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Eveline

KrankeSchwester

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Samstag, 1. Juni 2013, 15:47

Der Frühling ist da, die Zecken ebenfalls

Jetzt gegen FSME impfen


Zürich (pts008/31.05.2013/10:10) - Zeck-o-schreck.ch informiert: Mit der warmen Jahreszeit werden die Zecken wieder aktiv. Zecken können verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen: die bekanntesten Zecken-Erkrankungen sind die Lyme-Borreliose und die Zeckenhirnhautentzündung (med. Begriff = Frühsommer-Meningoenzephalitis/FSME)(1). Der beste Schutz vor einer FSME-Erkrankung ist die Impfung. Für eine Grundimmunisierung benötigt man drei Impfungen. Diese wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) für alle Erwachsenen und Kinder (im Allgemeinen ab 6 Jahren), die in einem Risikogebiet wohnen oder sich dort aufhalten, empfohlen(2). Kinder können in besonderen Situationen (Wunsch der Eltern, Waldkindergartenbesuch u.a.) bereits ab einem Alter von einem Jahr geimpft werden. Das BAG publizierte per Anfang Mai 2013 eine neue Karte mit Gebieten, für welche eine FSME-Impfempfehlung gilt (2).

Die blutsaugenden kleinen Zecken, die zur Gruppe der Spinnentiere gehören, leben in Bodennähe in Wiesen und Wäldern. Sie sind aber auch in Gärten sowie im Gebüsch von öffentlichen Anlagen wie Spielplätzen und Freibädern zu finden. Dort lauern sie auf ihre Nahrungsopfer: Säugetiere wie Mäuse, Igel oder Füchse, Vögel und auch Menschen. Wird die Zecke von einem Tier oder Mensch abgestreift, hält sie sich an ihm fest und sucht sich eine Stelle am Körper, wo die Haut möglichst dünn, feucht und warm ist.

Beim Stechen betäubt die Zecke die Einstichstelle (weshalb dieser vom Betroffenen oft nicht bemerkt wird) und gibt beim Blutsaugen Speichel in die Wunde ab. Der Speichel der Zecke kann Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger enthalten. Hautrötungen, welche nach Insektenstichen häufig sind, fehlen oft. Umso unvorbereiteter trifft die Betroffenen eine Erkrankung.

Gebiete mit FSME-Impfempfehlung: Neue, interaktive Karte der BAG per 2.Mai 2013 publiziert

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aktualisiert jährlich die Karte mit den Gebieten, in welchen die Impfung zum Schutz vor einer Zeckenhirnhautentzündung (FSME) empfohlen ist (2). Die Aktualisierung der Gebiete wurde für 2013 mit Hilfe einer neuen Methode durchgeführt: In einem ersten Schritt wurde die Karte erstellt, die basierend auf den Meldedaten für FSME-Infektionen der letzten zehn Jahre, die Identifikation von Gebieten mit lokalen Häufungen erlaubt. Als zweiter Schritt wurden dann diese Daten mit der bestehenden Karte der Endemiegebiete und Naturherde, welche auf kumulativen Datenseit Beginn der Erhebung im Jahr 1984 beruht, überlagert. - Das Resultat ist eine Karte mit Gebieten für welche das BAG eine FSME-Impfempfehlung gibt (Abb. 2)(2).

Die neue BAG-Karte wurde per 2. Mai 2013 publiziert und technisch so aufbereitet, dass eine Abfrage nach Postleitzahl- oder Ortsangabe möglich ist(2).

Abrufbar via Internet unter den Links:
- http://map.geo.admin.ch/?layers=ch.bag.zecken-fsme-impfung
- http://map.geo.admin.ch und "FSME" als Suchbegriff eingeben.

Vollständiger Schutz vor FSME: Impfempfehlung des BAG

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) für alle erwachsenen Personen sowie Kinder im Allgemeinen ab 6 Jahren, die in Gebieten mit einer FSME-Impfempfehlung wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten (siehe Abb. 2) (1,2 ).

Kinder können in Absprache mit dem Arzt bereits ab 1 Jahr geimpft werden (z. B. bei Besuch von Waldkindergärten) (3,4). Zur
Grundimmunisierung sind drei Impfungen notwendig, im Abstand von ein bis drei Monaten und fünf bis zwölf Monaten.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt eine Auffrischung alle zehn Jahre (2).

Die Kosten für die FSME-Impfung werden von der Krankenkasse übernommen, wenn die geimpfte Person in einem Gefahrengebiet wohnt oder sich dort zeitweise aufhält (1,2).

Zeckenhirnhautentzündung (FSME) und Lyme-Borreliose - Wo liegen die Unterschiede?

Beim Blutsaugen können Zecken verschiedene Krankheitserreger übertragen (Abb. 1). Ein kurzer Stich der Zecke genügt, um mit den Erregern infiziert zu werden. Die zwei wichtigsten Krankheiten, die in Europa durch Zecken übertragen werden, sind die Zeckenhirnhautentzündung (FSME) und die Lyme-Borreliose (1).

