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Dr. Mesaric

 
 
 

Diabetes mellitus

Die Messung des Zuckers (genauer: der Glucose) im Blut ist der

wichtigste Test zur Erkennung der Zuckerkrankheit (Diabetes

mellitus).

 

Dabei treten erhöhte Blutzuckerspiegel auf. Aber auch der gefährliche "Unterzucker",

also die Verminderung des Zuckers im Blut, wird mit Hilfe der Blutzuckerbestimmung

erkannt

 

Was ist Blutzucker?

Blutzucker ist chemisch gesehen nicht irgendein Zucker sondern ein ganz bestimmter,

nämlich Glucose (=Traubenzucker). Natürlich gibt es im Blut noch viele andere

Zuckerarten in kleiner Menge, aber in der Medizin versteht man unter Blutzucker immer

die Glucose im Blut. Daher: Blutzucker = Blutglucose.

 

Wozu brauchen wir Blutzucker (Glucose)?

Der Zucker im Blut ist der wichtigste Energieträger für unsere Zellen. Sie nehmen Zucker

aus dem Blut auf und "verbrennen" ihn, meist zu CO2 und Wasser.

Dabei entsteht Energie, die für viele Vorgänge in den Zellen notwendig ist.

 

Woher kommt der Blutzucker (die Glucose)?

 

Aus der Nahrung

Wir essen zwar meist nicht viel Traubenzucker, aber wir essen "normalen" Zucker,

Milchzucker und Stärke (Mehl, Kartoffelstärke,..).

In all diesen Kohlenhydraten ist Glucose enthalten. Bei der Verdauung wird sie frei und

ins Blut aufgenommen. Aber auch andere Zucker in der Nahrung (Fruchtzucker,

Galaktose) wandelt unser Stoffwechsel (vor allem in der Leber) rasch in die für alle

Zellen brauchbare Glucose um.

Aus Glucosespeichern (Glykogen)

Wir können nicht die ganze Zeit essen, trotzdem darf unser Blutzuckerspiegel nicht zu

stark abfallen. Dazu wird Glucose vor allem in der Leber und im Muskel in der Form von

Glykogen gespeichert. Glykogen ist also eine Speicherform der Glucose. Haben wir nach

dem Essen einen Blutzuckerüberschuss, wird Glykogen aufgebaut. Haben wir zwischen

den Mahlzeiten oder durch Aktivität einen Bedarf an Glucose, wird Glykogen wieder

abgebaut und Glucose wird frei. Dies ist einer der Mechanismen, mit denen der

Blutzuckerspiegel reguliert wird.

Aufbrauch von Reserven

Die Glykogen-Speicher reichen nur für 12 bis 24h. Nehmen wir über längere Zeit zuwenig

Nahrung zu uns, dann wird auch Fett und Eiweiß abgebaut. Sowohl aus Fett als auch

aus Eiweiß kann unser Körper kleinere Mengen von Glucose herstellen.

 

Wer reguliert den Blutzuckerspiegel?

 

Das Hormon Insulin

Das wichtigste Hormon der Blutzuckerregulation. In der Summe wirkt es stark

blutzuckersenkend. Es wird auch als das Hormon der Energiespeicherung bezeichnet.

  • Insulin fördert den Einstrom von Glucose in die Zellen (vor allem in

    Fett und Muskelgewebe). Folge: Blutzuckerspiegel sinkt (das kann

    sehr rasch gehen - Minuten).

  • Insulin fördert den Aufbau des Glucosespeichers Glykogen (vor

    allem in Leber und Muskel).

  • Es hemmt den Aufbau von Glucose aus Eiweiß-Bruchstücken

    (das ist die sog. Gluconeogenese aus Aminosäuren).

  • Insulin fördert den Fettaufbau (u.a. aus Zucker)

 

Insulin steuert die Verwertung und Speicherung des Blutzuckers

(Glucose)

Zuckerstoffwechsel

Die Kohlenhydrate der Nahrung werden

beider Verdauung in kleine Zucker-

moleküle gespalten. Diese werden über

den Dünndarm ins Blut aufgenommen.

Die Insulinausschüttung aus der Bauch-

speicheldrüse sorgt dafür, dass der Blut-

zucker rasch verwertet wird:

Aufnahme in Muskel und Leber, wo der

nicht unmittelbar benötigte Blutzucker in

Form von Glykogen gespeichert wird.

