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Dr. Mesaric

 
 
 

Impfungen bei Immunsupprimierten: Schutzimpfung

Was es Besonderes zu beachten gibt

 

Kann man immunsupprimierte Patienten impfen?

 

Immunsupprimierte Patienten sind generell von einem höheren Infektionsrisiko

betroffen, einige können vital bedrohend sein, einige können durch entsprechende

Impfungen verhindert werden.

 

Mit Totimpfstoffen können beispielsweise transplantierte Patienten ab dem

siebenten Monat nach der Transplantation geimpft werden. Ein früherer

Impfzeitpunkt ist nicht sinnvoll, da aufgrund der starken Immunsuppression die

Immunantwort des Organismus auf die Impfung nicht adäquat ist. Die Gabe von

Lebendimpfstoffe ist teilweise kontraindiziert und muss individuell in Abhängigkeit

von der Immunsuppression abgeklärt werden.

 

Ist die Immunantwort bei Immunsuppression ausreichend?

Die Impfantwort immunsupprimierter Patienten fällt bei fast allen Impfstoffen

schwächer aus als bei immunkompetenten Patienten. Der Impferfolg kann mittels

Impfantikörper als Surrogatmarker kontrolliert werden, wobei einschränkend

festzuhalten ist, dass es nicht für alle Impfstoffe entsprechende Grenzwerte gibt

und selbst bei fehlendem Nachweis zirkulierender spezifischer Antikörper z.B. gegen

Haemophilus influenzae Typ b ein Impfschutz vorhanden sein kann, wenn durch die

Impfung ein immunologisches Gedächtnis induziert wurde. Ebenso ist die Dauer der

Schutzwirkung bei dieser Patientengruppe reduziert. Die sonst möglichen Impf-

Nebenwirkungen (Fieber, Gliederschmerzen, lokale Rötung der Impfstelle etc.)

treten bei  immunsupprimierten Patienten auch seltener und schwächer auf.

 

Müssen Familienangehörige auch geimpft werden?

Wichtig ist, dass die nahen Angehörigen im Sinne einer Umgebungsprophylaxe,

Expositionsprophylaxe und Postexpositionsprophylaxe alle empfohlenen Impfungen

erhalten, um eine innerfamiliäre Übertragung vermeiden zu können. Insbesondere

bei Patienten, bei denen der Impferfolg aufgrund der Immunsuppression von

vorhinein mangelhaft oder schwer vorhersehbar ist bzw. bei denen bestimmte

Lebendimpfungen kontraindiziert sind, ist die konsequente und umfassende Impfung

aller möglichen Kontaktpersonen in der Umgebung dieser Patienten eine äusserst

wichtige Schutzmaßnahme.

 

Sind bei immunsupprimierten Patienten „Reiseimpfungen“ möglich?

Impfungen mit Totimpfstoffen sind möglich, jene mit Lebendvakzinen wie Gelbfieber

oder Typhus kontraindiziert.

 

Was sind Immunsuppressiva?

Immunsuppressiva sind Medikamente, die eine Überfunktion oder Fehlfunktion des

Immunsystems unterdrücken sollen.

 

Diese werden verabreicht:

- nach Transplantationen, wenn die Gefahr besteht, dass das

- transplantierte Organ vom  Immunsystem abgestoßen wird.

- bei diversen LinkAutoimmunerkrankungen

- bei allergischen Reaktionen

 

In der Rheumatologie und klinischen Immunologie werden hauptsächlich

folgende Immunsuppressiva eingesetzt:

 

Impfungen bei Rheumapatienten

 

Wie auch für Organtransplantierte gilt dies prinzipiell auch für Patienten mit LinkAutoim-

munerkrankungen, Linkrheumatischen Erkrankungen oder Linkchronisch

entzündlichen Darmerkrankungen, die eine immunsuppressive Therapie erhalten.

Diese Patienten haben ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko und benötigen daher

Impfungen, vor allem gegen Influenza und Pneumokokken. Auch bei ihnen sind Lebend-

impfstoffe unter immunsuppressiver Therapie kontraindiziert. Dies gilt für die Wirkstoffe

LinkMethotrexat, LinkLeflunomid (z.B. Arava®) , LinkCiclosporin A, LinkCyclophospha-

mid, LinkAzathioprin, Mycophenolat, alle LinkBiologika sowie hoch dosierte LinkGluco-

corticoide (mehr als 20 mg Prednisolonderivat pro Tag). Daher sollten ausstehende

Impfungen mit Lebend-impfstoffen soweit planbar etwa vier Wochen vor dem Beginn

einer Behandlung mit diesen Substanzen erfolgen.

Wenn dies versäumt wurde, können Lebendimpfungen nach dem Beenden der

Therapie verabreicht werden. Dabei sollte ein Abstand von mindestens drei Monaten

eingehalten werden. Bei einer Therapie mit LinkSulfasalazin (z.B. Salazopyrin®),

Chloroquin, LinkGoldpräparaten (z.B. Tauredon®), Penicillamin und niedrig dosierten

Glucocorticoiden (weniger als 20 mg pro Tag) ist das Immunsystem nicht stark

supprimiert, weshalb Lebendimpfstoffe verabreicht werden können. Bei dieser

Patientengruppe besteht ebenfalls die Sorge, dass eine Impfung Krankheitsschübe

auslösen könnte. Die Aktivierung der Grunderkrankung konnte in Studien bisher

jedoch nicht nachgewiesen werden.

 

Immunsupprimmierte Patienten können sich bei speziellen Fragestellungen an die

Impfberatungsambulanz für Immunsupprimierte (Terminvereinbarung 40400-4465) der

Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin im AKH Wien, wenden.

 

 

 

Autor: Eveline Ioannidis

 

Letzte Aktualisierung: 16.09.2011

 

Quelle:

B&K Medien- und Kommunikation

Interview mit Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer, Medizinische Universität Wien,

Univ.-Klinik für Innere Medizin I, Klin. Abt. für Infektionen und Tropenmedizin,

Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien.

 

 

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