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Dr. Mesaric

 
 
 

Cholesterin

 

Das Cholesterin des Blutes kommt aus der Nahrung und aus der Leber (die Leber stellt

Cholesterin selbst her). Die Cholesterinbestimmung hat eine Sonderstellung unter den

Laboruntersuchungen: meist wird sie nicht durchgeführt, um eine Erkrankung

nachzuweisen sondern um das Arterioskleroserisiko ("Verkalkungsrisiko"; exakte

Bezeichnung eigentlich Atherosklerose) eines Menschen einzuschätzen. Insbesondere

für das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Angina Pectoris, Herzinfarkt)

aber auch für den Gehirnschlag (Schlaganfall, Apoplexie), Nierenschädigungen und

Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen hat der Cholesterinwert Bedeutung.

 

Wie wurde der "Normal"bereich für Cholesterin ermittelt?

Der Normalbereich oder besser der Zielbereich für Cholesterin wurde nach Studiener-

gebnissen festgelegt, die zeigten ab welchem Cholesterinwert man mit Gefäßschädi-

gungen rechnen muss bzw. ab welchem Wert man weiterführende Untersuchungen

veranlassen sollte.

 

Was ist das "gute" bzw. "böse" Cholesterin?

In Studien zeigte sich, dass besonders das LDL-Cholesterin für die Gefäßschädigungen

verantwortlich ist, während das HDL-Cholesterin sogar einen gewissen Schutzfaktor

vor Arterienverkalkung darstellt.

 

ZIELBEREICHE:

Laborwert

Ziel Bereich

Einheit

Kommentar

Cholesterin

gesamt

unter

200

mg/dl

unter 200 nur geringes,

unter 160 mg/dl nur

äußerst geringes Risiko

LDL-

Cholesterin

unter

155

mg/dl

Nach neueren US

Richtlinien Ziel unter

130 mg/dl, besonders

nach Infarkten noch

tiefere Werte

wünschenswert.

HDL

Cholesterin

mindestens

35

mg/dl

Nach neueren US

Richtlinien mindestens

40 mg/dl.  

Besonders Werte über

60 wirken schützend

vor Arterienverkalkung

ERHÖHUNG

(=Hyper-

cholesterin-

ämie)

Häufige Ursachen einer Cholesterinerhöhung

 

Polygene Hypercholesterinämie

Die häufigste Art von Cholesterinerhöhungen. Unter diesem Begriff

werden alle Cholesterinerhöhungen über 200 mg/dl (dabei ist das

LDL-Cholesterin erhöht) zusammengefasst, bei denen man keine

bestimmte Ursache findet.

Eigentlich weiß man fast gar nicht, wie es dazu kommt. Man nimmt

an, dass es eine über viele Erbmerkmale vererbte (also polygene;

poly=viel; Gen=Erbmerkmal) Eigenschaft eines Menschen ist, die

dazu führt, dass z.B. bereits übliche Ernährungsgewohnheiten oder

die Verminderung der weiblichen Geschlechtshormone nach dem

Wechsel der Frau zu überhöhten Cholesterinspiegeln führen können.

 

Häufigkeit: sehr häufig (über 80% aller Hypercholesterinämien)

Diagnose: Ausschluss anderer Ursachen der Hypercholesterinämie

Behandlung: Je nach Ausmaß Ernährung, Lebensgewohnheiten,

Medikamente

 

Cholesterinerhöhung als Folge anderer Krankheiten, der

Lebensgewohnheiten oder wegen Medikamenteneinnahme

  • Schilddrüsenunterfunktion (=LinkHypothyreose)

  • Zuckerkrankheit

  • Fettsucht (besonders beim Mann), zu viel Alkohol

  • Niereneiweißverlustsyndrom (nephrotisches Syndrom)

  • Chronisches Nierenversagen mit Hämodialyse oder

    Peritonealdialyse

  • Vermehrung der Antikörper im Blut (Hypergammaglobulinämie)

  • Magersucht (Anorexie)

  • Nebennierenhormonüberschuss (LinkCushing-Syndrom,

    LinkGlukokortikoidbehandlung)

  • Akromegalie (Hirnanhangsdrüsen-Wachstumshormon-

    vermehrung)

  • Gallestauung (Cholesterinerhöhung durch Vermehrung des

    abnormen Lipoproteins X)

  • Lebererkrankungen

Insbesondere die Primär LinkBiliäre Cirrhose (Lebererkrankung):

Gallestauung durch autoimmunbedingte Entzündung der kleinen

Gallengänge in der Leber) kann extrem hohe Cholesterinwerte

aufweisen (bis 2000 mg/dl)

  • LinkLupus Erythematodes

  • akute intermittierende Porphyrie (seltene Erbkrankheit).

