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Rheuma-Lexikon, Buchstabe R

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Was ist Rheuma?

Rheuma-Knie-Hüfte 

Definition: Rheuma

 

Der Begriff "Rheuma" kommt aus dem griechischen und bedeutet Fluß, Strömung.

 

"Rheuma" ist keine Diagnose im engeren Sinne auch keine einheitliche Krankheit,

sondern der Oberbegriff für etwa 400 einzelne Erkrankungen, die sich zum Teil ähneln,

die aber zum Teil auch völlig unterschiedlich in ihrer Ursache, der Art ihrer Symptome,

ihrem Verlauf, in ihrer Behandlung und in ihren Folgen sind.

 

Sowohl unter Laien, als auch unter Fachleuten ist der Begriff "Rheuma" nicht eindeutig

definiert.

 

Als Ursachen kommen:

  • Verschleiß und altersbedingten Veränderungen

  • angeborene oder ererbte Faktoren,

  • erworbene Veränderungen,

  • früher durchgemachte Verletzungen,

  • Stoffwechselstörungen,

  • Entzündungen und

  • Störungen des Immunsystems

in Betracht.

 

Rheumatische Krankheiten werden nach den zugrunde liegenden

Störungen in vier Hauptgruppen unterteilt:

  1. Entzündlich rheumatische Erkrankungen (Linkautoimmun bedingt) 

  2. wie LinkRheumatoide Arthritis (RA), (chronische Polyarthritis = c.P.),

    LinkSpondylitis ankylosans (Morbus Bechterew),

    LinkPsoriasis-Arthritis,

    LinkReaktive Arthritis,

    LinkJuvenile idiopathische Arthritis,

    LinkKollagenosen (Bindegewebserkrankungen)

    und LinkVaskulitiden (entzündliche Gefäßerkrankungen).

  3. Degenerative  rheumatische Erkrankungen (verschleißbedingt) 

  4. wie LinkArthrose

  5. Stoffwechselstörungen, die mit rheumatischen Beschwerden

  6. einhergehen

    z. B. Osteoporose,

    Gicht und andere Kristallablagerungskrankheiten (Kristallopathien),

    Hämochromatose (Eisenstoffwechselstörung)

  7. Rheumatische Schmerzkrankheiten ("Weichteilrheumatismus")

  8. LinkFibromyalgie (nicht-entzündliche chronische Schmerzerkrankung des

    Gelenk- und Bewegungsapparates mit vegetativen Störungen)

    LinkPolymyalgia rheumatica

    Polymyositis (Entzündung des Muskelgewebes)

     

Organbeteiligungen von rheumatischen Erkrankungen

 

Rheumatische Erkrankungen beschränken sich nicht allein auf das Bewegungssystem

und einen alleinigen Befall von Knochen oder Gelenken. Da bei der Entstehung von

vielen rheumatischen Erkrankungen das Immunsystem eine zentrale Rolle spielt,

handelt es sich bei vielen rheumatischen Erkrankungen um Systemerkrankungen, die

den ganzen Körper betreffen und nicht nur zahlreiche Organe befallen können,

sondern z.T. auch mit schweren Allgemeinsymptomen wie:

  •  allgemeiner Schwäche,

  •  Abgeschlagenheit,

  •  Müdigkeit,

  •  Nachtschweißigkeit,

  •  Gewichtsabnahme und

  •  Fieber

einhergehen können.

 

Anders als beispielsweise bei Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen erschließt sich

die Bedeutung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen weniger aus dem Sterberisiko

als aus schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Lebensqualität der Betroffenen.

 

 

Rheumatische Erkrankungen im Kinder - und Jugendalter

 

Rheuma ist auch nicht, wie viele meinen, eine Krankheit der alte Menschen. Vielfach

ist nicht bekannt, dass rheumatische Erkrankungen auch bei Kindern und Jugendlichen

auftreten können.

 

Eine der folgeschwersten rheumatischen Erkrankungen, die Linkchronische

Polyarthritis, tritt im Mittel erstmals im Alter von 45 Jahren auf. Sie kann aber auch

schon im jungen Erwachsenenalter beginnen und nimmt dann oft einen schweren

Verlauf.

