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Dienstag, 17. Juni 2014, 17:32

Schmerzen stoppen bei Rheuma durch Radiosynoviorthese

Eine nuklearmedizinische Injektionstherapie, die Radiosynoviorthese, ist bei 80 Prozent aller rheumatischen Gelenkentzündungen erfolgreich und stoppt die Schmerzen. Sie sollte daher vor Kniearthroskopien, dem Wechsel zu stärkeren Medikamenten und künstlichem Gelenkersatz erwogen werden. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e. V. (BDN) hin. Die Injektionstherapie ist eine Kassenleistung, dauert wenige Minuten und wird an vielen nuklearmedizinischen Gemeinschaftspraxen und auch an einigen Kliniken ambulant durchgeführt.


Rund 440 000 Menschen sind in Deutschland an rheumatoider Arthritis erkrankt. Bei ihnen schmerzen die Gelenke, weil sich die Gelenkschleimhaut entzündet hat. Hier setzt die Radiosynoviorthese* - kurz RSO - an. "Der Begriff bedeutet eine Wiederherstellung der ursprünglichen Gelenkschleimhaut durch Strahlenanwendung", erläutert Professor Dr. med. Gynter Mödder vom BDN. Mödder ist Experte für Radiosynoviorthese, schreibt Lehrbücher und bildet international Spezialisten aus. "Alle Gelenke außerhalb der Wirbelsäule kommen für die Therapie in Frage, insbesondere Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und Fingergelenke, Knie-, Sprung- und Zehengelenke", sagt Mödder.

Dafür spritzt der Kölner Nuklearmediziner eine radioaktive Flüssigkeit, das Radionuklid, ins Gelenk. Die winzigen Nuklide sind an Eiweißpartikel gebunden, damit die entzündeten Schleimhautzellen den radioaktiven Stoff aufnehmen. Dessen Strahlung löst im Inneren der kranken Zellen eine zusätzliche Entzündung aus. "Dadurch zerstören die Radionuklide die schmerzhaft verdickte oberflächliche Zellschicht", erklärt Mödder. Anschließend entsteht ein neuer Zell- und Gewebefilm, eine gesunde und glatte Schleimhaut. Bis sich die volle Wirkung einstellt, können sechs Monate vergehen.

Die Erfolgsrate der Injektionstherapie, die ursprünglich im Jahr 1926 von einem japanischen Forscher in Berlin entdeckt wurde, ist hoch. "Eine Vielzahl an Studien belegt, dass 80 Prozent der Patienten nach der RSO schmerzfrei sind und die behandelten Gelenke wieder problemlos bewegen können", erklärt Mödder. "Viele unternehmen nach der Behandlung endlich wieder Wanderungen, benötigen weniger Medikamente", erläutert der Nuklearmediziner. Die Injektionstherapie kann damit über Jahre hinaus den Wechsel zu stärkeren Arzneien oder höheren Dosierungen verhindern und künstlichen Gelenkersatz verzögern. Wenn Medikamente und Physiotherapie nicht helfen, sollten sich die Patienten vom Rheumatologen oder Orthopäden eine Überweisung an den Nuklearmediziner ausstellen lassen, rät der Experte. "Warnzeichen sind Schmerzen, Gelenkschwellung und eingeschränkte Beweglichkeit."

Für die Patienten ist die Therapie ungefährlich. Die Bestrahlung hat eine maximale Reichweite von wenigen Millimetern und bleibt somit auf die Gelenkschleimhaut beschränkt. "Schlägt die Behandlung beim ersten Mal nicht richtig an, weil eine besonders dicke Gelenkschleimhaut den Effekt beeinträchtigt, sind Wiederholungen möglich", sagt Mödder.

___________________________________

* Der Begriff leitet sich aus den lateinischen Wörtern "radius" (Strahlung) und "synovialis" (Gelenkschleimhaut) sowie der griechischen Vokabel "orthesis" (Wiederherstellung) ab.

Quelle Kerstin Ullrich Pressestelle Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e. V.

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Dienstag, 17. Juni 2014, 17:39

Chronisch-entzündliche Arthrose: Radionuklid-Behandlung kann künstliches Gelenk verhindern

Zitat

Arthrose ist der häufigste Grund für künstlichen Gelenkersatz an Knie oder Hüfte. Bei jedem dritten Betroffenen geht der Gelenkverschleiß mit einer Entzündung der Gelenkinnenhaut einher. In diesem Fällen kann eine Injektionstherapie mit Radionukliden die Schmerzen stoppen und eine Prothese auf mehrere Jahre hinauszögern. Die sogenannte Radiosynoviorthese (RSO) sollte daher bei entzündlicher Arthrose vor einem operativen Eingriff erwogen werden, erklärt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Auch bei Gelenkergüssen oder Beschwerden nach dem Einsatz von künstlichen Gelenken kann die RSO hilfreich sein. Die Injektionstherapie ist eine Kassenleistung, dauert eine Stunde und wird an vielen nuklearmedizinischen Kliniken und Gemeinschaftspraxen durchgeführt.

Quelle und weiter lesen: journalMED - Chronisch-entzndliche Arthrose: Radionuklid-Behandlung kann knstliches Gelenk verhindern

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