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Kreatinin (Creatinin)

 

Erhöhungen des Kreatinins im Serum (Blutflüssgikeit) sind oft Ausdruck

einer Schädigung der Nieren.

 

Der Kreatininspiegel hängt aber auch von anderen Faktoren ab (z.B. von der

Muskelmasse). Daher findet man einerseits leicht erhöhte Werte ohne Vorliegen

eines Nierenschadens und andererseits können leichte Nierenschäden ohne

erhöhten Kreatininpsiegel vorkommen. In unklaren Fällen kann die Bestimmung der

Kreatinin-Clearance weiterhelfen.

Der Wortteil Kreat- leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Fleisch.

 

Was ist Kreatinin?

Dazu ist es notwendig, zuerst über das Kreatin zu sprechen. Das Kreatin kommt

in den Muskeln des Menschen vor. Es ist ein Stoff, der Energie speichern kann und

bei Bedarf (Muskelarbeit) wieder abgeben kann. Ca. 1-2% des Muskelkreatins

werden pro Tag zu Kreatinin abgebaut. Das Kreatinin ist das Abbauprodukt des

Kreatins.

Das Kreatinin hat - soweit bekannt - keine Funktion, es ist eine Art Abfall, der über

die Niere ausgeschieden wird.

 

Warum misst man Kreatinin im Blut?

Kreatinin wird über die Niere ausgeschieden. Wenn die Niere nicht ordentlich funktio-

niert, dann funktioniert auch die Ausscheidung nicht ordentlich. Es wird dann weniger

ausgeschieden. Aus dem Muskel wird aber weiter unvermindert Kreatinin freigesetzt.

Folge: der Spiegel im Blut steigt an. Das Kreatinin im Blut (genauer: in der der Blutflüs-

sigkeit) ist daher ein Anzeiger für die Funktion der Niere.

 

Warum gerade Kreatinin?

Es gibt viele Stoffe, die über die Niere ausgeschieden werden, was macht gerade

Kreatinin so geeignet?

  • Aus den Muskeln des Körpers wird Kreatinin ziemlich gleichmäßig frei. Das ist

    wichtig, denn dadurch hängt der Kreatininspiegel im Blut wirklich fast nur von

    der Niere ab.

  • Die Niere hat verschiedene Funktionen. Zur Beurteilung der Schwere vieler

    Nierenkrankheiten ist vor allem die Filtrationsleistung der Niere wichtig. Und

    gerade diese Filtration lässt sich mit dem Kreatinin gut testen, weil das

    Kreatinin fast ausschließlich filtriert wird. Die Sekretion und Rückresorption

    haben bei Kreatinin im Normalfall eine geringere Bedeutung.

Der Kreatininspiegel im Blut hilft daher, auf relativ einfache Weise die wichtige, sog.

glomeruläre Filtrationsrate abzuschätzen. Diese sagt uns, wieviel Blutflüssigkeit pro

Minute von der Niere abfiltriert wird. Diese Filtration geschieht in den Glomeruli der

Niere, daher der Name.

 

Die Funktion der Niere

Funktion der Niere

Hauptaufgaben:  

entsorgt Abfallprodukte, reguliert das  

Körperwasser, reguliert viele andere  

Stoffe (z.B. Natrium, Kalium).

Dazu enthält jede Niere ca. 1 Million sog.  

Nephrons. Eines ist links dargestellt. In  

den Nephrons wird das Blut filtriert

(Filtration, hellgraue Pfeile), und zwar in  

einem Knäuel aus kleinsten Blutgefäßen,  

dem Glomerulus. Dabei werden pro Tag 180   

(!) Liter sog. Primär-Harn (Erst-Harn)    

abfiltriert. Er enthält außer dem Eiweiß und    

den Zellen fast alles, was im Blut ist. Also    

viel mehr als wir loswerden wollen. Dieser  

Primär-Harn fließt dann durch die  

Nierenröhrchen (Tubuli).

Währenddessen holt sich die Niere aus dem Primär-Harnmanche Stoffe und

viel Wasser wieder zurück (Rückresorption, roter Pfeil) und scheidet andere

Stoffe zusätzlich aus (Sekretion, gelber Pfeil).

