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Rheuma-Lexikon, Buchstabe P

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Psoriasis-Arthritis,
Psoriasis-Spondarthritis

 

 

Psoriasis-Arthritis-Entzündungen

Definition: Was bedeutet Psoriasis-Arthritis?

 

Die Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis-Arthropathie (Psoriasis = Schuppenflechte;

Arthro von griech. arthron = Gelenk und -pathie = Erkrankung) ist eine

Erkrankung der Gelenke und / oder der Wirbelsäule im Rahmen einer Schuppenflechten-

Hauterkrankung.

 

Was ist die Psoriasis? (Schuppenflechte)

Wie äußert sich die Psoriasis?

 

Der Name stammt ab von dem griechischen Begriff „psao“ (ich kratze) und verdeutlicht

eine Begleiterscheinung der Krankheit.

Die Psoriasis ist eine nicht ansteckende, chronisch-entzündliche Hauterkrankung,

an der in Europa 2 bis 3% der Bevölkerung leiden, das entspricht etwa fünf Millionen

Bürgern. Österreichweit sind etwa 250.000 Menschen betroffen.

Psoriasis ist der medizinische Fachausdruck für die Hautkrankheit Schuppenflechte.

 

Die Psoriasis aüßert sich durch scharf begrenzte, erhabene Hautstellen, die gerötet

und verdickt sind. Die Herde sind mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt, die Haut ist

trocken und spannt bei etwa 80 Prozent der Patienten. Im Gegensatz zu Ekzemen geht

sie meist gar nicht oder nur wenig mit Juckreiz einher. Die Herde befinden sich

hauptsächlich an der Streckseite von Ellenbogen und Knien, am Kreuzbein. Weitere

häufige Lokalisationen sind die Kopfhaut, die Ohren einschließlich Gehörgang, der Nabel

oder die Gesäßfalte (Analfalte).

In schweren Fällen ist die ganze Hautoberfläche betroffen.

Typisch sind Veränderungen an den Nägeln mit dellenartigen Verformungen (Tüpfelnagel)

und die so genannten Beau-Reil Querfurchen.

Mitunter bildet sich eine gelblich schimmernde Hornschicht im Nagelbett, der psoriatische

Ölfleck und eine stark vermehrten Verhornung oder schweren Verhornungsstörungen mit

einer starken Brüchigkeit des Nagels und Verlust der normalen Nagelplatte mit kosme-

tisch stark beeinträchtigen Veränderungen („Krümelnägel“). 

 

Charakteristisch ist das schubweise, chronische Auftreten der Krankheit. Die Dauer der

Schübe kann stark variieren – von Tagen bis zu Jahren. Auch die Stärke der Schübe

und die Intervalle dazwischen sind unterschiedlich.

Teilweise gibt es atypische Verläufe. Die Diagnose ist dann nur durch eine Hautbiopsie

mit Entnahme einer Gewebeprobe und feingewebliche Untersuchung möglich.

 

Welche Psoriasisformen gibt es?

 

Psoriasis kann in jedem Lebensalter auftreten. Etwa 75 Prozent der Patienten erkranken

vor dem 40. Lebensjahr (Frühtyp, Typ 1). Der Spättyp (Typ 2) zeigt sich nach dem 40.

Lebensjahr und verläuft meist leichter als der Frühtyp.

 

Die häufigste Psoriasisform ist Psoriasis vulgaris, an der etwa 95 Prozent der Patienten

leiden. Sie besteht aus Untergruppen; die häufigste ist die Plaque-Psoriasis.

Dabei bilden sich rote, erhöhte, schuppige Plaques, die oft schmerzhaft sind und bei

etwa der Hälfte der Patienten jucken.

Etwa 25 Prozent der Patienten leiden an Psoriasis arthropathica, der Gelenk-Psoriasis

oder auch Psoriasis-Arthritis: Die Gelenke schwellen an und sind schmerzhaft entzündet.

Die Psoriasis-Arthritis ist eine eigenständige Krankheit. Experten raten daher, neben dem

Hautarzt (Dermatologen) auch einen Rheumatologen zu Rate zu ziehen. Seltenere

Formen der Psoriasis sind die pustelförmige Psoriasis (Psoriasis pustulosa) mit nicht

ansteckenden Eiterbläschen oder die Psoriasis erythrodermatica (psoriatische

Erythrodermie), bei der die ganze Haut stark entzündet ist.

 

Bilder zu den einzelnen Psoriasisformen (auf DermIS):

 

Welche Ursachen und Auslöser gibt es für die Psoriasis?

 

Die auslösenden Prozesse der Psoriasis sind nicht vollständig geklärt. Man geht davon

aus, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Einer ist die Veranlagung: Trägt ein

Elternteil die Anlage für Psoriasis, liegt das Risiko für das Kind bei 30 Prozent, sind beide

Elternteile betroffen, bei 60 bis 70 Prozent. Psoriasis ist aber keine Erbkrankheit, weil

allein die Anlage vererbt wird, auf bestimmte Reize mit Psoriasis zu reagieren. Ein

erhöhtes familiäres Risiko bedeutet also nicht, dass die Krankheit sicher ausbricht.