Auch der Aufbau von Fettgewebe aus

überschüssigem Blutzucker wird durch

Insulin gefördert.

Anmerkung: das "Bauch-Foto" soll nur das Fettgewebe symbolisieren.

Insulin für sich macht nicht dick. Es ermöglicht nur den Fettaufbau

Das Hormon Glukagon

Das zweitwichtigste Hormon der Blutzuckerregulation. Es erhöht den Blutzucker.

Viele Wirkungen sind denen des Insulins entgegengesetzt. Es wird auch als das

Hormon der Energiebereitstellung bezeichnet.

  • Glukagon fördert den Abbau des Glucosespeichers Glykogen in der Leber.

    Dadurch wird Glucose frei. Es fördert den Aufbau von Glucose aus Eiweiß

    Bruchstücken (das ist die sog. Gluconeogenese aus Aminosäuren).

    Glukagon fördert den Fettabbau (dabei entsteht auch Glucose).

    Nach einem Essen haben wir viel mehr Insulin im Blut als Glukagon,

    in Hungerphasen ist das Verhältnis ausgeglichener.

  • Hormone des Nebennieren-Marks (Adrenalin, Noradrenalin)

    Die Hormone Adrenalin und Noradrenalin (auch Katecholamine genannt

    erhöhen den Blutzucker. Sie werden bei Stress, Angst, körperlicher

    Aktivität und anderen Anstrengungen ausgeschüttet und führen zum

    Abbau des Glucosespeichers Glykogen in Leber und Muskel. Der Anstieg

    des Blutzuckers erfolgt rasch (innerhalb von 15 bis 60 Minuten).

  • Körperliche Aktivität/ Training

    Führt zu einer vermehrten Aufnahme von Blutzucker in die Muskelzellen

    und vermindert dadurch den Blutzuckerspiegel.

  • Das Wachstumshormon (Somatotropin)

    Das in der Hirnanhangsdrüse gebildete Hormon wirkt in Richtung einer

    Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Das Hormon hilft, zu niedrige

    Blutzuckerspiegel zu verhindern.

    Es tut dies vor allem durch Verminderung des Einstroms von Glucose

    in Muskel- und Fettzellen und durch Vermehrung des Abbaus des

    Glucosespeichers Glykogen in der Leber.

  • Glucocorticoidhormone der Nebennieren-Rinde ("Cortisol")

    Sie wirken Blutzuckerspiegel-steigernd. Die LinkGlucocorticoide helfen,

    zu niedrige Blutzuckerspiegel zu verhindern.

    Sie fördern direkt und indirekt die Neubildung von Blutzucker aus

    Eiweiß-Bestandteilen (Gluconeogenese).

  • Schilddrüsenhormone

    Schilddrüsenhormone können den Blutzucker erhöhen, haben aber für

    die normale Regulation wenig Bedeutung.

    Sie erhöhen die Aufnahme von Glucose aus dem Darm, fördern den

    Abbau des Glucosespeichers Glykogen in Leber und Muskel. Außerdem

    steigern sie die Glucose-Neubildung aus Eiweiß-Bestandteilen

    (Gluconeogenese).

Warum bestimmt man den Blutzucker?

  • Verdacht auf Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) Wenn Zeichen eines

    Diabetes vorliegen, bei anderen Erkrankungen, die mit einem Diabetes

    einhergehen können; routinemäßig in der Schwangerschaft.

  • Kontrolle eines Diabetes mellitus

  • Verdacht auf Unterzucker (Hypoglykämie)

    Zeichen von Unterzucker, bei der Diabetesbehandlung, routinemäßig bei

    Neugeborenen.

In der Praxis wird der Blutzucker bei einer Laboruntersuchung meist automatisch

mitbestimmt ohne besonderen Verdacht.

 

Was ist Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)?

Diabetes mellitus ist die Bezeichnung für verschiedene Krankheiten, deren Gemeinsam-

keitein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel ist.im engeren Sinn meint man damit

meist den Diabetes Typ 1 ("Juveniler Diabetes" des meist jugendlichen, schlanken

Patienten) und den Typ 2, den "Erwachsenen-Diabetes" des meist älteren, überge-

wichtigen Patienten.

