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Montag, 12. Juli 2010, 18:04

Medizinisches Cannabis-Artikelsammlung

Wie die Überschrift schon sagt, werden wir hier die Informationen über Cannabis zusammenstellen, damit sie leichter gefunden werden können. Es sind alle Mitglieder dazu eingeladen mitzumachen! ;)

Synthetisches Marihuana-Derivat gegen Schmerzen


Forscher der University of Texas haben ein synthetisches Marihuana-Derivat entwickelt, um die negativen Nebenwirkungen von Cannabis auszuschalten. Die neue Substanz namens MDA19 hat eine ähnliche Wirkung wie die aktiven Bestandteile im Cannabis - allerdings ohne Nebenwirkungen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Anesthesia & Analgesia. "MDA19 hat deswegen keine Nebenwirkungen, weil es nur an einen spezifischen Subtyp des Cannabinoid-Rezeptors bindet", so Mohamed Naguib vom Anderson Cancer Center an der University of Texas.


"MDA19 hat das Potenzial neuropathische Schmerzen ohne Nebeneffekte im Zentralnervensystem hervorzurufen", so der Forscher. Für den österreichischen Mediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin" NICHT (l)EGAL - CAM - Cannabis als Medizin ist dies ein weiteres Beispiel des immer noch existierenden Stigma gegenüber dem natürlichen Hanf als Arzneimittel. "In der Zwischenzeit gibt es einige solcher synthetisch hergestellten Monosubstanzen wie MDA19", so Blaas gegenüber pressetext. "Eine natürliche Hanfplanze liefert hingegen zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide."

"Da Cannabis in den meisten Ländern als Suchtgift verboten ist, ist es rechtlich einfach, solche synthetischen chemischen Substanzen herzustellen. Sie unterliegen nicht gesetzlichen Verboten." Blaas ist das so häufig vorgebrachte Argument mit den Nebenwirkungen bekannt. "Bei Einhaltung der vom Mediziner verordneten Dosis ist eine Überdosis aber praktisch ausgeschlossen." Dennoch muss die Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden, betont der Mediziner.

Ein weiteres Problem ortet der Mediziner auch bei der Verabreichung von den synthetischen Monosubstanzen selbst. "Sie können der natürlichen Pflanze mit ihren zahlreichen Substanzen nicht Paroli bieten", so Blaas. Aus rechtlichen Gründen setzt man derzeit auch beim natürlichen Cannabis auf die zwei Mono-Substanzen Dronabinol und Cannabidiol, die beide aus kontrolliert angebauten Pflanzen gewonnen werden.

Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette." Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. In der Zwischenzeit gibt es aber eine ganze Reihe von anderen Leiden, bei denen Cannabis sich bewährt hat.

"Bewiesen ist, dass Dronanbinol muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend wirkt", erklärt der Arzt.

Quelle pte
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Mittwoch, 9. März 2011, 22:05

Bei chronischen Schmerzpatienten Notfallprogramm aus dem Hanf

Cannabinoide gewinnen in der Schmerztherapie zunehmend an Bedeutung. Am besten geeignet sind sie für chronisch kranke Patienten, die der Belastung durch den Schmerz psychisch nur schwer standhalten können. Mehr darüber war bei den Südbahn Schmerzgesprächen zu hören.


Die Verwendung von Cannabis in der Medizin ist tausende Jahre alt. Im Westen entdeckte man die Wirkungen des Hanfs allerdings erst im 19. Jahrhundert. Britische Ärzte benützten das Kraut, von dem sie in Indien erfahren hatten, dass man daraus nicht nur Seile machen kann, zur Behandlung von Schlafstörungen.

weiter lesen >> Bei chronischen Schmerzpatienten Notfallprogramm aus dem Hanf
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Donnerstag, 10. März 2011, 11:58

Re: Medizinisches Cannabis-Artikelsammlung

wir haben einen Krebspatienten in unserem Freundeskreis, dem wurde Cannabis nicht verschrieben, obwohl er darum bat. Morphin-Pflaster kriegt er. Er hat Metastasen in Prostata und Wirbelsäule und unglaubliche Schmerzen. Langjährige Chemos haben nichts gebracht, und er lässt dies auch nicht mehr zu. Nur mehr mit Bestrahlungen ist er einverstanden. Und dann wollte er eben Cannabis als Schmerzmittel.
Er weiß selbst nicht, warum die Ärzte ihm das nicht verschreiben!
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Donnerstag, 10. März 2011, 18:07

Dronabinol (reines THC)

hallo gerda,

Zitat

Ungeachtet großer medizinwissenschaftlicher Fortschritte wird die Entwicklung der neuen Cannabismedizin vom Gesetz nach wie vor massiv behindert: Cannabis ist laut österreichischem Recht ein Suchtmittel, natürlicher Cannabis "in Substanz", wie es im Gesetz heißt, (Blüte oder Harz, nicht die Blätter) unterliegt einem medizinischen Verschreibungsverbot.

Zitat

Deshalb ...
* ... wird tausenden Betroffenen die Medizin ihrer Wahl vorenthalten - obwohl auf Betreiben des Staates seit 2009 THC-reiche Hanfsorten angebaut werden.
* ... darf nur Dronabinol (reines THC) und dieses nur gegen Suchtmittelrezept verschrieben werden - für viele ein ethisch-moralisches Hemmnis.
* ... wird das enorme Potenzial von Cannabis als Medizin nur in sehr geringem Maß genützt.
* ... liegen die Kosten für diese Arznei um mindestens den Faktor 15 höher als nötig.

quelle: Cannabis als Medizin - Kongress und Petition an die Bundesregierung

ich finde das sowas von lächerlich! will man verhindern, dass schwerst kranke menschen süchtig werden?
oder verdienen die pharma firmen am billigen cannabis zu wenig?

es ist schon möglich reines THC zu verordnen, aber das eben nur auf einem suchtmittelrezept, was einen mehraufwand für den arzt darstellen würde ...

