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Dr. Mesaric

 
 
 

Thyroxin (T4), freies Thyroxin (freies T4 = fT4)

Thyroxin ist ein Schilddrüsenhormon.

Die Schilddrüse heißt lateinisch "Glandula thyreoidea". Der Begriff Hormon kommt aus

dem Griechischen und bedeutet soviel wie antreiben, in Bewegung setzen.

Freies T4 ist das nicht an Eiweißstoffe gebundene T4.

 

Wann bestimmt man T4 bzw. fT4?

Bei Verdacht auf verschiedene Schilddrüsenerkrankungen oder Funktionsstörungen,

insbesondere bei Verdacht auf Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Man misst

T4 oder fT4 in der Blutflüssigkeit (wie oben erwähnt, hat meist fT4 die höhere

Aussagekraft). Ob man T4 bzw. fT4 gleich bei der Erstuntersuchung misst oder erst

dann, wenn die TSH Bestimmung abnorm ist oder unklare Ergebnisse gebracht hat,

wird unterschiedlich gehandhabt.

Auch zur Überwachung einer Schilddrüsenhormontherapie kann die Bestimmung

eingesetzt werden.

 

Welche Zeichen hat eine Schilddrüsenüberfunktion (= Hyperthyreose)?

Hervortretende Augäpfel ("Glanzauge", Exophthalmus), Schilddrüsenvergrößerung

(Kropf), Zittern, Fahrigkeit, Schweißausbrüche, Bevorzugung kühlerer Umgebung,

schneller Herzschlag, Durchfälle, vermehrter Appetit (trotzdem Gewichtsabnahme),

dünne Haare, Haarausfall, Durchfälle, Muskelschwäche. Bei älteren Menschen sind

die Zeichen oft nicht so deutlich ausgeprägt.

 

Welche Zeichen hat eine Schilddrüsenunterfunktion (= Hypothyreose)?

Aufgedunsenes Gesicht, verschwollene Augen, geschwollene Lippen,

Gewichtszunahme, trockene, raue, verdickte, manchmal gelblich verfärbte Haut,

Verlangsamung, heisere Stimme, leichte Ermüdbarkeit, allgemeine Schwäche,

Verstopfung, langsamer Herzschlag, Bevorzugung wärmerer Umgebung, ev. Kropf.

 

REFERENZ-

BEREICH:

Erwachsene

Bereich

Einheit

Bereich

Einheit

Gesamt T4 (TT4)

55 - 110

µg/l

77 - 142

nmol/l

freies T4 (fT4)

8 - 18

ng/l

10 - 23

pmol/l

 

Im Alter liegen die Werte für fT4 meist im oberen

Referenzbereich.

ERHÖHUNG:

Primäre Schilddrüsenüberfunktion

(= primäre Hyperthyreose; häufig)

 

Liegt dann vor, wenn die Schilddrüse zu viel

Schilddrüsenhormone ausschüttet. Die Hirnanhangsdrüse

wird versuchen gegenzusteuern indem sie die TSH

Ausschüttung vermindert. TSH wird daher in diesen Fällen

erniedrigt sein.

 

Ursachen der primären Hyperthyreose

  • Autoimmun-verursachte Entzündungen der Schilddrüse

  • (Unsere Abwehr richtet sich gegen das eigene

    Schilddrüsengewebe).

    Dazu gehört der Morbus Basedow.

  • Andere Entzündungen der Schilddrüse,

  • auch durch Bestrahlung verursachte

  • Gutartige Tumoren

  • (sog. Autonomes Adenom),

    seltener bösartige Tumoren (Schilddrüsenkarzinom)

    der Schilddrüse können Schilddrüsenhormone bilden

  • Disseminierte Autonomie der Schilddrüse

  • Die ganze Schilddrüse bildet zu viel Hormone obwohl

    TSH niedrig ist

  • Jodzufuhr

  • Übermäßige Jodzufuhr bei Jodmangel oder Autonomer

    Schilddrüse (Medikamente, Kontrastmittel)

 

VERMINDERUNG:

Hyperthyreosis factitia

("künstliche" Überfunktion)

 

Übermäßige Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten führt

zu erhöhten T4 bzw. fT4 Spiegeln im Blut.

 

Sekundäre Schilddrüsenüberfunktion

(= sekundäre Hyperthyreose; selten)

 

Obwohl die Schilddrüse genügend Hormone produziert,

schüttet die Hirnanhangsdrüse weiter TSH aus und treibt

dadurch die Schilddrüse an. Das führt dann natürlich dazu,

dass zu viele Schilddrüsenhormone im Blut sind, also eine

Schilddrüsenüberfunktion, eine Hyperthyreose entsteht.

Und weil daran nicht die Schilddrüse selbst schuld ist,

nennt man das "sekundäre" Hyperthyreose. In diesen Fällen

wird die TSH Konzentration im Blut erhöht sein.

 

Ursachen einer sekundären Schilddrüsenüberfunktion:

  • Tumoren, die TSH oder TSH-ähnliche Stoffe produzieren

  • Unempfindlichkeit der Hirnanhangsdrüse gegenüber den

  • Schilddrüsenhormonen (Hirnanhangsdrüse "glaubt" es sei

    zu wenig Schilddrüsenhormon im Blut und schüttet

    verstärkt TSH aus)

 

Schwangerschaft

in der Schwangerschaft ist das Gesamt-T4 (TT4 oder T4

genannt) etwa ab der 11. Woche um ca. 50% erhöht.

 

Schwere andere Erkrankungen und Heparintherapie

Bei Patienten mit schweren Erkrankungen (die nicht die

Schilddrüse betreffen) und bei Heparintherapie (Spritzen zum

Schutz vor Blutgefäßverstopfung) kann es zu Erhöhungen des

fT4 kommen, ohne dass dies Zeichen einer

Schilddrüsenüberfunktion sein muss.

In diesen Fällen muss das Gesamtbild (fT4, TT4, TSH und ev.

noch andere Labortests) beurteilt werden.

 

 

 

 

Autor: Dipl. MTF Nicole Dorner

 

Quellen:

wikipedia.at/

AKH consilium

med4you.at/

 

 

 

 

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