Am schwerwiegendsten für die betroffenen Kinder und ihre Eltern und ihre Familie sind

die chronisch verlaufenden rheumatischen Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter,

die früher unter der Bezeichnung juvenile chronische Arthritis und heute in einer

neuen Klassifikation in der Krankheitsgruppe der Linkjuvenilen idiopathischen Arthritis

zusammengefasst werden.

 

Die schwerste Verlaufsform der juvenilen idiopathischen Arthritis, das Still-Syndrom,

das mit lebensgefährlichen Organbeteiligungen einhergehen kann, beginnt bereits im

Kleinkindalter und kann sogar schon Säuglinge befallen.

 

Die Annahme, daß Rheuma eine Krankheit des alten Menschen sei, ist ebenso falsch

wie der Volksglaube, Rheuma werde u.a. durch feuchte Nässe verursacht. Auch die

Vorstellung, ein Entzündungsherd im Körper (z.B. vereiterte Zähne oder Mandeln als

sog. Link*Fokus-Theorie) könne Rheuma verursachen, trifft nicht zu.

 

Ursache und Diagnostik

 

Die Ursachen der meisten entzündlich-rheumatischen Krankheiten sind bis heute

nicht ausreichend geklärt. Es gilt jedoch als gesichert, dass komplexe genetische,

immunologische und hormonelle Prozesse mit Umweltfaktoren (z. B. Infektionen,

Rauchen) zusammenwirken. Wegen der sehr vielfältigen Erscheinungsformen erfordert

das Stellen einer rheumatologischen Diagnose die Beobachtung einer Vielzahl klinischer

Zeichen, die Befragung der Erkrankten und die Durchführung technischer

Untersuchungen. Neben dem klinischen Befund geben Geschlecht, Erkrankungsalter,

Art des Gelenkbefalls, Schmerzcharakter und Familienanamnese wichtige Hinweise.

 

Die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung ist eine Sammlung verschiedener

Informationen und das Zusammensetzen der Befunde zu einem Gesamtbild.

LinkLaborbefunde spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie Diagnosen bestätigen

oder Symptome weiter klären. Falsch jedoch ist die Meinung, dass rheumatische

Erkrankungen allein aus dem Blut diagnostiziert werden können.

Eine vollständige Diagnostik beinhaltet den Einsatz mehrerer Methoden.

 

Anamnese (Vorgeschichte und Krankengeschichte eines Patienten)

 

Wichtigster Bestandteil der Diagnostik ist ein gründliches Gespräch mit dem

Rheumatologen.

Dabei werden Informationen über die Beschwerdedauer, Lokalisation von Schmerzen

und Gelenkschwellungen sowie den Schmerzcharakter gesammelt.

Außerdem sind rheumatologisch relevante Begleiterscheinungen wichtig

(LinkSchuppenflechte oder andere Hautausschläge, Symptome an weiteren Organen

wie den Augen, HNO-Gebiet, Lunge, Nerven, Herz oder Nieren) sowie familiäre

Vorbelastung, außerdem eine genaue Erfassung des gesamten Krankheitsumfeldes

(Lebensbedingungen, seelische Einflüsse, Umwelteinflüsse, Berufsanamnese) und

bisherige Therapie.

 

Klinische Untersuchung

 

Eine sorgfältige körperliche Untersuchung mit Erhebung des Ganzkörper- und

Gelenkstatus (Inspektion und Abtasten der Gelenke sowie Funktionsprüfung der

Wirbelsäule, falls erforderlich) dient zur weiteren Einordnung der Beschwerden.

Der Tastbefund gibt Auskunft darüber, ob Gelenke geschwollen sind (Ursachen:

Flüssigkeitsansammlung im Gelenkraum oder eine Verdickung der Gelenkinnenhaut

=Synova).

 

Labordiagnostik

 

Laboruntersuchungen erfolgen in der Rheumatologie zur Diagnostik, zur Abschätzung

des Krankheitsrisikos und der Prognose, zur Verlaufskontrolle und zur Überwachung

laufender Therapien.

