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Lyme-Borreliose

 

Was ist die Lyme-Borreliose?

 

  Bildurheber: André Karwath aka Borreliose-Zecke

 

Krankheitsbild  

 

Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionserkrankung, die durch eine bestimmte

Bakterienart (Borrelia burgdorferi) verursacht und durch Zecken übertragen

wird.

 

Die Ansteckung des Menschen erfolgt durch den Biss einer mit Borrelien infizierten

Zecke. Genau genommen beißen Zecken nicht, sondern sie stechen. Der Ausruck

Zeckenbiss ist aber gebräuchlicher als Zeckenstich.

 

Die Bezeichnung "burgdorferi" geht auf den in New York arbeitenden Auslandsschweizer

Wilhelm Burgdorfer zurück, der diese Erreger 1981 erstmalig in Zecken entdeckte.

Die Lyme-Erkrankung selbst wurde schon um 1976 definiert, als sich in der US-

Kleinstadt Lyme Fälle mit eigenartigen und zunächst unerklärlichen Zeichen und

Beschwerden häuften. Bald wurde der Zusammenhang mit Zeckenbissen erkannt.

Der Erreger war aber bis zur Entdeckung der Borrelien durch Burgdorfer unbekannt.

Auch wenn die Krankheit erst vor kurzer Zeit entdeckt wurde, gibt es sie vermutlich

schon sehr lange. Schon in medizinischen Arbeiten des 19. Jahrhunderts sind

Zeichen der Lyme-Borreliose beschrieben ohne dass man damals die Zusammenhänge

kannte.

 

Wie häufig ist die Lyme-Borreliose?

Die Lyme-Borreliose ist in Europa vor allem in Zentraleuropa (bes. Österreich, Slowenien

und Deutschland) und in Skandinavien (bes. Schweden) relativ häufig (Größenordnung:

100 Fälle pro 100.000 Einwohner).

 

Die Lyme-Borreliose ist in Europa anders!

Die Lyme-Borreliose wird in Europa meist von anderen Borrelien als in den USA verur-

sacht. Daher sind auch manche Zeichen und Merkmale der Erkrankung in Europa

anders oder zumindest anders ausgeprägt als in den USA.

Es hat sich gezeigt, dass es verschiedenen Typen von Borrelia burgdorferi gibt.

In den USA wird die Lyme-Borreliose fast ausschließlich durch Borrelia burgdorferi

"sensu stricto" verursacht (sensu stricto heißt: "im engeren Sinn"). In Europa aber

auch durch Borrelia afzelii und Borrelia garinii. Daher die Unterschiede bei den Zeichen

und Merkmalen der Erkrankung. Auch Labortests sollten optimaler Weise an die in

jeweiligen Region vorkommenden Borrelien angepasst sein.

Alle drei Typen werden übrigens unter dem Begriff Borrelia burgdorferi "sensu lato"

(= "im weiteren Sinn") zusammengefasst.

 

Wie läuft eine Lyme-Borreliose ab?

Der Beginn der Infektion erfolgt mit dem Zeckenstich, der in etwa der Hälfte der Fälle

unbemerkt bleibt. Mit etwas Abstand können dann die verschiedenen Abschnitte

(Stadien) der Erkrankung ablaufen:

  • Stadium I (etwa 3 bis 30 Tagen nach dem Zeckenbiss)

    örtlich beschränkte Infektion: die Wanderröte (Erythema migrans)

    mit oder ohne Allgemeinbeschwerden.

     

    Erythema migrans

    Wanderröte (Erythema migrans)

    Bildquelle: Content Providers(s): CDC/ James Gathany

     

    Das erste Zeichen einer Lyme-Borreliose ist im Allgemeinen das sog.

    Erythema (chronicum) migrans, die Wanderröte. Die Wanderröte taucht bei

    rund 50 Prozent der Betroffenen meist 7 bis 10 Tage nach dem Stich an der

    Einstichstelle auf. Sie beginnt oft als unbemerkter kleiner roter Fleck oder

    Knötchen und wird über Tage bis Wochen zu einem großen roten Fleck, der

    ohne Behandlung über 50 cm im Durchmesser groß werden kann.

    In Europa zeigt der Fleck in der Mitte meist eine Aufhellung. Zurückbildung

    nach einigen Wochen.

    Nach 1 bis 2 Monaten bildet sich die Wanderröte wieder zurück. Allgemeine

    Beschwerden (Müdigkeit, Muskel- und Gelenksschmerzen, Kopfschmerzen,

    Fieber) können im Stadium I auftreten, Schwellungen der örtlichen

    Lymphknoten sind möglich.

 

  • Stadium II (Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss)

    Ausbreitung der Infektion mit Befall verschiedener Organe: Vor allem das

    Nervensystem wird betroffen (Neuroborreliose).

     

    Meist Wochen bis Monate nach dem Stadium I kann es zu Erkrankungen

    des Nervensystems (Neuroborreliose) kommen: Entzündungen der

    Gehirn-Rückenmarksnerven: Missempfindungen, aber auch brennende

    Schmerzen, besonders nachts z.B. im Versorgungsgebiet eines

    Rückenmarksnerven (Bannwarth-Syndrom). Auch Schwäche und Lähmungen

    z.B. des Gesichtsnervs können auftreten.