ich kenne diese angst der ärzte noch aus meiner berufslaufbahn her.
tramal galt schon für einige als ein hammermedikament. wir (pflegepersonal) mussten für unsere pat. oft regelrecht kämpfen, dass ihre schmerzen adäquat behandelt wurden.
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Freitag, 11. März 2011, 04:58

Re: Medizinisches Cannabis-Artikelsammlung

Hallo,

betreffend Cannabis - in der Medizin wird hauptsächlich Synthetisches THC verwendet. Wie die Gesetzeslage wegen Verabreichung durch Ärzte in Österreich geregelt ist, weiß ich nicht. Ich würde dieses Zeug auf alle Fälle nur bei schweren Erkrankungen einsetzten, zB. Krebs und schweren Schmerzpatienten. Die Wirkung ist ja nicht nur beruhigend und schmerzlindernd, sondern auch einschläfernd und in der Reaktion vermindernd. Cannabinoide - zentalwirksam - greifen nach Übertritt der Hirn-Blut-Schranke direkt ins zentralen Nervensystem.
Wie du schon in einem weiteren Bericht genauer erklärst! Charakteristisch für die Wirkung von Cannabis ist das breite Spektrum psychischer Effekte.
Risiken: (abgeschieben!!!)
Fühlen - Statt Euphorie entstehen Angst und Panikgefühle. Psychotische Symptome wie Verwirrtheit und Verfolgungsideen ("Paranoia") sind möglich ("Horrortrip").
Denken - Aus Gedankensprüngen wird ein uferloses Durcheinander im Kopf. Konsumenten können keinen klaren Gedanken fassen ("Peilung verlieren") oder steigern sich in fixe Ideen.
Gedächtnis - Durch das gestörte Kurzzeitgedächtnis kommt es zu Erinnerungslücken und "Filmrissen".
Wahrnehmung - Konsumenten neigen zu Überempfindlichkeit bis hin zu Halluzinationen.
Kommunikation - Statt gemeinsamen Erlebens fühlen sich Konsumenten in "ihrem eigenen Film gefangen", nehmen ihre Umwelt nur eingeschränkt wahr. Sie erleben sich als ausgegrenzt, können sich nicht mehr mitteilen.
Körpererleben - Herzrasen, Übelkeit und Schwindel können sich einstellen. Ein Kreislaufkollaps ist möglich.

Cannabis hat die Wirkung Hunger zu erzeugen und damit bei Übelkeit und starken Gewichtsverlust in der Chemotherapie zu helfen. Ebenso senkt es den Blutdruck sehr schnell. Leider wird nicht auf den Patienten geschaut, sondern es geht um das liebe Geld! Die Pharmaindustrie ist wohl an einfachen und schnellen Lösungen FÜR einen Kranken Menschen nicht interessiert.
Bei Missbrauch und langen Konsum stellen sich Psychosen und Wahrnehmungsstörungen, eben Verfolgungswahn ein! Aber diese Personen sind eh nicht ursächlich krank.

Es ist meist nur bekannt Marihuana mit Tabak zu rauchen. Ein Tipp für Kranke, es ist ohne Tabak möglich, mit einem Inhalationsgerät, somit vermeidet man die Nebenwirkungen des Nikotins. Am Schwarzmarkt wird sehr gestreckt mit Blei und anderem gesundheitsschädlichen Zeug, um so viel Gewinn wie möglich zu machen.
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„Schließt sich uns eine Tür zum Glück, öffnet sich eine andere.
Doch wir schauen oft so lange auf die geschlossene Tür, dass wir die Geöffnete übersehen.“

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Freitag, 11. März 2011, 08:20

Re: Medizinisches Cannabis-Artikelsammlung

Eva schrieb:
ich finde das sowas von lächerlich! will man verhindern, dass schwerst kranke menschen süchtig werden?
oder verdienen die pharma firmen am billigen cannabis zu wenig?

es ist schon möglich reines THC zu verordnen, aber das eben nur auf einem suchtmittelrezept, was einen mehraufwand für den arzt darstellen würde ...

ich kenne diese angst der ärzte noch aus meiner berufslaufbahn her.
tramal galt schon für einige als ein hammermedikament. wir (pflegepersonal) mussten für unsere pat. oft regelrecht kämpfen, dass ihre schmerzen adäquat behandelt wurden.




Manchmal denke ich mir, wir leben noch im Mittelalter!
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Montag, 26. September 2011, 12:57

Deutscher Schmerzkongress: Neue Medikamente gegen Schmerz … und alte Bekannte im Zwielicht

Für Schmerzpatienten gibt es eine Reihe neuer Medikamente, deren Vor- und Nachteile Spezialisten beim Deutschen Schmerzkongress 2011 (5.-8.10.2011, Congress Center Rosengarten, Mannheim) diskutieren. So lassen Nasensprays auf eine verträgliche Anwendung von Cannabis ohne Suchtgefahr hoffen. Pflaster mit dem Wirkstoff der Chilischote können Nervenschmerzen bis zu drei Monate lang lindern. Ultrakurz wirksame Opiode als Spray oder Tablette helfen gegen Durchbruchsschmerzen bei Tumorpatienten. Ins Zwielicht geraten ist hingegen die Langzeitanwendung von Opioden bei chronischen Schmerzen, die nicht durch Krebs ausgelöst werden.


Hier scheinen Nebenwirkungen und Gefahren den Nutzen zu überwiegen. „Da sind alte Dogmen ins Wanken geraten – Ärzte müssen Verschreibungen kritischer prüfen“, so Prof. Dr. Christoph Maier vom Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum.

