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Rheuma-Lexikon, Buchstabe H

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Hygienetipps und Maßnahmen für

immunsupprimierte Menschen zur Vermeidung

von Infektionen

Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem

müssen auch zu Hause und im Alltag eine

Vielzahl von Hygienemaßnahmen beachten.

Zur Umsetzung dieser Maßnahmen sollten 

Angehörigen ebenfalls mit einbezoge werden.

Schweinegrippe-Virus

Schweineinfluenza Virus, H1N1

Bildquelle: MedicalGraphics

 

Das Abwehrsystem immunsupprimierter Menschen kann durch eine chronische

Grunderkrankung oder durch Verabreichung bestimmter Medikamente geschwächt sein,

und sie müssen vor Infektionen (übertragbaren Krankheiten) geschützt werden.

Zu diesen Medikamenten gehören beispielsweise Zytostatika und LinkImmunsuppres-

siva.

Zytostatika sind Medikamente, die gegen Krebserkrankungen verabreicht werden,

Immunsuppressiva sind Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem unter-

drücken (immunmodulierende Substanzen wie z.b. LinkBasistherapeutika und

Link*Cortison bei Linkrheumatischen Erkrankungen).

 

LinkLeukozytenzahlen oberhalb von 3000/ml sind bei normaler Funktion der Zellen

ausreichend für eine gute Immunabwehr. Kritisch wird es bei Werten unter 2000

(LinkLeukopenie), hier kann bereits eine Abwehrschwäche vorliegen.

 

Nicht alle Infektionen bei hochgradig (Leukozyten < 2000/ml)  immungeschwächten

Patienten sind vermeidbar.

Die meisten Infektionen (endogene Infektionen) werden durch Erreger verursacht,

die sich schon zuvor auf unserer Haut oder in unserem Körper befinden.

Infektionen vor denen Sie sich durch Hygienemaßnahmen wirksam schützen können

sind so genannte exogene Infektionen (sie kommen von außerhalb des Körpers).

 

Infektionen werden durch eine Vielzahl von Krankheitserregern verursacht:

  • Bakterien,

  • Viren oder auch

  • Pilze und

  • Parasiten.

Diese Mikroorganismen können auf verschiedenen Wegen in unseren Körper gelangen,

den Körper besiedeln, sich vermehren und schließlich zum Teil schwere Infektionen

verursachen. 

 

Direkte oder indirekte Übertragung

Krankheitserreger können durch direkte Berührung weitergegeben werden, wenn die

Erreger zum Beispiel auf der Haut eines Menschen oder eines Tieres sind. Auch wenn

man Gegenstände oder Oberflächen berührt, die mit Krankheitserregern verunreinigt  

sind, kann man sich anstecken. Das können z. B. ein Telefonhörer, eine Tastatur oder

eine Türklinke, ein Haltegriff in den öffentlichen Verkehrsmitteln, der Griff eines

Einkaufswagens, Waschtischarmaturen  sein, die vorher mit kontaminierten Händen

angefasst wurden.

Diesen Übertragungsweg nennt man indirekt. So werden auch Scharlach, Durchfall-

erkrankungen (Rotavirus, Norovirus, Campylobacter, Yersinien, enterohämorrhagische

E. coli [EHEC] und Salmonellen), Hepatitis A und Herpesinfektionen übertragen.

 

Tröpfchenübertragung

Einige Keime werden sowohl durch direkten und indirekten Kontakt als auch durch

Tröpfchen aus der Atemluft übertragen. Infektiöse Tröpfchen werden z. B. beim

Niesen und Husten freigesetzt und bis zu 1,5 m weit in die Luft geschleudert. Vor

Tröpfcheninfektionen kann man sich durch gründliche Händehygiene und die

Desinfektion verunreinigter Gegenstände und auch durch den Gebrauch eines Mund-

Nasen-Schutzes schützen.

Durch Tröpfcheninfektion werden z. B. Grippe (Influenzaviren) und Erkältungen

(Rhinovirus, Adenovirus) und Infektionen wie Ringelröteln,– Masern -, Windpocken

(Feuchtplattern) - und Mumps übertragen.

 

Übertragung durch Aerosole (sehr sehr kleine Tröpfchen)

Windpocken -Viren, Masern -Viren und Tuberkulosebakterien können zusätzlich zur

Kontakt - und Tröpfchenübertragung an sehr kleine Tröpfchenkerne gebunden sein

und über die Luft auf weitere Distanz verbreitet werden. Diese sehr kleinen Partikel

werden in tiefere Abschnitte der Lunge eingeatmet.

