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Samstag, 17. Dezember 2011, 11:34

Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

Ein Forscherteam der MedUni Wien hat nachgewiesen, dass die verminderte Lichteinstrahlung in den finsteren Wintermonaten tatsächlich psychische und physische Veränderungen auslösen kann: Bei reduziertem Licht funktioniert der Serotonin 1A-Rezeptor, der als Andockstelle an die Nervenzelle dient, nämlich wesentlich schlechter - ähnlich wie bei Depressionen oder Angststörungen. Damit wurde ein weiterer biologischer Faktor für die so genannte Winterdepression entschlüsselt und untermauert, dass eine Lichttherapie helfen kann.


Viele Menschen in gemäßigten oder polaren Klimazonen durchleben in den Wintermonaten, insbesondere bei verminderter Sonneneinstrahlung, psychische und physische Veränderungen. Sie machen sich etwa als Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Heißhunger auf Kohlenhydrate und Gewichtszunahme bemerkbar. "In ihrer stärksten Ausprägung werden diese Veränderungen als Winter-Depression bezeichnet", sagt Siegfried Kasper, Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der MedUni Wien.

Eine entscheidende Rolle für diese Verstimmungen kommt dem Botenstoff Serotonin zu. Bisher konnte gezeigt werden, dass jahreszeitliche Serotonin-Schwankungen durch saisonale Veränderungen des Seorotonin-Transporters entstehen. Dieser Transporter ist für die Wiederaufnahme des Botenstoffs aus dem synaptischen Spalt, der zwei Nervenzellen miteinander verbindet, in die präsynaptische Nervenzelle verantwortlich. Saisonale Veränderungen am postsynaptischen Neuron, der eigentlichen Zielzelle der Serotonin-Übertragung, konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Das ist jetzt in der im renommierten Magazin World Journal of Biological Psychiatry veröffentlichten Studie geglückt.

Viel Sonnenschein verbessert die Funktion des Rezeptors Der in dieser Studie untersuchte Serotonin 1A-Rezeptor fungiert als Andockstelle am postsynaptischen Neuron. Bei Depressionen oder Angststörungen ist das Bindungspotenzial dieses Rezeptors stark vermindert. Die Forschungsgruppe um Christoph Spindelegger und Rupert Lanzenberger von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie konnte bei 36 gesunden ProbandInnen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigen, dass dieser Rezeptor auch bei Lichtmangel ein vermindertes Bindungspotenzial zeigt - und dass bei viel Sonnenschein die Werte signifikant höher sind.

"Diese Ergebnisse werden durch vorangegangene Studien untermauert", sagt Kasper. "So konnten wir zeigen, dass mit einer Lichttherapie bereits nach einer Woche eine Verbesserung der Symptomatik eintritt, währenddessen die PatientInnen auf die Therapie mit SSRI (Anm.: Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern) erst bis zu drei Wochen später ansprachen. Die in unserer Studie gezeigten lichtabhängigen Adaptionsprozesse des Serotonin 1A-Rezeptors könnten somit auch die Mechanismen der therapeutischen Wirkung von Licht erklären."

Service: World Journal of Biological Psychiatry
"Light-dependent alteration of serotonin-1A receptor binding in cortical and subcortical limbic regions in the human brain"; Spindelegger C, Stein P, Wadsak W, Fink M, Mitterhauser M, Moser U, Savli M, Mien LK, Akimova E, Hahn A, Willeit M, Kletter K, Kasper S, Lanzenberger R. World J Biol Psychiatry. 2011 Nov 23.

Quelle Medizinische Universität Wien
Mag. Johannes Angerer

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Montag, 19. Dezember 2011, 14:15

Re: Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

welche Lampen könnten der Winterdepression denn entgegensteuern?
Ich kämpfe derzeit sehr stark mit einem depressiven Erscheinungsbild.
Auch Schlafstörungen sind bei mir derzeit akut.
Hängt das auch mit Lichtmangel zusammen?
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Montag, 19. Dezember 2011, 15:19

Lichttherapie bei der Winterdepression

liebe gerda,

schlafstörungen können ein symptom der depression sein. einer könnte rund um die uhr schlafen, der andere leidet an schlafstörungen .. ist verschieden.

es solten lichtquellen mit einer besonders hohen lichtintensität (bis zu 10 000 lux) sein. die lichtbehandlung wird täglich für ca 30-40 minuten angewendet, wobei der patient sich vor die lichtquelle setzt. es gibt auch schwächere bestrahlungslampen, hier muss die dauer der bestrahlung erhöht werden.

infos und tipps zum thema:
Lichttherapie gegen Depression


Lichttherapie-Geräte im Konsument-Test


Lichtkur für zu Hause hilft gegen Winterdepression

Wenn es draußen trüb und finster wird, verdüstert sich auch das Gemüt vieler Menschen. Nicht immer handelt es sich dabei nur um leichte Stimmungsschwankungen, denn 10 bis 20 Prozent aller Europäer leiden an "Saisonal Abhängiger Depression" (SAD), die behandlungsbedürftig ist.

