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    Die chronische Polyarthritis, Teil 2    
 

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Dr. Mesaric

 
 
 

Hier nun der 2. Teil des Berichtes über:

 

Entzündung im Knie

Die chronische Polyarthritis

 

von Antje Zühlsdorf

 

Medizin

Um das Fortschreiten der rheumatoide Arthritis hinauszuzögern, beginnt man sehr

früh mit einer medikamentösen Therapie. Je früher mit einer Therapie begonnen

wird, desto größer ist die Chance, dass die Gelenkzerstörungen gestoppt werden.

Da nicht jedes Medikament für jeden Patienten geeignet ist, sollte die Medikamenten-

verordnung durch ein Spezialisten erfolgen.

Viele Medikamente dürfen Frauen, die schwanger werden wollen, nicht gegeben

werden. Einige davon müssen Monate vor Beginn der Schwangerschaft abgesetzt

werden.

Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die medikamentöse Therapie auf den

jeweiligen Patienten angepasst wird.

Die 4 häufigsten Arzneimittelgruppen, die bei der Behandlung der rheumatoiden

Arthritis (oft auch in Kombination) angewendet werden, sind:

kortisonfreie Entzündungshemmer,

  1. LinkGlukokortitoide,

  2. LinkBasistherapeutika (Langwirkende Antirheumatika),

  3. LinkBiologica

Glukokortitoide

Glukokortikoid-Präparate bezeichnet man auch als Steroid- oder Kortisonpräparate

Sehr oft beinhalten diese Medikamente den Wirkstoff Prednisolon oder Prednison.

Wegen ihrer Wirkung auf die Abwehr- und Entzündungsreaktion sind sie ein

unverzichtbarer Teil der Therapie bei der rheumatoide Arthritis.

Bei der Therapie mit Steroiden ist es wichtig, sie bei längerer Einnahme nicht von

heute auf morgen abzusetzen. Grund dafür ist, dass die Nebennierenrinde Cortisol

(körpereigenes Kortison) produziert. Die Produktion wird bei der  medikamentösen

Einnahme von Kortison eingestellt.

Wird das Kortison dann abrupt abgesetzt, hat die Nebennierenrinde keine Möglichkeit

die Produktion des lebenswichtigen Hormons wieder aufzunehmen. Kommt nun eine

Stresssituation auf den Patienten zu z.B. eine Erkrankung, eine Operation oder ein

Unfall, kann der Körper kein Cortisol ausstoßen, da der Körper erst wieder seine

Produktion „hochfahren" muss. Wegen diesem Risiko werden Steroide langsam

abgesetzt, ehe sie ganz weggelassen werden können. Diesen Prozess nennt man

Ausschleichen.

 

Basistherapeutika

(Langwirkende Antirheumatika)

Wichtige Medikamente sind die Basistherapeutika. Diese Medikamente sollten schnellst

möglich eingesetzt werden. Sie verlangsamen den Zerstöurungsvorgang der Gelenke,

greifen in das Entzündungsgeschehen ein, wodurch sie den Krankheitsverlauf bremsen.

Bis die Basistherapeutika wirken kann es Wochen oder Monaten dauern, dafür haben

sie eine lange Wirkung.

Ein Standardmittel gegen die rheumatoide Arthritis ist das Immunsuppressivum

Methotrexat (MTX).

Bei einigen Patienten wirkt MTX nicht oder darf nicht verschrieben werden.

In diesen Fällen stehen andere Basismedikamente zur Verfügung wie z.B. Cyclosporin,

Leflunomid, Azathioprin, die Gold-Verbindung Auranofin, Natriumaurothiomalat, die

eigentlichen Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin, sowie Penicillamin

Sulfasazin. 

Manchmal reicht ein Basismedikament nicht aus. Wenn z.B. MTX nicht als Basis-

medikament reicht, die Krankheit trotzdem weiterhin aktiv ist, wird ein 2. Basis-

medikament hinzu gezogen, beispielsweise Cyclosporin oder Sulfasazin.