Grundsätzlich ist ein internistisches LinkRoutinelabor erforderlich. Darüber hinaus

müssen LinkEntzündungswerte und Antikörper bestimmt werden, die eine Zuordnung

der bis dahin erhobenen Befunde ermöglicht. Desweiteren können genetische Marker

(wie z. B LinkHLA B27) oder molekularbiologische Methoden helfen, rheumatische

Erkrankungen zu diagnostizieren.

 

Weitere Informationen zur Labordiagnostik rheumatischer Erkrankungen finden sie hier:

LinkLaborwerte von A-Z

 

Achtung: Ein negativer Blutbefund schließt entzündliche rheumatische Erkrankungen

nicht aus!

Vor allem der LinkRheumafaktor ist oft negativ, und trotzdem kann eine rheumatische

Erkrankung vorliegen (dies ist z.B. bei allen sogenannten

 

Weitere Laboruntersuchungen:

  • Untersuchung von Gelenkflüssigkeit durch eine Synovia-Analyse oder

  • bakteriologische Untersuchungen

  • Röntgenuntersuchungen

  • Ultraschall-Untersuchungen (Sonographie), speziell auch die Ultraschall-

    Untersuchung von Gelenken (Arthrosonographie)

  • weitere technische Untersuchungen (z.B. Szintigraphie, Computertomographie, 

  • Kernspintomographie)

 

Informationen zu:

LinkRheuma und Reisen, Rheuma und Urlaub

LinkErnährung bei Rheuma

 

 

Autor: Eveline Ioannidis

 

Quellen:

wikipedia.org/

rz-rhein-ruhr.de/

rheuma-online.de/

 

Bildquelle: 

doktor.ch/  

 

 

*Fokus-Theorie - Fokussuche und Herddiagnostik

 

Die Fokus-Theorie ist eine überholte Vorstellung über den Zusammenhang von

Eiterherden im Körper und der Entstehung von rheumatischen Erkrankungen.

Sie hängt eng mit dem früher häufigen Linkrheumatischen Fieber zusammen und

prägte in der frühen Nachkriegszeit die diagnostischen und therapeutischen

Maßnahmen bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Die Fokus-Theorie

besagte, daß beim Auftreten von LinkGelenkentzündungen ein Eiterherd im Körper

vorhanden sei, den man finden und sanieren müßte. Da das Linkrheumatische Fieber

durch LinkStreptokokken (ein Bakterium) hervorgerufen wird, vermutete man auch

für die anderen rheumatischen Erkrankungen eine Streptokokkenursache.

Streptokokken finden sich mit hoher Verbreitung im Mund- und Rachenraum. Folglich

schuldigte man verborgene Streptokokkeninfektionen in dieser Region (Rachenmandeln,

Nasennebenhöhlen, Stirnhöhlen, Eiterherde an den Zahnwurzeln) als Rheumaursache

an.

 

Die Folge der Fokus-Theorie war, daß unzählige Zahnärzte und Hals-Nasen-Ohren-

Ärzte mit der Fokussuche beschäftigt waren und Hunderte und Tausende von

Rheumapatienten zwar ihre Mandeln und ihre Zähne verloren, ihr Rheuma allerdings

nicht. Man weiß heute, daß Infektionen im Mund- und Rachenbereich nur in den

seltensten Fällen die Ursache von Gelenkentzündungen sind und daß eine sorgfältige

rheumatologische Diagnostik auf jeden Fall eine ganze Reihe anderer, viel häufigerer

Ursachen abklären muß. Die Fokus-Theorie hat aber bis heute für viele Patienten

noch eine große Attraktivität; auch in der nicht-wissenschaftlich abgesicherten

Medizin hat sie aufgrund ihrer einfachen Struktur und ihres geschichtlichen

Fundaments einen festen Platz.

 

 

Autor: Priv. Doz. Dr. med H. E. Langer

Stand: 21.11.2006

 

Quelle: rheuma-online.de/

 

 

 

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