Viele Stoffe werden in den Röhrchen ausgeschieden und dann wieder rückre-

sorbiert, oder umgekehrt. Dieser scheinbar sinnlose Vorgang ermöglicht eine

genaue Regulation der Ausscheidung eines Stoffes. Am Ende bleiben dann etwa

1.5 Liter Harn pro Tagübrig.

 

 

Was man bei der Beurteilung des Kreatininspiegels beachten muss

  • Referenzwerte (Normalwerte) beachten

    Der Kreatininwert hängt von der Muskelmasse ab. Daher haben muskulösere

    Menschen höhere Werte als andere, Männer höhere als Frauen, Kinder andere

    als Erwachsene und alte Menschen.

    Soweit vorhanden muss man den Wert also mit den passenden Referenzwerten

    vergleichen.

  • Fleischreiche Ernährung führt zu (etwas) höheren Werten

    Im Fleisch ist nach dem Kochen eine nennenswerte Menge Kreatinin.

    Unter normalen Verhältnissen wird das keinen entscheidenden Einfluss auf den

    Kreatininwert haben, in Extremfällen kann es ihn erhöhen (Bodybuilder mit großer

    Muskelmasse und hohem Fleischkonsum und ev.

    auch Kreatinkonsum). 

  • Kreatinin steigt erst bei stärkerer Nierenfunktionseinschränkung

    Die normale Filtrationsmenge der Niere liegt bei etwa 125 ml (= 1/8 Liter) pro

    Minute. Erst wenn diese Rate auf etwa 60 – 40 ml/ min vermindert ist, beginnt

    das Kreatinin im Blut anzusteigen. Dazwischen erkennt man den Nierenschaden

    nicht. Man nennt das auch den Kreatinin-blinden Bereich. Zur Früherkennung

    von Nierenschäden ist Kreatinin daher nicht geeignet.

  • Die Höhe des Kreatinins sagt nur bedingt etwas über das Ausmaß des

    Nierenschadens aus

    Natürlich ist es schon so, dass bei größerem Nierenschaden ein höheres Kreatinin

    auftritt als bei kleinem Schaden. Diese Beziehung ist aber nicht streng, ein

    verdoppeltes Kreatinin heißt nicht halbierte Filtrationsrate.

    Das liegt daran, dass wir bei eingeschränkter Filtration Kreatinin auch auf andere

    Weise loswerden können: Die Niere scheidet Kreatinin dann vermehrt aktiv aus

    (Sekretion), außerdem wird Kreatinin dann auch über den Darm ausgeschieden.

    Das bedeutet, dass man mit dem Kreatininspiegel das Ausmaß des Nierenscha-

    dens unterschätzt. Das gilt aber auch umgekehrt. Wenn sich unsere Niere nach

    einem plötzlichen (akuten) Nierenversagen wieder erholt und die Filtrations-

    leistung zunimmt, dann sinkt der Kreatininspiegel anfangs kaum. Eine Verbesser-

    ung der Filtrationsrate um 15 ml/min, was nicht wenig ist, senkt den Spiegel nur

    um ca. 0.2 mg/dl, was bei hohem Spiegel sehr wenig ist

    (Thomas L., Labor und Diagnose, 5.Aufl., TH-Books).

  • Kreatinin-Clearance ist aussagekräftiger

    Manche der erwähnten Einschränkungen vermeidet man durch Berechnung der

    Kreatinin-Clearance, bei der man auch die Harn- Ausscheidung des Kreatinins

    einbezieht. Die Clearance sagt mehr über die Nierenfunktion aus als der

    Kreatininspiegel. 

  • Harnstoff-Kreatinin-Quotient bringt Zusatzaussagen

    Bestimmt man gleichzeitig Harnstoff (bzw. BUN) im Blut kann man den sog.

    Harnstoff-Kreatinin-Quotient berechnen, der die verschiedenen Ursachen

    des erhöhten Kreatininspiegels unterscheiden helfen kann (siehe unter

    link-weiter lesenHarnstoff/BUN).

 

Welche Beschwerden und Zeichen (Symptome) bestehen bei erhöhtem

Kreatininspiegel

Nimmt man den Kreatininspiegel und die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) als Anzeiger

für das Ausmaß eines langsam verlaufenden (chronischen) Nierenversagens, dann kann

man grob folgende Einteilung treffen:

(nach G.Bönner u. V.Lent, in W.Kaufmann, Internistische Differentialdiagnostik, 4.Aufl.,

Schattauer Verlag.)