Daneben gibt es aber noch eine große Zahl nicht so häufiger Erkrankungen, die auch

unter die Kategorie Diabetes mellitus fallen (Näheres siehe unter ERHÖHUNG).

 

Der Name Diabetes mellitus kommt vom Hauptsymptom des unbehandelten Diabetes:

der großen Trink- und Harnmenge. Wobei der Harn süßlich ist.

Diabetes heißt Durchmarsch, mellitus heißt honigsüß.

 

Bedeutet jeder erhöhte Blutzuckerspiegel, dass ein Diabetes mellitus

vorliegt?

Nein. Die häufigste Form, der Typ 2 Diabetes ("Erwachsenendiabetes"), ist z.B. eine

Erkrankung, die nicht plötzlich an einem Tag oder in einer Woche beginnt und dann da

ist. Typ 2 Diabetes beginnt langsam, schleichend über Jahre. Daher braucht man

genaue Kriterien, ab wann man die Diagnose Diabetes stellen sollte. Die wichtigste

Grundlage zur Festlegung dieser Kriterien ist, ab wann eine Schädigung durch den

dauernd erhöhten Blutzuckerspiegel zu erwarten ist.

 

Die Definition des Diabetes mellitus:

(American Diabetes Association, Diabetes Care, 2003)

 

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist und

an einem anderen Tag bestätigt wird. Die Bestätigung kann durch Erfüllung des

gleichen Kriteriums oder eines der beiden anderen erfolgen.

1.

Es finden sich Zeichen des Diabetes (wie große Trink- und Harnmengen)

und ein Blutzuckerspiegel von 200 mg/dl (=11.1 mmol/l) oder höher. Gilt

auch für Blutabnahmen nach Mahlzeiten.

2.

Ein Nüchtern-Blutzuckerspiegel von 126 mg/dl (=7.0 mmol/l) oder höher.

Nüchtern heißt: keine Kalorienzufuhr in den letzten 8h.

3.

Ein Blutzuckerspiegel von 200 mg/dl (=11.1 mmol/l) oder höher beim 2

Stunden-Wert des Zuckerbelastungstests (oraler Glucose-Toleranz

Test, OGTT). Bei diesem Test werden 75 g Glucose in Wasser gelöst

eingenommen. Danach werden Blutzuckermessungen vorgenommen.

Die angegebenen Blutzuckerwerte sind Werte für Bestimmungen aus der

Blutflüssigkeiteiner aus einer Vene abgenommenen Blutprobe. Messungen in

der Blutflüssigkeit von Kapillarblut ("Fingerstich") können besonders beim

Zuckerbelastungstest davon abweichen.

 

Wenn Sie diese Angaben mit älteren Quellen vergleichen, werden Sie bemerken, dass

die Grenze für das Vorliegen eines Diabetes beim Nüchtern-Blutzuckerspiegel von 140

mg/dl auf 126 mg/dl herabgesetzt wurde. Das hängt unter anderem mit neueren

Studienzusammen, die eine langfristige Schädigung bereits bei Blutzuckerspiegeln

unter 140 mg/dl nachweisen.

 

Und wenn man zwischen diesen Grenzen liegt?

Wenn der Blutzuckerwert zwar nicht normal ist, aber auch noch nicht die oben

angegebenen Kriterien eines Diabetes erfüllt?

Das bezeichnet man dann entweder als "gestörte Nüchtern-Glucose" (=impaired fasting

glucose, IFG), wenn der Nüchternblutzuckerwert größer oder gleich 110 mg/dl (6.1

mmol/l) aber unter 126 mg/dl (7.0mmol/l) ist.

Oder als "gestörte Glucose-Toleranz" (=impaired glucose tolerance, IGT), wenn der 2-

Stunden-Wert des Zuckerbelastungstests größer oder gleich 140 mg/dl (7.8 mmol/l)

aber unter 200 mg/dl (11.1 mmol/l) ist.

 

Was bedeutet dies jetzt für den Patienten?

