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Eveline

KrankeSchwester

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Freitag, 13. Juli 2012, 14:13

Hilfe bei Dauerschmerz, Diagnose: CRPS; Helfen Cannabinoide?

Leserbrief

Zitat

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einer Freundin von mir wurde CRPS diagnostiziert und sie hat dauernd Schmerzen. Meine Frage: Macht es Sinn in diesem Falle auch Cannabinoide einzusetzen und wenn ja, wie kann man da vorgehen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Information

Mit besten Grüßen
A. L. (Name der Redaktion bekannt!)


Antwort von Rheuma-Selbst-Hilfe.at:

Sehr geehrte Frau L.!

Danke für Ihre Anfrage!

Zuerst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass meine Tipps an Sie von einem Laien und keinem Arzt stammen und deshalb das ärztliche Gespräch nicht ersetzen können!
Rheuma-Selbst-Hilfe at. ist eine Selbsthilfegruppe im Internet für den Erfahrungsaustausch von Betroffenen.

Zu Ihrer Frage:

Rechtliches

Cannabis in Substanz (Blütenstände der Hanfpflanze) darf in Österreich nicht als Medikament eingesetzt werden. Synthetisches THC (Dronabinol) sowie das ebenfalls synthetische THC-Analog Nabilon sind auf Suchtmittelrezept verschreibbar.

Cannabis wirkt unspezifisch schmerzlindernd, in Kombination mit Opiaten kumuliert die Wirkung. Bei welchen Formen von Schmerz Cannabis wirksam ist, ist noch ungenügend geklärt; gute Erfolge wurden vielfach bei Migräne und prämenstruellem Syndrom erzielt. Wichtig scheint in jedem Fall die mit Cannabiseinnahme verbundene Distanzierung von Problemen zu sein.

Erforderlich für den Bezug ist ein Suchtmittelrezept. Dronabinol muss, soll es von der Kasse bezahlt werden, chefärztlich bewilligt werden. Sollte dies nicht möglich sein können Sie das Medikament gegen Vorlage des Suchtmittelrezeptes auch privat bezahlen. Die Erfolgsaussichten für eine chefärztliche Bewilligung werden derzeit immer größer (> 50 %); weiterhin ist die Beilage ärztlicher Empfehlungen oder Gutachten zum Ansuchen in den meisten Fällen hilfreich.

Quelle und weitere Informationen: http://www.cannabismedizin.at/index.html

Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin im LKH Klagenfurt schreibt:

Schmerztherapie mit Cannabinoiden:

Die Datenlage lässt auf einen moderaten Effekt der Cannabinoide auf chronische Schmerzen schließen, wobei besonders die affektive Schmerzkomponente, d.h. die individuelle Schmerzverarbeitung, durch Cannabinoide positiv beeinflusst werden dürfte. Im akuten Schmerzmodell wurden sowohl analgetische als auch hyperalgetische Effekte der Cannabinoide beobachtet, was Cannabinoide für die Therapie des akuten Schmerzes ungeeignet macht. Postoperativ haben Cannabinoide keinen analgetischen Effekt.
Neuropathische Schmerzen sprechen moderat auf Cannabinoide an. In dieser Indikation bieten sie sich zwar nicht als Erstlinientherapie an, können aber nach dem Versagen der Standardstrategien eine durchaus zielführende Option sein. Bei Fibromyalgie wurde eine signifikante Abnahme der Schmerzscores oder zumindest eine deutliche Besserung der Schlafqualität beobachtet. Eine niedrige abendliche Dosis von Nabilone (0,5-1mg) kommt gemäß diesen Studienergebnissen als Alternative zu Amitryptilin in Betracht. In einer am LKH Klagenfurt laufenden Studie zu Cannabinoiden bei Fibromyalgie wurde bisher bei der Hälfte der Patienten ein Ansprechen beobachtet.

Quelle: http://www.oesg.at/uploads/tx_abdownload…cannabinoid.pdf

Liebe Grüße
Eveline
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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Verwendete Tags

Cannabinoide, CRPS, Dronabinol, Nabilone

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