    Seltener kommen auch Entzündungen Gehirns oder Rückenmarks selbst mit

    verschiedensten Zeichen und Beschwerden (Lähmungen, Krampfanfälle,

    Sprachstörungen u.a.) vor.

     

  • Bei Kindern kommt es oft zur Gehirnhautentzündung  und/oder

    Lähmungen von Gehirnnerven (Gesichtsnerv oder andere

    Hirnnerven).

  • Seltener kommen Schädigungen des Herzens vor. Entzündungen

    der "Steuerleitungen" des Herzens (AV-Knoten) verursachen

    Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen. Seltenere Beschwerden

    sind Schwindel, Atemnot oder Ohnmacht. Auch Entzündungen

    des Herzmuskels können vorkommen.

  • Selten kommen etwa münzgroße, bläulich-rote knotige oder

    mehr plattenförmige Hautveränderungen vor (meist am Ohr,

    Hoden oder an der Brustwarze). Man nennt diese Tumor-

    ähnlichen Veränderung Lymphozytom, Borrelien-Lymphozytom

    oder Lymphadenosis cutis benigna. Das Borrelien-Lymphozytom

    kann auch im Bereich der Wanderröte im Stadium I auftreten.

  • Im Stadium II kommen auch Muskel-Skelett-Schmerzen vor

    (besonders bei der USA-Lyme-Borreliose). Das typische Muster

    sind  wandernde Schmerzen in Gelenken, Sehnen, Schleimbeuteln,

    Muskeln oder Knochen, die Stunden bis Tage andauern können. 

  • Auftreten von mehreren Wanderröte-ähnlichen Hautveränderungen,

    oft ohne Aufhellung im Zentrum.

 

  • Stadium III (Monate bis Jahre nach dem Zeckenbiss)

    Stadium der persistierenden (lange anhaltenden) Infektion

     

  • LinkGelenksentzündung (Arthritis): Gelenksschmerzen vorwiegend an

    großen Gelenken. Typischer Weise wiederkehrende kurz dauernde (Wochen

    bis Monate) Attacken mit Gelenksschwellung in einem oder wenigen Gelenken,

    meist Kniegelenk(e) betroffen.

  • Hautveränderungen: anfangs bläulich-rötliche Verfärbungen dann Übergang

    in bräunlich-bläulich-rötlich Veränderungen mit dünner, zigarettenpapierartiger

    Haut und hervortretenden Venen besonders an Unterschenkeln, Unterarmen,

    Hand- und Füßrücken (Acrodermatitis chronica atrophicans).

  • Selten können auch Nervenerkrankungen (Neuroborreliose) als Spätfolge

    auftreten. Milde Formen von Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) mit

    Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen oder anderen Zeichen, aber

    auch Entzündungen der Rückenmarksnerven (Radikulitis) mit Missempfindungen

    oder Schmerzen im jeweiligen Versorgungsgebiet des Nerven kommen vor. Auch

    unvollständige Lähmungen (Paresen, gewissermaßen "Schwächen") der

    Gliedmaßen können vorkommen.

 

Abweichungen vom Schema

 

Nur wenige Zeckenbisse führen zur Lyme-Borreliose

Obwohl in Europa etwa jede 5. Zecke Borrelien-infiziert ist (regional stark unter-

schiedlich) gehen Schätzungen davon aus, dass eine Borrelien-Erkrankung des

Menschen nur nach etwa einem von 20 Zeckenbissen entsteht.

 

Je rascher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko. Saugt die Zecke

weniger als 24h, ist das Risiko gering. Aber leider weiß man meist nicht, wie lange

die Zecke schon gesaugt hat.

 

Zecken richtig entfernen

  • Zecken entfernt man mit einer Zeckenzange oder -karte oder noch besser

    mit einer Pinzette, deren Enden spitz zulaufen. So lassen sich auch kleine

    Exemplare, wenn sie noch im Nymphen-Stadium und damit nicht größer als

    zwei Millimeter sind, packen.

  • Die Zecke am Kopf so nah wie möglich an der Haut fassen.

  • Gerade nach hinten mit gleichmäßigem Zug herausziehen. Da die Zecke kein

    Gewinde hat, hat eine bestimmte Drehrichtung keine Bedeutung, wie oft

    behauptet. Wichtig ist aber, dass der Hinterleib möglichst nicht

    gequetscht wird. Ansonsten könnten Viren aus den Speicheldrüsen oder

    Borrelien aus dem Darm in die Wunde gelangen.

  • Die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack bedecken. Das würde

    ihren Speichelfluss und damit die Übertragung von Erregern fördern.

  • Die Wunde danach desinfizieren. In der Haut verbleibende Mundwerkzeuge

    der Zecke werden binnen Tagen abgestoßen. Geschieht dies nicht oder

    entzündet sich die Einstichstelle, ist ein Arzt zurate zu ziehen.

    Die Einstichstelle in den nächsten vier Wochen beobachten.

  • Tritt ein kreisförmiger, sich vergrößernder, rot-gerandeter Ausschlag oder

    rote Pusteln um die Einstichstelle auf, ist ein Arzt aufzusuchen.

 

Die Diagnose

 

Prinzipiell erfolgt die Diagnose durch die Beurteilung der Beschwerden, Krankheits-

zeichen und Krankengeschichte des Patienten in Kombination mit den Ergebnissen

von Laborbefunden.

