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Dr. Mesaric

 
 
 

Methotrexat (MTX) Ebetrexat (in Österreich)

Handelspräparat:

Methotrexat®-Tabletten 2,5 mg, Stechampullen zu 5, 25, 50 mg.

Ebetrexat (AT) Tbl 5mg und 10mg, Stechampullen zu 10 und

20mg

Dosierungsschema

Parenteral: 15–30 mg 1 x/Woche i.m., s.c.

Oral: 15 mg (Steigerung bis 30 mg möglich) als Einmaldosis pro Woche;  wegen der

besseren Wirksamkeit bei ähnlichen Nebenwirkungsraten sind höhere Dosierungen zu

bevorzugen; bei Erreichen einer LinkRemission Dosisreduktion möglich. Bei schlechter

Verträglichkeit (z.B. Übelkeit) Aufteilung der Dosis auf 2 Gaben: die Hälfte abends,

1–2 Std. nach dem Abendessen und die 2. Hälfte morgens nüchtern.

 

Bei Wirkungslosigkeit der oralen Medikation, im Hinblick auf die unter Umständen

unterschiedliche enterale Resorption, Umstellung auf eine parenterale Medikation.

Zusätzlich begleitende Folsäuresubstitution mit 5 mg 2mal wöchentlich (außer am

Tag der Methotrexateinnahme) angezeigt. Bei der Folsäuresubstitution sind auch

andere Regimes in Verwendung. Die Folsäuresubstitution erhöht signifikant die

Verträglichkeit und vermindert Therapieabbrüche von MTX bei nicht eindeutig

gesicherter Wirkungsabschwächung.

 

Bei gleichzeitiger Medikation von NSAR ist ein Einnahmeintervall von einigen Stunden

zu empfehlen.

 

Pharmakogenetische Untersuchungen  sind in der Routine noch nicht empfohlen.

 

Die Kombination von MTX mit den derzeit im Handel befindlichen LinkBiologika  zeigt

deutlich bessere Effekte als die jeweilige Monotherapie.

 

Indikationen

LinkChronische Polyarthritis,

LinkPsoriasisarthropathie,

LinkSLE,

undifferenzierte

LinkArthritiden,

periphere LinkArthritis bei

Linkseronegativen Spondarthropathien;

LinkCED-assoziierte Arthritiden

 

Wirkungseintritt

Nach 4–8 Wochen.

 

Untersuchung vor Therapiebeginn

LinkLaborbasisblock, LinkElektrophorese und Thoraxröntgen.

 

Laborkontrollen

LinkBB, LinkThrombozyten, LFP (Linkalk. Phosphatase, LinkGamma-GT, LinkGPT),

LinkKreatinin, kompletter Harn anfangs monatlich, nach einem Jahr bei stabilen

Werten alle drei Monate.

 

Klinische Kontrollen

Frage nach GI-Beschwerden (Magen-Darm Beschwerden), Hauterscheinungen,

Stomatitis, Atemnot oder Husten, Fieber.

 

Kontraindikationen

Alkoholabusus, aktive Lebererkrankung, Niereninsuffizienz, hämatologische

Systemerkrankungen; bestehende Infektionen; bekannte Allergie.

Strikte Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter bis 6 Monate nach

Therapieende. Auch bei Männern mit Kinderwunsch sind 6 Monate nach Therapieende

abzuwarten. 

 

Nebenwirkungen 

Methotrexat-Lunge mit Auftreten von Dyspnoe (Atemnot), Husten und Fieber (ähnlich

einem schweren grippalen Infekt). Hier ist bereits beim Verdacht obligatorisch das 

sofortige Absetzen von MTX, rasches Thorax-Röntgen zum Ausschluss einer solchen

MTX-Lunge und umgehend Therapie mit LinkGlucocorticoiden  und in schweren Fällen

antibiotische Abschirmung.

Eindrucksvolle Abnahme des LinkSerumalbumins weist auf Hepatotoxizität (Leber-

giftigkeit) hin.

 

- Übelkeit, Brechreiz oft nur am Einnahmetag.

- Anstieg der Leberenzyme – bis zum Zweifachen (kurzfristig auch des Dreifachen)

  des oberen Grenzwertes tolerierbar.

- Stomatitis,

- Mundulzera,

- Gewichtsabnahme;

- Potenzstörungen

- LinkLeuko- und/oder LinkThrombopenie,

- megaloblastäre Anämie,

- Nodulose (Auftreten multipler subkutaner Knoten "Rheumaknoten"),

- Haarausfall (reversibel).

 

Interaktionen

Wirkspiegel erhöhend und damit nicht erlaubt: 

- Sulfonamide,

- Trimethoprim,

- Diphenylhydantoin,

- Phenylbutazon,

- Tetracyclin.

 

Erwünschte Wirkungsverstärkung durch Chloroquin (in der Kombinationstherapie)

Probenecid vermindert MTX-Ausscheidung

Wirkungsabschwächung z.B. durch Allopurinol.

Die erhöhte Lebertoxizität  bei gleichzeitiger Gabe von Isoniazid ist zu beachten!

 

Achtung:

Strenge Kontrazeption bis 6 Monate über Therapieende bei Frauen und Männern.

Besondere Vorsicht ist bezüglich eventueller Leberveränderungen bei Patienten

mit höhergradiger Adipositas und Diabetes mellitus Typ 1 geboten. Alkoholkonsum

ist den Patienten abzuraten

 

Eine zwar äußerst seltene aber schwere, u.U. lebensgefährliche Komplikation ist 

die Methotrexat-Lunge (siehe unter Nebenwirkungen!). 

 

Nach Absetzen von MTX kommt es oft rasch (innerhalb von 3–6 Wochen) zum

erneuten  cP-Krankheitsschub.

 

Bei schweren hämatologischen Nebenwirkungen – hoch dosiert Leukovorin

(Folinsäure). Eine Unterbrechung der MTX-Therapie vor elektiven chirurgischen

Eingriffen wird derzeit nicht mehr generell empfohlen.

 

Therapieunterbrechung bzw. -abbruch

- Sofortiger Abbruch bei Verdacht oder Bestehen einer Methotrexat-Lunge.

- Bei LinkLeuko < 3.000, LinkThrombopenie < 100.000,

- akute Infektion,

- LinkSerumkreatinin > 1,3 mg/dl,

- Stomatitis,

- LinkGOT und LinkGPT über dreifachem oberem Normalwert.

 

 

Autor: Eveline Ioannidis

 

Quellen:

LinkÖsterreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation

LinkEuropean Medicines Agency (EMEA)

 

Stand: 30.12.2011

 

 

Weitere Informationen:

LinkPatientenaufklärung und Einverständniserklärungen für verschiedene

   Basismedikamente

LinkWas ist eine Basistherapie und was kann sie bewirken?

LinkWelche Basismedikamente (Langwirksame Antirheumatika = LWAR)

   gibt es?

LinkBiologika – Was sind sie? Was können Sie? Wie wirken Sie?

 

 

 

 

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