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Eveline

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Sonntag, 12. Dezember 2010, 11:41

Bewegung auf Rezept für Menschen mit Risikofaktoren

Fit mit der Wiener Gebietskrankenkasse: Mit dem Programm BEWEGT GESUND hat die WGKK gemeinsam mit ihren Partnern eine echte Vorreiterrolle in der Prävention übernommen. Seit einem Jahr wird das ambitionierte Projekt mit großem Erfolg in ganz Wien durchgeführt.


Bewegung ist gesund, Bewegung ist ein wirksames Mittel gegen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bewegung kann bestimmten Krebsarten vorbeugen, und sie kann unser Leben verlängern. Doch mögen wir von der Stichhaltigkeit solcher Argumente auch ohne Zweifel überzeugt sein: Manchmal will es mit der Umsetzung in die Praxis nicht so recht klappen. Oft mangelt es an Motivation, man kann sich einfach nicht aufraffen. „Viele meiner Patientinnen und Patienten finden es besonders fein, wenn sie in Gesellschaft turnen gehen können. Das ist eine gute Motivation“, weiß Dr. Regina Wessely-Matyus. Die Allgemeinmedizinerin arbeitet seit einem Jahr intensiv bei dem Projekt BEWEGT GESUND der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) mit. Gemeinsam mit „Fit für Österreich“ – einer Initiative des Sportministeriums, der Bundessportorganisationen und der Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION – wurde bereits 2007 in zwei Wiener Gemeindebezirken ein erster Versuch gestartet, im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Bewohnerinnen und Bewohner zu mehr gesundheitsorientierter Bewegung zu motivieren. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase wurde das Programm flächendeckend auf ganz Wien ausgeweitet. Das Projekt hat jetzt sein erstes erfolgreiches Jahr hinter sich.

Lust auf neuen Lebensstil
Das Prinzip von BEWEGT GESUND ist einfach: Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung können die Ärztinnen und Ärzte Risikofaktoren erkennen, etwa für Diabetes Mellitus oder eine drohende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das kann zum Beispiel zu viel Gewicht, zu hoher Blutdruck oder zu viel Cholesterin sein. Wichtiges Indiz ist hier auch ein Body-Mass-Index (BMI) über 25, ein Bauchumfang von mehr als 88 Zentimeter bei Frauen und mehr als 102 Zentimeter bei Männern. In solchen Fällen ist ein Bewegungsprogramm angesagt, denn bereits eine kleine „Kurskorrektur“ kann Gewicht und Blutdruck senken und in vielen Fällen einen Diabetes („Zuckerkrankheit“) hinausschieben. Während die Betroffenen bisher oft nur mit erhobenem Zeigefinger auf ihr Übergewicht oder ihren Bauchumfang hingewiesen wurden, gibt es jetzt bei BEWEGT GESUND konkrete Hilfestellungen für einen Wandel hin zum gesünderen Lebensstil – und schließlich „Bewegung auf Verordnungsschein“.

Schwung zum Auswählen
Das funktioniert so: Patienten bekommen ein Heftchen zum Durchlesen. Diese Broschüre enthält Bewegungsprogramme in allen Wiener Bezirken. Die Palette des Angebots reicht von Pilates über Nordic Walking bis zu Qi Gong oder „Bauch-Bein-Po“-Kurse. Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt wird ermittelt, ob Muskelaufbau oder Konditionssteigerung erwünscht oder Entspannungstechniken wie Qi Gong oder Yoga gefragt sind. Dann wird ein geeignetes Programm ausgewählt, am besten in der Nähe des Wohnorts.

Ausreden gibt’s nicht: Die Angebote sind vielfältig, auch für schwergewichtige Patientinnen und Patienten geeignet oder für Menschen, die lange inaktiv waren. Mit Hilfe von ausgebildeten Trainerinnen und Trainern werden die richtigen Bewegungsabläufe ohne Schädigung oder Überforderung erlernt.

Der Arzt verordnet dem Patienten eine Bewegungsintervention, worauf der Patient sich einen Kurs aus einer Broschüre aussuchen kann. Der Kursbeitrag wird seit Oktober 2010 mit 70 Euro pro Jahr rückerstattet (davor waren es 35 Euro). Einzige Bedingung: Wer sich für gesundheitsorientierte Bewegung entscheidet, sollte drei Viertel der Übungseinheiten besuchen, also mindestens 18 von 24 Einheiten pro Jahr. Dann kann der Verordnungsschein mit der Unterschrift des Kursleiters und der Zahlungsbestätigung bei der WGKK – in Kundencentern, Bezirksstellen oder per Post – eingereicht werden und die 70 Euro werden ersetzt.