Einmal wird man überlegen, ob nicht eine andere Erkrankung (also nicht der typische

Diabetes) für die Erhöhung verantwortlich ist (Beispiele unter Erhöhung). Und man wird

regelmäßige Blutzuckerkontrollen vorsehen, weil Personen mit gestörter Nüchternglucose

oder gestörter Glucose-Toleranz ein höheres Risiko haben, einmal wirklich einen Diabetes

zu entwickeln. Abgesehen davon, haben solche Personen statistisch gesehen ein

höheres Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen ("Gefäßverkalkung", Infarkt,

Schlaganfall u.a.). Ob dieses Risiko aber wirklich von den leicht erhöhten

Blutzuckerwerten kommt, ist nicht so klar. Personen mit gestörter Nüchtern-Glucose

haben oft auch andere Riskofaktoren (Blutfette, Blutdruck, Übergewicht), die ebenfalls

Ursache der Gefäßschädigungen sein könnten.

 

Wann sollte man nach Diabetes suchen (Screening)?

(American Diabetes Association, Diabetes Care, 2003; Empfehlungen der Deutschen

Diabetes Gesellschaft, 2001)

  • Bei Personen über 45 Jahren: alle 3 Jahre eine Nüchtern-Blutzuckerbestimmung

  • Bei Personen unter 45 Jahren (und bei Personen über 45 Jahre häufiger als alle

    3 Jahre), wenn folgende Umstände vorliegen:

    • Übergewicht, mangelnde Bewegung

    • Bluthochdruck,

    • Abnorme Blutfette (Triglyzeride > 249mg/dl, HDL-Cholesterin < 36 mg/dl),

    • frühere, auffällige Blutzuckerwerte,

    • Verwandter ersten Grades mit Diabetes,

    • Mütter von Kindern mit großem Geburtsgewicht (> 4000 g),

    • Schwangerschaftsdiabetes aufgetreten.

Anmerkung: diese Richtlinien der Diabetes-Gesellschaften beziehen sich vor allem auf

die Suche nach dem oft lange unbemerkten Diabetes Typ 2 (Erwachsenendiabetes).

Nach anderen Diabetes-Formen muss man bei Verdacht natürlich unabhängig von diesen

Empfehlungen suchen.

 

Selbstmessung zur Diabetes-Diagnose ungeeignet!

 

Reaktionen auf verschiedene Nüchtern-Blutzuckerwerte

(Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft, 2001)

  • Nüchternblutzucker 126 mg/dl (7.0 mmol/l) oder höher: Wiederholung.

    Bei Bestätigung ist Diabetes mellitus nachgewiesen.

  • Nüchternblutzucker 110 mg/dl (6.1 mmol/l) oder höher (aber kleiner als

  • 126 mg/dl):Durchführung eines Zuckerbelastungstests.

  • Nüchternblutzucker 90 mg/dl (5.0 mmol/l) oder höher (aber kleiner als

    110 mg/dl):jährliche Kontrolle des Blutzuckerspiegels und anderer

    Risikofaktoren (Blutdruck, Blutfette, u.a.).

 

Hoher Blutzucker in Stresssituationen auch ohne Diabetes

Unter Stresssituationen wie schweren Infektionen, Verletzungen, Operationen,

Herzinfarkt, Verbrennungen, starke Schmerzen oder anderen Belastungen kann der

Blutzuckerspiegel beträchtlich erhöht sein. Unter solchen Umständen darf man den

Blutzuckerwert nicht zur Diagnose eines Diabetes heranziehen.

Aber natürlich zeigen Diabetiker in solchen Situationen noch höhere Werte als Nicht-

Diabetiker. Findet man also unter solchen Bedingungen stark erhöhte Blutzuckerwerte,

sollte man eine spätere Kontrollmessung durchführen.

 

Was ist mit dem HbA1c?

Kurz gefasst: HbaA1c Bestimmung im Blut:

zur Beobachtung des Diabetes ja, zur Diagnose (derzeit) nein. Wer sich über Blutzucker

informiert, hat sicher schon vom HbA1c gehört.

Das ist LinkHämoglobin (roter Blutfarbstoff), an den sich Blutzucker gebunden hat.