 

Man sollte versuchen den Kontakt mit kontaminierten Menschen zu meiden, die

diesen Erreger ausscheiden (Expositionsprophylaxe), bzw. sich nicht mit ihnen im

gleichen Raum aufzuhalten, oder sich durch Schutzmasken für Mund und Nase (z. B.

sog. „FFP2-Masken“) zu schützen.

 

Unbedingt vermeiden sollten Sie Kontakt zu Menschen mit folgenden Infektionen:

  • Windpocken (bis mind. 7 Tage nach Auftreten der ersten Bläschen)

  • Masern (bis 7 Tage nach Beginn des Ausschlags)

  • Ringelröteln (bis mindestens 7 Tage nach Beginn des Ausschlags)

  • Keuchhusten (bis mind. 7 Tage nach Beginn einer antibiotischen Therapie)

  • Grippe (Influenza; bis mind. 7 Tage nach Beginn der Symptome)

  • Dreitagefieber (bis das Fieber ganz abgeklungen ist)

 

Wie können sich Immunsuppriemierte vorAnsteckung schützen?

 

Übertragung über die Hände

  • keine Händeschütteln,

  • zum Anfassen von Türklinken oder Einhebelarmaturen kann man den Ellenbogen

    benutzen,

  • durch Händewaschen (mit Wasser und Flüssigseife),

  • durch eine hygienische Händedesinfektion,

  • durch den gezielten Gebrauch von Schutzhandschuhen (Einmalhandschuhe).

 

Tragen Sie keine Ringe, keinen Nagellack und künstliche Fingernäge! Hierunter können

sich schwer erreichbare Keime verbergen. Sie können eine wirksame Händehygiene

erschweren oder ganz verhindern. Schneiden sie die Fingernägel kurz und reinigen sie

sie mit eine Bürste (nicht mit der Feile reinigen, - die Nägel rauen innen auf und Keime

können sich in den Rillen festsetzen).

Waschen Sie Ihre Hände mit Wasser und Seife (pH-neutrale rückfettende Flüssigseife

aus einem Spender, keine festen Seifenstücke= Nährboden für Keime!). Trocknen Sie

die Hände anschließend gründlich ab.

Cremen sie die Hände regelmässig ein, damit sie nicht rauh und rissig werden - durch

die feinen Risse in der Haut können ebenfals Keime in den Körper gelangen.

 

Benutzen Sie immer Ihr eigenes Handtuch, das von anderen nicht benutzt werden darf,

oder verwenden Sie Papierhandtücher.

Wechseln Sie Handtücher, Waschlappen und Leibwäsche täglich und waschen sie sie

bei mindestens 60 °C mit einem bleichehaltigen Vollwaschmittel (Flüssigwaschmittel

enthalten keine Bleiche und töten daher Krankheitserreger nicht sicher ab).

 

Besser als das Händewaschen schützt die Händedesinfektion mit einem rückfettenden

Händedesinfektionsmittel.

Mit der Händedesinfektion werden die Krankheitserreger auf der Haut schneller und

nachhaltiger reduziert. Auch für unterwegs, ist es einfacher eine kleine Flasche mit

Desinfektionsmittel in der Handtasche mit zu tragen.

 

Richtige Durchführung der hygienischen Händedesinfektion

  • Desinfektionsmittel in die trockene Hand geben,

  • ausreichende Menge an Desinfektionsmittel verwenden,

  • die ganze Hand muss benetzt sein,

  • Fingerspitzen, Daumen und Fingerzwischenräume nicht vergessen,

  • Einwirkungszeit beachten und einhalten.

Wenn Sie das Händewaschen und die Händedesinfektion kombinieren gilt:

Erst Hände waschen, dann desinfizieren. Die Händedesinfektion sollte immer mit

trockenen Händen erfolgen, damit das Händedesinfektionsmittel nicht verdünnt wird.

 

Wenn Ihre Hände sichtbar mit Blut, Urin, Stuhl, Erbrochenem verschmutzt sind,

desinfizieren Sie sich zuerst die Hände und lassen das Desinfektiosnmitel auf der Haut

gut eintrocknen. Danach werden die Hände gewaschen.

So gelangen keine lebenden Keime durch das Abwassersystem in die Umwelt oder

kontaminieren das Handwaschbecken.