Prof. Dr. med. Thomas Krech, Infektionsdiagnostiker und Experte für Zeckenerkrankungen: "Während das Lyme-Borreliose-Bakterium in erster Linie Haut und Gelenke schädigt und seltener Gehirn und Rückenmark, greift das FSME-Virus ausschliesslich das zentrale Nervensystem an."

Die Zeckenhirnhautentzündung (FSME)

Bei der FSME, einer Form der Hirnhautentzündung, handelt es sich um eine Virus-Infektion, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird. Das FSME-Virus wird direkt durch den Zeckenstich übertragen. Im Gegensatz zur Lyme-Borreliose, einer bakteriellen Infektion, ist bei der virusbedingten Zeckenhirnhautentzündung keine Behandlung mit einem Antibiotikum möglich. Im typischen Fall verläuft die FSME-Infektion in zwei Phasen: In der ersten Phase treten bei einem Teil der Betroffenen 1-2 Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gelenkschmerzen auf. Nach einer kurzen beschwerdefreien Zeit kommt es bei 5 bis 15 Prozent der Personen zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), die auf das Gehirn übergreifen kann (Meningoenzephalitis). Die damit einhergehenden Symptome sind Nackensteifigkeit, starke Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Sprechstörungen sowie Gehstörungen. Wenn die Hirnhautentzündung fortschreitet, können Lähmungen und Bewusstseinsstörungen bis zu Koma auftreten. In ein bis drei Prozent der Fälle verläuft eine FSME-Erkrankung tödlich (1,3,4).

Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien, den Borrelia burgdorferi, ausgelöst. In der Schweiz sind 5 bis 30 Prozent (stellenweise sogar bis zu 50 Prozent) der Zecken mit diesem Bakterium infiziert.1 Kurz nach der Infektion tritt bei dem Betroffenen meist eine etwa handtellergrosse Rötung im Bereich der Einstichstelle auf, weshalb die Lyme-Borreliose auch "Wanderröte" genannt wird. Die Rötung verschwindet innerhalb von Tagen bis Wochen wieder. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach Wochen, Monaten oder gar Jahren zu einer zweiten Krankheitsphase, in der die Gelenke, das Nervensystem, die Haut und selten auch das Herz befallen werden können. Die Lyme-Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden. Bleibt sie unerkannt oder wird ungenügend behandelt, können bleibende Organschäden die Folge sein.

Aktuelle Informationen zum Thema Zecken finden Sie auch im Internet (kostenlos) unter http://zeck-o-schreck.ch .

Referenzen:
1) Bundesamt für Gesundheit (BAG), Abteilung übertragbare Krankheiten. Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten. April 2013.
2) Bundesamt für Gesundheit (BAG). Aktualisierung und neue Darstellung der Karte mit Impfempfehlung für Frühsommer Meningoenzaphalitis per April 2013.
3) Krech Th. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Schweiz Med Forum 2006;6: 268-274.
4) Heiniger U. FSME - eine oder zwei Impfdosen genügen nicht! Ars Medici 2009: 103-105.

Die Medienmitteilung konnte dank freundlicher Unterstützung von Baxter AG, Müllerenstrasse 3, 8604 Volketswil und Novartis Pharma Schweiz AG, Suurstoffi 14, 6343 Rotkreuz realisiert werden.

Gespräch mit Prof. Dr. med. Thomas Krech
Infektionsdiagnostiker und Experte für Zeckenerkrankungen.

Prof. Dr. med. Thomas Krech ist Infektionsdiagnostiker und Fachexperte für die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Er ist Mitglied der Internationalen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für Zeckenenzephalitis (ISW-TBE) und Autor/Mitautor diverser Publikationen im Bereich der Zeckenerkrankungen.

Frage: In der Schweiz nimmt in den letzten Jahren die Anzahl der FSME-Risikogebiete (FSME = Frühsommer-Meningoenzephalitis) stetig zu. Wie wichtig erachten Sie die Durchführung einer FSME-Impfung und für welche Menschen/Personengruppen empfehlen Sie eine solche?

Herr Prof. Krech: Naturherde wurden in der Schweiz jährlich neue entdeckt, ausser letztes Jahr. Menschen, die sich in Gefahrengebieten mit solchen Herden, wo FSME-infizierte Zecken vorkommen, aufhalten oder dort wohnen, sollten sich impfen lassen. Auch vor Reisen innerhalb der Schweiz oder ins Ausland sollte man sich anhand der Gefahrenkarten kundig machen und sich ggf. impfen lassen. In der Schweiz lautet die Impfempfehlung im Allgemeinen ab 6 Jahren. Dies bedeutet, dass Kinder in besonderen Situationen (Wunsch der Eltern, Waldkindergartenbesuch u.a.) bereits ab einem Alter von einem Jahr geimpft werden können.