Neue Medikamente mit altbekannten Wirkstoffen


Eine Ergänzung der verfügbaren Medikamente ist ein Cannabinoid-Spray. Cannabinoide sind schmerzhemmende körpereigene Stoffe. Ihre Anwendung war bisher durch die psychotropen und abhängigkeitsfördernden Effekte limitiert. Das neue Spray, das zurzeit für Patienten mit Spastik zugelassen ist, verspricht deutliche Fortschritte, weil die verwendeten Zusammensetzungen kaum noch die Gefahr von Halluzinationen oder Abhängigkeit mit sich bringen. Ebenfalls schon lange bekannte ist der Wirkstoff der Chilischote Capsaicin. Er wirkt speziell auf die für die Schmerzweiterleitung wichtigen C-Fasern. Patienten mit Gürtelrosenschmerzen und anderen isolierteren Schmerzen können von einem neuen Pflaster mit Capsaicin nach einmaliger Anwendung bis zu drei Monate profitieren. Der Effekt beruht darauf, dass Capsaicin in der sehr hohen Dosierung dazu führt, dass die Schmerzfasern sich aus der Haut zurückziehen. Es treten kaum Nebenwirkungen auf.

Neue Impulse gegen starke Schmerzen


Neue Impulse versprechen sich die Schmerzmediziner auch von einem seit einem Jahr auf dem Markt befindlichen starken Opioid (Tapentadol), das erstmals zwei Wirkmechanismen in einem Präparat verbindet. Es könnte eine Ergänzung gerade beim schwer zu behandelnden Nervenschmerz sein. Neu sind auch ultra-kurz wirksame Opiate, die sowohl als Nasenspray erhältlich sind wie als Tabletten, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Sie haben den seit Jahren zugelassenen „Fentanyl-Lutscher“ weitgehend verdrängt. Diese Medikamente sind nur zugelassen für sterbenskranke Patienten im Rahmen einer palliativen Behandlung. Die Verschreibungsdaten in Deutschland sprechen jedoch für einen erheblichen „Off label use“ für Patienten mit anderen Erkrankungen – eine Entwicklung, die viele Schmerzmediziner wegen der hohen Suchtgefahr mit Sorge sehen. „Bei diesen Präparaten muss sich erst erweisen, ob sie wirklich mit einer verbesserten Versorgung der Tumorpatienten und kalkulierbaren Risiken insgesamt einhergehen“, so Prof. Maier.

Problematisch: Langzeitanwendung von Opioiden


„In Sachen Opioide waren die letzten zwei Jahre für Schmerzmediziner eine Zeit der kritischen Bestandsaufnahme und vorsichtigen Neubesinnung“, fasst Prof. Maier zusammen. Die ernüchternden Ergebnisse verschiedener Leitlinienentwicklungen brachten alte Dogmen ins Wanken. Mit der bisher angenommenen hervorragenden Langzeitverträglichkeit von Opioiden bei chronischen Schmerzen ist es doch nicht so weit her: „Die heutigen Zahlen belegen nur im geringen Ausmaß eine anhaltende Wirksamkeit, liefern jedoch immer mehr alarmierende Hinweise, dass sich bei unkritischem Gebrauch teils sogar bedrohliche Langzeitnebenwirkungen häufen“, so der Mediziner. Dazu gehören sowohl Abhängigkeit als auch zentrale Störungen z. B. der Atmung und des Schlafs.

Den Einsatz kritischer prüfen


Sollen deshalb Opiate nicht mehr verordnet werden? „Im Gegenteil: Sie haben gegenüber anderen Medikamenten den enormen Vorteil, selbst nicht in klinisch relevantem Maß organschädlich zu sein“, unterstreicht Prof. Maier. Dagegen könnten andere, gerne als schwach bezeichnete Schmerzmittel zu lebensgefährlichen Magen- und Darmblutungen führen. Die Konsequenz für Schmerzmediziner müsse aber eine größere Rationalität im Umgang mit Opioiden sein. „Der Schlüssel zur Therapieoptimierung ist, dass ausschließlich solche Patienten Opiate erhalten, bei denen diese in relativ niedriger Dosis wirklich schmerzlindernd wirksam sind und bei denen auch eine Verbesserung von funktionellen Parametern wie z. B. der Schlafqualität, der Arbeitsfähigkeit oder der körperlichen Leistungsfähigkeit zu dokumentieren ist“, meint der Schmerzspezialist.

Quelle Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), Meike Drießen, 26.09.2011 12:45
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Dienstag, 27. September 2011, 09:58

Cannabinoide unverzichtbare Option in der Schmerzbehandlung

Cannabinoide unverzichtbare Option in der Schmerzbehandlung - Experten/-innen fordern EU-weite Verfügbarkeit und Kassen-Erstattung standardisierter Cannabinoid-Arzneimittel


Der Nutzen von Cannabinoiden in der Schmerzbehandlung ist mittlerweile belegt, betonen Experten/-innen auf dem Europäischen Schmerz-Kongress EFIC 2011 und treten für eine europaweite Verfügbarkeit standardisierter Arzneimittel und deren Kassen-Erstattung ein. Cannabinoide helfen weitgehend nebenwirkungsarm gegen zahlreiche chronische Schmerzzustände, ihre komplexe Wirkungsweise erfordert allerdings besondere Expertise.

"Der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden in der Behandlung bestimmter chronischer Schmerzen ist heute, durch Daten gut belegt, in vielen Fällen eine zweckmäßige und unverzichtbare Option. Mit einer Legalisierung von Marijuana oder des Cannabis-Anbaus hat der Einsatz solcher standardisierter und rezeptierter Arzneimittel absolut nichts zu tun", betonte der Präsident des Dachverbandes europäischer Schmerzgesellschaften EFIC, o.Univ.-Prof. DDr. Hans Georg Kress (Wien, A), im Rahmen des Europäischen Schmerz-Kongresses EFIC 2011 in Hamburg. "Als zusätzliche Therapieoption vor allem bei chronischen Schmerzzuständen wie Tumorschmerz, HIV-bedingte Nervenschmerzen oder Spastik bei Multipler Sklerose leisten Cannabinoide hervorragende und weitgehend nebenwirkungsarme Dienste, auch wenn ihre hochkomplexe Wirkungsweise in bestimmten Situationen große Achtsamkeit und Expertise erfordert."