 

Wann sollen die Hände desinfiziert werden

  • nach der Toilette,

  • vor der Zubereitung von Mahlzeiten,

  • vor dem Essen,

  • nach dem Naseputzen und nach dem Niesen oder Husten in die

    vorgehaltene Hand,

  • nach dem Wechseln von Windeln oder Einlagen,

    wenn Sie nach Hause kommen und Gegenstände/ Flächen wie

    Treppengeländer, Haltestangen im Bus, Klingelknopf, Telefonhörer,

    Einkaufswagen, PC-Tastatur usw. berührt haben.

  • nach dem Sortieren schmutziger Wäsche

  • nach der Gartenarbeit

  • nach dem Kontakt mit Tieren

Einmalhandschuhe

Verwenden Sie Einmalhandschuhe bei unsauberen Arbeiten, zum Beispiel:

  • beim Putzen,

  • bei Kontakt mit rohem Fleisch in der Küche (v. a. bei Kontakt mit Geflügelfleisch),

  • beim Windelwechseln oder wenn Sie beim Abputzen nach der Toilette behilflich

    sind,

  • bei Kontakt mit Erbrochenem oder mit Blut,

  • bei der Gartenarbeit (feste Handschuhe zum Schutz vor Verletzungen)

  • beim reinigen von Tiergehäuse und Katzentoiletten.

Waschen oder desinfizieren Sie sich die Hände unmittelbar nach dem Ausziehen der

Handschuhe.

 

"Richtig Husten"

Wenn Sie plötzlich Husten oder Niesen müssen und kein Taschentuch zur Hand haben,

husten /niesen Sie in den Ellenbogen aber niesen Sie nicht in die Hände!

Husten /niesen Sie nicht auf andere Personen und vermeiden Sie es, frei auf

Lebensmittel oder andere Gegenstände zu husten oder zu niesen, mit denen andere

anschließend in Kontakt kommen könnten.

Benutzen Sie Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese direkt nach Gebrauch.

- Händewaschen oder desinfizieren!

 

Mund-Nasenschutz

Bei Erkältungen oder Fieberblasen (Lippenherpes) in der Familie kann es notwendig

sein einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, damit die Krankheitskeime nicht über

Tröpfchen auf den immunsupprimierten Patienten übertragen werden. In diesem Fall

trägt die potenziell ansteckende Kontakt-person und nicht der Patient den Mund-

Nasen-Schutz.

Kontaktpersonen eines immunsupprimierten Patienten sollten also immer dann einen

Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie erkältet sind (Husten, Schnupfen, Hals-

schmerzen), Herpesbläschen an der Lippe oder Entzündungen (eitrige Aphten) auf

der Mundschleimhaut haben.

 

Um zu vermeiden, dass infektiöse Tröpfchen von außen in die Atemwege eines

abwehrgeschwächten Patienten gelangen, trägt der Patient selbst den Mund- Nasen-

Schutz. Der Patient sollte immer dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn er sich

in Phasen der hochgradigen Immunschwäche (Leukozyten < 2000/ml) außerhalb seines

privaten Wohnumfeldes in der Öffentlichkeit bewegt und dabei möglicherweise in

engeren Kontakt (< 1,5 m) zu anderen Menschen kommt.

 

Der Mund-Nasen-Schutz muss Mund und Nase ganz bedecken und dicht anliegen

und oben und unten zugebunden sein. Wenn der Mund-Nasen-Schutz feucht ist,

muss er gewechselt werden.

 

Körperhygiene und Mundpflege

 

Verwenden Sie zur Körperhygiene pH-neutrale Seifenlösungen aus einem Spender

(keine Seifenstücke=Nährboden für Bakterien!).

  • Pflegen Sie Ihre Haut mit einer Lotion, um sie vor Austrocknung zu schützten.

  • Immer Ihr eigenes Handtuch verweden, das von anderen nicht benutzt werden

    darf.

  • Wechseln Sie Waschlappen, Handtücher und die Unterwäsche täglich.

  • Wechseln Sie die Bettwäsche mindestens einmal pro Woche.

  • Waschen Sie alles mit einem bleichehaltigen Vollwaschmittel bei mindestens

    60 °C. Wäsche die mit weniger wie 60° gewaschen wird - bügeln.