Umgekehrt können die Schübe auch dann auftreten, wenn Psoriasis in der Familie noch

nie Thema war. Letztlich sind auch andere Faktoren ausschlaggebend: Infekte,

Medikamente (z.B. sogenannte Betablocker, wie sie zur Blutdrucksenkung oder einigen

Herzerkrankungen eingesetzt werden oder Lithium, das bei der Behandlung von

Depressionen verwendet wird), chronische Entzündungen im Körper, der Fett- und

Hormonstoffwechsel, Nikotin, Alkohol oder Stress.

 

Eine Besonderheit ist die Auslösung von Schuppenflechtenherden durch Reizungen der

Haut, z.B. starkes Kratzen, oder durch Verletzungen. Danach kann sich etwa 10-14

Tage später an dieser Stelle ein Psoriasis-Herd entwickeln. Dieses Phänomen wird als

Körbner-Phänomen bezeichnet.

 

Laut der gängigen Meinung gilt Psoriasis als Autoimmunerkankung. Das heißt,

Abwehrzellen richten sich gegen Zellen des eigenen Körpers. Wiener Forscher zeigten

allerdings, dass Psoriasis offenbar eine Hauterkrankung ist, die Auswirkungen auf das

Immunsystem hat – und nicht umgekehrt. Weitere Studien werden folgen.

Was auch immer sie zeigen werden: Das Immunsystem ist definitiv beteiligt.

 

Psoriasis-Arthritis: Gelenkbeteiligung bei Schuppenflechte

 

20 bis 40% Prozent aller Patienten mit Psoriasis (Schuppenflechte) erkranken innerhalb

der ersten 10 Jahre zusätzlich an Psoriasis-Arthritis (PsA).

Wegen der Veränderungen am Knochen spricht man z.T. auch von einer Osteoarthro-

pathia psoriatica (von griech. osteon = Knochen). 

 

Die Psoriasis-Arthritis ist eine besonders belastende chronische Krankheit, die sowohl

rheumatische als auch dermatologische Elemente aufweist: Sie ist eine chronisch-

entzündliche Erkrankung, bei der die Schuppenflechte (Psoriasis) mit Gelenksent-

zündungen (Arthritis) verknüpft ist. Keineswegs ist sie, wie manchmal vermutet wird,

eine Erkrankung, die nur im fortgeschrittenen Alter auftritt: Am häufigsten sind Menschen

zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr betroffen. Selten, aber doch, kann sie auch

bereits im Kindesalter vorkommen.

 

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronische, lebenslange Erkrankung. Studien haben zwar

gezeigt, dass es bei etwa 18 Prozent der Betroffenen zu einem zeitweisen Aussetzen

der Symptome kommen kann, allerdings erleidet etwa die Hälfte der Betroffenen nach

rund zwei Jahren einen neuerlichen Krankheitsschub. 

  • Sind die peripheren (körperferne) Gelenke betroffen,

    liegt eine Psoriasis-Arthritis im engeren Sinne vor.

  • Liegt eine Wirbelsäulenbeteiligung vor,

    handelt es sich um eine Sonderform der Psoriasis-Arthropathie, die als

    Psoriasis-Spondarthritis bezeichnet wird.

 

Die Psoriasis-Arthritis kann neben den Gelenken und der Wirbelsäule auch die Weichteile

befallen. Typisch sind Entzündungen von Sehnenansätzen (= Enthesitis, beispielsweise

Ansatzschmerzen der Achilles- oder der Fusssohlen-Sehne am Fersenbein oder

Entzündungsschmerzen über dem Brustbein bei Armbewegungen oder beim tiefen

Einatmen) sowie auch von Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln (Bursitis).

Die Manifestation an Sehnenansätzen, Bandansätzen und Kapselansätzen ist typisch

für die Psoriasis-Arthropathie und wird als Enthesiopathie bezeichnet (von gr. Enthesis

= Ansatzpunkt).

 

Die Manifestationen der Psoriasis an der Haut und am Bewegungssystem verlaufen in der

Regel nicht parallel. Meistens kommt es zunächst zu einer Hautbeteiligung und erst später

zu einer Gelenk- oder Wirbelsäulenbeteiligung.

 

Bei etwa 75% der Patienten geht die Hautmanifestation der Arthritis voraus, bei 15%

treten Haut-Psoriasis und Arthritis gleichzeitig auf, bei etwa 10% beginnt die Arthritis vor

der Haut-Psoriasis.

Etwa 6% der Patienten weisen nur die charakteristischen Symptome und die typischen

Befunde einer Psoriasis-Arthritis auf, ohne daß es jemals zu einer Haut-Psoriasis kommt.

Diese Sonderform der Psoriasis-Arthritis wird Arthritis psoriatica sine psoriase genannt

(von lat. sine = ohne).

 

Kein Zusammenhang besteht zwischen der Krankheitsaktivität und dem Schweregrad der

Psoriasis an der Haut und an den Gelenken. Nicht selten sieht man eine schwer-

verlaufende Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis-Spondarthritis mit nur minimalen oder

aktuell sogar völlig fehlenden Hautzeichen einer Psoriasis. Umgekehrt können selbst

schwerste Ausprägungen einer Psoriasis an der Haut ohne Symptome im Bereich des

Bewegungssystems vorliegen.

 

Allerdings ist es bekannt, daß bei einem Teil der Patienten ein Schub im Bereich der

Gelenke von einem Psoriasisschub an der Haut gefolgt wird.