Cannabinoide modulieren die Schmerzwahrnehmung


Cannabinoide sind eine Klasse von Substanzen, die der Körper und das menschliche Gehirn selbst herstellen. Sie modulieren Teile des Lern- bzw. Belohnungssystems sowie des Immunsystems. Docken sie an Cannabinoid-Rezeptoren (CB1und CB2) an, wirken sie unter anderem schmerzlindernd. Intensive Schmerzzustände können gebessert werden, wenn dem Körper zusätzliche Cannabinoide zugeführt werden. In der therapeutischen Praxis wird dafür der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze, Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) eingesetzt, der entweder, wie das in etlichen europäischen Staaten rezeptierbare Präparat Dronabinol aus der natürlichen Hanfpflanze gewonnen oder, wie bei dem in den USA zugelassenen Präparat Marinol, synthetisch hergestellt werden kann.

Bewiesene Wirkung bei schwierig zu behandelnden speziellen chronischen Schmerzen


"Zunächst wurden Cannabinoide vor allem bei Tumor- und HIV-Patienten/-innen eingesetzt, um Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust zu behandeln", so Prof. Kress. "Inzwischen belegen immer mehr Daten ein wesentlich breiteres Wirkungsspektrum: THC wirkt auch bei bestimmten Neuropathien wie bei HIV-Infektion, Multipler Sklerose, dem Querschnittssysndrom oder anderen spastischen Schmerzen, und es gibt vielversprechende Hinweise auf ein Potenzial dieser Arzneimittel in der Behandlung verschiedener chronisch-entzündlicher Erkrankungen, wie Rheumatoider Arthritis oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen." Besonders synergetisch ist die Kombination von THC mit einer klassischen Opioid-Therapie, so Prof. Kress: "Anders als Opioide führen Cannabinoide auch bei Überdosierung zu keiner potenziell lebensgefährlichen Atemdepression und auch zu keiner Unterdrückung der wichtigen Abwehrfunktion gegen infektiöse Keime."

Dieses für zahllose Patienten erfreuliche Wirkprofil von THC wird dadurch nicht geschmälert, dass eine Reihe von Studien keine Wirksamkeit gegen Akutschmerz belegen konnten, und dass in Einzelfällen sogar Hyperalgesien (Überempfindlichkeit gegenüber schmerzhaften Reizen) ausgelöst werden können. "Tatsächlich ist die Wirkung von THC im Rückenmark äußerst komplex", erläuterte Prof. Kress. Die Aktivierung des CB1-Rezeptors kann nicht nur die Weiterleitung schmerzhafter Erregungsreize blockieren, sondern unter bestimmten Umständen auch die entgegengesetzte Wirkung entfalten, wie auf dem Kongress diskutierte Studien und Analysen zeigen. Die Erklärung dafür ist die hemmende Wirkung der Cannabinoide auf die natürliche "absteigende Schmerzhemmung" im Rückenmark, die bei akuten Schmerzen somit eher schmerzverstärkend wirken kann. Bei chronischen Schmerzen fehlt oder versagt diese natürliche Schmerzhemmung oftmals, sodass dann Cannabinoide nur noch überwiegend analgetische, schmerzdämpfende Wirkungen zeigen. Prof. Kress: "Dies würde das gute Ansprechen zum Beispiel chronischer neuropathischer Schmerzen auf Cannabinoid-Arzneimittel erklären."

In den vergangenen Jahren gab es, so der Experte, zunehmend qualitativ hochstehende, randomisierte, kontrollierte, klinisch-wissenschaftliche Untersuchungen zum schmerztherapeutischen Nutzen von Cannabinoiden. Auch auf dem aktuellen EFIC Kongress in Hamburg werden neue wissenschaftlichen Daten zu diesem Thema präsentiert: So zeigt etwa eine neue kanadische Studie, dass sich das synthetische Cannabinoid Nabilone bei MS-Patienten/-innen mit neuropathischen Schmerzen als wirksame und gut verträgliche Additivtherapie zu Gabapentin erwiesen hat. Und eine neue spanische Studie zeigt im Tiermodell, dass sich bei Muskelschmerzen lokal angewendete Cannabinoide als interessante künftige Therapieoption erweisen könnten.

Experten/-innen fordern Zulassung und Kassen-Erstattung von Cannabinoid-Arzneimitteln - Kritik an Forderung nach Freigabe von Cannabis für die Selbstversorgung


Für die Schmerzbehandlung sind Cannabinoid-Präparate wie Dronabinol (THC) derzeit unter anderem in Deutschland, Österreich, Kanada, Großbritannien, Tschechien und Dänemark verschreibbar, als Sublingual-Spray bestehen Zulassungen in Kanada, Großbritannien, Spanien, Deutschland und Dänemark. "Im Interesse zahlreicher Schmerzpatienten/-innen ist die EU-weite Zulassung von cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln für die Schmerz- und Palliativtherapie, sowie ihre Refundierung durch die nationalen Krankenkassen ein wichtiges Anliegen der Europäischen Schmerzgesellschaften", so EFIC-Präsident Prof. Kress. "Patienten/-innen, für die Cannabinoide eine therapeutisch sinnvolle Option sind, dürfen keinesfalls unterversorgt bzw. bei der Suche nach einer medizinisch sinnvollen Cannabinoid-Therapie in die Illegalität getrieben werden."

Keine Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit sieht Prof. Kress in der gelegentlich geforderten Freigabe der "Selbstversorgung" mit Cannabis, auch zu medizinischen Zwecken, da dieses fast immer aus illegalen Quellen stamme, und so schwer kranke Menschen zum Kontakt mit dem Schwarzmarkt gezwungen würden. Zudem würden die Betroffenen durch eine zum Teil extrem mangelhafte Qualität dieser nicht standardisierten Cannabiszubereitungen zusätzlich gefährdet. "Probleme des Konsums der Pflanze zu therapeutischen Zwecken, wie mikrobielle und chemische Verunreinigungen, der Mangel an Qualitätskontrolle und Dosierbarkeit können auch durch eine 'medizinische Legalisierung' nicht gelöst werden", betonte Prof. Kress. "Ferner gibt es keinen Beweis dafür, dass die Wirkung von Cannabis oder Marihuana besser wäre als die der hervorragenden Auswahl bereits verfügbarer therapeutischer Cannabinoid-Reinsubstanzen."