Bei der Laboruntersuchung der Lyme-Borreliose gibt es so wie bei vielen anderen

Infektionserkrankungen vor allem 2 Möglichkeiten:

 

 

DER NACHWEIS

VON

BORRELIEN-

ANTIKÖRPERN:

 

Der Nachweis von Borrelien-Antikörpern im Blut

Wenn ein Krankheitserreger (z.B. ein Bakterium oder Virus)

bei uns eine Infektion auslöst, dann bildet unsere Abwehr

meistens Antikörper gegen diesen Erreger, um ihn zu

beseitigen. Findet man solche Antikörper in unserem Blut

oder in anderen Körperflüssigkeiten, ist dies ein Hinweis auf

einen Infektion mit genau diesem Erreger. Und das nützt

man in der Labormedizin aus, um Infektionen und deren

Ursache zu erkennen.

Prinzipiell funktioniert das auch bei der Lyme-Borreliose

so. Findet man Antikörper gegen Borrelien, ist das ein

Hinweis auf eine Borrelieninfektion. Aber leider sagen

uns Borrelien-Antikörper meist nichts darüber, ob die

Borreliose noch aktiv ist oder ob sie vielleicht schon seit

Jahren völlig ausgeheilt ist. In beiden Fällen kann

man Borrelienantikörper finden. Darüber hinaus gibt es

noch das Problem, dass selten aber doch Borreliose-Fälle

ohne nachweisbare Antikörper vorkommen.

 

Wann werden die Borrelien-Antikörper gebildet?

Antikörper gegen Borrelien findet man etwa 3 Wochen nach

der Infektion (nach dem Zeckenbiss). Und zwar eine

bestimmte Klasse von Antikörpern, sog. LinkIgM-Antikörper

("Frühantikörper"). Nach etwa 6 Wochen findet man dann

auch LinkIgG-Antikörper gegen Borrelien. Die IgM-Antikörper

können verschwinden oder auch jahrzehntelang weiter

nachweisbar bleiben. LinkIgG-Antikörper bleiben meist

nachweisbar. Dem entsprechend findet man im Stadium I

der Erkrankung nur in einem Teil der Fälle Antikörper im Blut

(nur IgM oder IgM und IgG) Im Stadium II sind in den meisten

Fällen (bis 90%) Antikörper nachweisbar, im Stadium III bei

fast allen Fällen (fast 100%).

 

(B.Wilske et al., Lyme-Borreliose in: Qualitätsstandards in

der mikrobiologisch- infektiologischen Diagnostik.

Urban&Fischer Verlag, 2000)

 

Wann bestimmt man Borrelien Antikörper im Blut?

Borrelien-Antikörper sollten bei begründetem Verdacht auf

Lyme-Borreliose bestimmt werden.  

 

Die 2-Stufen-Diagnostik der Laborbestimmung von Borrelien-

Antikörpern Die Antikörperbestimmung bei Borreliose ist nicht

ohne Probleme. Für möglichst aussagekräftige und gültige

Befunde wird ein 2 Stufen-Verfahren empfohlen (und zwar

sowohl für IgM- als auch für IgG-Antikörper):

 

1. Stufe: der Suchtest

(für IgM- und IgG-Antikörper)  

In einer ersten Stufe bestimmt man die Borrelien- Antikörper

im Blut des Patienten mit einem sehr sensiblen Test, der nur

wenige Borrelienfälle übersieht. Das ist meist ein sog. ELISA-

Test, ein relativ einfaches Routine-Verfahren.   Ist dieser

Test negativ, dann sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit

keine Borrelien-Antikörper im Blut vorhanden und es liegt mit

hoher Wahrscheinlichkeit keine Borrelien-Erkrankung vor.

Wenn die Krankheit erst seit Kurzem besteht, kann der Test

nach 2 - 4 Wochen wiederholt werden.  Ist dieser Test positiv

oder unklar wird in den allermeisten Fällen der Bestätigungstest

angeschlossen.

 

2. Stufe: der Bestätigungstest

(für IgM- und IgG-Antikörper)  

In der zweiten Stufe wird ein aufwändigerer Test durchgeführt,

der wenig falsch positive Resultate hat. Ist dieser positiv, dann

liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich ein Borrelien-

Antikörpervor, und nicht irgendeine kreuz-reagierender, anderer

Antikörper. Ein solcher Test ist der sog. Immunoblot-Test für

Borrelien Antikörper.

  • Ist der Immunoblot negativ, dann war der ELISA- Test

    höchstwahrscheinlich falsch positiv und es sind keine

    Borrelien-Antikörper und mit hoher Wahrscheinlichkeit

    auch keine Borrelien- Erkrankung vorhanden. Wenn trotz

    negativem Test der Verdacht auf Lyme Borreliose weiter

    besteht kann der Test nach 3 - 4 wiederholt werden

    (falls die Krankheit erst seit Kurzem besteht) oder es

    können "Reservetests" angeschlossen werden (die z.B.

    andere Borrelien-Arten als das Test Reagenz enthalten).

  • Ist der Immunoblot positiv, dann liegen Borrelien-

    Antikörpervor.