 

Hauptsymptome der Psoriasis-Arthritis und der

Psoriasis-Spondarthritis:

  • Schmerzen vom entzündlichen Typ:

    rheumatische Schmerzen, die vor allem in Ruhe und sogar in der

    Nacht auftreten oder sich zu diesen Zeiten verstärken.

    Oft sind sie von einer ausgeprägten Steifigkeit in den Gelenken oder

    im Rücken begleitet.

  • Morgensteifigkeit:

    Charakteristisch ist darüber hinaus eine Betonung der Schmerzen in

    den frühen Morgenstunden, eine Besserung unter Bewegung und eine

    ausgeprägte Morgensteifigkeit, die oft bis weit in den Tag hineinreicht.

    Allerdings kann selbst bei einer hochaktiven Psoriasis-Arthritis die

    Morgensteifigkeit völlig fehlen. Das Fehlen einer ausgeprägten

    Morgensteifigkeit schließt damit die Diagnose einer Psoriasisarthritis

    nicht aus.

  • Gelenkentzündung  (Arthritis):

    Typische Zeichen der Arthritis, d.h. der Gelenkentzündung, sind

    Schwellungen oder Ergussbildungen in den Gelenken, außerdem eine

    Druckempfindlichkeit und eine z.T. sogar sehr ausgeprägte

    Berührungsempfindlichkeit im Bereich der betroffenen Gelenke. Durch

    die Schmerzen besteht in der Regel eine mehr oder weniger starke

    Funktionsbeeinträchtigung.

    Die Psoriasis-Arthritis geht allerdings im Vergleich zur rheumatoiden

    Arthritis (chronischen Polyarthritis) oder anderen verwandten

    Erkrankungen oft mit weniger Gewebsschwellung und sehr häufig ohne einen

    Gelenkerguß einher.

    Unbehandelt oder bei einer unzureichenden Behandlung entwickeln sich

    dann durch die anhaltende Entzündung in Verbindung mit Schonhaltungen,

    Vermeidungsverhalten und Ausweichbewegungen zunehmende Versteifungen

    der Gelenke, außerdem Fehlstellungen und fortschreitende Funktionseinbußen

    (Kontrakturen).

  • Daktylitis:

    Eine typische Manifestation der Psoriasisarthritis ist die Daktylitis, d.h.

    eine Schwellung nicht nur einzelner Gelenke, sondern eines ganzen

    Fingers („Wurstfinger“) oder einer ganzen Zehe („Wurstzehe“) und werden

    gelegentlich als Infektion fehlgedeutet. Das Vorliegen einer Daktylitis ist ein

    wichtiger diagnostischer Hinweis auf eine Psoriasis-Arthritis.

  • Pseudoguttöse Attacke:

    Sie äußert sich mit einer relativ akut einsetzenden, stark schmerzhaften

    Schwellung, Rötung und Überwärmung des Großzehengrundgelenks und

    kann auf den ersten Blick mit einem akuten Gichtanfall verwechselt

    werden (deshalb auch die Bezeichnung pseudoguttös von lat. guttös =

    gichtig).

 

Symptome der Psoriasis-Arthritis

 

Psoriasis-Arthritis ist eine Krankheit, die Haut, Nägel, Gelenke und mitunter die Wirbel-

säule bettreffen kann. Die Hautsymptome unterscheiden sich kaum von jenen der

Psoriasis ohne Gelenksbeteiligung. Der Juckreiz ist bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis

üblicherweise allerdings weniger stark ausgeprägt als bei Psoriasis-Patienten.

Ein Unterschied liegt auch in den befallenen Hautarealen: Typischerweise sind bei der

Psoriasis ohne Gelenksbeteiligung hauptsächlich die Extremitäten, v.a. Ellenbogen und

Knie betroffen, zudem das Kreuzbein und der behaarte Kopf. Bei der Psoriasis-Arthritis

findet man die psoriatischen Plaques häufiger am Brustkorb, in der Nabelgegend, den

Achselhöhlen, Analfalten oder Finger- und Zehenspalten.

Die stärksten und beschwerlichsten Symptome der Psoriasis Arthritis sind jedoch die

Gelenksbeschwerden.

Von der Psoriasis-Arthritis können sehr viele Gelenke betroffen sein. Bei Krankheitsbeginn

ist die Gelenkbeteiligung allerdings oft oligoartikulär (von griech. oligo = wenig), d.h. es

sind bis maximal vier Gelenke betroffen.

 

Am häufigsten befällt die Psoriasis-Arthritis die kleinen Gelenke an den Händen und Füßen

sowie die Kniegelenke und Sprunggelenke, weiterhin die Ellenbogengelenke. Generell sind

Gelenke im Bereich der unteren Körperhälfte häufiger und im Verlauf oft auch eher

betroffen. 

In seltenen schweren Fällen kann die Entzündung zu einer Gelenkzerstörung führen, man

spricht dann von einer Arthritis mutilans.

 

Typisch für die Psoriasis-Arthritis ist eine Beteiligung der Fingerendgelenke und der

Zehenendgelenke (distale Interphalangealgelenke, DIP). Der Befall der Endgelenke ist

ein charakteristisches Unterscheidungsmerkmal zur rheumatoiden Arthritis, bei der

diese Gelenke sehr selten betroffen sind.

