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Dr. Mesaric

 
 
 

Das unsichtbare Leiden Fibromyalgie

 

12 Millionen in Europa betroffen, Frauen bis zu 10 mal häufiger als Männer

 

Auf europäischer Ebene hat sich die European Federation of IASP Chapters (EFIC) in

diesem Jahr eines Gesundheitsproblems angenommen, das in seiner Verbreitung ebenso

wie in seinen Auswirkungen weitgehend unterschätzt und vielfach noch unbekannt ist.

Geschätzte 12 Millionen Menschen in Europa leiden am Fibromyalgie-Syndrom, Frauen

stellen 90 Prozent der Erkrankten. "Warum dies so ist, wissen wir heute im Detail noch

ebenso wenig, wie wir die genauen Schmerzursachen benennen können", erklärt Prof.

Kress. "Fibromyalgie tritt gehäuft in Familien auf. Bis jetzt ist nicht klar, ob dies auf

Vererbung oder auf bestimmte Umweltbedingungen zurückzuführen ist.

 

Oft beginnen die Beschwerden in Stresssituationen, nach einer Krankheit oder einem

Unfall. Auch dies weist darauf hin, dass eine Vielfalt von Faktoren Einfluss auf die

Entstehung und individuelle Ausprägung der Beschwerden haben - psychische, soziale,

genetische, hormonelle oder in der Schmerzleitung der Nerven liegende. Hier ist auch

die Forschung gefordert, mögliche Zusammenhänge genauer zu entschlüsseln."

 

Wesentliche Symptome der Erkrankung sind chronische Schmerzen in mehreren

Körperregionen über mehr als drei Monate, und schmerzhafte Druckpunkte an

speziellen Ansatzstellen von Muskeln und Sehnen - die so genannten "Tender Points".

Prof. Kress: "Menschen mit Fibromyalgie haben eine herabgesetzte Schmerzschwelle:

Sie verspüren Schmerz auf weniger starke Reize als andere Menschen. Begleitet sind

die chronischen Schmerzzustände häufig von Müdigkeit, Schlafstörungen,

Morgensteifigkeit und sogar kognitiven Defiziten, aber auch besonders häufig von

Depression und Angststörungen. Auffällig ist auch die Vergesellschaftung mit anderen

wiederkehrenden oder chronischen Schmerzen wie Regelschmerzen, Linkrheumatischen

Erkrankungen, Gesichtsschmerzen oder Rückenschmerzen.

 

Multifaktorielles Geschehen braucht multimodale Therapie - Vorsicht vor

Scharlatanen

Auch wenn das Fibromyalgie-Syndrom nicht lebensbedrohlich ist, so ist es doch mit

einer massiven Einschränkung der Lebensqualität und oft mit Beeinträchtigungen und

Behinderung verbunden. So vielfältig die Faktoren sind, die bei dem Auftreten der

Fibromyalgie eine Rolle spielen können, so wichtig ist es, dass auch die Therapie eine

multimodale ist. "Wir wissen heute, dass das Fibromyalgie-Syndrom auf herkömmliche

entzündungshemmende Schmerzmittel nicht anspricht.

 

Linderung können Antidepressiva bringen, zum Beispiel Fluoxetin oder die neuere

Substanz Duloxetin. Viel versprechende Ergebnisse zeigt auch die bei neuropathischem

Schmerz eingesetzte Substanz Pregabalin: In den USA ist sie bereits für die Behandlung

der Fibromyalgie zugelassen, eine Zulassung auch in Europa ist zu erwarten. Wichtige

Beiträge zur Behandlung des Fibromyalgie-Syndroms leisten psychologische

Schmerzbewältigung, Verhaltenstherapie, Akupunktur und Entspannungstechniken, sie

müssen in ein multidisziplinäres Behandlungskonzept eingebunden sein. Nachweislich hilft

auch Bewegung bei der Linderung der Beschwerden, vor allem Ausdauertraining wie

etwa Schwimmen oder Walking", so Prof. Kress. "Besonders warnen muss man Patienten

vor wissenschaftlich völlig unbelegten Heilungsversprechungen - leider bieten ja gerade

schwer behandelbare Beschwerden ein breites Feld für Scharlatanerie: So werden neben

anderen unwirksamen Behandlungsmethoden mancherorts sogar Operationen angeboten,

für die keinerlei Wirkbeleg vorliegt."

 

Anerkennung für ein schweres Leiden

Fibromyalgie-Patienten kämpfen mit vielen Problemen: Ganz besonders ist es das Risiko,

mit ihren Leiden nicht ernst genommen zu werden, weil keine offensichtliche organische

Ursache feststellbar ist. Daher haben Betroffene auch oft eine erschreckend lange

Odyssee quer durch die medizinischen Disziplinen hinter sich, bis sie endlich die richtige

Diagnose und damit auch eine adäquate Therapie erhalten.

Prof. Kress: "Das wiederum hat nicht nur dramatische Folgen für den einzelnen

Betroffenen, sondern auch für die Volkswirtschaften: Etwa ein Drittel der Fibromyalgie-

Patienten, wie europäische Daten zeigen, müssen ihre Arbeitszeit reduzieren oder auf

eine weniger anstrengende Tätigkeit umsteigen, um überhaupt zumindest teilweise im

Arbeitsprozess bleiben zu können. 15 % der Betroffenen sind US-Daten zufolge wegen

Arbeitsunfähigkeit frühpensioniert."

 

Ein anderes Problem sind die uneinheitlichen Standards, die quer durch Europa in

Diagnose und Therapie der Fibromyalgie bestehen. Prof. Kress: "Leider hängt es derzeit

stark vom Wohnort ab, ob man bessere oder schlechtere Chancen auf eine adäquate

Erkennung und Therapie hat. Umso wichtiger sind die aktuellen Initiativen, wie der EFIC-

Aktionsplan und eine jüngst verabschiedete Deklaration des europäischen Parlaments,

die einen verbesserter Zugang zu Therapie und Diagnose in allen Mitgliedsstaaten und

eine stärkere Unterstützung der Forschung zum Thema Fibromyalgie zum Ziel haben."

 

Weitere Informationen:

LinkFibromyalgie: Therapie-Optionen für quälende Ganzkörperschmerzen

LinkFibromyalgie: Eine schmerzliche Erfahrung

LinkFibromyalgie- Syndrom, Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie

 

 

Quelle:

 

B&K Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

8. Österreichische Schmerzwochen - 20. Oktober bis 2. November 2008

 

Stand: 5. November 2008

 

 

 

 

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