Wenn die Krankheit aufhört weiter den Körper anzugreifen, versucht der Rheumatologe

die Medikamentendosis zu reduzieren oder wieder nur ein Basismedikament zu ver-

verordnen.

 

Einer der häufigsten Nebenwirkungen der Basistherapeutika sind:

  • Veränderungen im Blutbild, 

  • Störung der Nieren- und Leberfunktion, 

  • Müdigkeit und 

  • Haarausfall.

Wichtig ist, dass der Arzt während der Theraphiezeit regelmäßige Kontroll-

untersuchungen macht. Meist sind dies Blutuntersuchungen. Mit den Untersuchungen

will er Nebenwirkungen frühzeitig feststellen, um entsprechend reagieren zu können.

Wenn einem Patienten ein Basismedikament nicht bekommt, kann er zu einem anderen

wechseln.

Oft sind die Nebenwirkungen zwar lästig, aber nicht lebensgefährlich. Somit ist es

besser, die Nebenwirkungen im Kauf zu nehmen als die Krankheit weiter fortschreiten

zu lassen. Mit Absetzen der Medikamente gehen auch die Nebenwirkungen zurück.

Nur selten bleiben dauerhafte Schäden zurück. Manche Patienten haben starke

Probleme mit den Nebenwirkungen andere nicht.

 

Biologica

Einen tieferen Einblick in die Krankheit rheumatoide Arthritis lässt die Entwicklung

der Biologica zu. Diese Medikamente greifen in ganz bestimmte spezifische physische

Vorgänge ein und können auch natürlichen Stoffgruppen z.B. Antikörpern

nachempfunden werden.

Aus diesem Grund bezeichnet man sie als Biologica oder biologische Substanzen.

Zu den Biologica gehört auch Imfliximab. Es wirkt gezielt gegen die entzündungs-

fördernden Botenstoffe, die den Tumornekrosefaktor Alpha ausschaltet.

Die Mechanismen, die einen Entzündungsprozess fördern oder auslösen, werden

durch Imfliximab blockiert.

 

Therapie

Es fließen verschiedene Krankheitsaspekte in die Therapie ein.

Das sind:

  • das Befreien von Beschwerden bzw. Linderung derselben,

  • das Verhindern und Aufhalten bleibender Schäden und 

  • der Funktionserhalt der Gelenke.

Dafür stehen verschiedenartige Therapieprinzipien zur Verfügung.

Weil bei jedem Patienten der Werdegang der rheumatoiden Arthritis unterschiedlich

ist, muss die individuelle Therapie angepasst werden. Wichtig ist auch, dass der

Rheumatologe dem Patienten wichtige Informationen und eine ausführliche Aufklärung

gibt.

Für die rheumatoide Arthritis gibt es verschiedene Kombinationen der therapeutischen

Möglichkeiten z.B. Medikamente, physikalische, ergotherapeutische Maßnahmen und

operative Eingriffe.

 

Physiotherapie

Es gibt verschiedene Formen der Physiotherapie. Der Rheumatologe wählt sie

individuell nach dem Patienten und dem aktuellen Befinden, da akute Beschwerden

anders behandelt werden müssen als chronische.

Die Therapie hat folgende Ziele: 

  • die Beweglichkeit der Muskeln zu verbessern, 

  • die Muskeln zu kräftigen oder zu entspannen, 

  • Fehlstellungen vorbeugen und 

  • Schmerzen zu lindern 

  •  

Mechanotherapie

In der Mechanotherapie unterscheidet man zwei Arten, die Krankengymnastik und

die Sporttherapie.  Die Krankengymnastik beabsichtigt, dass die Muskeln sich

entspannen und sich die Funktion der Bewegungsorgane verbessern. Sie dient auch

dazu, die Beweglichkeit der Muskeln für eine längere Zeit erhalten und die

feinmotorische Handarbeit schulen.

Die Sporttherapie unterstützt die Krankengymnastik und ihre Übungsziele.