 

Ebenfalls charakteristisch ist der sogenannte Strahlbefall, bei dem alle Gelenke eines

Fingers oder eines Zehs betroffen sind. Der Strahlbefall ist eine andere Manifestation

als die Daktylitis. Beim Strahlbefall sind nicht nur die Gelenke betroffen, sondern die 

Entzündung umfasst alle Strukturen einschließlich der Weichteile, der Sehnen,

Sehnenscheiden und selbst die des Knochens und der Knochenhaut ("Periost“).

 

Psoriasis-Spondarthritis: Wirbelsäulenbeteiligung

bei der Schuppenflechte

 

Bei der gelegentlichen entzündlichen Beteiligung der Wirbelsäule (20-30% der

Patienten) ist bevorzugt die Halswirbelsäule betroffen.

Die Psoriasis-Spondarthritis äußert sich in einer Entzündung der Wirbelkörper

(Spondylitis), der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthritis) sowie der Kreuz-

Darmbeingelenke (Sakroiliakalgelenke, Sakroileitis). Neuere Untersuchungen sprechen

sogar von einer isolierten Beteiligung der Kreuz-Darmbeingelenke in bis zu 70% der

Patienten mit Psoriasis-Arthritis. Wegen dieses Befallsmusters wird die Psoriasis-Arthritis

auch der großen Gruppe der Spondylarthropathien zugerechnet (Morbus

Bechterew-verwandten Erkrankungen).

 

Die Wirbelsäulenbeteiligung der Psoriasis kommt oft in Kombination mit dem Befall

stammnaher, großer Gelenke (Hüftgelenke, Kniegelenke) vor. Typisch ist auch eine

Arthritis der Gelenke zwischen Brustbein und Schlüsselbein (Sternoclaviculargelenke,

SC-Gelenke, d.h. eine Sternoclaviculargelenks-Arthritis). Oft findet sich auch eine

Arthritis der Gelenke zwischen dem Brustbein und den Rippen (Sternocostalgelenke,

Sternocostalgelenks-Arthritis). 

 

Bei der Psoriasis-Spondarthritis kommt es zu eine Beteiligung von Sehnen und

Sehnenansätzen (Enthesitis). Die Enthesitis führt bei der Psoriasis-Arthropathie zu

schwer behandelnden Entzündungen.

Charakteristische Manifestationen sind Achillessehnen-Entzündungen, die ohne

bekannten äußeren Anlaß auftreten, häufig sehr hartnäckig sind und oft nur extrem

zögerlich oder überhaupt nicht auf die therapeutisch Behandlungsmaßnahmen

ansprechen. Weitere Manifestationen können Fersenschmerzen, mit oder ohne

Entwicklung eines Fersensporns sein, Schmerzen entlang der Bandverbindungen im

Übergangsbereich von Brustbein und Rippen sowie im Bereich der Rippenknorpel,

speziell auch am Rippenbogen.

 

Die Rückenschmerzen können der Gelenkbeteiligung schon Jahre oder Jahrzehnte voraus

gehen. Umgekehrt kann sich eine Psoriasis-Spondarthritis zunächst mit einer Arthritis

oder einer Enthesitis und erst sehr viel später, mit Rückenschmerzen, tiefsitzenden

Kreuzschmerzen oder Nackenschmerzen, zeigen.

 

Symptome der Psoriasis-Spondarthritis

 

Die typischen Symptome einer Psoriasis-Spondarthritis sind Rückenschmerzen vom

entzündlichen Typ. Sie sind gekennzeichnet durch:

  1. Beginn der Rückenschmerzen vor dem 40. Lebensjahr,

  2. schleichender Beginn,

  3. Dauer seit mindestens 3 Monaten,

  4. Morgensteifigkeit,

  5. Besserung der Schmerzen bei Bewegung

Weitere wichtige Symptome:

  • Aufwachen in der 2. Nachthälfte sowie Verstärkung der Symptomatik am

    Morgen und nach einer längeren Ruhephase,

  • zum Teil ausstrahlender Schmerz, vor allem rückwerts im Oberschenkel

    bis zum Knie.

Im Gegensatz zum Morbus Bechterew oder auch anderen seronegativen

Spondarthritiden (Spondylarthropathien) beginnt die Wirbelsäulen-Beteiligung bei

einer Psoriasis-Arthritis, d.h. die Psoriasis-Spondarthritis, oft erst nach dem 40.

Lebensjahr. Da in diesem Lebensabschnitt häufig nicht mehr an die Erstmanifestation

einer entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankung gedacht wird, wird die

Diagnose der Psoriasis-Spondarthritis dann oft zunächst verpasst.

 

Diagnose der Psoriasis-Arthritis

 

Die Unterscheidung zwischen Psoriasis-Arthritis und anderen rheumatischen

Erkrankungen ist nicht immer einfach. "Wurstfinger" beispielsweise können auch

Zeichen eines Gichtanfalls sein, einer Lyme-Arthritis oder einfach einer

Handschwellung nach einem Unfall. Daher haben Experten im Rahmen des Rheum-

atologiekongresses EULAR 2005 in Wien "CASPAR" vorstellt: Die "Classification of

 Psoriatic Arthritis", eine Leitlinie, die Medizinern die Diagnose erleichtern soll.