Normalerweise findet man im Blut nicht viel HbA1c. Bei Personen mit häufig hohem

Blutzucker findet man mehr. Und da Hämoglobin monatelang im Blut bleibt, kann die

Bestimmung des HbA1c zeigen, ob der Blutzucke spiegel in den letzten Wochen in

Ordnung war. Der Nüchtern-Blutzuckerspiegel ist eine Momentaufnahme, das HbA1c

sagt gewissermaßen etwas über den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten

Zeit aus. Daher ist das HbA1c ein wertvoller Laborwert zur Kontrolle der Einstellung

eines Diabetes. Zur Diagnose des Diabetes wird HbA1c aber (noch) nicht empfohlen.

 

Gründe: Es gibt verschiedene Messmethoden für HbA1c, die noch schlecht

standardisiert sind. Die HbA1c-Werte schwanken daher von Labor zu Labor.

Die HbA1c-Messung ist teurer und nicht überall möglich. Und sie erfasst beginnende

Störungen des Blutzuckers nicht, sie ist also weniger empfindlich.

 

Welche Zeichen hat ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)?

Leicht erhöhte Blutzuckerspiegel werden nicht auffällig. Daher wird der Typ 2 Diabetes

meist zufällig bei einer Blutuntersuchung erkannt. Höhere Gucosespiegel im Blut führen

zu einer vermehrten Ausscheidung von Harn (Polyurie) und einer entsprechend

vermehrten Trinkmenge (Polydipsie). Das kann mehrere Liter pro Tag ausmachen. Oft

führt der Flüssigkeitsverlust über den Harn auch zur Austrocknung des Patienten

(trockene Zunge, Hautfalten, die nach dem Aufheben stehen bleiben). Auch Müdigkeit

und Schwindel beim Aufstehen können vorhanden sein.

 

Langfristig schädigt der erhöhte Blutzucker verschiedene Organe (Netzhaut des Auges,

Niere, Nerven, Beindurchblutungsstörungen).

Andere Beschwerden und Zeichen des Diabetes kommen nicht durch den erhöhten

Blutzucker sondern eher durch andere Begleiterscheinungen des Insulinmangels zu

Stande: Gewichtsabnahme, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Azetongeruch der

Atemluft.

 

Welche Zeichen hat ein verminderter Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie,

"Unterzucker")?

Ein starker oder plötzlich auftretender verminderter Blutzuckerspiegel ist eine

Notsituation. Der Körper reagiert mit Adrenalinausstoß. Die Folgen sind

  • Schwitzen,

  • Nervosität,

  • Zittern,

  • Blässe,

  • Herzklopfen.

  • Auch Heißhunger tritt auf. Dazu kommt, dass dem Hirn Blutzucker fehlt.

  • Verwirrtheit,

  • rauschähnliche Zustände,

  • Sehstörungen,

  • Krampfanfälle,

  • Lähmungen,

  • Bewusstseinsstörungen bis zum Koma können die Folge sein.

 

Ab welchen Blutzuckerwerten passiert dies?

Das ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie schnell der

Blutzucker absinkt und an welche Spiegel der Patient gewohnt ist. Beschwerden können

bei manchen unter 50 mg/dl auftreten, andere werden schon bei höheren Werte

Symptome zeigen, wieder andere erst bei deutlich niedrigeren Werten. Gesunde Frauen,

die fasten, können Werte unter 40 mg/dl ohne Beschwerden haben.

 

Bei Werten unter 30 mg/dl ist es aber schon sehr wahrscheinlich das Beschwerden und

Störungen auftreten.

Weil Patienten so unterschiedlich auf niedrige Blutzuckerspiegel reagieren, ist es

manchmal gar nicht leicht zu sagen, ob ein gemessener, niedriger Blutzuckerspiegel die

Beschwerden des Patienten verursacht. Im Zweifel hilft oft eine Blutzucker-Gabe

(Glucose-Infusion). Bessern sich die Beschwerden, wird wohl der niedrige

Blutzuckerspiegel deren Ursache gewesen sein.

 

Hypoglykämie

Anzeichen einer Hypoglykämie

("Unterzucker")

 

Nur als Beispiel zu verstehen.

Wie oben erwähnt, ist die Reaktion

auf niedrige Blutzuckerspiegel bei

verschiedenen Patienten sehr

unterschiedlich. Je nachdem, an

welchen Blutzuckerspiegel der

Patient gewöhnt ist.