Ist der Immunoblot unklar, kann man noch "Reservetests" zur

Abklärung versuchen und/oder eine neuerliche Bestimmung in

2 Wochen durchführen.

Anmerkung: Der Immunoblot muss vom Labor richtig interpretiert

werden, um das Ergebnis schließlich "positiv" oder "negativ" zu

nennen. Es ist kein einfacher ja/nein- Test. Bei dieser Untersu-

chung weist man Antikörper gegen verschiedene Teile der

Borrelien nach. Und erst wenn in dem Test Antikörper gegen eine

bestimmte Anzahl von Teilen nachgewiesen werden, gilt der

Immunoblot als "positiv". In den USA sind z.B. Immunoblots für

Borrelien-IgG-Antikörper mit 10 verschiedenen Borrelien-Teilen

in Verwendung. Die IgG- Antikörper müssen sich an mindestens

5 von den 10 binden sonst gilt der Immunoblot als "negativ".

Auch wenn sich 4 gebunden haben. Man darf das aber nicht

immer unüberlegt befolgen. Hat man bei einer ersten

Untersuchung keinerlei Antikörper festgestellt, haben sich aber

bei der Kontrollprobe nach 4 Wochen IgG- Antikörper an 4

Borrelien-Teilegebunden, ist das dennoch ein Hinweis darauf,

dass eine Borrelien- Infektion abgelaufen ist. Auch wenn man

die geforderte Zahl von 5 Bindungen nicht erreicht hat.

 

Darüber hinaus sind nicht alle Antikörper gleich wichtig.

Antikörper gegen bestimmte Borrelia-Teile sind wichtiger als

andere. Auch die Menge an vorhandenem der Antikörper muss

beachtet werden. In Europa gelten zwar etwas andere Regeln

für die Interpretation, das Prinzip ist aber das gleiche. Daraus

folgt, dass das Labor  das Testergebnis interpretieren und im

Befund erklären muss:

 

Immunoblots

Beispiel eines Borrelien- Immunoblots

Auf den käuflichen Blot-Streifen sind

die verschiedenen Borrelien- Teile nach

ihrer Größe aufgetrennt. Gibt man dazu

Blutflüssigkeit eines Patienten, können

sich Borrelien-Antikörper an den Blot-

Streifen binden. Das kann man sichtbar

machen. Wo sich ein Antikörper gebunden

hat, tauchen sog. Banden auf. Jede Bande

entspricht einem bestimmten Borrelien-

Teil. Mit dem Blot kann man also erkennen,

wie viele Borrelien-Antikörper da sind und

gegen welche Borrelien-Teile sie sich

richten.

Im Beispiel links sind Antikörper gegen viele

Borrelien-Teile vorhanden. Z.B. gegen das

OspB, das Outer Surface Protein B der

Borrelie (also ein Teil der Borrelien-

Oberfläche).

 

Probleme der Antikörperbefunde

 

1: Falsche Antikörperbefunde

Bei jedem Test gibt es sog. "falsch negative" und "falsch

positive" Ergebnisse. Das trifft in auch auf die Borrelien

Antikörper-Tests zu:

  • Falsch negative Ergebnisse (Patient hat die Erkrankung,

    es sind aber keine Antikörper nachweisbar)

    Ursachen:

    • Es wurde zu früh getestet (Antikörper sind aber

      erst nach etwa 3 Wochen eventuell auch erst

      später nachweisbar). Maßnahme: in 2-4 Woche

      nochmals testen.

    • Nach einer erfolglosen Behandlung sind zwar die

      Antikörper nicht aber die Krankheit verschwunden.

      Der Labortest hat aus irgendeinem Grund versagt.

      Maßnahme: anderen Test versuchen.

  • Falsch positive Ergebnisse (Patient hat die Erkrankung

    nicht, es sind aber Antikörper nachweisbar)

    Ursachen:

    • Kreuzreaktion: Antikörper gegen andere

      Infektionserreger (z.B. Syphilis) reagieren auch

      mit den im Labortest verwendeten Borrelien-

      Bestandteilen. Maßnahme: Bei positiven Borrelien-

      Antikörperbefunden Syphilis durch Syphilistest

      ausschließen. Schließt zumindest eine Fehlerursache

      aus.

    • Patienten mit LinkAutoimmunerkrankungen (z.B.

      LinkRheuma oder LinkLupus Erythematodes) können

      falsch positive Borrelien-Antikörperbefunde zeigen.

    • Patienten mit Infektiöser Mononukleose, auch

      Pfeiffersches Drüsenfieber genannt. Oder bei

      Herpes-Virusinfektion und manchen anderen

      Virusinfekten.

      Maßnahme: auf Mononukleose oder andere

      Virusinfekte untersuchen.

 

2: Schwierige Beurteilung

Auch wenn der Antikörperbefund richtig und eindeutig ist, ist

die Bedeutung oft nicht klar.

  • Borrelien-Antikörperbefund negativ

    Bei korrekter Durchführung der Untersuchung, Verwendung

    empfindlicher Tests und bei längerer Krankheitsdauer macht

    ein negativer Borrelien-Antikörper-Befund (also wenn keine

    Antikörper gefunden werden) eine Lyme-Borreliose sehr

    unwahrscheinlich. Nur bei kurz bestehender Erkrankung

    kann der Antikörperbefund häufiger negativ sein (Stadium I).

    Wie einleitend erwähnt, gibt es aber (sehr selten) Borreliose-

    Fälle ohne nachweisbare Antikörper im Blut.

  • Borrelien-Antikörperbefund positiv

    Aktive Lyme-Borreliose oder überstandene, vergangene

    Lyme-Borreliose.