Demnach liegt eine Psoriasis-Arthritis vor, wenn ein Patient bei folgendem

Fragebogen mehr als drei Punkte erreicht:

  1. Leidet der Patient gerade an einer Psoriasis? (2 Punkte)

  2. Hat der Patient selbst oder ein Arzt jemals eine Psoriasis festgestellt?

    (falls Frage 1 mit "nein" beantwortet wurde,1 Punkt)

  3. Leiden Familienmitglieder (Eltern, Geschwister, Kinder) an Psoriasis?

    (falls die Fragen 1 und  2 mit "nein" beantwortet wurden, 1 Punkt)

  4. Zeigen sich Psoriasis-Veränderungen an Finger- oder Zehennägeln? (1 Punkt)

  5. Kein Rheumafaktor im Blut nachweisbar. (1 Punkt)

  6. Entzündliche Schwellung ganzer Finger oder Zehen. (1 Punkt)

  7. Gab es jemals eine entzündliche Schwellung ganzer Finger oder Zehen?

    (falls Frage 6 mit "nein" beantwortet wurde, 1 Punkt)

  8. Sind im Röntgenbild Veränderungen an den Gelenken der Hände oder

    Füße feststellbar? (1 Punkt)

Zusätzlich zu diesem Fragebogen kann eine Tastuntersuchung Aufschluss geben:

Arthritis psoriatika-Gelenke sind weniger druckschmerzhaft als etwa Gelenke der

chronischen Polyarthritis, der häufigsten chronisch-entzündlichen rheumatischen

Erkrankung. Typisch ist auch das Fehlen von Rheumaknoten.

 

Früherkennung:

Patienten-Fragebogen zur Erkennung einer Psoriasis-Arthritis

 

Die Diagnosestellung erfolgt durch die Anamnese, d.h. eine detaillierte Patienten-

befragung mit Angaben zu der genauen Schmerzcharakteristik und zu Begleitsymptomen

und aufgrund des Nachweises einer Psoriasis in einer ihrer Varianten in Verbindung mit

der Feststellung eines entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenbefalls. Die Diagnose-

wahrscheinlichkeit steigt mit dem Vorliegen eines charakteristischen Gelenkbefallmusters

und/oder typischen radiologischen Veränderungen am periheren und/oder Achsenskelett.

Bei fehlender Hautbeteiligung auch in versteckten Arealen (z.B. hinter den Ohren; im

Gehörgang; Haaransatz; Kopfhaut; Bauchnabel; Analfalte) oder an den Nägeln kann

eine positive Familienanamnese für die Psoriasis oder PsA diagnoseweisend sein

und in der Zusammenschau mit dem Befallsmuster und typischen Röntgenbefunden

die nosologische Einordnung ermöglichen. Diese Arthritis psoriatica sine psoriase

(ca. 6% der Verlaufsformen) ist im Einzelfall jedoch immer kritisch gegen die

Differentialdiagnosen der Arthritis psoriatica abzuwägen.

 

Weitere Hinweise auf eine Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis-Spondarthritis sind:

  • Vorliegen einer Schuppenflechte an der Haut in Verbindung mit

    Gelenkschmerzen und Rückenschmerzen vom entzündlichen Typ:

    • Ruheschmerz, Nachtschmerz, Schmerzen, die in Ruhe zunehmen

      und sich unter Bewegung bessern

  • Gelenkschwellungen

  • Sehnenscheidenentzündungen

  • Achillessehnen-Schmerzen oder –entzündungen

  • Fersenschmerzen

  • stechenden Schmerzen neben oder hinter dem Brustbein

  • tiefsitzenden Kreuzschmerzen

  • ischiasartigen Beschwerden, die u.U. von der einen auf die

    anderen Seite wechseln oder in beide Beine ausstrahlen

  • ausgeprägter, andauernder Morgensteifigkeit

  • Bei Fehlen einer Haut-Psoriasis: Schuppenflechtenerkrankung

    mit oder ohne Gelenk- oder Wirbelsäulenbeteiligung bei nahen

    Verwandten (ersten oder zweiten Grades)

Standard bei jeder Diagnose ist der Einsatz bildgebender Verfahren wie Röntgen,

Magnetresonanztomografie, Computertomografie und Szintigrafie, sowie eine

Unterstützung der Diagnose durch spezielle Blutbefunde.

 

Laboruntersuchungen bei der Psoriasis-Arthritis, Psoriasis-Arthritis-Laborwerte

 

Röntgendiagnostik:

Periphere Gelenke

  • Asymetrische Veränderungen

  • Osteolysen mit Pencil-in-cup-Phänomen, abgelutschte Phalangenenden, Ankylosen

  • Proliferative Veränderungen an den Basen der Endphalangen, der Nagelplatte und

  • den Metacarpalköpfchen (sogen. Protuberanzen, Wollkragen)

  • Diaphysäre Periostossifikationen an den Phalangen

  • Fehlende gelenknahe Osteoporose

  • (Sub) Luxationen, groteske Mutilationen

  • Entzündliche Enthesopathien mit kapsulärer Fibroostitis (z.B. Trochanter, Patella,

  • Calcaneus)

Achsenskelett

  • Sakroiliitis (häufiger auch einseitig)

  • Spondylitis: im Gegensatz zur klassischen ankylosierenden Spondylitis überwiegen

  • segmentale und aysmetrische Veränderungen,

  • selteneres Auftreten marginaler Syndesmophyten

  • Paravertebrale Ossifikationen

  • Hyperostose an der Vorderseite der Wirbelkörper (insbesondere bei schwerem

  • HWS-Befall)

Es gehört zu den wesentlichen Erkenntnissen der modernen Rheumatologie, daß sich die

schwerwiegenden Folgen bei vielen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen umso eher

vermeiden oder zumindest abschwächen lassen, wenn die Erkrankung so früh wie möglich

erkannt und so schnell wie möglich wirksam behandelt wird.