Quelle: EFIC Abstracts 1 CANNABINOIDS IN PAIN MANAGEMENT: A DOUBLE-EDGED SWORD?; F203 MUSCLE PAIN AND PERIPHERAL CANNABINOID ANTINOCICEPTION; S265 RANDOMIZED, DOUBLE-BLINDED, PLACEBO-CONTROLLED STUDY EVALUATING THE EFFICACY AND SAFETY OF NABILONE ADJUNCTIVE TO GABAPENTIN IN MANAGING MULTIPLE SCLEROSIS-INDUCED NEUROPATHIC PAIN; S627 EVALUATION OF PAIN AND HEALTH-RELATED QUALITY OF LIFE (HRQOL) OUTCOMES IN CHRONIC PAIN PATIENTS TREATED WITH CANNABIS

Quelle B&K Medien- und Kommunikationsberatung
Dr. Birgit Kofler
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Freitag, 13. Juli 2012, 14:13

Hilfe bei Dauerschmerz, Diagnose: CRPS; Helfen Cannabinoide?

Leserbrief

Zitat

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einer Freundin von mir wurde CRPS diagnostiziert und sie hat dauernd Schmerzen. Meine Frage: Macht es Sinn in diesem Falle auch Cannabinoide einzusetzen und wenn ja, wie kann man da vorgehen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Information

Mit besten Grüßen
A. L. (Name der Redaktion bekannt!)


Antwort von Rheuma-Selbst-Hilfe.at:

Sehr geehrte Frau L.!

Danke für Ihre Anfrage!

Zuerst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass meine Tipps an Sie von einem Laien und keinem Arzt stammen und deshalb das ärztliche Gespräch nicht ersetzen können!
Rheuma-Selbst-Hilfe at. ist eine Selbsthilfegruppe im Internet für den Erfahrungsaustausch von Betroffenen.

Zu Ihrer Frage:

Rechtliches

Cannabis in Substanz (Blütenstände der Hanfpflanze) darf in Österreich nicht als Medikament eingesetzt werden. Synthetisches THC (Dronabinol) sowie das ebenfalls synthetische THC-Analog Nabilon sind auf Suchtmittelrezept verschreibbar.

Cannabis wirkt unspezifisch schmerzlindernd, in Kombination mit Opiaten kumuliert die Wirkung. Bei welchen Formen von Schmerz Cannabis wirksam ist, ist noch ungenügend geklärt; gute Erfolge wurden vielfach bei Migräne und prämenstruellem Syndrom erzielt. Wichtig scheint in jedem Fall die mit Cannabiseinnahme verbundene Distanzierung von Problemen zu sein.

Erforderlich für den Bezug ist ein Suchtmittelrezept. Dronabinol muss, soll es von der Kasse bezahlt werden, chefärztlich bewilligt werden. Sollte dies nicht möglich sein können Sie das Medikament gegen Vorlage des Suchtmittelrezeptes auch privat bezahlen. Die Erfolgsaussichten für eine chefärztliche Bewilligung werden derzeit immer größer (> 50 %); weiterhin ist die Beilage ärztlicher Empfehlungen oder Gutachten zum Ansuchen in den meisten Fällen hilfreich.

Quelle und weitere Informationen: http://www.cannabismedizin.at/index.html

Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin im LKH Klagenfurt schreibt:

Schmerztherapie mit Cannabinoiden:

Die Datenlage lässt auf einen moderaten Effekt der Cannabinoide auf chronische Schmerzen schließen, wobei besonders die affektive Schmerzkomponente, d.h. die individuelle Schmerzverarbeitung, durch Cannabinoide positiv beeinflusst werden dürfte. Im akuten Schmerzmodell wurden sowohl analgetische als auch hyperalgetische Effekte der Cannabinoide beobachtet, was Cannabinoide für die Therapie des akuten Schmerzes ungeeignet macht. Postoperativ haben Cannabinoide keinen analgetischen Effekt.
Neuropathische Schmerzen sprechen moderat auf Cannabinoide an. In dieser Indikation bieten sie sich zwar nicht als Erstlinientherapie an, können aber nach dem Versagen der Standardstrategien eine durchaus zielführende Option sein. Bei Fibromyalgie wurde eine signifikante Abnahme der Schmerzscores oder zumindest eine deutliche Besserung der Schlafqualität beobachtet. Eine niedrige abendliche Dosis von Nabilone (0,5-1mg) kommt gemäß diesen Studienergebnissen als Alternative zu Amitryptilin in Betracht. In einer am LKH Klagenfurt laufenden Studie zu Cannabinoiden bei Fibromyalgie wurde bisher bei der Hälfte der Patienten ein Ansprechen beobachtet.

Quelle: http://www.oesg.at/uploads/tx_abdownload…cannabinoid.pdf

Liebe Grüße
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Samstag, 1. November 2014, 13:18

Cannabinoide sind wichtige Option in der Schmerz- und Palliativmedizin

Österreichische Schmerzgesellschaft informiert im Rahmen der 14. Österreichischen Schmerzwochen zu einer breiten Palette von schmerzmedizinischen Themen


"Die aktuelle, durchaus emotional geführte Diskussion über eine Legalisierung von Cannabis sollte keine ungünstigen Auswirkungen auf den Einsatz von Cannabinoid-Medikamenten in der Schmerz- und Palliativmedizin haben", betont Univ.-Prof. Prim. Dr. Rudolf Likar (Klagenfurt), Generalsekretär der Österreichischen Schmerzgesellschaft, anlässlich der 14. Österreichischen Schmerzwochen. "Der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden hat nichts mit dem Konsum von Cannabis zu tun. Dafür, dass Patienten von den gut belegten günstigen medizinischen Eigenschaften von Cannabinoiden profitieren können, brauchen wir keine Legalisierung von Haschisch oder Marihuana. Es stehen uns bereits jetzt wirksame, standardisierte Medikamente zur Verfügung."

