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Eveline

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Samstag, 13. August 2011, 06:49

Neue Empfehlungen zum Einsatz von NSAR und COX-2-Inhibitoren

Vor dem Hintergrund der Sicherheitsaspekte der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) in Bezug sowohl auf gastrointestinale als auch kardiovaskuläre Ereignisse und der Konsistenz von Leitlinien wird die Therapieentscheidung in der täglichen Praxis zunehmend schwieriger. In dieser Studie wurden daher systematisch die Stellungnahme eines multidisziplinären europäischen Expertengremiums um Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester, Berlin, zur Anwendung verschiedener traditioneller NSAR und spezifischer COX-2-Hemmer alleine oder in Kombination mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) bei individuellen Patienten mit chronischen rheumatischen Erkrankungen analysiert.


Insgesamt setzte sich das Gremium aus 18 Experten aus 10 Ländern zusammen, die alle relevanten Disziplinen abdeckten. Die Selektion der Experten beruhte auf deren spezifischer Expertise auf dem Gebiet der NSAR. Für den Zeitraum der von 1998 bis 2008 vorliegenden entsprechenden Publikationen wurde die Eignung von drei traditionellen NSAR (Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen) sowie zwei spezifischen COX-2-Inhibitoren (Celecoxib und Etoricoxib) als Monotherapie oder in Kombination mit PPI für den Einsatz bei 144 hypothetischen Patientenprofilen anhand der „Research and Development/University of California at Los Angeles (RAND/UCLA) Appropriateness Method“ überprüft.

Zu diesen Patientenprofilen gehörten spezifische Kombinationen von kardiovaskulären (10-Jahres-Risiko gemäß des Heart Score der ESC) und gastrointestinalen Risikofaktoren. Bei letzteren erfolgte eine Einteilung in umkomplizierte und komplizierte vorherige Ereignisse, wobei allerdings nur das Risiko für den oberen Gastrointestinaltrakt berücksichtigt wurde. Weitere Parameter umfassten das Alter der Patienten (< oder >65 Jahre), sonstige kardiovaskuläre Therapien (niedrig-dosiertes ASS, Clopidogrel, Antikoagulation), die Gabe von Glukokortikoiden und die Dauer bzw. Kontinuität der medikamentösen Behandlung.

Im Ergebnis wurden bei Patienten ohne gastrointestinale bzw. kardiovaskuläre Risikofaktoren alle Therapieoptionen auch ohne eine Begleittherapie mit PPI als geeignet erachtet. Für Patienten mit erhöhtem gastrointestinalen Risiko und niedrigem kardiovaskulären Risiko wird bevorzugt die alleinige Gabe selektiver COX-2-Inhibitoren, vorzugsweise Celexoxib, oder traditioneller NSAR in Kombination mit PPI empfohlen. Nach den in dieser Studie noch nicht berücksichtigten neueren Daten der CONDOR-Studie, die sämtliche gastrointestinale Ereignisse dokumentierte, scheint der COX-2-Hemmer Celecoxib Vorteile zumindest gegenüber der Kombination aus Diclofenac plus PPI aufzuweisen.

Bei Patienten mit ausgeprägtem kardiovaskulärem Risiko besteht den Autoren zufolge die beste Evidenz für Naproxen plus PPI. Die gesamte Problematik einer Schmerztherapie bei diesen gegebenen Risikokonstellationen wird dadurch unterstrichen, dass bei Patienten mit hohem gastrointestinalen und kardiovaskulären Risiko zu einer Vermeidung aller bewerteten NSAR aufgerufen wird. In jenen Fällen, bei denen ein Einsatz von NSAR unvermeidlich ist, wird dazu geraten die Kombination von Diclofenac oder Naproxen plus PPI oder eines selektiven COX-2-Inhibitors plus PPI in Erwägung ziehen.

Kompakt:

Obgleich vermutlich auch durch die aktuellen Ergebnisse dieser europäischen Expertengruppe noch nicht das letzte Wort zum adäquaten Einsatz von NSAR geschrieben ist, bieten die Empfehlungen doch eine wertvolle Hilfestellung für die Therapieentscheidung in der ärztlichen Praxis, welches NSAR beim individuellen Patienten entsprechend dessen gastrointestinalen bzw. kardiovaskulären Risikoprofils zum Einsatz kommen sollte.

Ann Rheum Dis 2011; 70: 818-822

Quelle bdrh.de/
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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