltene Gelenkerkrankungen sowie Weichteilreizungen

    außerhalb der Gelenke in Frage.

 

Therapie der Arthrose

 

Die Therapie der Arthrose richtet sich nach der Krankheitsursache, dem betroffenen

Gelenk / den betroffenen Gelenken, dem Schweregrad sowie der Krankheitsaktivität.

 

  •  Physikalische Behandlungen der Arthrose: 
    • Wärmebehandlung (z.B. Moor, Fango, Paraffin) 

    • Strombehandlung

    • Ultraschallbehandlung 

    • muskelkräftigende Übungen

    •  

Kälte oder Wärme kommen je nach Aktivitätsgrad der Arthrose zur Anwendung.

Bei der aktivierten Arthrose mit Überwärmung des Gelenks, Schwellung und

Ergußbildung wird oft die Kälte als angenehmer empfunden, stehen Steifigkeit,

muskelkaterähnliche Schmerzen und ein dumpfer Schmerz im Vordergrund, hilft die

Wärme oft besser.

 

Grundsätzlich gilt, daß ein gutes Muskelskelett ein Arthrosegelenk schützt, stützt und

entlastet. Für die Kniegelenksarthrose ist deshalb ein kräftiger und ausdauernder

Oberschenkelmuskel sehr wichtig. Das Dehnen, Kräftigen und Trainieren der

Muskulatur ist damit ein wichtiges Ziel der Krankengymnastik und eines

krankengymnastischen Hausaufgabenprogramms bei Arthrose. Ein weiteres wichtiges

Ziel einer Bewegungstherapie ist der Erhalt der Gelenkfunktion. Durch regelmäßige

Kontrolle des Bewegungsausmaßes und tägliches Trainieren des vollen

Bewegungsumfanges kann ein zunehmender Bewegungsverlust und eine Einsteifung

des arthrotischen Gelenkes vermieden werden.

 

  •  Die medikamentöse Therapie der Arthrose
    • Schmerzmittel (Analgetika), z. B. Paracetamol 

    • Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) 

    • Schwach wirksame Opiate, z.B. Tramadol

    •  

Der Einsatz von sogenannten knorpelschützenden Medikamenten, wie etwa

Chondroitinsulfat, Diacerein oder die Injektion von Hyaluronsäure ist umstritten. Diese

Medikamente können den Knorpel nicht wieder aufbauen, führen jedoch bei einigen

Patienten zu einer nachhaltigen Schmerzlinderung. 

 

Die Bedeutung orthopädischer Maßnahmen bei der Arthrose ist unbestritten. Einerseits

können ausgeprägte Fehlstellungen (X- oder O-Beine) durch eine Achsenkorrektur

behoben werden, andererseits besteht die Möglichkeit, isolierte Knorpeldefekte noch

vor Auftreten einer Osteoarthrose mit Knorpelgewebe aufzufüllen (Knorpelzelltrans-

plantation, Einsatz von Knorpel-Knochenzylindern). 

 

Eine entzündungshemmende Therapie ist besonders bei der aktivierten Arthrose sinnvoll

(cortisonfreie Entzündungshemmer). Es gibt zunehmend positive Berichte über die

günstige Wirkung von Vitamin E bei Arthrose. Viele Patienten benötigen nach einer

gewissen Zeit neben Vitamin E keine weiteren Medikamente.

 

Ist bei einem Patienten mit Arthrose trotz Einsatz aller erwähnten Maßnahmen

keine ausreichende Schmerzreduktion zu erreichen, ist der komplette Ersatz des

zerstörten Gelenks durch eine Endoprothese (künstliches Gelenk) notwendig.

 

Verlauf einer Arthrose

 

Die Arthrose verläuft meistens langsam über Jahre. Erst wenn Schmerzen auftreten,

wird in der Regel die Gelenkschädigung festgestellt. Die Knorpelschicht kann so weit

abgerieben sein, dass die Knochenenden freiliegen. Dann spricht man von einer

„Knochenglatze“. Die Knochen reiben dann direkt aufeinander. Das reizt die

empfindliche Innenhaut und verursacht Schmerzen. Auch abgeriebene Knorpel- und

Knochenhaut können diesen Effekt auslösen. Die Folge in diesem fortgeschrittenem

Stadium kann eine LinkEntzündung der Gelenkhaut oder ein Gelenkerguss (aktivierte

Arthrose) sein.

Ein Knorpel, der einmal zerstört ist, baut sich nur unwesentlich wieder von selbst auf.

Der Körper bildet häufig stattdessen verstärkt Knochensubstanz, die Knochenausläufer

rund um das Gelenk bilden (Osteophyten). Dadurch kommt es zu Verformungen und

Verdickungen der betroffenen Gelenke. Im Endstadium einer Arthrose sind Gelenke

wenig bis gar nicht mehr beweglich und werden letztlich instabil.

 

Arthrose - Was kann man selbst tun?

 

Man kann selbst einiges tun, um die fortschreitenden Abbauprozesse zu verlangsamen.

Bewegung fördert die Verteilung von Gelenkflüssigkeit, die den Knorpel mit Nährstoffen

versorgt. Tägliches Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen ist somit gut für die

Gelenke.

Dagegen sind Sportarten, bei denen es zu Stoßbelastungen auf die Gelenke oder zu

Extrembewegungen kommt, eher nicht geeignet. Dazu zählen zum Beispiel Tennis,

Squash, Volleyball oder Fußball. Vorerkrankungen, die eine Arthrose zusätzlich

vorantreiben könnten, sollten möglichst gut therapiert werden.

Es ist ratsam, einseitige Belastungen (zum Beispiel im Beruf) zu vermeiden, indem man

zwischendurch andere Bewegungsabläufe einfließen lässt oder in der Freizeit gezielte

gymnastische Übungen entgegensetzt.

Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Dadurch ist eine Arthrose wahrschein-

licher als bei Normalgewichtigen. Es ist daher ratsam, Übergewicht zu vermeiden und

auf eine ausgewogenen Ernährung und ausreichend gelenkschonende Bewegung zu

achten.

 

Verwandte Themen:

LinkArthropathie

LinkArthritis

LinkUnterscheidung: Arthroseschmerzen vs. entzündlichen Schmerzen

(=Arthritis; Krankheitsschub-Rheumaschub)

 

 


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Autor: Eveline Ioannidis

 

Letzte Aktualisierung: 16.09.2011

 

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie

rheuma-online

NetDoktor

Wikipedia

 

 

 

 

   
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