Von der besonderen rheumatologischen Erfahrung der spezialisierten Einrichtungen

profitieren aber auch Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung.

 

Die Therapie der Psoriasis-Arthritis

 

Psoriasis-Arthritis ist nicht heilbar, kann allerdings gut behandelt werden - und muss es

auch: Wird die Krankheit nicht oder unzureichend therapiert, werden die Gelenke nach

und nach zerstört. Zusätzlich schleichen sich Schonhaltungen ein. Es kommt zu

dauerhaften Fehlstellungen, die Beweglichkeit wird eingeschränkt, Schmerzen und

Entzündungen werden stärker.

 

Entgegengesteuert wird dieser Entwicklung mit einer Kombination verschiedener

Therapiemaßnahmen.

Sie helfen, mehrere Ziele zu erreichen:

  • Das Fortschreiten der Krankheit verhindern,

  • Beweglichkeit erhalten,

  • Schmerzen reduzieren und

  • Komplikationen vorbeugen.

Erreicht werden diese Ziele durch die Zusammenarbeit von Patient und Arzt und durch

ein Therapiekonzept, das immer aus Bewegung und medikamentösen Therapien besteht.

Experten empfehlen, dabei einen Hautarzt und einen Rheumatologen (= ein Internist mit

der zusätzlichen Qualifikation durch die Schwerpunktbezeichnung "Rheumatologie")

zu Rate zu ziehen. Bei Bedarf folgen Operationen, psychologische und/oder soziale

Unterstützung. Für die medikamentöse Therapie stehen verschiedene Wirkstoffe zur

Verfügung. Aus einem Pool von Arzneien wird für jeden Patienten die passende

Kombination gesucht.

 

  • Physikalische Therapien

  • Egal ob Heilgymnastik, Rad fahren, Wandern oder Aquajogging: Bewegung ist ein

    wichtiges Element der Therapie: Sie hält die Gelenksschmiere in Fluss und hilft,

    die Gelenksknorpel mit Nährstoffen zu versorgen. Langfristig wirkt sie der

    gefürchteten endgültigen Versteifung der Gelenke entgegen. Dafür ist es

    entscheidend, auch in akuten Phasen nicht auf Bewegung zu verzichten.

    Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Ergotherapie,

    durch die Patienten lernen, ihr Leben gelenkschonend zu gestalten.

  • Balneotherapie

  • Die Therapie mit medizinischen Bädern hat den Vorteil, dass sie Psoriasis-

    und die Arthritissymptome gleichzeitig lindert. Gut wirksam sind Thermalbäder,

    radioaktive Quellen, Schwefelbäder und Schwefelgasbäder. Warme Bäder und

    Wärmeanwendungen generell sind jedoch bei akuten Arthritisschüben nicht

    empfehlenswert.

    Gegen Gelenksbeschwerden hat sich die Kältetherapie (Kryotherapie) bewährt.

    Gelindert werden die Beschwerden dabei durch Eismassagen, Eiswickeln,

    Kaltluft oder Kaltwind, der mit Hilfe von Stickstoff erzeugt wird.

    Empfehlenswert bei psoriatischen Hautveränderungen ist auch eine drei- bis

    vierwöchige Therapie am Toten Meer. Der Grund liegt in der Kombination aus

    Magnesiumchlorid, der durchschnittlichen Luft- und Wassertemperatur von

    23°C bis 24°C und dem geringen UV-B-Anteil der Sonnenstrahlung. Wer

    zusätzlich mit Schwefelbädern und Moorpackungen behandelt wird, profitiert

    doppelt. Allerdings ist der Tapetenwechsel nicht jedem Patienten möglich.

    In diesem Fall lässt sich der positive Effekt der Meerestherapie zumindest

    teilweise nachahmen. Hierzulande geschieht das mit Baden in Salzwasser und

    anschließender Bestrahlung mit ultraviolettem Licht. Auch Massagen lindern die

    Beschwerden: Sie entspannen die durch Fehlhaltungen verspannten Muskeln

    und fördern die Durchblutung. Hilfreich sind zudem Strom- und Ultraschalltherapie.

     

Medikamentöse Therapien

 

Nichtsteroidale Antirheumatika

(NSAR: nichtsteroidale Antiphlogistika - auch NSAID: Non-Steroidal Anti-

Inflammatory Drugs) wirken rasch entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Sie blockieren die Bildung der Prostaglandine, die unter anderem die Empfindsam-

keit der Schmerzrezeptoren steigern und an Entzündungsreaktionen beteiligt sind.

NSAR werden bei etwa 85 Prozent aller Patienten mit Psoriasis-Arthritis eingesetzt

und sind bei über zwei Drittel dieser Patienten gut gegen die Schmerzen und

Schwellungen wirksam, können jedoch die Gelenkszerstörung nicht aufhalten.

NSAR wirken nicht auf Hautsymptome. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen- und

Darmprobleme wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei langfristiger

Einnahme besteht das Risiko, ein Magengeschwür zu entwickeln, das wegen der

schmerzlindernden Wirkung des Medikaments mitunter zu spät erkannt wird. Bei

Fieber, blutigen Spuren im Stuhl oder schwarzem Stuhl muss sofort ein Arzt

aufgesucht werden.