 

Stadium

GFR*

(ml/min)

Kreatinin

 (mg/dl)

Beschwerden / Symptome

volle Kompensation

> 60

normal

keine

kompensierte Retention

60-40

erhöht; bis

2

Appetitmangel, Müdigkeit,

Leistungsmangel,

Bluthochdruck

Dekompensation

40-15

bis 10

körperliche Schwäche,

Gewichtsverlust, Juckreiz

Urämie (= terminale

Niereninsuffizienz,

Harnvergiftung)

< 15

über 10

Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerzen, Durchfall,

Ödeme (Wassersucht),

Lungenödem,

Herzbeutelentzündung,

Gehirnschäden bis zum Koma

*Glomeruläre Filtrationsrate: wieviel Flüssigkeit die Nieren pro Minute durch ihre

Filter (die Glomeruli) abfiltern. Kann durch Messung der sog. Kreatinin-Clearance

geschätzt werden.

 

Ab wann muss bei langsam verlaufendem (chronischen) Nierenversagen eine

Dialyse (Blutwäsche) durchgeführt werden?

  • Da richtet man sich nicht nach dem Kreatininwert. Meist wird dialysiert, wenn:

  • Zeichen einer Urämie (Harnvergiftung) vorliegen,

  • eine unbeherrschbare Erhöhung des Kaliums oder

  • eine unbeherrschbare Übersäuerung (Azidose) auftritt,

  • wenn Flüssigkeitsüberladung mit Ödemen (Schwellungen, "Wassersucht") auftritt,

  • eine Blutungsneigung vorliegt oder

  • die Kreatinin-Clearance (ein ungefähres Maß der Filtrationsrate) < 10ml/min ist.

 

REFERENZ-

BEREICH:

 

Bereich

Einheit

Bereich

Einheit

Männer

0.5 - 1.2

mg/dl = mg%

44 - 106

µmol/l

Frauen

0.5 - 1.0

mg/dl = mg%

44 - 88

µmol/l

  • Die nachfolgenden Werte sind mit verschiedenen Methoden

    ermittelt und können daher nicht unbedingt direkt übernom-

    men werden. Die tendenzielle Veränderung der Werte mit

    dem Lebensalter ist aber meist mit anderen Methoden

    vergleichbar.

  • Ergebnisse der verbreiteten Jaffé-Methode liegen etwas

    über dem wahren Wert, da neben Kreatinin auch andere

    Substanzen reagieren. Enzymatische Methoden sind dage-

    gen selektiv.

Detaillierte , altersabhänginge Referenzbereiche im Blut

Erwach-

sene:

männlich

weiblich

männlich

weiblich

mg/dl = mg%

µmol/l

0.5 - 1.2

0.5 - 1.0

44 - 106

44 - 88

Jaffé, kinetisch

Alters-

gruppen

Erwach

sene:

Altersgruppe

männlich

weiblich

männlich

weiblich

 

mg/dl = mg%

µmol/l

bis 70

unter 1.4

unter 1.2

unter 124

unter 106

70 – 79 J

unter 1.7

unter 1.4

unter 150

unter 124

über 79

unter 1.9

 

unter 168

 

80 – 89 J

 

unter 1.5

 

unter 133

über 89

 

unter 1.6

 

unter 141

Früh-

geborene:

mg/dl = mg%

µmol/l

unter 0.9

unter 80

Kinder 1:

Altersgruppe

 

 

 

mg/dl = mg%

µmol/l

0 bis 1 Wo

0.6 – 1.1

53 – 97

1 Wo bis 1 Mo

0.3 – 0.7

27 – 62

1 – 6 Mo

0.2 – 0.4

18 – 35

7 – 12 Mo

0.2 – 0.4

18 – 35

1 – 18 a

0.2 – 0.7

18 – 62

Kinder 3:

Altersgruppe

 

 

 

mg/dl = mg%

µmol/l

Nabelschnurblut

0.6 – 1.2

53 – 106

Neugeborene

0.3 – 1.0

27 – 88

Säugling

0.2 – 0.4

18 – 35

Kind

0.3 – 0.7

27 – 62

Jugendliche

0.5 – 1.0

44 – 88

Erwachsene m

0.6 – 1.2

53 – 106

Erwachsene w

0.5 – 1.1

44 – 97

Kinder 4:

Altersgruppe

 

 

 

mg/dl = mg%

µmol/l

1.Tag

0.42 – 1.28

37 – 113

2 – 7 T

0.16 – 0.97

14 – 86

8 – 30 T

0.14 – 0.54

12 – 48

2 – 6 Jahre

0.28 – 0.72

25 – 64

7 – 13 J

0.3 – 1.0

27 – 88

14 – 17 J

0.26 – 1.2

23 – 106

Erwachsene m

0.84 – 1.24

74 – 110

Erwachsene w

0.65 – 1.1

58 – 96

Umrech-

nung:

Einheit

Rechen-

operation

 

Einheit

mg/dl

x 88.4

=

µmol/l

µmol/l

x 0.0113

=

mg/dl

Detaillierte , altersabhänginge Referenzbereiche im Harn

Wie die Konzentration im Blut ist auch die Ausscheidung im Harn von der

Muskelmasse und der Nahrungsaufnahme abhängig.

