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Dr. Mesaric

 
 
 

Fibromyalgie:

 

 

Therapie-Optionen für

quälende

Ganzkörperschmerzen

Fibromyalgie-Syndrom

Fibromyalgie ist erst 1991 als Krankheitsbild definiert worden, obwohl die Symptome

quälend und die Zahl der Betroffenen beträchtlich sind: Rund zwei Prozent der

Bevölkerung leiden darunter, Frauen etwa 10 mal häufiger als Männer. Gekennzeichnet

ist Fibromyalgie durch einen generalisierten Schmerz, einen Ganzkörperschmerz, der die

untere und die obere Körperhälfte gleichermaßen betrifft und sich nicht auf die Gelenke

beschränkt, sondern Muskulatur und Sehnen umfasst. Dazu kommen oft noch

Kopfschmerzen, diffuse Bauchschmerzen und eine Reizblase, die Lebensqualität ist

hochgradig eingeschränkt und in vielen Fällen geht die Arbeitsfähigkeit verloren. Die

Ursache unbekannt. Wir können diese Krankheit nicht heilen, doch in den meisten Fällen

die Symptome lindern.

 

Unverständnis und Hypochondrie-Vorwürfe - Arzt suchen, der Patienten ernst

nimmt

Das Schlimmste für viele Patienten ist dabei das Unverständnis ihrer Umgebung, oft

auch ihrer Familie und der behandelnden Ärzte. Weil bei Fibromyalgie Blutwerte,

Röntgenbefunde und Muskeltests unauffällig sind, werden Betroffene vielfach als

Hypochonder hingestellt, was ihren Zustand weiter verschlimmert. Eine häufige Folge

ist, dass sie in ihrer Hoffnungslosigkeit viel Geld für teure, aber völlig unwirksame Mittel

und Therapien ausgeben.

Ich appelliere an alle Menschen mit "unerklärlichem" Ganzkörperschmerz, nicht auf

Werbeversprechen hereinzufallen, sondern einen Arzt zu suchen, der sie ernst nimmt,

und mit ihm alle Behandlungsoptionen zu besprechen.

 

Wir können Fibromyalgie derzeit nicht heilen. Wenn jedoch Rheumatologen, physika-

lische Mediziner, Neurologen, Psychiater und Psychotherapeuten eng zusammen-

arbeiten, kann die Schmerzintensität auf einer 11- teiligen Skala, die von Schmerz-

freiheit (0) bis zum schlimmsten vorstellbaren Schmerz (10) reicht, von anfänglich

zumeist 7 auf 3 bis 4 gemildert werden. 

 

Komplexe Behandlungsstrategien

Zu einer solchen komplexen Behandlungsstrategie gehören Physiotherapie,

Wärmeanwendungen, niedrig dosierte Schmerzmittel, eine Bewegungstherapie, und

eine psychologische Therapie: Wir wissen, dass die Psyche in der Entstehung von

Fibromyalgie eine bedeutende Rolle spielen dürfte; z.B. finden sich unter Fibromyalgie-

Patientinnen überdurchschnittlich viele Opfer häuslicher Gewalt.

 

Die Bewegungstherapie, die auf die Symptome Rücksicht nimmt, ist der absolut

unverzichtbare Teil einer erfolgreichen Fibromyalgie- Behandlung. Es sollte mit geringer

Anstrengung begonnen werden, etwa Spaziergänge über 1 Kilometer, um die Leistung

dann mit Geduld über Wochen hinweg langsam zu steigern. Bewährt haben sich hier

auch Unterwasser- Therapien wie z.B. das "Aqua- Jogging", bei dem Patienten mit

angelegtem Schwimmgurt unter Wasser Laufbewegungen vollführen.

 

Ein nahe liegender therapeutischer Trugschluss wäre übrigens, bei Fortbestehen der

Schmerzen stärkere oder höher dosierte Medikamente zu verschreiben. Hochpotente

Schmerzmittel würden viele Fibromyalgie-Patienten bloß passivieren, was für ihren

Zustand eine Gefahr darstellen kann. Gerade die für eine langfristige Besserung so

essentiellen Bewegungsübungen wären dann nur mehr eingeschränkt oder gar nicht

möglich. Man würde also den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

 

Statement:

Dr. Michael Ausserwinkler, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie

und Immunologie, Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) 

 

Quelle:

B&K Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

PA zu den 8. Österreichischen Schmerzwochen der ÖSG

 

Bildurheber: Richard Huber

 

Letzte Aktualisierung: 18.09.2011

 

 

 

Weitere Informationen zum Fibromyalgie-Syndrom:

LinkFibromyalgie: Therapieziel-Weniger Schmerzen, bessere Lebensqualität

LinkFibromyalgie: Eine schmerzliche Erfahrung

LinkFibromyalgie- Syndrom, Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und

   Therapie

LinkDas unsichtbare Leiden Fibromyalgie 

 

 

 

 

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