 

(modifiziert nach Ganong, Review

of Medical Physiology. Lange-

Medical-Books/McGraw-Hill, 2001)

Insulin

 

Das in der Bauchspeicheldrüse hergestellte Hormon Insulin ist das wichtigste Hormon

der Blutzuckerregulation. Zu geringe Insulinwirkung führt zur Zuckerkrankheit,

übermäßige Insulinwirkung kann Hypoglykämie ("Unterzucker") verursachen.

Die Insulinbestimmung im Blut hilft, verschiedene Formen der Zuckerkrankheit zu

unterscheiden, die richtige Behandlung bei Zuckerkrankheit zu wählen und die Ursache

einer Hypoglykämie zu finden.

 

Langerhanssche-Inseln

 

In der Bauchspeicheldrüse sind die

Zellen, die Insulin und andere Hor-

mone herstellen, nicht gleichmäßig

verteilt sondern bilden einzelne

Anhäufungen, die man Inseln genan-

nt hat. Daher der Name Insulin, für

das wichtigste Hormon, das in

diesen Inseln (Langerhanssche-

Inseln) produziert wird.

 

Was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon (Botenstoff), das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird.

Insulin wird bei Bedarf an das Blut abgegeben und löst dann verschiedene Wirkungen

im Körper aus.

 

Welche Wirkungen löst Insulin aus?

  • Insulin ist das wichtigste Hormon der Blutzuckerregulation. In der Summe

  • wirkt es stark blutzuckersenkend.

  • Insulin fördert den Einstrom von Blutzucker in die Zellen (vor allem in Fett

  • und Muskelgewebe). Folge: Blutzuckerspiegel sinkt (das kann sehr rasch

    gehen - Minuten). Insulin fördert den Aufbau des Zuckerspeichers Glykogen

    (vor allem in Leber und Muskel).

  • Es hemmt den Aufbau von Blutzucker aus Eiweiß-Bruchstücken (das ist die

  • sog. Gluconeogenese aus Aminosäuren).

  • Insulin fördert den Fettaufbau (u.a. aus Zucker).

Neben den geschilderten Wirkungen im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel fördert

Insulin auch den Eiweißaufbau (z.B. Muskelaufbau) in den Zellen. Insulin hat also

allgemein eine wachstumsfördernde Funktion.

 

Wie wird die Insulinausschüttung gesteuert?

Insulin muss dann von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet werden, wenn es

benötigt wird. Dazu ist eine exakte Steuerung notwendig.

  • Der wichtigste Faktor der Steuerung ist die Konzentration des Blutzuckers.

    • Während einer normalen Nüchternphase bei einem Blutzuckerspiegel

      von etwa 90 mg/dl ist nur wenig Insulin im Blut.

    • Steigt der Blutzucker (z.B. nach einer Mahlzeit), steigt der Insulinspiegel

      sofort und stark an.

    • In längeren Hungerphasen (etwa ab einem Blutzucker unter 80 mg/dl)

      werden nur mehr geringste Mengen Insulin ausgeschüttet.

Auch Eiweißbruchstücke, sog. Aminosäuren, regen die Insulinausschüttung an.

Besonders, wenn:

  • gleichzeitig der Blutzuckerspiegel hoch ist.

  • Das macht durchaus Sinn, wenn Aminosäuren aus der Nahrung die

    Insulinausschüttung fördern, denn Insulin seinerseits sorgt wiederum dafür,

    dass die Aminosäuren in die Zellen aufgenommen werden und zum

    Eiweißaufbau verwendet werden.

  • Auch verschiedene Hormone aus der Magen-Darm-Wand, die bei

  • Nahrungsaufnahme ausgeschüttet werden, fördern die Insulinausschüttung.

  • Andere Hormone (z.B. Glukagon, Wachstumshormon, Kortisol) können

  • die Insulinausschüttung ebenfalls direkt oder indirekt erhöhen

     

Die Ausschüttung von Insulin, C-Peptid und

Proinsulin

Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Langerhanssche-Inseln)

Insulin wird in den Inselzellen der

Bauchspeicheldrüse (genauer gesagt in

den sog. beta-Zellen) gebildet.

Die bilden aber zuerst einmal eine Vorstufe

von Insulin, das Proinsulin.

Dieses wird in Insulin und das sog. C-

Peptid gespalten.

Wann immer ein Molekül Insulin ausgeschüt-

tet wird, gelangt auch ein Molekül C-Peptid

ins Blut.