  • Medikamente: (Glukokortikoide [LinkKortison], Amiodaron,

  • Cyclosporin, Androgene, harntreibende Medikamente,

    manche Betablocker)

Häufigkeit: insgesamt häufig

Diagnose: Nachweis der Grunderkrankung

Behandlung: Behandlung der Grunderkrankung

 

Dabei handelt es sich meist um erblich bedingte oder erblich

mitbedingte Erkrankungen, die mit Diät und/oder Medikamenten zu

behandeln sind.

  • Familiäre kombinierte Hyperlipidämie (Hyperlipidämie=

    Erhöhung der Blutfette“).

  • Familiäre Hypercholesterinämie

    Seltenere Erbkrankheit, bei der sehr hohe Cholesterinspiegel

    (bis etwa 1000 mg/dl) vorkommen. Bei dieser Erkrankung

    kann es bereits im Kindesalter zu Herzinfarkten kommen.

  • Erhöhungen des Lipoproteins Lp(a)

    Auch dabei kann das Cholesterin erhöht sein. 

    Die sog. Familiäre Hyperlipidämie vom Typ III (= Familiäre

    Dyslipoproteinämie).

  • Vererbte Veränderungen des Apolipoprotein B

  • Vermehrungen des HDL-Cholesterins

    Seltene „Erkrankung“, die vor Arterienverkalkung schützt

VERMIN-

DERUNG

(Hypo-

cholesterin-

ämie)

Verminderungen des Gesamtcholesterins

  • Seltene, erbliche Defekte

  • Leberschäden (Zirrhose, schwere Leberentzündung,

    Lebervergiftungen [Tetrachlorkohlenstoff, Knollenblätterpilz]).

    Ein plötzlicher Abfall des Cholesterins bei Lebererkrankungen,

    der sog. Cholesterinsturz, ist ein schlechtes Zeichen.

  • LinkSchilddrüsenüberfunktion

  • Schwere Infektionskrankheiten, Blutvergiftung

  • Mangelernährung (mangelnde Zufuhr, Verdauungsstörungen)

  • Andere schwere Erkrankungen - ein niedriger Cholesterin-

    spiegel hat nur geringe diagnostische Aussagekraft

  • Verminderungen des HDL-Cholesterins

    Erblich bedingt; selten fast völliges Fehlen

    (Tangier-Krankheit), meist Verminderung des HDL-

    Cholesterins.

  • Lebensgewohnheiten: Bewegungsarmut, Übergewicht,

  • Zigarettenrauchen vermindern die HDL-Cholesterin-Spiegel.

  • Krankheiten: Zuckerkrankheit, Nierenversagen,

    Niereneiweißverlustsyndrom (nephrotisches Syndrom)

    vermindern die HDL-Cholesterin-Spiegel.

  • Zu hohe Triglyzeridspiegel (das sind andere Blutfette) können

    zur Verminderung des HDL-Cholesterinspiegels führen

CHOLESTERIN

ALS

RISIKO-

FAKTOR:

Cholesterin dürfte der entscheidende Risikofaktor für Gefäßerkran-

kungen sein. Hohes LDL-Cholesterin (bzw. Gesamtcholesterin) und

niedriges HDL-Cholesterin bedeuten ein erhöhtes Risiko, eine Herz-

gefäßerkrankung (Herzenge, Herzinfarkt) zu erleiden

WAS KANN

MAN SELBST

TUN?

Faktoren, die das Cholesterin senken, bzw. das HDL-Cholesterin

erhöhen können und damit das Risiko einer Gefäßschädigung durch

Arteriosklerose vermindern können:

  • Diät mit wenig Cholesterin, wenig gesättigten Fetten und

    einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigtem Fett

  • Nicht rauchen

  • Körperliche Aktivität

  • Gewichtsabnahme

  • Mäßiger Alkoholkonsum ist erlaubt (erhöht HDL-Cholesterin);

    nicht wenn Mitursache der Hypercholesterinämie.

THERAPIE:

Ziel der Therapie ist es, den LDL-Cholesterinspiegel unter eine

bestimmte Höhe zu bringen. Diese Höhe ist aber von Patient zu

Patient verschieden. Je mehr andere Risikofaktoren (Rauchen,

Zuckerkrankheit, Hochdruck, Herzinfarkte in der Verwandtschaft...)

man hat, desto niedriger soll der LDL-Cholesterinspiegel werden.

Ihr Arzt muss den für Sie sinnvollen Grenzwert festlegen.

 

 

 

Autor:

Dipl. MTF Nicole Dorner  

 

Stand: 30.10.2011   

 

Quellen:  

wikipedia.at/  

AKH consilium  

med4you.at/

 

 

 

 

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