Mögliche Nebenwirkungen außerhalb von Magen und Darm sind unter anderem

Kopfschmerzen, Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe), Müdigkeit, Juckreiz

und Bluthochdruck. Es gibt verschiedene Vertreter dieser Medikamentengruppe,

bei denen das Risiko für diese Nebenwirkungen unterschiedlich ausgeprägt sein

kann.

 

Cortison, Glukokortikoide, Steroide, Kortison:

Vier Namen für ein und dieselbe Medikamentengruppe. Glukokortikoide

gehören zu den wichtigsten Medikamenten für Rheuma- und Psoriasis-

Patienten, da sie Entzündungen effizient hemmen können. Sie verlangsamen

das Zellwachstum der Entzündungszellen und senken die Aktivität des

Immunsystems. Kortison sollte wegen der möglichen Nebenwirkungen allerdings

nur in akuten Phasen und nicht zu lange eingesetzt werden. Die Wirkung an

der Haut erschöpft sich jedoch schneller als an den Gelenken, und bei

Absetzen besteht die Möglichkeit, dass der Körper auf Entzug des Medikaments

mit erhöhter Krankheitsaktivität reagiert. Bei kurzfristiger Einnahme bleibt jedoch

selbst die Behandlung mit hohen Dosen ohne Nebenwirkungen.

Mögliche unerwünschte Wirkungen sind Schlafstörungen, Nervosität und

Schwindel, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Verdünnung der Haut,

Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Wachstumsstörungen bei

Kindern, Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe) und erhöhte Infektionsgefahr.

 

Langfristig krankheitsmodifizierende Antirheumatika

oder langwirksame Antirheumatika (DMARD: Disease Modifying Antirheumatic

Drugs) gelten als Basistherapie. Dazu gehören Medikamente wie Methotrexat

(MTX), Leflunomid und Sulfasalazin. Auch Cyclosproin und

Antimalariamittel werden zur Langzeittherapie der Arthritis psoriatika

eingesetzt.

Laut Experten sollte jede aktive Psoriasis-Arthritis mit langwirksamen Antirheuma-

tika behandelt werden.

Gemeinsam ist diesen Substanzen, dass sie die chronische Entzündung in den

Gelenken aufhalten oder verringern. Es kann allerdings mehrere Wochen dauern,

bis die Wirkung einsetzt. Manche dieser Medikamente besitzen eine Wirkung

sowohl auf die Hautsymptome als auch auf die Gelenke, andere zeigen keinerlei

Effekte auf die Psoriasis.

Mögliche Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen, Augenschäden,

Blutbildveränderungen, Hautreaktionen, Kopfschmerzen, Leberschäden,

Nierenschäden und Übelkeit.

 

Biologicals

Als Biologicals (TNF-alpha-Hemmer, auch DCARD: Disease Controlling

Antirheumatic Drugs) werden Medikamente einer neuen Substanzklasse

bezeichnet, die als einzige direkt im Immunsystem ansetzen – dort also, wo die

Krankheit ihren Anfang nimmt. Sie werden zur Behandlung von schweren Formen

der Psoriasis-Arthritis eingesetzt, wenn DMARDs (langwirksame Antirheumatika)

keinen ausreichenden Behandlungserfolg liefern. In Österreich sind verschiedene

Präparate zur Behandlung der Psoriasis Arthritis zugelassen, dazu gehören

Etanercept, Adalimumab, Infliximab, Golimumab und seit Kurzem

Ustekinumab.

Weitere Substanzen befinden sich für diese Indikation in der klinischen Prüfung,

unter anderem Secukinumab und Certulizumab pegol.

Die meisten Biologicals neutralisieren oder blockieren den entzündungsfördernden

Botenstoff TNF-alpha (Tumor-Nekrose-Faktor alpha). Die Entzündungsinformation

wird also nicht überbracht.

Biologicals werden so hergestellt, dass sie körpereigenen Eiweißstoffen ähneln.

Diese Proteine würden allerdings im Magen vorzeitig abgebaut werden, daher

müssen sie unter die Haut gespritzt oder über Infusionen verabreicht werden. Um

die Entzündungsprozesse zu stoppen, wird das Immunsystem gehemmt, daher

kann es als Nebenwirkung zu Infektionen kommen, mitunter nehmen auch

grundsätzlich banale Infekte einen schweren Verlauf. Selten wurden Magen-Darm-

Störungen beobachtet, in Einzelfällen auch Blutbildveränderungen. Vor dem

Beginn einer Biologika-Behandlung müssen daher bestimmte Untersuchungen

durchgeführt werden (z.B. zum Ausschluss von latenter Tuberkulose oder anderer

Infektionen) und eine regelmäßige Kontrolle während der Therapie ist notwendig. 

 

Schmerzmittel

(Analgetika) lindern allein den Schmerz. Es gibt zwei Gruppen von Schmerzmitteln:

die so genannten peripher wirksamen Analgetika setzen am Ort des Schmerzes an,

die zentral wirksamen Analgetika beeinflussen Schmerzwahrnehmung und -

verarbeitung im Gehirn.