 

Borrelien-Antikörper beweisen nicht, dass wirklich eine aktive

Borreliose vorliegt. Gerade in Gebieten in denen infizierte

Zecken häufig sind, findet man bei einem großen Teil der

gesunden Bevölkerung (ca. 10%) positive Antikörperbefunde.

Vor allem IgG-Antikörper aber auch IgM-Antikörper können nach

von selbst ausgeheilten oder erfolgreich behandelten Infektionen

positiv bleiben.

Beispiel: Patient hatte mit 25 eine Lyme-Borreliose, die aber

völlig ausgeheilt ist. Borrelien-Antikörper sind aber auch nach

überstandener Infektion und nach völliger Ausheilung eventuell

jahrzehntelang nachweisbar. Mit 40 bekommt der Patient eine

Linkrheumatische Erkrankung mit LinkGelenksentzündungen.

Man denkt auch an Borreliose-Folgen, bestimmt die Antikörper

und findet sowohl IgG- als auch IgM- Antikörper. Die haben

aber mit der jetzigen Gelenksentzündung gar nichts zu tun. Der

positive Antikörperbefund beweist daher noch lange nicht, dass

eine Borrelien-Erkrankung tatsächlich die Ursache der

Gelenksbeschwerden ist.

 

Dies macht klar, warum eine Entscheidung bezüglich Diagnose

und Therapie sich nicht nur auf Borrelien-Laborbefunde stützen

darf.

 

Zeigen Borrelien-Antikörper der Klasse IgM eine frische

oder aktive Infektion an?

Nein. Bei vielen anderen Infektionserkrankungen sind IgM-

Antikörper nur in den Anfangsstadien der Infektion vorhanden

und nur die IgG-Antikörper bleiben länger nachweisbar.

Daher zeigt ein positiver IgM- Antikörperbefund bei diesen

Erkrankungen eine frische Infektion an. Bei der Borreliose ist

das anders, nicht nur die IgG, auch die IgM können nach einer

abgelaufenen Borrelioseinfektion jahrzehntelang im

Blutnachweisbar bleiben. Über isolierte IgM-Antikörper siehe

nächsten Punkt.

 

Was können „isolierte“ IgM-Borrelien-Antikörper

bedeuten?

Isoliert heißt: man findet nur IgM-Borrelienantikörper, aber keine

IgG. Auch das ist kein sicherer Beweis für eine frische Infektion.

Ursachen isolierter IgM-Antikörper sind:

  • Anfangsphase einer Borreliose (frische Infektion),

  • Falsch positiv (d.h. positiv obwohl keine Borreliose vorliegt).

    Kommt vor, selbst wenn man einen Immunoblot-Test

    durchführt.

    Ursachen: andere Virusinfektionen (Mononukleose, Herpes),

    rheumatische Erkrankungen (z.B. „Rheuma“, Systemischer

    Lupus Erythematodes. Manchmal findet man aber keine

    Ursache.

    Anhaltspunkt für falsch positive IgM: Bleiben IgM- Borrelien-

    Antikörper länger als 4-6 Wochen nach dem Zeckenbiss

    isoliert positiv (kommt also 4-6 Wochen kein IgG dazu),

    werden sie höchstwahrscheinlich falsch positiv sein.

Eine späte Lyme-Erkrankung (Stadium III aber auch Stadium II)

ist bei isoliertem IgM-Befund in jedem Fall extrem unwahrschein-

lich.

 

Was können „isolierte“ IgG-Borrelien-Antikörper

bedeuten?

Isoliert heißt: man findet nur IgG-Borrelienantikörper, aber keine

IgM. Das ist nicht außergewöhnlich.

 

Ursachen isolierter IgG-Antikörper:

  • Länger bestehende Infektion

    (IgM-Antikörper können vorhanden sein, können aber

    auch fehlen)

  • Mit oder ohne Behandlung überstandene Nochmalige

    Infektion (=Reinfektion; Borreliose kann man

    mehrmals bekommen). Nochmalige Infektion läuft oft

    ohne IgM-Antikörper ab.

Kann man durch mehrmalige Bestimmung der Antikörper

einen Hinweis auf eine echte (aktive) Lyme-Borreliose

bekommen?

Ja. Wenn bei einem Patienten zuerst keine IgG-Antikörper

nachweisbar, sich diese bei der nächsten Blutabnahme aber

nachweisen ließen. Wenn man also den Übergang von

Negativität zur Positivität, die sog. Serokonversion, beobachten

kann. Die IgG-Serokonversion spricht für das Vorliegen einer

echten Lyme-Borreliose-Erkrankung.) Auch ein starker Anstieg

des Antikörper-Spiegels (man nennt das bei Antikörpern "Titer")

auf das 4-fache oder mehr kann ein Hinweis auf eine aktive

Lyme-Borreliose sein.

 

Das heißt aber nicht unbedingt, dass eine schwere Erkrankung

vorliegt.

Auch bei unbemerkten, leichten Borrelien-Infektionen kommen

Serokonversionen oder ein starkes Ansteigen des Antikörper-

Titers vor.

 

Kann ein Sinken des Antikörper-Titers als Zeichen einer

erfolgreichen Antibiotika-Behandlung gewertet werden?

Nein, jedenfalls nicht als verlässliches Zeichen. Es gibt Fälle

erfolgloser Behandlung, die Antikörper- negativ werden.