Wirksam und preiswert ist die Behandlung mit Lichttherapie-Geräten in den eigenen vier Wänden. Deshalb hat das Verbrauchermagazin "Konsument" gemeinsam mit der deutschen "Stiftung Warentest" acht Geräte in der Preisklasse von 229,99 bis 880 Euro geprüft. Außer Konkurrenz lief noch ein Aktionsangebot von Tchibo (TCM) aus dem letzten Winter mit.

Ergebnis: alle acht getesteten Modelle sind zur Behandlung der Winterdepression geeignet. Sie verfügen über die erforderliche Lichtstärke, die in Lux gemessen wird: 2500 bis 6600 Lux. Das außer Konkurrenz mitgetestete Tchibo-Gerät hingegen schafft nur 2000 Lux. Das Modell "Philips Bright Light Energy HF3305" ist mit 229,99 Euro nicht nur am günstigsten, es erreichte auch in der Handhabung die beste Testnote.

Bezüglich Handhabung schnitten auch die Testprodukte "Davita Lichtdusche LD110" um 477 Euro und "Olbrich Sunlight SLT 01" um 400 Euro "sehr gut" ab. Da das Modell "Sunflex SFT 72" um 440 Euro lt. Konsument-Testern nicht sehr standsicher ist und sogar Verletzungsgefahr besteht, wurde es mit "durchschnittlich" bewertet. Ansonsten ist die Handhabung der Geräte weitgehend problemlos. Die Lebensdauer der Lampen liegt zwischen 2000 und 10.000 Betriebsstunden. Das bedeutet, dass die Geräte zirka zehn Jahre ihre Funktion erfüllen.

Ein wichtiges Kriterium bei Lichttherapie-Geräten ist auch die gleichmäßige Verteilung der Helligkeit über die gesamte Leuchtfläche. Denn bei ungleichmäßiger Leuchtdichte sind Blendungen nicht auszuschließen. Von den acht Test-Geräten haben lichttechnisch drei "gut" abgeschnitten: "Davita", Philips" und "Cosmedico Gesundheitsleuchte SAD-4". Beim Tchibo-Gerät beanstanden die Tester das starke Flimmern, das Empfindliche stören könnte.

Obwohl bei Winterdepression das Behandeln mit Licht anerkannt ist, empfiehlt "Konsument"vor der Selbstbehandlung einen Arzt zu konsultieren. Denn es könnten auch andere Erkrankungen dahinter stecken, etwa Schilddrüsenunterfunktion, Unterzuckerung, Viruserkrankungen oder das Chronische-Müdigkeits-Syndrom. Wichtig ist auch, dass vor und nach der Therapie die Augen untersucht werden. Von der Einnahme hochdosierter Johanniskraut-Präparate während der Lichttherapie rät "Konsument" ab, da sie die Lichtempfindlichkeit erhöhen.

Quelle VKI
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Dienstag, 20. Dezember 2011, 08:35

Re: Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

Danke Eveline, morgen kriege ich die Philips Energy-Leuchtlampe!
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Dienstag, 27. Dezember 2011, 11:02

Re: Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

liebe gerda,

ist die lampe schon im einsatz?
bis du eine wirkung spürst wird schon noch eine weile dauern ...

liebe grüße
evi
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Dienstag, 27. Dezember 2011, 15:24

Re: Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

Liebe Evi,

ich habe jetzt 1 Woche lang täglich eine Sitzung mit 30 min bei 10000 Lux, Abstand 15-30cm getan, und nach 3 mal konnte ich bereits um 2 Stunden länger durchschlafen. Es ist unglaublich, wie gut ich darauf anspreche. Seit 2 Nächten schlafe ich beinahe durch, und wenn ich aufwache, gibt es keine Probleme wieder einzuschlafen.
Auch stimmungsmäßig bin ich schon besser drauf!
Ich kann so ein Gerät nur jedermann für die dunkle Jahreszeit empfehlen!
Sie kostet auch kein Haus, wenn man bedenkt, dass eine Sitzung bei einer Therapeutin pro Stunde 80-100,-- kostet, und die Lampe knappe 200,--.
Ich bin sehr froh, dass Du dieses Problem zur Sprache gebracht hast, denn ich wusste zwar von dieser Tatsache, aber ich habe dem wenig Positives bislang abgewinnen können.
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Dienstag, 27. Dezember 2011, 16:23

Re: Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

lieber gerda,

ich kenne das von meiner mutter. die litt im winter auch immer an stimmungsschwankungen und schlaflosigkeit.

wir haben ihr weihnachten vor 2 jahren so eine lampe gekauft und sie war auch sehr zufrieden damit!

freut mich, dass du auch so gut auf die lichttherapie ansprichst! :thumbsup:

liebe grüße
evi
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