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Eveline

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Montag, 11. April 2011, 17:31

Allergiker wieder fit machen

Die Medizin hat Allergiepatienten vieles zu bieten. Moderne Diagnostik und Therapie sind leistungsfähig und höchst effektiv – vorausgesetzt, sie werden nach anerkannten Regeln und Standards durchgeführt. Unbedingt erforderlich sind in diesem Zusammenhang Ärzte, deren Wissensstand durch adäquate Fortbildung auf aktuellem Niveau ist. Beim 5. Allergo-Rhinologischen Update wurden unter bewährter Leitung von Prof. Dr. Gerhard Grevers, Starnberg, die neuesten Erkenntnisse aus der Allergologie vorgestellt.


Allergien – allen voran die allergische Rhinitis – werden trotz ihrer Häufigkeit zu wenig ernst genommen und zu inkonsequent behandelt. „Wir sehen das Tröpfchen an der Nase oder vielleicht rote Augen. Dass sich der Patient aber wie ein Zombie fühlt und unter Schlafstörungen leidet, entgeht uns meist“, betont Prof. Dr. Ralph Mösges, Köln, „Dabei gibt es eine breite Palette wirksamer Therapeutika, die allerdings auch sinnvoll eingesetzt werden muss.“

Mit nicht sedierenden systemischen und nasalen Antihistaminika, nasalen Kortikoiden, Leukotrienantagonisten, spezifischer Immuntherapie (SIT) bis hin zu Nasenspülung und Lichttherapie kann für jeden Patienten ein passender Weg gefunden werden. Die Standardtherapie besteht nach wie vor aus topischen Kortikoiden und Antihistaminika. „Verschwenden Sie kein wertvolles Budget für Medikamente, die im Müll landen!“, mahnt Mösges, „Wenn der Patient Kortikoide ablehnt, sollten Alternativen gesucht werden – ebenso, wenn er für die Immuntherapie nicht die nötige Compliance aufbringt.“ Außerdem solle man sich hüten, Patienten Heilung durch SIT zu versprechen, so Mösges weiter, denn solch eine Erwartung generiere Unzufriedenheit. Zwar bringe eine korrekte, mit wirksamen Präparaten durchgeführte SIT deutliche Verbesserungen, komplette Heilungen seien jedoch die Ausnahme. „Wie bei jeder Impfung“ schwäche sich der Effekt im Laufe der Zeit ab, dann seien eventuell Auffrischungen nötig.

Trotz Selbstmedikation ist der Arzt gefordert, seinen Patienten die korrekte Anwendung von Nasensprays, den sedierenden Effekt mancher Antihistaminka und die Therapieanleitung möglichst früh zu Beginn der Pollensaison oder schon vorher zu erklären. Er muss wissen und vermitteln, dass die Wirksamkeit von Antihistaminika nachlassen kann, dass Kombinationen möglich sind, dass Wirkungs- und Nebenwirkungsspektrum individuell variieren.

Letzteres gilt auch für topische Kortikoide. Erstmals wurde der Versuch unternommen, anhand der Studienlage einen therapeutischen Index (TIX) für nasale Steroide aufzustellen, wie es ihn für dermatologische Zubereitungen längst gibt. Prof. Dr. Torsten Schäfer, Immenstadt, stellte die noch unveröffentlichten Daten vor. In dieser Analyse schnitt Budesonid hinsichtlich der Wirksamkeit am besten ab, bei der Sicherheit waren es Triamcinolon und Mometason. Allerdings seien die Ergebnisse mit gewisser Vorsicht zu bewerten, denn vor allem ältere Studien entsprächen nicht den heutigen Qualitätskriterien, merkte Prof. Dr. Claus Bachert, Gent, im Dialog mit Schäfer an.

Primäre Allergieprävention ist nicht durch Allergenmeidung möglich – eine Erkenntnis, die durch zahlreiche neue Studien gestützt wird und in die neu gefassten Leitlinien zur Allergieprävention eingegangen ist. Werdende und stillende Mütter sollten ihre übliche Ernährung nicht einschränken und bei gesunden Säuglingen ist nach einer viermonatigen Stillzeit „alles“ erlaubt. Auch von der lange Zeit propagierten Hausstaubmilben-Sanierung ist man mittlerweile wegen mangelnden Erfolges wieder abgerückt. Nach wie vor gilt: Passivrauchen ist ein Risikofaktor für die Allergieentstehung.

Quelle Allergo-Rhinologisches Update 5, München, 25./26. März 2011
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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