Andererseits bleiben bei vielen ausgeheilten Fällen Antikörper

(IgG aber vielfach auch IgM) jahrzehntelang nachweisbar.

Anzeiger für eine erfolgreiche Behandlung ist die Besserung der

Beschwerden des Patienten.

 

Sagt die Höhe des Antikörper-Titers etwas über die

Schwere der Erkrankung aus?

Nein. Die Antikörper sind ja Teil unserer Abwehrreaktion gegen

den Erreger. Ein hoher Titer heißt daher nicht schwere

Erkrankung.

Bezüglich Antikörper in der Gehirn-Rückenmark- Flüssigkeit

(Liquor) siehe Bereich Untersuchungen im Liquor.

 

Borreliose Befundtabelle

Borreliose-Befundtabelle

Zum Vergrößern bitte klicken!

 

DER NACHWEIS

VON

BORRELIEN

 

Der Nachweis von Borrelien ist nicht einfach und bleibt speziellen

Fragestellungen vorbehalten.

 

Beispiele:

  • Wenn der Verdacht auf Lyme-Borreliose besteht, die

    Antikörpersuche aber negativ war.

  • Wenn man eine Borreliose des Nervensystems vermutet,

    die Borrelien-Antikörper, auch die im Liquor (=Gehirn-

    Rückenmark-Flüssigkeit), keinen sicheren Hinweis

    brachten.

  • Wenn bei einer Gelenkserkrankung eine Borrelieninfektion

    als Ursache vermutetet wird, die Antikörper im Blut dies

    aber nicht beweisen können (denn die sind ja auch bei

    ausgeheilten Infektionen vorhanden).

    Dann kann man einen Nachweis des Erregers in der

    Gelenksflüssigkeit oder in einer Gewebsprobe

    versuchen.

  • Bei Patienten mit Immunschwächen (wenn sie keine

    Antikörper mehr bilden können).

  • Wenn Hauterscheinungen nicht sicher als Lyme- Erkrankung

    zu erkennen sind, dann kann man aus Gewebsproben den

    Erreger nachzuweisen versuchen.

Methoden: Für den Nachweis von Borrelien kommen vor allem 2

Verfahren in Betracht: die Borrelien-Kultur und PCR. Jede hat

ihre Vor- und Nachteile.

 

1. Die Borrelien-Kultur

Dabei wird Untersuchungsmaterial (Hautgewebsprobe, Blut,

Liquor, Gelenksflüssigkeit) in eine spezielle Nährflüssigkeit

gebracht in der Borrelien sich vermehren können. Danach

kann man sie einfach nachweisen.

 

Vorteil: der Borrelien-Kultur: wenn man Borrelien mit Kultur

nachweisen kann, ist das der Beweis einer aktiven Lyme-

Borreliose. Auch deswegen, weil sich nur lebendige Borrelien

in der Kultur vermehren können.

 

Nachteile: der Nachweis von Borrelien im Blut gelingt meist

nur in den ersten 2-3 Wochen der Erkrankung. Im Liquor

(Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) gelingt der Borreliennachweis

selten, in der Gelenksflüssigkeit praktisch nie.

 

Die Borrelien-Kultur ist überdies eine relativ schwierige Methode,

auch der Probentransport ins Labor ist nicht unkritisch.

 

Aus all diesen Gründen wird die Borrelien-Kultur nur mehr sehr

selten durchgeführt. Führt man sie dennoch durch, ist ihr

Ergebnis folgendermaßen zu deuten:

  • Positiv: aktive Lyme-Borreliose liegt vor

  • Negativ: geringe Aussage, Lyme-Borreliose kann

    dennoch vorliegen

2. Die Borrelien-PCR

Die PCR ist ein sehr empfindliches Verfahren, bei dem Teile der

Borrelien-DNA (die Trägerin der Erbinformation) vermehrt und

dann auf verschiedene Weise sichtbar gemacht werden.

Dadurch können schon kleine Borrelien- Mengen nachgewiesen

werden.

 

Das Problem ist aber, dass Borrelien in vielen Phasen der Lyme-

Borreliose im zugänglichen Untersuchungsmaterial (z.B. Blut,

Liquor) nicht oder in zu geringer Zahl (selbst für die PCR)

vorhanden sind. Deswegen schließt ein negativer PCR-Befund

eine Borreliose auf keinen Fall aus. Ein weiterer Nachteil ist,

dass die Methode auch bei Vorhandensein von abgestorbenen

Bakterien positiv werden kann. Man hat positive Befunde auch

bei ausgeheilter Borreliose gefunden. Das heißt, dass im

Gegensatz zur Borrelien-Kultur eine positive PCR eine aktive

Lyme-Borreliose nicht mit letzter Sicherheit beweist.

 

Deutung des Befundes:

  • Positiv: spricht für Lyme-Borreliose, beweist diese aber

    im Gegensatz zur Borrelien-Kultur nicht sicher (ausgeheilte

    Infektionen, falsch positive Resultate)

  • Negativ: geringe Aussage, Lyme-Borreliose kann dennoch

    vorliegen.

Anwendung der PCR bei der Diagnose

Auf Grund der genannten Einschränkungen sind es einstweilen

nur spezielle Fragestellungen, bei denen man die PCR einsetzt:

  • PCR der Gelenksflüssigkeit: (oder einer Gewebsprobe aus

    dem Gelenk) Die Lyme-Borreliose führt manchmal zur

    LinkGelenksentzündung (Arthritis) meist größerer Gelenke.

