rheum-hand      RHEUMA-SELBST-HILFE logo   logo
         
   
Home     Forum
         
    Schmerz macht Angst    
 

Ärzteliste

SHG

Formulare

 
 
 

Forum

Chat

Lexikon

Laborwerte

Links

Archiv

Impressum

Über uns

Dr. Mesaric

 
 
 

Schmerz macht Angst und raubt den Schlaf

 

Chronische Schmerzen erhöhen generell das Risiko für die Entwicklung

einer Depression, noch mehr aber für die Ausprägung einer Angststörung.

 

(29.12.2010, Rheuma-Selbst-Hilfe.at)

 

"Viele Patienten mit chronischen Schmerzen entwickeln psychische Erkrankungen,

die das Leben zusätzlich erschweren", fasst Univ.-Prof. Dr. Burkhard Gustorff

(Vorstand der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Wilhelminenspital Wien)

Ergebnisse seiner Studie zum neuropathischen Schmerz im Rahmen der 8.

Österreichischen Schmerzwochen zusammen. Ergebnisse der Untersuchung, für die

österreichweit über 7.700 Menschen befragt worden waren: 34 Prozent der

Betroffenen gaben an, sich depressiv zu fühlen, 25 Prozent berichteten von Angst,

60 Prozent von teilweise schweren Schlafstörungen. Insgesamt fühlten sich 65

Prozent der Patienten mit neuropathischen Schmerzen in ihrem Alltag schwer

beeinträchtigt.
 
Chronische Schmerzen erhöhen generell das Risiko für die Entwicklung einer

Depression, noch mehr aber für die Ausprägung einer Angststörung. Zwischen 11

und 27 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen, 25- 35 Prozent der Patienten

mit Linkrheumatoider Arthritis, 60 Prozent der Patienten mit LinkFibromyalgie, aber

auch Migräne-Patienten entwickeln Angststörungen. Besonders häufig sind

Panikstörungen bei Patienten mit Schmerzen im Bereich des Brustkorbs.

 

Jugendliche Patienten ebenfalls betroffen

Oft werde übersehen, dass chronische Schmerzpatienten auch unter massiven

Schlafstörungen leiden, so ÖSG-Präsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Bach (Abteilung

für Psychiatrie am KH Steyr und des Departments für Psychosomatik, Enns):

"Schlafprobleme erhöhen auch das Risiko für Angststörungen, für Alkohol- und für

Drogenmissbrauch." Und nicht nur erwachsene Schmerzpatienten sind in hohem Maß

von Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten betroffen, sondern auch Kinder und

Jugendliche. Unter ihnen besonders jene mit rheumatoider Arthritis, Kopfschmerzen

und wiederkehrenden Bauchschmerzen. Bei diesen Jugendlichen stehen die

Schlafstörungen in engem Zusammenhang mit der Stimmungslage. Es zeigt sich, dass

junge Schmerzpatienten mit Depressionen besonders häufig unter Schlafstörungen leiden.

 

Angst und Depression ansprechen

"Unglücklicherweise werden beim Arztbesucht meist nur die Schmerzen, nicht aber die

Angst oder die schlechte Schlafqualität angesprochen", sieht Prof. Gustorff eine Ursache

dafür, dass psychische Folgen chronischer Schmerzen oft nicht adäquat behandelt

werden. Dabei haben Antidepressiva neben ihrem Effekt auf die depressive Symptomatik

auch eine schmerzlindernde Wirkung, und das Antiepileptikum Pregabalin ist sowohl gegen

neuropathischen Schmerz als auch gegen Angststörungen wirksam. Unter Pregabalin

bessern sich, wie in Studien gezeigt, auch bei Patienten mit Fibromyalgie die Schlaf-

qualität und die Schmerzsymptomatik.

Prof. Gustorff appelliert daher an PatientInnen und ÄrztInnen gleichermaßen, der

psychischen Komponente ebenso viel Aufmerksamkeit zu widmen wie dem chronischen

Schmerz selbst. Oft reicht eine Therapie, um beides zu bessern.

 

Quelle:

B&K Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

PA zu den 8. Österreichischen Schmerzwochen der ÖSG

 

 

top nach oben

 

 

   
   

  Copyright © 2008-2011 Rheuma-Selbst-Hilfe.at      Briefumschlag  E-Mail