Intertrigoprophylaxe

Als Intertrigo (lat. = wund reiben) bezeichnet man rote, juckende und nässende

Hautdefekte in Hautfalten. Diese entstehen durch Reibung ("Haut auf Haut") oder

Mazeration (Aufweichen) der Haut, z. B. unter einem luftundurchlässigen Verband

oder durch Inkontinenzschutzhosen schlechter Qualität, die eine **feuchte Kammer

bilden.

Zusätzlich können Sekundärinfektionen auftreten, z.B. eine Candidose (Pilzinfektion).

 

Gefährdete Körperstellen sind:

  • unter den Brüsten

  • in den Bauchfalten

  • in der Leiste

  • Innenseiten der Oberschenkel

  • in der Analfalte

  • in der Dammregion

  • Zwischenräume der Finger und Zehen

  • in den Achselhöhlen

  • bei bestehenden Kontrakturen: in den Ellenbeugen

  • hinter den Ohren

  • Hals bzw. Kinnfalte (bei Übergewichtigen Menschen)

 

Risikofaktoren:

  • übermäßiges Schwitzen

  • Übergewicht

  • Fieber

  • Bettlägerigkeit

  • Lähmungen

  • Schlechter Allgemeinzustand, Abwehrschwäche

  • Inkontinenz

  • Falsche Hautpflege

 

Vorbeugung

  • Hautfalten sauber und trocken halten (gut abtrocknen auch zwischen den

    Zehen!),

  • nicht zu heiß waschen (trocknet die Haut aus),

  • luftdurchlässige Bekleidung (keine Kunstfasern),

  • viel Bewegung,

  • bei  Bettlägerigkeit oft die Lage wechseln, damit die Haut belüftet werden kann,

  • Vorlagen/Einlagen ohne Plastik oder qualitativ hochwertige Schutzhosen

    verwenden

  • keine Pflegemittel verwenden die die Haut zu stark austrocknen oder den Säure-

    schutzmantel angreifen

  • bei Cremes Wasser-in-Öl-Emulsionen bevorzugen

  • keine paraffinhaltige Kosmetika verwenden (wirken porenverstopfend)

  • Stoffflecke (z. B. Tupfer) in die Hautfalten einlegen und regelmässig wechseln

  • kein Körperpuder verwenden

 

Mundhygiene

Die tägliche Mundpflege, gesunde Zähne und Zahnfleisch, sind sehr wichtig für die

Vorbeugung von Infektionen bei abwehrgeschwächten Pat. Entzündungen im Bereich

der Zähne oder des Zahnfleisches können zur Quelle von Infektionen des gesamten

Körpers werden.

Das Zähneputzen sollte mit einer weichen Zahnbürste und wenig Druck erfolgen. Die

Anwendung von Zahnseide muss (wenn überhaupt) sehr vorsichtig erfolgen, um das

Zahnfleisch nicht zu verletzen.

Die Zahnbürste sollte alle zwei Wochen gewechselt werden, da sich auf ihr Krankheits-

erreger ansammeln können. Zwischdendurch kann die Zahnbürste mit kochendem

Wasser für 3 Minuten desinfiziert werden. Häufige Spülen mit Mundspüllösungen wird

zusätzlich zum Zähneputzen empfohlen.

 

Bei einigen Medikamenten (z. B. LinkMethotrexat=MTX) kann es zur Entzündung der

Mundschleimhaut kommen. Um dem Vorzubeugen, sollte am Tag der MTX-Einahme und

an 2 Tagen danach, frisch gepresster Annanassaft getrunken werden. Annanassaft

als Eiswürfeln gelutscht lindert LinkEntzündungen im Mundbereich.

Auch Folsäure kann den Nebenwirkungen von MTX vorbeugen.

 

Sollte es dennoch zur Mundschleimhautentzündung gekommen sein, helfen Mund-

spülungen mit Salbeitee (oder andere Teesorten).  Die Teebeutel/-blätter müssen Sie

zumindest einige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser geben (Teeblätter sind nicht

steril und können als Naturprodukt Krankheitserreger enthalten, die durch das

Kochen abgetötet werden). Verwenden Sie zum Trinken und für die Mundpflege

Mineralwasser (mit Kohlensäure) oder abgekochtes Wasser.

Bereiten Sie den Tee für die Mundpflege immer frisch zu.

 

Infektionen durch kontaminierte Lebensmittel

 

Zahlreiche Krankheitserreger können über Lebensmittel übertragen werden.

