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Eveline

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Montag, 30. Mai 2011, 11:01

Vor anti-TNF-Therapie routinemäßiges TB-Screening (erhöhtes Infektionsrisiko unter immunsuppressiver Therapie)

TNF-Blocker erhöhen signifikant das Tuberkulose (TB)-Risiko. Vor Einleiten einer TNF-Blocker-Therapie ist deshalb routinemäßig ein TB-Screening (mit Anamnese und intensiver klinischer Untersuchung) unabdingbar, außerdem zusätzlich eine Thorax-Röntgenaufnahme und ein IGRA (Interferon-gamma-Release Assay).


Ergibt das Tuberkulose-Screening, das z. B. nach den detailierten Empfehlungen im Konsensuspapier der TBNET (Tuberculosis Network – European Trials Group) durchgeführt werden kann, eine latente TB, ist vor Beginn der TNF-Blockade unabhängig vom eingesetzten TNF-Blocker und der rheumatischen Erkrankung eine Chemoprophylaxe erforderlich.

Infektionen unter immunsuppressiver Therapie


Bei Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen ist nach Prof. Dr. Christian Kneitz, Rostock, davon auszugehen, dass es unter Glukokortikoiden (GC) im Low-dose-Bereich (<5 mg Prednisolon täglich) zu keinem gravierenden Anstieg des Infektionsrisikos kommt, höhere Dosierungen sind besonders bei älteren Patienten problematisch.

Das Risiko schwerer Infektionen unter TNF-Blockern ist vor allem in den ersten sechs Monaten leicht erhöht. Das per se erhöhte Infektionsrisiko älterer Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) nimmt im Gegensatz zu Patienten mit chronisch-infektiösen Darmerkrankungen durch eine TNF-Blockade nicht weiter zu. Bei einer bereits früher unter DMARDs aufgetretenen Neutropenie und bei erniedrigter Leukozytenzahl ist eine Blutbildkontrolle vor dem Einleiten und regelmäßig während der TNF-Blocker-Therapie erforderlich.

Unter Rituximab (RTX) kommt es bei RA-Patienten ähnlich wie unter TNF-Blockade in den ersten drei Monaten vermehrt zu Infektionen. Bei wiederholter Therapie wurde bisher kein Anstieg der Infektionsrate festgestellt. Zu beachten ist, dass erniedrigte IgG-Spiegel (<6 g/l) vor Einleiten der RTX-Therapie mit einem erhöhten Infektionsrisiko assoziiert sind.

Alle Studien mit dem CD-20-Antikörper Ocrelizumab, der ähnlich wie RTX B-Zellen depletiert, wurden wegen des Auftretens schwerer, auch tödlich verlaufender Infektionen beendet. In kontrollierten Studien und in einem aktuellen Cochrane Review zeigte der T-Zell-Costimulationsblocker Abatacept bei RA-Patienten hinsichtlich schwerer Infektionen hingegen ein relativ günstiges Sicherheitsprofil. Das Risiko schwerer Infektionen unter dem IL-6-Rezeptorblocker Tocilizumab war in kontrollierten Studien dem anderer Biologika vergleichbar. Eine verlässliche Abschätzung des Risikos schwerer Infektionen unter dem neueren TNF-Inhibitor Certolizumab ist derzeit noch nicht möglich.

Sicherheitsaspekte bei Viruserkrankungen


Unter einer TNF-Blocker-Therapie erhöht sich das Risiko opportunistischer Infektionen. Die unter TNF-Blockade beobachtete progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) stellt bisher einen Einzelfall dar. Herpes-Zoster-Infektionen sind unter Immunsuppression häufiger. Eine entsprechende Vakzine ist verfügbar, die allerdings als Lebendimpfstoff bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen und immunsuppressiver Therapie kontraindiziert bzw. vor Einleiten der Immunsuppression zu verabreichen ist.

Bei Patienten mit inaktiver chronischer Hepatitis B ist vor einer (erst nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung) einzuleitenden TNF-Blocker-Therapie eine prophylaktische Virostatika-Gabe erforderlich, bei aktiver Hepatitis B verbieten sich TNF-Blocker.

Quelle Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V.


Weitere Informationen:
Hygienetipps und Maßnahmen für immunsupprimierte Menschen zur Vermeidung von Infektionen
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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