Empfehlenswert sind Schwimmen, Wandern, Radfahren, Nordic Walking und Tanzen.

 

Thermotherapie

Bei den Thermotherapien unterscheidet man in Wärme- und Kältetherapie. Jeder 

Patient muss selbst mit seinem Rheumaarzt herausfinden, welche von diesen

Therapien ihm gut tun.

 

Wärmetherapie

Durch die Wärmetherapie wird der Stoffwechsel angeregt, die Durchblutung

gefördert, die Muskulatur entspannt und die Organfunktion beeinflusst.

Die chronischen Entzündungen werden ebenfalls gelindert. Durch Bäder, Fango-

packungen, Heißluft, Rotlicht, oder Ultraschall wird die Wärme übertragen. 

 

Kältetherapie 

Die Kälte wird durch Bäder, Eispackungen, Kältekammern oder elektrisch übertragen 

Wird die Kälte direkt übertragen, so entsteht eine kurzfristige Blockade auf der

Hautoberfläche, die Entzündung wird in der Tiefe gehemmt und es wirkt abschwellend.

 

Elektrotherapie

Die Niederfrequenztherapie wirkt schmerzlindernd und durchblutungsfördernd, die 

Mittelfrequenztherapie hat die Eigenschaft die Muskeln zu stärken, während die 

Hochfrequenztherapie eine Art Wärmetherapie mit einer Tiefenwirkung ist.

 

Badetherapie (Balneotherapie)  

Bei der Badetherapie werden unterschiedliche Physiotherapien genutzt. Kalte oder      

warme Bäder in verschiedenen Flüssigkeiten (z.B. Solebad, Schwefelbad) lassen sich

mit elektrischen Strömen oder mechanischen Wirkungen kombinieren.

 

Ergotherapie und Rehabilitation

Bei schweren Krankheitsverläufen muss sich die Lebensführung des Erkrankten an die

Erkrankung anpassen. Die Ergotherapie und die Rehabilitation werden im Alltäglichen

trainiert (z.B. im Haushalt, im Beruf oder in der Freizeit), um die Selbstständigkeit

beizubehalten (Ergotherapie) oder wiederherzustellen (Rehabilitation).

 

Prognose  

Wird Rheumatoide Arthritis früh genug erkannt, lässt sich der Verlauf der Erkrankung 

mit den heutigen Behandlungsmethoden bei der Mehrzahl der Patienten bremsen.      

Beschwerden wie Entzündungen und Schmerzen sind über lange Zeit gut kontrollierbar.

Das Engagement des Patienten bestimmt den Erfolg der Behandlung maßgeblich mit.

Eine Rheumatoide Arthritis schreitet fast immer allmählich fort. Es besteht immer das      

Risiko einer dauerhaften Invalidität. Je mehr die Betroffenen über ihre Krankheit wissen,

umso besser können sie sie managen. Selbstdisziplin ist ganz wichtig, um regelmäßige 

Untersuchungen und Behandlungen wahrzunehmen sowie krankengymnastische  

Übungen auch zu Hause durchzuführen. 

Dennoch: Trotz laufend neu entwickelter Verfahren gibt es immer noch Patienten, 

denen man nicht helfen kann. 

Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf haben eine verkürzte Lebenserwartung.

 

Die chronische Polyarthritis, Teil 1 Link weiter lesen

 

Literatur- Quellen- und Fotoquellenverzeichnis

www.rheuma-online.de; Recherche: November2006      

www.wikipedia.org; Recherche: November2006      

www.rheumawelt.de; Recherche: November2006      

www.remicade.de; Recherche: November2006      

Ein Ratgeber für Patienten „Die rheumatoide Arthritis“, Herausgeber: Wyeth   

Buch ZDF Praxis Erscheinungsjahr 2003      

Autoren Dr. Verena Drebing, Dr. med. Dierk Heimann, Gunther Vogel 

Bildquelle: MedicalGraphics

 

 

Premnitz, den 12.05.07      

Autor: Antje Zühlsdorf      

 

 

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