Harn

Erwach-

sene:

männlich

weiblich

männlich

weiblich

mg/dl

mmol/l

40 - 260

30 - 220

3.5 - 23

2.5 - 19

Harn

Alters-

gruppen

Erwach-

sene:

Altersgruppe

männlich

weiblich

männlich

weiblich

 

g/24h

mmol/24h

40 -49 J

 

0.7 - 1.4

 

6 - 12

50 - 59 J

 

0.6 - 1.3

 

6 - 11

60 -69 J

 

0.6 - 1.1

 

5 - 10

70 -79 J

 

0.5 - 1.0

 

4 - 9

über 80 J

0.5 - 0.8

4 - 7

Harn

Frühge-

borene:

mg/kg/24h

µmol/kg/24h

8.1 - 15

72 - 133

Harn

Kinder 1:

Altersgruppe

g/24h

mmol/24h

3 - 8 J

0.11 - 0.68

1 - 6

9 - 12 J

0.17 - 1.41

1.5 - 12.5

13 - 17 J

0.29 - 1.87

2.6 - 16.5

Erwachsene

0.63 - 2.5

5.6 - 22.1

Harn

Kinder 2:

Altersgruppe

mg/kg/24h

µmol/kg/24h

Neugeborene

10.4 - 19.7

92 - 174

1.5 - 7 J

10 - 15

88 - 133

7 - 15 J

5.2 - 41

46 - 362

Harn

Kinder 3:

Altersgruppe

mg/24h

mmol/24h

0 - 6 Mo

15 - 60

0.13 - 0.53

6 Mo - 1 J

55 - 90

0.49 - 0.80

1 - 2 J

80 - 160

0.71 - 1.42

2 - 3 J

110 - 180

0.97 - 1.59

3 - 4 J

130 - 260

1.13 - 2.3

4 - 5 J

210 - 390

1.86 - 3.45

5 - 7 J

260 - 520

2.3 - 4.6

7 - 10 J

360 - 700

3.19 - 6.37

11 - 13 J

792 -1140

7.0 - 10.1

Harn

Umrech-

nung

Einheit

Rechen-

operation

Einheit

mg/dl

x 88.4

=

µmol/l

µmol/l

x 0.0113

=

mg/dl

mg/dl

x 0.0884

=

mmol/l

mmol/l

x 11.3

=

mg/dl

g/24h

x 8.84

=

mmol/24h

mmol/24h

x 0.113

=

g/24h

mg/kg/24h

x 8.84

=

µmol/kg/24h

µmol/kg/24h

x 0.113

=

mg/kg/24h

mg/24h

x 0.00884

=

mmol/24h

mmol/24h

x 113.1

=

mg/24h

Hinweis: aus isolierten, leichten Erhöhungen oder Erniedrigungen von

Laborwerten kann man in den allermeisten Fällen keine Schlussfolgerungen auf

irgendeine Erkrankung ziehen. Liegen also nur leichte Veränderungen vor, muss

keineswegs irgendeine der nachfolgend genannten Erkrankungen oder

Veränderungen vorliegen!

 ERHÖHUNG:

Akutes (plötzliches) Nierenversagen

Bei akutem Nierenversagen steigt das Kreatinin meist etwa 1-2

mg/dl im Tag an.

Ursachen:

  • Mangelnde Durchblutung der Niere

Schock, Blutdruckabfall, Blutvergiftung (Sepsis), nach Opera-

tionen oder Verbrennungen. Führt wegen des verminderten Blut-

flusses durch die Niere zu einer verminderten Filtrationsrate und

damit zum Nierenversagen. Extreme Mangeldurchblutung kann

auch zur Schädigung des Nierenröhrchensystems führen.

