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Eveline

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Donnerstag, 2. März 2017, 15:46

Rheumatoide Arthritis: Neue Therapie-Option für schwer behandelbare PatientInnen

Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter entzündlichem Rheuma. In Österreich sind rund 250.000 bis 400.000 Menschen betroffen. Die rheumatoide Arthritis ist eine der häufigsten und auch gefährlichsten Formen dieser entzündlichen Rheumaerkrankungen. Rund 30 Prozent der PatientInnen erreicht schon nach ein bis zwei Jahren Remission, also die erfolgreiche Kontrolle der Krankheitssymptome. Viele andere PatientInnen leiden aber trotz mehrfacher Therapiewechsel an einer anhaltend aktiven Erkrankung. In einer multizentrischen multinationalen Studie mit dem Rheumatologen Daniel Aletaha von der MedUni Wien als „Principal Investigator“ konnte nun gezeigt werden, dass ein neuer Wirkstoff (Sirukumab) eine viel versprechende Therapie-Option für diese „refraktären“ PatientInnen darstellt. Die Studie wurde nun im absoluten Top-Journal „The Lancet“ publiziert.



Heutzutage kommt es bei rheumatoider Arthritis immer rascher zu einem Therapiewechsel, sollte keine deutliche Besserung erzielt werden. Dadurch kann vielen PatientInnen rasch geholfen werden. Andererseits gibt es PatientInnen, bei denen sich auch nach der zweiten oder dritten Biologika-Therapie – typischerweise mit TNF-Inhibitoren (dabei wird der Tumornekrosefaktor TNF, der bei systemischen Entzündungen beteiligt ist, blockiert) – keine wesentliche Besserung einstellt. Den Betroffenen erschließt sich mit dem neuen Wirkstoff nun eine neue Option.

Das ist das Ergebnis einer der bisher größten multizentrischen, weltweiten Studien zu schwer behandelbarer rheumatoider Arthritis mit dem neuen Wirkmechanismus, einer Interleukin-6-Zytokin-Blockade. Der monoklonale Antikörper Sirukumab hemmt dabei direkt den Botenstoff IL-6, der, ähnlich wie TNF, für die entzündlichen Vorgänge in den Gelenken verantwortlich ist.

„Das konnten wir in einer der bisher größten Studien-Populationen mit rund 900 Betroffenen in 35 Ländern zeigen. Diese PatientInnen zeigten trotz vorangegangener Biologika-Vortherapien eine anhaltend aktive Erkrankung. Für viele dieser PatientInnen waren die Therapiemöglichkeiten praktisch erschöpft. Mit Sirukumab konnte auch in dieser Patientengruppe die entzündliche Aktivität der Erkrankung deutlich gesenkt werden“, erklärt Daniel Aletaha von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien (Klinische Abteilung für Rheumatologie, Leiter: Josef Smolen).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sirukumab wurde in zwei unterschiedlichen Dosen (Injektionen zu je 50 Milligramm alle 4 Wochen bzw. 100 mg alle zwei Wochen) verabreicht. Dabei erzielte die 100 Milligramm-Dosierung eine etwas bessere Wirksamkeit. „Diese Ergebnisse sind bei einer progressiven, entzündlichen muskuloskeletalen Krankheit wie der rheumatoiden Arthritis sehr bedeutsam und vor allem für diejenigen Patienten, die sehr schwer zu behandeln sind“, sagt der MedUni Wien-Experte. Die Zulassung des Medikaments könnte bereits in Kürze erfolgen.

Gleichzeitig könnten die neuen Erkenntnisse zu Sirukumab dazu führen, dass auch Wirksamkeitsstudien bei anderen Entzündungserkrankungen gestartet werden, etwa bei anderen Arthritisformen oder anderen entzündlichen Erkrankungen, wie z.B. bei Vaskulitiden. Auch Indikationen außerhalb der Rheumatologie sind denkbar.

Quelle 02.03.2017, 09:10 | OTS0027 | Medizinische Universität Wien
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