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Eveline

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Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:59

Erhöhtes Frakturrisiko unter Protonenpumpeninhibitoren (Magenschutzmittel)?

Dass die langfristige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) bei postmenopausalen Frauen mit einem Anstieg des Risikos von Hüftfrakturen einhergeht, wiesen US-amerikanische Experten um Andrew Chan, Boston, anhand einer Auswertung der Nurses’ Health Study nach. Jedoch war das absolute Risiko in der Studie gering und offenbar auf Raucherinnern beschränkt.


Im März 2010 hatte die FDA einen auf mehreren retrospektiven epidemiologischen Studien basierenden Sicherheitshinweis für PPI veranlasst, nachdem sich eine erhöhte Frakturrate gezeigt hatte. Aussagekräftiger ist nun die prospektive Nurses’ Health Study, in der zwischen 2000 und 2008 fast 80.000 postmenopausale Frauen alle zwei Jahre untersucht wurden. In dieser Zeit erlitten 893 Teilnehmerinnen eine Hüftfraktur. Jetzt wurde diese insgesamt niedrige Frakturrate mit der Verordnung von PPI in Beziehung gesetzt.

Im Vergleich mit Nichtanwenderinnen war das Risiko einer Hüftfraktur für Frauen, die ³2 Jahre mit PPI behandelt wurden, um 35 % erhöht (altersadjustierte Hazard Ratio, HR 1,35). Die Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren wie BMI, körperliche Bewegung oder die Einnahme von Calcium veränderten das Ergebnis nicht wesentlich (HR 1,36). Jedoch zeigte sich ein Anstieg des Risikos mit der Dauer der Anwendung. In der multivariaten Analyse stieg die HR von 1,36 nach zwei Jahren auf 1,42 nach vier Jahren und auf 1,54 nach 6-8 Jahren.

Interessant hierbei ist aber, dass das PPI-assoziierte Risiko auf Raucherinnen und Ex-Raucherinnen beschränkt ist (HR 1,51), während Frauen, die niemals geraucht haben, unter PPI kein erhöhtes Risiko auf Hüftfrakturen aufweisen (HR 1,06). Das erhöhte Risiko für diese Osteoporose-Patientinnen unter PPI reduziert sich aber subsequent, sobald diese mit dem Rauchen aufhören und ist nach etwa zwei Jahren ohne Nikotinabusus nicht mehr nachweisbar.

Rauchende Osteoporose-Patientinnen weisen unter PPI ein zusätzlich erhöhtes Frakturrisiko auf. Zu vermuten ist eine synergistische Wirkung von Rauchen und PPI, da beide die Calciumabsorption im Darm hemmen und jeweils über eine Störung der Osteoklasten negative Effekte auf den Knochenstoffwechsel ausüben könnten.

Quelle BMJ 2012; 344: e372
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Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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