Auch extreme Flüssigkeitsverluste bei Durchfällen, Darmlähmung

(=Ileus; Flüssigkeit geht in den Darm) oder akuten Entzündun-

gen der Bauchspeicheldrüse (Flüssigkeit geht in den Bauchraum)

können ein akutes Nierenversagen auslösen.

  • Schädigung der Niere durch Gifte, Medikamente,

    Myoglobin, Hämoglobin

Sehr viele Gifte aber auch viele Medikamente können die Niere

schädigen. Das massive Freiwerden von link-weiter lesenHämoglobin (roter

Blutfarbstoff) aus link-weiter lesenroten Blutkörperchen (Hämolyse) kann

die Niere ebenfalls schädigen. Ebenso das massive Freiwerden

von Myoglobin (Muskeleiweiß) bei ausgedehntem Muskelzerfall.

Im letzteren Fall steigt das Kreatinin manchmal besonders rasch

(mehr als 2 mg/dl im Tag).

  • Entzündungen der Niere

Glomerulonephritis (Entzündung der Glomeruli, also der Filter

der Niere. Die häufigste Form tritt meist 1 bis 3 Wochen nach

einer Infektion mit bestimmten Bakterien auf. Meist nach Angina

oder Mandelentzündung, seltener nach Hautinfektionen)

Interstitielle Nephritis (nicht die Glomeruli sondern das übrige

Nierengewebe ist vor allem betroffen; eine akute interstitielle

Nephritis kann durch Bakterien, Viren, Medikamentenallergien

oder durch eine link-weiter lesenAutoimmunerkrankung verursacht sein)

Beidseitige Abflusshindernisse

Abflusshindernisse, z.B. Nierensteine, betreffen meist nur eine

Niere, die andere springt ein. Nur wenn aus irgendeinem Grund

der Abfluss beider Nieren verlegt ist, (kann z.B. bei

Prostatavergrößerung vorkommen), kommt es zum Anstieg des

Kreatinins.

Chronisch (langsam verlaufendes) Nierenversagen

Eine überaus große Anzahl von Erkrankungen kann zum chronischen

Nierenversagen führen. Es seien hier nur die häufigsten angeführt:

(Quelle Ritz E., Andrassy K, ‚Die Niere’ in Schettler/Greten Innere

Medizin, Thieme Verlag).

  • Nierenschädigung durch Zuckerkrankheit (40%)

  • Glomerulonephritis (25%)

Entzündung der Glomeruli, also der Filter der Niere. Die

häufigste Form tritt meist 1 bis 3 Wochen nach einer

Infektion mit bestimmten Bakterien auf. Meist nach Angina

oder Mandelentzündung, seltener nach Hautinfektionen.

  • „Chronische Pyelonephritis“ (15%)

Langandauernde oder immer wiederkehrende, bakterielle

Entzündungen der Niere. Wird begünstigt durch das

Vorliegen von Abflusshindernissen oder Rückflusskrankheit

(Refluxnephropathie).

  • Zystennieren (=polyzystische Nierendegeneration)

Erbkrankheiten mit einer Vielzahl von Hohlräumen (Zysten) in

beiden Nieren und ev. anderen Organen. Häufigste Form wird

dominant vererbt, es ist also durchschnittlich jedes 2. Kind

eines Erkrankten betroffen.

Anmerkung: es gibt auch einzelne Nierenzysten, also Hoh-

lräume in der Niere. Diese verursachen kaum Probleme. Man

findet sie zufällig im Ultraschall, werden im Alter häufiger.

  • Analgetika-Nephropathie (5%)

Langfristige Einnahme von nierenschädigenden Schmerzmitteln.

  • Nierenschädigung durch Unterdurchblutung (5%)

"Gefäßverkalkungen", Gefäßverdickungen; oft als Folge eines

Bluthochdrucks.

Amerikanische Statistiken geben die Zuckerkrankheit (33%), den

Bluthochdruck (24%), die Glomerulonephritis (17%) und Zysten-

nieren (5%) als häufigste Ursachen eine chronischen Nierenver-

sagens an.

VERMINDE

RUNG:

Verminderungen haben nur geringe diagnostische Bedeutung.

Kommt bei frühen Stadien der Zuckerkrankheit und in der

Schwangerschaft vor. Auch bei Alkoholismus werden niedrige

Werte beobachtet

 

 

Autor: Dipl. MTF Nicole Dorner    

 

Stand: 30.03.2010

 

Quellen:  

wikipedia.at/  

AKH consilium  

med4you.at/

 

 

 

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