Die klinische Wirksamkeit von Cannabinoiden konnte in den vergangenen Jahren zu verschiedenen Indikationen bestätigt werden. "Cannabinoide lindern Schmerz, Spastik und Angst, stimulieren den Appetit, unterdrücken Übelkeit und Erbrechen, verbessern die Lebensqualität und können in multimodale Behandlungskonzepte gut integriert werden", so Prof. Likar.

In Österreich stehen derzeit zur therapeutischen Anwendung drei Cannabinoid-Präparate zur Verfügung: Dronabinol als magistrale Zubereitungen von pflanzlichem oder synthetisch hergestelltem delta-9-THC; das synthetische Cannabinoid Nabilone; sowie Sativex, das standardisierte Extrakte der Cannabis-Pflanze mit definiertem Gehalt an THC und CBD enthält.

Angesichts des gut belegten Nutzens sollten diese Substanzen möglichst vielen Patienten, die davon profitieren könnten, zugänglich gemacht werden, so Prof. Likar. "Dazu müssen nicht nur gelegentlich noch vorhandene Vorurteile gegenüber Cannabinoid-Medikamenten abgebaut werden, sondern auch bürokratische Hürden", so Prof. Likar. "Wünschenswert wäre eine Vereinfachung der Erstattung durch die Krankenkassen und dass zur Verschreibung kein Suchtgiftrezept mehr erforderlich ist."

Weitere Details zu diesem Thema und alle laufend aktualisierten Medieninformationen zu den 14. Österreichischen Schmerzwochen:
Cannabinoide unverzichtbare Option in der Schmerz- und Palliativmedizin ? Wirksame Medikamente nicht mit Legalisierungsdebatte vermengen: B&K Medien- und Kommunikationsberatungs GesmbH

Quelle OTS0041 2014-10-31/10:23
311023 Okt 14
Weitere Artikel zum Thema "Cannabinoide, Cannabis: http://rheuma-selbst-hilfe.at/rsh_forum/…hlight=Cannabis
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Mittwoch, 11. März 2015, 15:52

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. beführwortet im Einzelfall den Einsatz von Cannabinoiden bei genauer medizinischer Indikation und Qualitätssicherung der Therapie

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. unterstützt die Initiative von Frau Marlene Mortler MdB, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, den therapeutischen Einsatz von Substanzen aus der Hanfpflanze, den sogenannten Cannabinoiden, zu erleichtern.


Sofern eine medizinische Indikation besteht, sollte eine unbürokratische Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen ermöglicht werden. "Allerdings bedarf es einer differenzierten Betrachtung und genauen Indikationsstellung sowie Qualitätssicherung der Therapie.", so Prof. Dr. Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. Denn der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden wird derzeit aktiv in der Öffentlichkeit und von unterschiedlichen Fachgesellschaften kommentiert. Die Diskussion suggeriert, dass Cannabinoide ein wirksames Schmerzmittel seien und bisher der betroffenen Mehrheit an Schmerzpatienten und -patientinnen aus regulatorischen Gründen vorenthalten wurden.

Nach derzeitigem Wissens- und Erfahrungsstand sind Cannabinoide jedoch nur bei einzelnen ausgewählten Schmerzpatienten ausreichend wirksam. In der Mehrheit der chronischen Schmerzpatienten zeigen Cannabinoide lediglich eine geringe bis mäßige Schmerzlinderung, sodass Cannabinoide anderen bisher gebräuchlichen Schmerzmitteln nicht überlegen sind.

"Bemerkenswert ist jedoch, dass in Einzelfällen speziell ausgewählte Patienten, bei denen die gebräuchlichen Schmerzmittel versagen, von der Anwendung der Cannabinoide sehr stark profitieren", so der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., der mit rund 3.400 Mitgliedern größten wissenschaftlich-medizinischen Schmerzfachgesellschaft Europas. Dies scheint insbesondere Patienten zu betreffen, deren Schmerzen eine spastische Komponente haben, wie z. B. bei der multiplen Sklerose, einer Querschnittslähmung oder Nervenverletzung. Auch manche Patienten mit neuropathischen Schmerzen bei HIV, bei denen erprobte Verfahren versagen, können in Einzelfällen eine deutliche Linderung durch Cannabinoide erfahren. Andere therapeutische Wirkungen, wie antiemetische, appetitsteigernde oder antientzündliche Wirkungen werden den Cannabinoiden zugeschrieben, jedoch liegen für diese Indikationen als auch für viele Schmerzsyndrome bisher keine qualitativ hochwertigen Studien vor.

Die vorliegenden Studien und Erfahrungsberichte zeigen deutlich, dass Cannabinoide einerseits in vielen Fällen nur sehr schwach schmerzlindernd wirksam sind, andererseits für einzelne ausgewählte Patienten durchaus hilfreich sein können. Diesen Patienten sollte daher eine Möglichkeit eröffnet werden, nach Versagen empfohlener Therapieverfahren einen individuellen Therapieversuch zu unternehmen. Sollte dieser erfolgreich sein, sollte die Gabe eines Cannabinoids in Absprache mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner Begleiterkrankungen, möglicher Kontraindikationen, der Patientenpräferenzen und dem Wirkungs-Nebenwirkungsprofil der jeweiligen Substanz erwogen werden, fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. befürwortet daher im Einzelfall eine Behandlung mit Cannabinoiden in Betracht zu ziehen, empfiehlt aber, die Indikationskriterien weiterhin empirisch zu untermauern. Insbesondere sieht es die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. als dringend notwendig an, wie bei allen anderen schmerztherapeutischen Verfahren auch, ein solches Therapieverfahren immer im Kontext einer multimodalen Schmerztherapie und nicht als isoliertes Therapieverfahren anzuwenden.

