Sie sind nicht angemeldet.

Eveline

KrankeSchwester

  • »Eveline« ist weiblich
  • »Eveline« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 934

Registrierungsdatum: 16. November 2009

Wohnort: Trausdorf an der Wulka

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 22. Februar 2011, 21:46

MRSA: Richtiges Wundmanagement erspart Resistenzen

Richtige Wundbehandlung spielt eine zentrale Rolle in der Heilung von Hautinfektionen mit multiresistenten Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA). In vielen Fällen dürfte sie sogar wirksamer sein als Antibiotika-Behandlungen, berichten Forscher des Hopkins Children's Center in der Fachzeitschrift "Pediatrics". "Es scheint, als ob die Behandlung und Reinhaltung der Wunde den Unterschied zwischen einer schnellen Abheilung und einer ständigen Infektion ausmacht", so Studienleiter Aaron Chen.


In ihrer Studie verglichen die Forscher die Wirkung von zwei Antibiotika - das Staphylokokken-Mittel Cephalexin, das jedoch nicht gegen multiresistente Stämme wirkt, sowie das MRSA-Mittel Clindamycin - auf Hautinfektionen von Kindern. Bei knapp 200 untersuchten Kindern, von denen sich zwei Drittel MRSA eingehandelt hatten, wirkten beide Mittel gleich gut. Innerhalb einer Woche waren die Wunden bei 95 Prozent vollständig verheilt. Die Forscher vermuten, dass die richtige Wundbehandlung statt der Wahl des Antibiotikums entscheidend war.

"Nicht jede MRSA-Infektion ist gleich zu bewerten", relativiert Florian Thalhammer, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten. Die in der Studie untersuchten MRSA-Stämme vom Typ CA treten in Amerika vor allem bei jungen Erwachsenen, Kindern oder Menschen mit Kontaktsportarten auf. In Europa seien sie jedoch selten. "In Österreich ist die MRSA-Rate dank guter Krankenhaushygiene und sinnvollem Umgang mit Antibiotika auf unter sechs Prozent gesunken", so Thalhammer.

Anders als in den USA werden Staphylokokken-induzierte Hautinfektionen wie Eiterbeulen (Karbunkel) oder Haarbalg-Entzündungen (Furunkel) hierzulande ohnehin nicht automatisch mit Antibiotika behandelt, betont der Wiener Infektiologe. "Der Grundsatz lautet: Wo Eiter ist, dort entleere ihn. Bei bestimmten Komplikationen wie etwa Phlegmonen oder Endokarditis führt kein Weg an Antibiotika gegen Staphylokokken vorbei. In vielen Fällen kommt es jedoch zuerst tatsächlich auf die richtige Wundbehandlung an."

Modernes Wundmanagement basiert vor allem auf der feuchten Wundbehandlung, wobei man die Wunde sowohl vor Austrocknung als auch vor eindringenden Keimen schützt und dabei ihren ungehinderten Gasaustausch sicherstellt. "Das gibt die Möglichkeit, Antibiotika einzusparen, die Selektion resistenter Bakterien zu vermindern und trotzdem eine für den Patienten optimale Heilung zu erzielen", erklärt Thalhammer. Vor allem treffe dies für chronische Wunden wie etwa beim diabetischen Fuß-Syndrom zu, nicht jedoch bei Knochenmarks-Infekten.

Abstract zum Originalartikel unter http://pediatrics.aappublications.org/cgi/content/abstract/peds.2010-2053v1
Quelle (pte)
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

Es haben sich bereits 7 Gäste bedankt.

Counter:

Hits heute: 1 745 | Hits gestern: 5 797 | Hits Tagesrekord: 82 794 | Hits gesamt: 11 761 599
Klicks heute: 2 457 | Klicks gestern: 7 867 | Klicks Tagesrekord: 135 572 | Klicks gesamt: 23 893 096

Unsere Webseite verwendet Cookies! Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung!

Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen nicht mit unserer aktualisierten Datenschutzerklärung einverstanden sind und Ihren Account
löschen möchten, können Sie dies selbstverständlich tun. Loggen Sie sich einfach in Ihr Profil ein, rufen Sie Ihre persönlichen
Einstellungen auf und wählen Sie „Benutzerkonto löschen“.