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Dr. Mesaric

 
 
 

Ernährung bei 

rheumatoider Arthritis (RA)


alter Name = chronischer Polyarthritis (cP)

Gesunde Ernährung

Ein positiver Effekt auf die entzündliche Aktivität der RA wird durch eine

vermehrte Zufuhr von Omega-3- und Omega-9-Fettsäuren, durch einen

erhöhten Anteil an Antioxidantien  und durch eine Einschränkung der

Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren erreicht

 

Die Linkrheumatoide Arthritis (RA), als folgenschwerste entzündliche Gelenkerkran-

kung, steht immer wieder im Interesse der Ernährungsmedizin. Die Mediziner sind

auf der Suche nach bestimmten Nahrungsmitteln die als Risikofaktoren für das

Auftreten einer RA in Frage kommen könnten, und untersuchen in verschiedenen

Studien den Einfluss von Diäten auf die Krankheitsaktivität.

 

Aufgrund *epidemiologischer Studien konnte erwiesen werden, dass an RA Erkrankte

einen höheren Konsum von rotem Fleisch, Fleischprodukten und Gesamtprotein haben,

während die Nahrung einen geringen Gehalt an den Vitaminen A, C, und E aufweist. 

Alkohol, Rauchen und Kaffee (bedingt)  zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren.

Auch eine niedrige Zufuhr von Vitamin D stellt einen möglichen Risikofaktor für ver-

schiedene LinkAutoimmunerkrankungen dar, und kann das Auftreten akuter Krank-

heits-schübe begünstigen.

 

Die verschiedenen ernährungsmedizinischen Interventionen lassen sich einteilen in:

 

1. ** lakto-vegetarische und vegane Diäten

2. mediterrane (Kretische) Diät

3. „living food“

4. hypoallergene Diäten - Gluten-freie Kost, elementare Diäten

5. anti-inflammatorische Diät

6. verschiedenen Nahrungsmittel-Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel)

 

Durch die verschiedenen vegetarischen, veganen oder lakto-vegetarischen Diäten

konnte in randomisierten, kontrollierten Studien (wobei die Kontrollgruppen ihre

gewohnte Kost fortsetzten) eine signifikante Besserung von subjektiven und objek-

tiven Parametern gezeigt werden. Eine Beurteilung der radiologischen Progression

erfolgte durch keine der Studien aufgrund der jeweils nur kurzen Interventionsdauer

von zumeist 3 bis max. 13 Monate.

 

Bei der anti-inflammatorischen Diät handelt es sich um eine Kost mit Erhöhung des

Anteilsan Omega-3-Fettsäuren, wobei dies einerseits durch eine Steigerung des

wöchentlichen Fisch-Konsums erreicht wird, oder andererseits durch

Nahrungsergänzugsmittel in Form von Fischöl-Kapseln. In den bisher durchgeführten

Studien konnte eine wesentliche Verbesserung der Krankheitsaktivität sowie ein

verminderter Bedarf an NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika) und LinkGlukokorti-

koiden (Cortison) gezeigt werden. Radiologisch und funktionell konnten keine

Unterschiede zwischen den Behandlungs - und Kontrollgruppen gefunden werden.

Bei der mediterranen Kost handelt es sich um eine Nahrungsform, die durch Olivenöl

reich an Omega-9-Fettsäuren ist. Zusätzlich wird der Fleisch-Konsum reduziert und

der Fisch-Konsum gesteigert. Es konnte im Rahmen der Studie eine signifikante

Reduktion der Krankheitsaktivität und des LinkCRP-Wertes sowie eine Verbesserung

funktioneller Parameter gezeigt werden.

 

Unter „living food“ wird eine streng vegane, rohe Kost verstanden, die durch

fermentierte Nahrungsmittel ergänzt wird. Die Dauer der durchgeführten Studien

betrug 1 bzw. 3 Monate. In diesem Zeitrahmen konnte eine wesentliche

Verbesserung subjektiver Parameter gefunden werden, während objektive Parameter,

funktionelles Assessment und Laborwerte weitgehend unbeeinflusst blieben.

 

Auf einer möglichen Nahrungsmittel-Allergie als pathogenetischer (krank machender) 

Faktor der RA beruhen die verschiedenen Studien, die mit hypoallergenen Diäten

arbeiten.