Da rheumatische Basismedikamente in der Regel entzündungsbedingte Schmerzen

lindern, werden Analgetika hauptsächlich dann eingesetzt, wenn der Schmerz

nicht in erster Linie durch die Entzündung entsteht, sondern beispielsweise durch

Abnützung. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen- und Darmbeschwerden,

Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System oder Hautreaktionen. Starke Schmerz-

mittel wie Opioide können abhängig machen, wenn sie nicht genau nach den

Empfehlungen des Arztes eingesetzt werden.

 

Weitere Infos zur medikamentösen Therapie:

 

Chirurgische Maßnahmen

 

Sind die Gelenke durch die Erkrankung bereits stark angegriffen, kann es not-

wendig sein, Operationen vorzunehmen. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur

Verfügung. Bei der so genannten Synovialektomie etwa wird die Gelenkschleimhaut

entfernt. Eingesetzt wird diese Methode, wenn der Patient auf die herkömmliche

Therapie nicht anspricht oder nur ein einziges Gelenk therapieresistent ist. Wird

diese Operation in einem frühen Stadium durchgeführt, entzieht man der

Gelenksentzündung die Basis. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis dieser Methode wird

derzeit allerdings diskutiert. Manche Experten berichten nach Auswertung ihrer

Studien von erhöhter Infektionsgefahr, andere von Gelenksversteifung nach der

Operation. Wieder andere konnten derartige Risiken in ihren Untersuchungen nicht

bestätigen.

 

Eine weitere Methode ist das operative Versteifen instabiler und sehr schmerz-

hafter Gelenke. Diese so genannte Arthrodese wird meist am Daumenend- oder

Zehenendgelenk vorgenommen. In einigen Fällen ist es auch sinnvoll, ein Gelenk

durch ein künstliches zu ersetzen. Mit guter Vorbereitung und Nachbetreuung kann

das neue Gelenk das alte so gut wie ersetzen. Konnten schwere Schäden an den

Gelenken nicht vermieden werden, ist es möglich, die Deformierungen mit einer

Korrekturoperation auszugleichen.

 

Was können Sie selbst tun?

 

Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die häufig ein Leben lang mit

Medikamenten behandelt werden muss. Unterstützend können Betroffene einiges tun,

um ihr Wohlbefinden zu verbessern.

 

Gemeinsam stärker

Eines ist jedenfalls hilfreich: Mit anderen Erkrankten zu reden. Der Erfahrungsaustausch

tut gut – gerade bei einer Krankheit, bei der es so viele Vorurteile gibt, wie Betroffene

oft leidvoll erfahren müssen.

 

Wenn Sie sich mit Betroffenen austauschen wollen, dann sind Sie in unserem Rheuma-

Forum genau richtig.

Rheuma-Selbst-Hilfe at, Rheuma-Forum

 

Bewegung

Wie bei allen entzündlichen Gelenkserkrankungen ist es wichtig, die Beweglichkeit der

Gelenke zu erhalten oder wieder zu erreichen. Dafür ist Bewegungstherapie und

Krankengymnastik ganz wesentlich – was natürlich durch die Schmerzen oft sehr

schwierig ist. Betroffene berichten, dass die Gymnastik mit Fango, Moor oder Wasser

leichter fällt und weniger schmerzhaft ist.

 

Entspannung

Entspannungstrainings können nicht nur bei der Schmerzbewältigung helfen, sondern

auch dabei, das psychische Wohlbefinden zu stärken, zur Ruhe zu kommen und so die

Grundstimmung zu verbessern.

 

Verfahren gegen den Stress wie Autogenes Training oder die Progressive

Muskelentspannung nach Jacobson tragen oft deutlich zu einer Verbesserung der

subjektiven Empfindung bei: Man kann wieder besser schlafen und fühlt sich

ausgeglichener.

 

Ernährung bei der Psoriasis-Arthritis

Wenig Fleisch und reichlich Fisch essen – das ist eine der Ernährungsempfehlungen

für Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie der Psoriasis-Arthritis.

Es gilt, durch unterstützende Ernährungsmaßnahmen die Entzündungsaktivität zu

vermindern. Das ist zwar nur zu einem gewissen Grad möglich, doch hilfreich ist es,

nicht zu viel Fleisch, Wurst und fette Milchprodukte wie Butter zu essen – denn in

diesen Lebensmitteln kommt die entzündungsfördernde Arachidonsäure vor. Frei von

dieser sind alle pflanzlichen Lebensmittel. Günstig, weil entzündungshemmend, sind

hingegen Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Meeresfischen wie Lachs, Makrelen,

Thunfisch und Hering vorkommen.

 

Welche Ernährungsform Ihnen individuell besonders gut tut, müssen Sie aber selbst

herausfinden – die allgemeine „Diät“, die allen Menschen mit Psoriasis-Arthritis hilft,

gibt es nicht.

Auf eines sollten Sie auf jeden Fall achten: Übergewicht verschlimmert die Beschwerden.

Denn Schwitzen und die starke Gelenksbelastung fördern die Erkrankung.

 

Aber Sie sollten, auch wenn Sie auf eine gesundheitsbewusste Ernährung achten,

nicht auf Genuss verzichten: Denn es ist schwer genug, mit schmerzenden Gelenken

und empfindlicher Haut leben zu müssen – da sollten Sie sich schon Dinge gönnen,

die Ihnen gut tun.

 

 

Autor: Eveline Ioannidis

 

Stand: 27.11.2013

 

Quellen:

Come Back ins Leben

Kompetenznetz-Rheuma

netdoktor.at

rheuma-online.de

 

 

 

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