Besonders häufig kommen solche (zum Teil lebensbedrohlichen) Infektionen vor bei:

  • Kontakt mit oder bei Verzehr von rohem, nicht vollständig durchgebratenem

    bzw. ausreichend erhitztem Fleisch, z. B. Lamm- oder Rindersteaks „medium“

    (dies betrifft auch spezielle Wurstsorten, z. B. Zwiebelmettwurst, Salami),

  • Verzehr von Rohmilch oder Rohmilchprodukten wie Rohmilchkäse (vor allem

    Weich-käsesorten) durch Listerien-Bakterien,

  • Verzehr von rohem Ei (nicht hartgekochte Eier, selbstgemachte Mayonnaise,

    Backteig, Tiramisu), Salmonellengefahr!

  • Verzehr von nicht gegartem Fisch (z. B. kaltgeräuchertem Räucherfisch;

    Matjes),

  • bei Verzehr von Salat (und Dressings) insbesondere aus einer Salatbar oder

    bei Verwendung von „Fertigsalat“ aus Tüten ("Tütensalat“),

  • bei Verzehr von ungeputztem Gemüse, nicht geschältem Obst oder Sprossen

    (Keimlingen),

  • trinken von nicht abgekochtem Wasser (kaufen Sie am besten industriell

    abgefülltes Mineralwasser und verwenden Sie dieses selbst zum Zähneputzen),

    lassen Sie sich Getränke immer ohne Eiswürfel servieren,

  • verzehr von Speiseeis.

Vermeiden Sie weiterhin:

  • Rohe Austern,

  • Tartar und

  • Sandwiches mit gemischter Füllung!

 

Wenn Sie im Restaurant  essen wollen, verzichten Sie auf Salate und verwenden

Sie nur Mayonnaise (bzw. andere Saucen) aus einmalverpackten kleinen Tüten.

Verzichten Sie auf Getränke aus Schankanlagen (zum "Selbstzapfen").

 

EineInfektion ist eingetreten, Maßnahmen bei einer Infektion

 

Kommt es in der Phase einer Leukopenie zu einer Infektion, so muss umgehend und

umfassend gehandelt werden, d. h. der Patient sollte sich sofort bei seinem

behandelnden Onkologen/Rheumatologen oder beim Hausarzt vorstellen. Meist ist

der Einsatz von Antibiotika erforderlich, um eine Ausdehnung von Infektionen zu

vermeiden.

 

Tritt in einer Phase der Leukopenie Fieber auf, so ist ein unmittelbares Handeln

noch dringender. In vielen Fällen ist es dann sogar sinnvoll, dass der Patient

zunächst stationär in einer entsprechend ausgerüsteten Klinik behandelt wird.

 

Eine Infektion oder Fieber während einer Leukopenie sind also keine Krankheits-

zeichen, die in die Selbstbehandlung gehören.

 

Einige Basismedikamente müssen während einem Infekt pausiert werden (wie z.B.

MTX) oder bei Leukozyten < 3.000.

Welche Basismedikamente noch ausgesetzt werden sollten, können Sie hier nachlesen:

LinkBasismedikamente, Langwirksame Antirheumatika (DMARD´s ),

   Biologicals (Biologika)

 

Weitere Informationen:

LinkImpfungen bei Immunsupprimierten: Was es Besonderes zu beachten gibt

 

 

* Bei Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen ist nach Prof. Dr. Christian Kneitz,

Rostock, davon auszugehen, dass es unter LinkGlukokortikoiden im Low-dose-Bereich

(<5 mg Prednisolon täglich) zu keinem gravierenden Anstieg des Infektionsrisikos

kommt, höhere Dosierungen sind besonders bei älteren Patienten problematisch.

 

** Feuchte Kammern sind bestimmte Stellen des menschlichen Körpers, die gleichsam

als abgedichteter Raum eine erhöhte Luftfeuchtigkeit aufweisen. Hier siedeln sich bei

prädisponierten Menschen oft Pilze an und führen zur entsprechenden Mykose

(Pilzinfektion).

 

 

 

Autor: Eveline Ioannidis

 

Stand: 13.10.2011

 

 

Quellen:

LinkVor anti-TNF-Therapie routinemäßiges TB-Screening (erhöhtes Infektions-

   risiko unter immunsuppressiver Therapie)

- UNIVERSITÄTSKLINIKUM BONN, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit

- HABICHTSWALDKLINIK, Abteilung Onkologie

- pflegewiki.de/

 

 

 

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