Aber auch Proinsulin selbst wird (in geringen

Mengen) ans Blut abgegeben.


Warum bestimmt man Insulin im Blut?

Die Bestimmung von Insulin ist eine Spezialuntersuchung, die relativ selten durchgeführt

wird. Zur Diagnose der Zuckerkrankheit ist sie im Allgemeinen nicht nötig.

 

Der Insulinspiegel wird oft im Rahmen von klinischen Tests untersucht, wo man dem

Patienten eine Substanz (z.B. Zucker oder ein Hormon) verabreicht, oder ihn längere

Zeit hungern lässt und dann überprüft, wie der Insulinspiegel darauf reagiert.

 

Man misst Insulin im Blut:

  • Bei der Hypoglykämie (Unterzucker),

    • um die Ursache des niedrigen Blutzuckers zu klären.

  • bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),

    • um zu sehen, wieviel Insulin die Bauchspeicheldrüse noch liefert oder

      bei Anregung liefern kann. Dies hilft entscheiden, ob bei Diabetes Typ

      2 eine Insulin-Behandlung sinnvoll ist. Das C-Peptid ist hierfür allerdings

      der bessere Marker. um spezielle, seltenere Ursachen des Diabetes zu

      erkennen um Vorstufen der Zuckerkrankheit vom Typ 1 zu erkennen

      (sog. Prä-Diabetes).

      Man kann Insulin bei Patienten mit Antikörpern gegen die Insulinprodu-

      zierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse messen, da hier ein Prä-Dia-

      betes vorliegen könnte.

  • bei Studien zur Abschätzung des Atherosklerose-Risikos

    • Es gibt Hinweise, dass ein erhöhter Insulinspiegel ein Risikofaktor für

      atherosklerotische Gefäßschäden ("Gefäßverkalkung") ist. Es scheint

      aber zu früh, um Insulinbestimmungen mit dieser Fragestellung außerhalb

      von Studien durchzuführen. 

 

Wie kommt es zu erhöhten Insulinspiegeln?

Prinzipiell gibt es für unpassend hohe oder wirklich erhöhte Insulinspiegel folgende

Ursachen:

 

Unpassend hoch (Blutzuckerspiegel ist eher niedrig, Insulin würde nicht benötigt

werden):

  • Insulin wird von einem Tumor produziert (dessen Zellen unterliegen nicht

  • der normalen Steuerung durch den Blutzuckerspiegel).

  • Die Insulinausschüttung wurde durch Medikamente angeregt.

  • Insulin selbst wurde verabreicht.

  • Selten auch durch bestimmte Antikörper bei LinkAutoimmunerkrankungen.

  • Der Abbau des Insulins ist gestört (Leberzirrhose)

Wirklich erhöht (über dem Referenzbereich):

  • Zuckerkrankheit vom Typ 2 und andere spezielle Formen der Zuckerkrankheit,

    bei denen Insulin nicht ausreichend auf die Zellen wirken kann. Als Ausgleich

    wird mehr Insulin ausgeschüttet.

  • Erkrankungen oder Situationen, die den Blutzucker erhöhen. Als Reaktion wird

    vermehrt Insulin ausgeschüttet.

  • Fettleibigkeit

 

Wie kommt es zu erniedrigten Insulinspiegeln?

Prinzipiell gibt es für unpassend niedrige (= für die Höhe des Blutzuckerspiegels zu

niedrig) oder wirklich erniedrigte Insulinspiegel (=unter dem Referenbereich) folgende

Ursachen:

  • Zerstörung der Insulin-produzierenden Zellen (Typ 1 Diabetes, andere

    Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Medikamente, Gifte, Virusinfektionen),

  • Überforderung und Schädigung der Insulin-produzierenden Zellen (Typ 2

    Diabetes),

  • seltene Erbschäden der Insulin-produzierenden Zellen ein

    Tumor produziert ein Hormon, das die Insulinausschüttung hemmt.

 

Genaue Beschreibung der Laborwerte: siehe Labor von A bis Z

 

 

Autor: Dipl. MTF Nicole Dorner  

 

Stand: 10.09.2010

 

Quellen:

wikipedia.at/

AKH consilium

med4you.at/

 

 

 

 

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