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Eveline

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Donnerstag, 2. Juni 2011, 12:30

Fibromyalgie: Therapieziel-Weniger Schmerzen, bessere Lebensqualität

"Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS), von dem Frauen 4- bis 7mal so oft betroffen sind wie Männer, ist eine der am schwierigsten zu behandelnden Schmerzerkrankungen. Es treten Schmerzen in der Muskulatur, um die Gelenke und am Rücken, oft 'am ganzen Körper' auf, die aber nur schwer medikamentös behandelbar sind",


so o. Univ.-Prof. Dr. Hans-Georg Kress (Präsident des Dachverbandes der Europäischen Schmerzgesellschaften (EFIC); Vorstand der Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie, AKH/MedUni Wien). Auf dem 15. Internationalen Wiener Schmerzsymposium wird Prof. Dr. Claudia Sommer (Neurologische Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg) die neue S3-Leitlinie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie zur Behandlung des FMS präsentieren. "Diese Leitlinien geben Auskunft über die moderne State-of-the-art-Therapie beim FMS, das lange Zeit von vielen Ärzten in seiner Existenz und Bedeutung geleugnet wurde", so Tagungspräsident Prof. Kress.

Derzeit keine Heilung möglich - Ziel: Schmerzen und assoziierten Symptome verringern


Therapie-Ziel beim FMS ist es, Schmerzen zu lindern, die assoziierten Symptome zu verringern, die Funktionsfähigkeit und die Lebensqualität zu verbessern. "Eine Heilung ist derzeit nicht möglich", so Prof. Kress. "Die Therapieeffekte der einzelnen Verfahren sind gering. Es gibt medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen, psychotherapeutische und physikalische Therapieoptionen. Empfohlen wird eine individuell angepasste Kombination aus den verschiedenen Bereichen, in schweren Fällen auch in Form eines multimodalen Therapieprogramms."

In jüngster Vergangenheit wurde eine große Zahl therapeutischer Maßnahmen in kontrollierten Studien auf ihre Wirksamkeit bei FMS getestet. Prof. Kress: "So können bei FMS einige Antidepressiva Schmerzen reduzieren, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit lindern und die Schlaf- und die Lebensqualität verbessern. Es scheint, dass bereits eine moderate Senkung der Schmerzstärke zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität führen kann."

Was Medikamente beim FMS können


Einige Beispiele für die Wirksamkeit von Medikamenten:

Das in zahlreichen Studien untersuchte Antidepressivum Amitriptylin, das in Europa zur Behandlung chronischer Schmerzsyndrome im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes zugelassen ist, wird in einer Tagesdosis von 10-50 Milligramm gegeben. Depressionen müssen gegebenenfalls gesondert behandelt werden.

  • Das erste in den USA durch die FDA speziell für das FMS zugelassene Medikament war Pregabalin (Antikonvulsivum, "Krampflöser"), das bei einer Dosis von 300-450 mg/d wirksam ist. Eine Metaanalyse der Studien mit Gabapentin und Pregabalin zeigte Auswirkungen auf die Schmerzstärke, Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität.
  • Kürzlich wurden in den USA auch Duloxetin (60-120 mg/d) und Milnacipran (100-200 mg) (beides Antidepressiva) zur FMS-Behandlung zugelassen. Vergleicht man die Medikamente Duloxetin, Milnacipran und Pregabalin, so sind alle drei besser als Placebo. Adjustierte indirekte Vergleiche zeigten zwischen den drei Medikamenten keine signifikanten Unterschiede für 30prozentige Schmerzlinderung und Abbrecher-Quote wegen unerwünschter Wirkungen. Das Nebenwirkungsprofil unterschied sich wie erwartet. Prof. Kress: "Somit ist es eine individuelle Entscheidung, mit welchem Medikament begonnen wird, angepasst an den jeweiligen Patienten. Es gibt zudem eine schwächere Evidenz für die Wirkung von anderen Medikamenten wie Tramadol."
  • Inzwischen wurden einige der Medikamente auch in Studien mit einer Dauer von 6 bis12 Monaten untersucht. Prof. Kress: "Trotzdem müssen Aussagen über Langzeitwirkung und Nebenwirkungen der Medikation bei FMS noch mit Vorsicht gemacht werden. Beim Einsatz von Pharmaka wird deshalb die regelmäßige Überprüfung von Risiken und Nutzen für den behandelten Patienten empfohlen."

Nicht-medikamentöse Therapien bei Fibromyalgie-Syndrom


"Nicht-medikamentöse Therapien mit dem Ziel der Verbesserung bzw. des Erhalts der Lebensqualität (Funktionsfähigkeit im Alltag, Symptomreduktion) sind beim FMS Erfolg versprechend", so Prof. Kress. "Als wirksam haben sich bisher vor allem angemessen dosiertes Ausdauertraining und Verhaltenstherapie sowie deren Kombination (multimodale Therapie) erwiesen. Regelmäßige eigenständige Aktivitäten wie z.B. Ausdauertraining tragen zu einer Symptomreduktion bzw. einer besseren Adaptation an die Beschwerden bei."

In der Langzeitbehandlung sind aktive Therapiemaßnahmen wie aerobes Ausdauertraining und Funktionstraining sowie psychotherapeutische Techniken zur Schmerzbewältigung zu bevorzugen, die die Selbstwirksamkeits-Überzeugungen von Patienten verstärken, so Prof. Kress. Passive Therapiemaßnahmen, die Patienten eigenständig anwenden können (z.B. Ganzkörper-Wärmebehandlung wie Biosauna oder Ganzkörperbad), können ergänzend empfohlen werden. Passive Therapiemaßnahmen wie manuelle Therapie oder Lymphdrainage, die Patienten an einen Behandler binden, seien "als Dauertherapie nicht zu empfehlen".

Quelle B&K Medien- und Kommunikationsberatung GmbH
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Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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