Bewegung auf Verordnungsschein gibt es im Normalfall nur gemeinsam mit der Vorsorgeuntersuchung. Liegt jedoch die Diagnose Diabetes Mellitus Typ 2 („Zuckerkrankheit“) bereits vor, geht es seit Kurzem noch rascher, erklärt Dr. Wessely-Matyus: „Menschen mit Diabetes kann ich ab sofort das Programm ohne Umweg über die Vorsorgeuntersuchung anbieten.“ Und sie beobachtet auch einen umgekehrten, höchst erfreulichen Effekt des Projekts: „Manche Patientinnen und Patienten kommen extra zur Gesunden-Untersuchung, weil sie gerne bei BEWEGT GESUND mitmachen möchten.“

Starke Allianz
Im Kampf gegen das Metabolische Syndrom – einem Bündel von Risikofaktoren und Diabetes – sind Ärztinnen und Ärzte wichtige Mitstreiter. Katharina Weber, M.A. von der WGKK-Abteilung für Gesundheitspolitik und Prävention freut sich über das große Engagement der Ärzteschaft: „Zum aktuellen Zeitpunkt nehmen 206 Ärzte und Ärztinnen für Allgemeine und Interne Medizin am Projekt teil, verschreiben also BEWEGT GESUND. Bis jetzt wurden insgesamt 2.295 Verordnungsscheine für das Projekt bei uns bestellt.“

Dieser gemeinsame Weg wurde bereits in der Planungsphase beschritten, berichtet Dr. Ulrike Preiml. Die Idee, dass eine Krankenkasse ihren Versicherten vorbeugend etwas anbietet, und nicht nur bei der Behandlung, fand die Sportmedizinerin von der ersten Stunde an „toll“. Gemeinsame Überlegungen mit WGKK, Vertretern der Sportverbände sowie der Wiener Gesellschaft für Allgemeinmedizin (WIGAM) und ihrer Präsidentin Dr. Barbara Degn brachten bald Ergebnisse, erinnert sich Dr. Preiml: „Es war ein völliges Umdenken und ein Paradigmenwechsel in der Sozialversicherung hin zur Prävention. Jedes einzelne Angebot, das im Bereich Bewegungstraining existiert, wurde geprüft und innerhalb eines Jahres war das Konzept fertig. Die WGKK hat das sehr professionell und konsequent durchgezogen.“

Für das Pilotprojekt wurden bewusst zwei Bezirke mit sehr hohem Arbeiter- und Migranten-Anteil ausgewählt. „Wir wollten keine Bezirke, wo sich die Leute ohnehin alles leisten können“, sagt Dr. Preiml. Auch reine Frauenkurse wurden in das Programm aufgenommen.

Hohe Motivation
Nach Abschluss des Pilotprojektes fühlten sich 52 Prozent, also mehr als die Hälfte der Teilnehmer, durch körperliche Bewegung besser. 58 Prozent der Befragten waren motiviert, mehr für ihre persönliche Fitness zu tun. 64 Prozent gaben sogar an, das Fitnessprogramm weiter nutzen zu wollen, auch ohne ärztliche Verschreibung. Optimismus ist also angebracht. Seit Herbst 2009 wird das Programm in ganz Wien angeboten und die Chancen stehen gut, dass es durch Vernetzung von Sozialversicherung, organisiertem Sport und Ärzteschaft gelingt, das Anliegen von BEWEGT GESUND zu möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Wien zu tragen.

Barbara Hutter


Vorsorgeuntersuchung – jetzt
Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung steht jeder Person mit vollendetem 18. Lebensjahr zur Verfügung, die ihren Wohnsitz in Österreich hat – also auch all jenen, die nicht versichert sind. Vertragsärzte und eigene Einrichtungen der Sozialversicherungsträger bieten die Vorsorgeuntersuchung einmal pro Jahr kostenlos an. Die Ärztin oder der Arzt erstellen einmal jährlich bei der Vorsorgeuntersuchung ein persönliches Risikoprofil der Teilnehmerin oder des Teilnehmers und erklären ihr oder ihm, wie es um ihre oder seine Gesundheit steht. Nun kann sie oder er selbst entscheiden, was sie oder er an positiven Schritten zu einer besseren Lebensqualität unternehmen möchte: angefangen von mehr Bewegung, etwa im Rahmen der Initiative BEWEGT GESUND, über bewusste Ernährung und maßvollen Umgang mit Alkohol bis hin zum Verzicht auf Nikotin.

Österreich steht übrigens mit diesem Angebot im internationalen Ranking an der Spitze: Kein anderes Gesundheitssystem bietet eine derart umfassende Leistung.
Info: Tel. 01/601 22-0 oder unter www.wgkk.at

Quelle people-magazin.at
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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