Wenn in diesem Sinne eine medizinische Indikation besteht, sollte der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden und die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen entsprechend der Initiative der Bundesdrogenbeauftragten, Frau Marlene Mortler MdB, ermöglicht werden.
Die Anwendung sollte durch eine obligate Erfassung und Analyse der Effektivität und unerwünschter Wirkungen begleitet werden, hierfür bietet das Schmerzregisterprojekt "KEDOQ" der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. ideale Voraussetzungen. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. spricht sich weiterhin für die Durchführung methodisch hochwertiger Studien zur medizinischen Anwendung von Cannabinoiden in der Schmerzmedizin aus.

Unter einer Therapie mit Cannabinoiden kann es zum Auftreten von gering ausgeprägten zentralen Nebenwirkungen kommen, wie z. B.
- Übelkeit,
- Müdigkeit,
- Schwindel,
- kognitive Beeinträchtigungen und
- Stimmungsschwankungen.

Die bisherigen Studien beziehen sich auf kurze Behandlungszeiträume von wenigen Wochen bis Monaten, die besonderen Risiken einer Langzeitbehandlung sind weitestgehend unklar. Grundsätzlich ist aber für die Langzeiteinnahme und insbesondere bei Jugendlichen von einem Abhängigkeitspotential auszugehen und es kann in Einzelfällen zur Ausbildung von Angststörungen und Psychosen kommen.

Quelle Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.
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Dienstag, 23. Juni 2015, 22:01

AM SCHAUPLATZ: Die Droge als Medizin (Cannabinoide)

Donnerstag 25.6. um 21:05 ORF 2
Wiederholung am 26.06.2015, 01:55 ORF 2

Cannabis gilt in Österreich als Droge. Der Anbau von blühenden Hanf-Pflanzen ist strikt verboten, die Gesetzeslage eindeutig. Nur für sich selbst hat der Staat eine Ausnahme gemacht.
Am Rande Wiens pflanzt die dem Gesundheitsministerium unterstellte Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) in großen Glashäusern 365 Tage im Jahr Cannabis. Die geernteten Blüten werden nach Deutschland verkauft und dort vom Pharmakonzern Bionorica zum Medikament Dronabinolverarbeitet. Ein Medikament, das in Österreich quasi verboten ist. Die Situation ist absurd. Dabei wird Cannabis weltweit immer öfter als Medizin eingesetzt.

In Israel wachsen Marihuana-Pflanzen in großen Farmen unter staatlicher Überwachung und kommen bei Krebs, Multipler Sklerose und vielen psychischen Leiden zum Einsatz. Weil der Erfolg groß ist, wird das Cannabisprogramm jetzt weiter ausgebaut.

'Am Schauplatz' beschäftigt sich mit der Heilpflanze Cannabis und durfte erstmals mit der Kamera in die geheimen Wiener Glashäuser der AGES vordringen.

Eine Reportage von Nora Zoglauer und Klaus Dutzler.

Quelle Text und Quelle: ORF 2: Am Schauplatz - tv.ORF.at
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Dienstag, 22. September 2015, 20:35

Cannabis als Rheuma-Mittel: Experten fordern mehr Studien und warnen zugleich vor Selbstmedikation

Mannheim – In Deutschland sind 1,5 Millionen Erwachsene von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen. Viele von ihnen leiden unter anhaltenden Schmerzen. Obwohl über den therapeutischen Nutzen von Cannabisprodukten derzeit intensiv diskutiert wird, fehlen für die Behandlung chronischer Schmerzen bei Rheuma-Erkrankungen mit künstlich hergestellten Cannabisprodukten jedoch bislang aussagekräftige Studien. Welche Potentiale Cannabis als Heilmittel hat und aus welchem Grund vor allen Formen der Selbstmedikation zu warnen ist, diskutieren Schmerzexperten auf der Pressekonferenz des Deutschen Schmerzkongresses (14. bis 17.10.2015) am 14. Oktober in Mannheim.


Cannabis sativa, so der lateinische Name der Hanfpflanze, ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Lange schon gibt es Anzeichen für ihre medizinische Wirksamkeit, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Dass Cannabisprodukte bei einigen Erkrankungen einen positiven Effekt haben, konnten in den vergangenen Jahren auch zahlreiche klinische Studien zeigen. Privatdozent Dr. med. Winfried Häuser, Klinik Innere Medizin I des Klinikums Saarbrücken, berichtet: „Bei Tumorpatienten können Cannabinoide während der Chemotherapie den Appetit anregen und zugleich Übelkeit und Erbrechen eindämmen. Sie können auch helfen, schmerzhafte Muskelverspannungen bei Patienten mit Multipler Sklerose zu unterdrücken.“ Einige Patienten mit chronischen Schmerzen berichteten zudem über gute Erfahrungen mit hanfbasierten Substanzen, ergänzt der Experte aus Saarbrücken. Aufgrund seiner Rauschwirkung fällt das „Naturprodukt“ Hanf in Deutschland jedoch unter das Betäubungsmittelgesetzt (BTM), und der in ihm vorkommende Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) wird als ein nicht verkehrsfähiger Stoff klassifiziert. Der Verkauf und Handel von/mit THC sind also verboten, der Konsum ist es nicht. In Deutschland ist nur ein einziges künstlich hergestelltes Cannabis-Medikament, das als Mundspray verabreichte Sativex, bei einer medizinischen Indikation zugelassen, nämlich den schmerzhaften Muskelverspannungen bei Multipler Sklerose. Zwei weitere Präparate, Dronabinol und Nabilon, sind in Deutschland nicht zugelassen, können jedoch auf einem Betäubungsmittelrezept durch den Arzt verschrieben werden. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen weigern sich in den meisten Fällen, die Kosten zu übernehmen.