    Dabei dürfte zuerst die Infektion selbst die

    Gelenksentzündung auslösen, später kann aber auch

    eine durch die Infektion ausgelöste Autoimmunreaktion

    die Gelenksentzündung verursachen. Das heißt, dass

    dann unsere eigene Abwehr die Gelenksentzündung

    verursacht. Ist noch die Infektion die Ursache, kann

    eine Behandlung mit Antibiotika helfen, ist die

    Entzündung aber schon autoimmun-bedingt, ist eine

    Antibiotikabehandlung sinnlos. Eine positive Borrelien-

    PCR aus der Gelenksflüssigkeit oder einer Gewebsprobe

    spricht sehr dafür, dass noch eine Borrelien-Infektion

    vorliegt. Eine negative PCR schließt aber eine Infektion

    nicht sicher aus.

  • PCR der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit: Findet man

    Borrelien, spricht das für eine Lyme- Borreliose des

    Nervensystems (Neuroborreliose). Findet man keine,

    sagt das fast gar nichts, weil die PCR in sehr vielen

    Fällen falsch negativ ist.

Die Borrelien-PCR steht aber erst am Anfang. Die Bedeutung

der PCR für die Diagnose der Lyme-Borreliose könnte sich in

den nächsten Jahren durchaus vergrößern.

 

Sensitivität ("Erkennungsraten") beim Nachweis

von Borrelia-Erregern

 

Borrelien-

Kultur

Borrelien-

PCR

Haut-

Gewebsprobe

(Wanderröte,

Acrodermatitis

chronica

atrophicans)

50 – 70 %

50 - 70 %

Gelenksflüssigkeit

(Lyme-Arthritis)

Kultur-

Nachweis

gelingt fast

nie

50 – 70 %

Gehirn-

Rückenmark-

Flüssigkeit (Liquor)

(Neuroborreliose,

Stadium II)

10 – 30 %

10 – 30 %

 

UNTERSUCH-

UNGEN

IM LIQUO

(=GEHIRN

RÜCKENMARK-

FLÜSSIGKEIT):

Allgemeines

Die Erscheinungen und Beschwerden bei Borrelien-

Erkrankung des Nervensystems (Neuroborreliose) sind

vielfältig und erlauben oft keine eindeutige Diagnose. Auch die

Bestimmung der Borrelien-Antikörper im Blut liefert oft keine

schlüssige Antwort. Man versucht daher, durch Laboranalyse

des Liquors das Vorliegen einer Neuroborreliose abzuklären.

Dabei kann man einmal durch eine Routine-Liquoranalyse das

Vorliegen einer Entzündung im Gehirn-Rückenmarksbereich

nachweisen (weiße Blutkörperchen im Liquor, Eiweißerhöhung).

Man kann ferner die Borrelienantikörper im Liquor messen und

versuchen, den Erreger selbst im Liquor zu finden (PCR, Liquor-

Kultur). Der Erregernachweis gelingt aber nur bei einem Teil der

Neuroborreliose-Fälle.

 

Gewinnung von Liquor Liquor

wird durch Punktion (Einstich) im Bereich der Wirbelsäule

gewonnen.

 

Routine-Liquorbefund

Wird bei Verdacht auf Neuroborreliose durchgeführt. Man findet

meist ein entzündliches Bild: erhöhte Zellzahl, vorwiegend

LinkLymphozyten und LinkMonozyten (das sind bestimmte

weiße Blutkörperchen), Eiweiß erhöht. Der Routine-Liquor-

befund kann aber auch normal sein.

 

Bestimmung von Borrelien-Antikörpern im Liquor

(IgG und bei Kindern unbedingt auch IgM)

Besteht der Verdacht auf einen Befall des Zentralnervensystems

(Neuroborreliose) kann die gleichzeitige Bestimmung der

Antikörper in Blut und Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor)

helfen, dies abzuklären. Bei Neuroborreliose werden nämlich in

den meisten Fällen Antikörper auch im Zentralnervensystem

produziert, was man durch Vergleich der Antikörper-Spiegel in

der Blutflüssigkeit und im Liquor erkennen kann.

 

Was spricht für Neuroborreliose: Entweder findet man im

Liquor Borrelien-Antikörper, die man im Blut nicht gefunden

hat. Oder man findet im Liquor unerwartet viel, also mehr als

vom Blut in den Liquor übergetreten sein kann (ein bisschen

Antikörper tritt auch normalerweise in den Liquor über. Es lässt

sich aber berechnen, ob dieses normale Maß überschritten ist).

Beides spräche dafür, dass im Gehirn- Rückenmarksbereich

Borrelien-Antikörper produziert wurden. Und das wiederum

spricht für das Vorliegen einer Neuroborreliose.

 

Auch ein vergleichender Immunoblot in Blutflüssigkeit und Liquor

macht Sinn: findet man im Liquor Antikörper gegen mehr

Borrelien-Teile als in der Blutflüssigkeit, dann spricht das für

eine Neuroborreliose

 

Eine Vermehrung von Borrelin-Antikörpern im Liquor (im Vergleich

zum Blut) kann allerdings noch Jahre nach erfolgreicher

Behandlung nachweisbar bleiben und ist daher kein guter

Anzeiger für den Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung.