Einerseits kommt hierbei eine so genannte elementare Diät zur Anwendung. Hierbei

handelt sich um synthetische Flüssignahrung, die Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette in

ihrer elementarsten Form enthält, ergänzt durch Vitamine, Mineralien und

Spurenelemente. Andererseits wird eine hypoallergenen Diät durchgeführt, wobei

bewusst auf bekanntermaßen Allergie-auslösende Nahrungsmittel – Weizenmehl,

Erdbeeren, Schokolade, Milch, Paradeiser, usw. – verzichtet wird. Eine Gruppe in der

Türkei führte primär eine Austestung auf verschiedene Nahrungsmittel mittels

Hauttests durch und adaptierte dann die Diäten individuell für jeden einzelnen

Patienten. All diesen Studien gemeinsam ist eine höhere Rate an Respondern in den

jeweiligen Behandlungsgruppen, während die Unterschiede in der Krankheitsaktivität

nicht signifikant sind.

 

Für Selen in einer Dosierung von 200 mg täglich konnte in einer *** Placebo-

kontrollierten, doppelblinden, randomisierten Studie kein Einfluss auf die klinische

Symptomatik gezeigt werden. Vitamin E in einer Dosierung von 1200 mg täglich

zeigteebenfalls in einer Placebo-kontrollierten, doppelblinden, randomisierten Studie –

eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik ohne Beeinflussung der entzündlichen

Aktivität.

 

Zusammenfassend kann aufgrund der vorliegenden Daten ein positiver Effekt auf die

entzündliche Aktivität der RA durch eine vermehrte Zufuhr von Omega-3- und

Omega-9-Fettsäuren – in Form von Meeresfisch, Oliven-, Leinsamenöl, Soja, Samen

und Gemüse -, durch einen erhöhten Anteil an Antioxidantien – Obst und Gemüse -,

und durch eine Einschränkung der Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren – in Form

von Fleisch, Mais- und Sonnenblumenöl – erreicht werden. Dies sollte jedoch nur

ergänzend zu den anerkannten LinkBasistherapien erfolgen, weil bisher noch Studien

hinsichtlich einer radiologischen Progression ausstehen.

 

Wichtig ist es, im Zusammenhang mit Ernährung und RA, auch die Folgeerkrank-

ungen der chronischen LinkEntzündung zu beachten. Hierbei steht an 1.Stelle das

erhöhte Risiko für das Auftreten einer Osteoporose. Vorbeugend ist auf eine ausrei-

chende Zufuhr von Calcium und Vitamin D zu achten. An 2.Stelle steht das vorzeitige

Auftreten einer Arteriosklerose – im Rahmen der Entzündung sowie assoziiert mit einer

häufig notwendig LinkGlukokortikoid-Therapie. Prophylaktisch ist auf eine Normali-

sierung des Körpergewichtes und auf eine LinkCholesterin-arme Kost zu achten.

 

Fazit:

 

- Alles Extreme vermeiden! Nicht rauchen!

- Vitaminen und Spurenelementen sollten aus der täglichen Nahrung stammen!

- Ausreichend Calcium und Vitamin D

- Verhältnis von n-6-PUFA/n-3-PUFA sollte niedrig sein!

- Viel Olivenöl

- Weniger tierisches Protein und tierisches Fett, aber kein reiner Vegetarismus

- Mindestens einmal in der Woche fetter Seefisch

- Pflanzliche Kost mit rohem Gemüse und Zitrusfrüchten Diäten sind Therapie-

- Ergänzung!

- Fastenkuren: bei ausgewählten Patienten unter rheumatologischer Mitbetreuung

- sinnvoll.

- Berichte über Symptomverstärkung durch Nahrungsmittel sollten ernst genommen

- werden.

 

Studien zum Nachlesen:

Universitätsklinik für Innere Medizin Halle (Saale)

 

 

* Studien über menschliche Bevölkerungsgruppen, die den Zusammenhang zwischen

einer Erkrankung (z.B. LinkRheuma) und einer bestimmten Ursache (z.B. Belastung

durch eine chemische Substanz) erforschen.

Die meisten epidemiologischen Studien sind Fall-Kontroll-Studien, Kohortenstudien

und Querschnittstudien.

 

Quelle: GreenFacts

 

** Alle Formen vegetarischer Ernährung basieren auf pflanzlichen Lebensmitteln,

wobei auch Pilze und Produkte aus Bakterienkulturen akzeptiert werden. Bei der

lacto-vegetarische Kost werden zusätzlich noch Milchprodukte mit ein bezogen.

 

*** Placebo-kontrolliert: Im Vergleich zum Wirkstoff wird ein Medikament verab-

reicht, das ein Scheinmedikament ist und sich äußerlich nicht vom Wirkstoff unter-

scheidet.

 

Doppel-blind: Patient und Arzt wissen nicht, ob der Patient das Medikament oder

ein Placebo erhält.

 

Randomisiert: Ein Zufallsprinzip entscheidet über die Zuordnung zu einer Therapie.

 

 

Autor: Eveline Ioannidis

 

Quellen:

LinkRheumazentrum Halle

LinkRheumanetz Österreich

 

Bildquelle:

fotos-health.ch/

 

 

 

 

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