Die Zecke, lat. Ixodes ricinus oder im Volksmund "Holzbock", ist für die Übertragung der Zeckenhirnhautentzündung verantwortlich. Wie erfolgt die Übertragung des FSME-Visus auf den Menschen?
Herr Prof. Krech: Die Zecke benötigt in der Regel jedes Jahr eine Blutmahlzeit und lauert an warmen Tagen deshalb auf ein Säugetier, wie Waldmäuse, Igel, Rehe oder seltener Vögel und gelegentlich auch Menschen. Beim Saugakt durch die Haut kann das FSME-Virus aus den Speicheldrüsen der Zecke über die menschliche Blutbahn ins Gehirn gelangen, wo es zur Entzündung kommt.

Zecken können verschiedene Erkrankungen auf den Menschen übertragen, die beiden häufigsten sind die Zeckenhirnhautentzündung (FSME) und die Lyme-Borreliose. Können Sie uns einen Einblick geben, welche Symptome bei einer virusbedingten Zeckenhirnhautentzündung auftreten können, in welchen Krankheits-Stadien eine FSME verläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
Herr Prof. Krech: Während das Lyme-Borreliose-Bakterium in erster Linie Haut und Gelenke schädigt und seltener Gehirn und Rückenmark, greift das FSME-Virus ausschliesslich das zentrale Nervensystem an. Die FSME verläuft typischerweise mit einem ersten grippalen, noch nicht als FSME erkennbaren Stadium und kann nach etwa einer Woche in das zweite Stadium münden, welches charakterisiert ist durch den Befall der Hirnhäute allein oder zusätzlich des Gehirns und des Rückenmarks. Dies kann zu bleibenden neurologischen Schäden führen wie z.B. Lähmungen. In der Schweiz stirbt durchschnittlich jedes Jahr eine Person an den folgen von FSME. Im Gegensatz zur Lyme-Borreliose, die mit einem Antibiotikum behandelt werden kann, gibt es keine wirksamen Medikamente gegen das FSME-Virus, weshalb die vorsorgliche Impfung so wichtig ist.

An welchen Orten halten sich die Zecken auf, resp. wo kann man sich mit einer FSME-Erkrankung infizieren?
Herr Prof. Krech: Praktisch das ganze Mitteland von St. Margrethen bis Yverdon kann als Gefahrengebiet gelten. Dazu kommen das St. Galler Rheintal bis Chur und das untere Prättigau, das untere Toggenburg sowie das Berner Oberland. Im Jura ist es das Tal der Orbe, im Wallis das Gebiet um Sion. In der Zentalschweiz sind es die Gebiete um den Vierwaldstädtersee. In der übrigen West- und Südschweiz sind die Zecken bisher nicht mit FSME-Virus infiziert, weshalb dort keine Gefahr besteht.

Eine präventive FSME-Impfung bietet sicheren Schutz vor einer Zeckenhirnhautentzündung. Wie erfolgt die FSME-Impfung und wo kann eine solche durchgeführt werden?
Herr Prof. Krech: Die Impfung kann in jeder Arztpraxis durchgeführt werden. Zur Grundimmunisierung sind drei Impfungen notwendig, im Abstand von ein bis drei Monaten und fünf bis zwölf Monaten. Bereits nach der zweiten Impfung besteht ein Schutz, die dritten Impfung dient dem Langzeitschutz. Danach ist eine regelmässige Auffrischimpfung alle zehn Jahre notwendig.

Wann ist aus Ihrer Sicht der beste Zeitpunkt für eine FSME-Impfung?
Herr Prof. Krech: Gegen FSME kann das ganze Jahr über geimpft werden. Optimal ist, wenn mit der Impfung im Winter begonnen wird, damit schon ein Schutz besteht, wenn im März die ersten Infektionen auftreten.

Stichwort "Impfschutz": Wie hoch ist der Schutz, wenn nur eine Teilimpfung, z.B. eine 2-fach-FSME-Impfung abgeschlossen wurde?
Herr Prof. Krech: Der Schutz liegt bei 95 Prozent, das heißt nur einer von zwanzig Geimpften erkrankt möglicherweise bei einer Infektion, und dann auch nur in abgeschwächter Form.

Wie gut verträglich sind gemäss Ihren Praxiserfahrungen die FSME-Impfstoffe?
Herr Prof. Krech: Wie alle im Handel befindlichen Impfungen sind auch die beiden erhältlichen FSME-Impfstoffe gut verträglich. Ein leichtes Wahrnehmungsgefühl an der Einstichstelle oder vorübergehendes leichtes Fieber sind die häufigsten Nebenwirkungen.

Vielen Dank für dieses Gespräch!

Kontakt:
Prof. Dr. med. Thomas Krech
Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie (D)
Spezialist für labormedizinische Analytik FAMH
Konstanzerstrasse 31b, 8280 Kreuzlingen
Mail: thomas.krech@medica.ch

Quelle pts20130531008


Weitere Informationen:
>> Borreliose (Lyme-Borreliose)
Signatur von »Eveline« Liebe Grüße von
Eveline


Schmerz ist, was der Patient sagt, und er existiert, wann immer er es sagt.

Margo Mac Caffery 1997

:aua

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