 

PCR des Liquors

Findet man mit Hilfe der PCR Borrelien im Liquor, spricht das für

eine Lyme-Borreliose des Nervensystems (Neuroborreliose).

Findet man keine, sagt das fast gar nichts, weil die PCR in sehr

vielen Fällen falsch negativ ist.

 

Kultur des Liquors

Wird nur sehr selten durchgeführt. Erkennungsrate (Sensitivität)

für Neuroborreliose nicht höher als bei PCR, aber kompliziertere

Methode. Vorteil wäre, dass nur lebendige Borrelien in der Kultur

positiv sind, während die PCR auch bei Vorliegen von aus-

schließlich abgestorbenen Borrelien positiv wird.

 

Zurück zu: >> Laborwerte A-Z

 

 

 

Therapie der Borelliose 

 

Antimikrobiellen Behandlung

 

Zur Behandlung der Borreliose gibt es kein universell wirksames Antibiotikum.

Die Dosierung ist von Patient zu Patient individuell und abhängig u.a. von:

  • Alter

  • Gewicht

  • erreichte Konzentration im Blut

  • Magen- und Darmverträglichkeit

  • Medikamentenintoleranz

Oft sind klinisch wirksame Dosierungen höher, als in der medizinischen Literatur

empfohlen wird.

Deshalb sind alle Therapieempfehlungen (auch die folgenden) auf den tatsächlichen

Sachverhalt hin zu überprüfen.

 

Tabelle 2: Empfehlungen für die antimikrobielle Behandlung der

Lyme-Borreliose.

Tabelle zum Vergrößern bitte klicken!  

 

Borreliose-Behandlung-Therapie

 

Es gibt zahlreiche Therapie-Vorschläge zur Behandlung der Borreliose.  

Sie stammen zum Teil aus den auch über das Internet zugänglichen Empfehlungen

durch einzelne oder Gruppen, die sich Behandlungsschemata zurechtgelegt haben,

die nicht auf den Ergebnissen korrekt durchgeführter Therapiestudien beruhen.

 

Die Auswahl und Dosierung einer medikamentösen Behandlung soll heute in allen

Bereichen der Humanmedizin auf der Grundlage von Daten stehen, die in korrekt

durchgeführten klinischen Studien mit einer statistisch entsprechenden Anzahl von

Probanden ermittelt worden sind. Diese "evidence based medicine" kommt um so

plausibler zum Tragen, wenn es sich um die Behandlung von Erkrankungen handelt,

deren Ursachen klar definiert sind, wie das bei Infektionskrankheiten zumeist der

Fall ist. Die Ergebnisse zahlreicher korrekt durchgeführter Therapiestudien liegen

vor und ermöglichen es, Therapieempfehlungen zur Behandlung der verschiedenen

Krankheitserscheinungen der Lyme-Borreliose zu geben, die nicht auf der

ungeprüften Meinung einzelner oder von Gruppen beruhen.  

 

Die verläßliche Diagnose ist die Grundlage der korrekten und zielführenden

Behandlung. Bei der Lyme-Borreliose läßt sich jede Manifestation in jedem Stadium

mit Antibiotika behandeln, wobei klar ist, daß der Erfolg der Behandlung bei

frühzeitigem Beginn und bei den frühen Manifestationen am größten ist.

 

Therapieversagen 

Der in den letzten Jahren entstandene Trend zur Langzeitbehandlung ist

offensichtlich durch Empfehlungen einzelner Therapeuten sowie durch die

Erfahrung von Therapieversagern bei zum Teil nicht einwandfrei als Lyme-Borreliose

identifizierten Fällen entstanden. Dabei wird selbstverständlich nicht in Abrede

gestellt, daß es Therapieversager gibt, die vor allem durch den Nachweis der

Persistenz von Borrelien in verschiedenen Geweben bedingt sind. Über Therapie-

versager liegen Einzelberichte vor, das gesamte Ausmaß "echter Therapieversager"

ist nicht bekannt, selbstverständlich mit Ausnahme derjenigen Fälle, bei denen eine

irreversible Gewebsschädigung vorliegt, wie z.B. bei jahrelang bestandener

Acrodermatitis chronica atrophicans oder bei einer Propagation des Krankheits-

prozesses durch Autoimmunprozesse (chronische Lyme-Arthritis).

 

Der häufigste Grund für ein Versagen der Therapie ist jedoch die falsche Diagnose,

die sich nur auf den positiven serologischen Befund stützt (vor allem falsch

positives IgM findet sich bei manchen im Handel erhältlichen Testsystemen regeI-

mäßig und wird - bei negativem IgG - als "persistierendes" IgM mit Behandlungs-

empfehlung interpretiert) und den Therapieerfolg nur an der Änderung des

Antikörper-Titers mißt.

 

In Tabelle 2 sind Art, Dosis und Verabreichungsdauer derjenigen Antibiotika

angeführt, die in klinischen Studien geprüft worden sind oder sich bei der

Behandlung von chronischen Manifestationen bewährt haben.

 

 

 

Autor:

Dipl. MTF Nicole Dorner

Eveline Ioannidis

 

Stand: 30.05.2010

 

Quellen:

wikipedia.at/

AKH consilium

med4you.at/

Univ.-Prof. Dr. Gerold Stanek  

 

 

 

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