Um herauszubekommen, bei welchen rheumatischen Erkrankungen, die mit chronischen Schmerzen einhergehen, Cannabisprodukte wirken und ob sie verträglich und sicher sind, hat Dr. Häuser zusammen mit Forschern aus Deutschland – aber auch Kanada und Israel – eine systematische Literatursuche durchgeführt. Dr. Häuser erklärt: „Wichtig war für uns, nur Studien auszuwerten, die aussagekräftig sind. Wenn also das Cannabisprodukt mit einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen wurde und zudem weder Arzt noch Patient wussten, was von beiden sie erhielten.“ Bei der Sichtung der als randomisiert doppelblind bezeichneten Studien (englisch, RCT: randomized controlled trial) stellten die Forscher schnell fest, dass die Datenlage bei der medikamentösen Therapie von Rheumaerkrankungen mit Cannabisprodukten spärlich ist.

Zwei RCTs mit Nabilon über die Dauer von zwei beziehungsweise sechs Wochen mit 71 Patienten mit Fibromyalgiesyndrom, eine vier-wöchige Studie mit Nabilon und 30 Rückenschmerzpatienten und eine fünf-wöchige Studie mit Tetrahydrocannbinol/Cannabidiol mit 58 Patienten mit rheumatoider Arthritis wurden eingeschlossen. Die Studien zeigten keine bessere Wirksamkeit der untersuchten synthetischen Cannabisprodukte gegenüber Kontrollsubstanzen (Placebo bzw. schmerzlinderndes Antidepressivum). Die Patienten berichteten, die Cannabisprodukte trotz einiger unangenehmer Nebenwirkungen wie beispielweise Konzentrationsstörungen, Sedierungen oder Müdigkeit gut vertragen zu haben.

Dr. Häuser fasst zusammen: „Wir können aufgrund der schwachen Datenlage derzeit nicht empfehlen, Rheumapatienten mit Cannabisprodukten zu behandeln. Das schließt jedoch nicht aus, dass Ärzte Patienten, die wir als austherapiert bezeichnen, das heißt, bei denen sonst nichts hilft, mit Cannabinoiden behandeln.“

Die Experten der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. plädieren dafür, dass die Bundesregierung ein Gesetz zum medizinischen Gebrauch von Cannabisprodukten erlässt und dann die Verordnungen langfristig über die Krankenkassen abgerechnet werden können. Professor Dr. med. Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., fasst die Position zusammen: „Wir wollen Schmerzpatienten nicht die Therapie mit Cannabinoiden vorenthalten. Aber gebraucht werden mehr Studien und mehr Medikamentenzulassungen.“ Jede Form einer Eigentherapie lehnt der Experte ab. „Patienten, die sich mit dem sogenannten Medizinalhanf oder Cannabis aus Eigenanbau selbst behandeln, fügen ihrem Körper ein in seiner Dosis permanent schwankendes Medikament zu und riskieren belastende Nebenwirkungen.“

Literatur:
Fitzcharles M.-A., Ste-Marie P. A., Häuser, W. et al.: Efficacy, tolerability and safety of Cannabinoid Treatments in the Rheumatic Diseases: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials
Arthritis Care &Research, 2015, in Druck
PD Dr. med. Winfrid Häuser, Redemanuskript, Pressekonferenz Deutscher Schmerzkongress 14.10.2015

Quelle Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V., Thomas Isenberg, 22.09.2015 14:33
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Dienstag, 26. Januar 2016, 16:01

Potenzial für Cannabinoide auch bei neuropathischen Schmerzen

15. Österreichische Schmerzwochen: Wirksame Cannabis-Medikamente haben nichts mit Legalisierung zu tun


Wien (OTS) - Eine italienische Studie zeigt, dass das Cannabinoid Dronabinol die nozizeptive Übertragung von Schmerzreizen beim Menschen hemmen kann. Nozizeptiver Schmerz entsteht durch Stimulation der Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren). „Damit könnte ein weitere Hinweis erbracht sein, dass Cannabis-Medikamente künftig auch in der Behandlung von neuropathischen Schmerzen eine wichtigere Rolle spielen könnten“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc., Generalsekretär Österreichischen Schmerzgesellschaft und Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt, anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen. Bisher wurde Einsatz von Cannabinoiden bei neuropathischen Schmerzen widersprüchlich diskutiert, weil die Evidenz für diesen Bereich noch gering ist.

Die klinische Wirksamkeit von Cannabinoiden konnte inzwischen in verschiedenen Indikationen wissenschaftlich belegt werden. „Gut belegt sind vor allem brechreizhemmende, appetitsteigernde und krampflösende Effekte. Cannabinoide lindern Schmerz, Spastik und Angst, stimulieren den Appetit, unterdrücken Übelkeit und Erbrechen, verbessern die Lebensqualität und können in multimodale Behandlungskonzepte gut integriert werden“, so Prof. Likar. „Besonders synergetisch ist die Kombination des Hanfpflanzen-Bestandteils THC mit einer Opioid-Therapie. Anders als Opioide führen Cannabinoide auch bei Überdosierung zu keiner potenziell lebensgefährlichen Atemdepression und auch zu keiner Unterdrückung der wichtigen Abwehrfunktion gegen infektiöse Keime.”

Die in Gesellschaft und Politik oft emotional geführte Diskussion über eine Cannabis-Legalisierung sollte jedenfalls keine ungünstigen Auswirkungen auf den Einsatz von Cannabinoid-Medikamenten in der Schmerz- und Palliativmedizin haben, wünscht sich Prof. Likar: „Der Einsatz von Cannabinoiden in der Therapie darf nicht mit einer Legalisierung des Cannabis-Konsums verwechselt werden. Damit dafür geeignete Patienten von den gut dokumentierten, positiven medizinischen Eigenschaften von Cannabinoiden profitieren können, brauchen wir keine Legalisierung von Marihuana, und auch keinen kontrollierten Verkauf von Blüten in der Apotheke. Es stehen uns dafür bereits jetzt wirksame, standardisierte Medikamente zur Verfügung. “

Weitere Details und alle Medieninformationen zu den 15. Österreichischen Schmerzwochen:
Potenzial für Cannabinoide auch bei neuropathischen Schmerzen ? Medikamenten-Nutzen hat nichts mit Legalisierung zu tun: B&K Medien- und Kommunikationsberatungs GesmbH

Quelle 26.01.2016, 08:47 | OTS0011 | B&K - Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
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