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Freitag, 28. Januar 2011, 16:15

Europäischer Datenschutztag: Neue AK Studie befasst sich mit
digitaler Bilddatenflut - Klare Regeln und umsichtiger
Datenumgang nötig


Wien (OTS) - Wie kommt mein Foto auf Facebook? Neue Technologien
und soziale Netzwerke stellen den Datenschutz immer wieder auf den
Prüfstand. Eine neue AK Studie zeigt: Es sind immer mehr private
Fotos, Videos und Webcams im Netz. "Oft sind Aufnahmen von Personen
ohne Einverständnis des Betroffenen für alle zugänglich und die
Löschung mühsam", sagt AK Datenschutzexpertin Daniela Zimmer zum
europäischen Datenschutztag. Private Videoüberwachung ist zwar seit
2010 im Datenschutzgesetz geregelt. Aber auch Webcams,
Videokonferenzen oder Dienste wie Google Street View liefern
Bilddaten, die viele verunsichern. "Daher braucht es Transparenz,
klare Regeln und einen sorgfältigere Umgangskultur mit Daten", will
Zimmer das Bewusstsein der User schärfen.

Schnell ein Video vom Freund mit dem Smartphone gemacht und flugs
auf Facebook gestellt. Webcambilder im Netz zeigen das Kundentreiben
in Discos und Geschäften - oft über eine Distanz, mit der nicht nur
die Kundenfrequenz, sondern der einzelne Besucher sichtbar wird.
"Problematisch dabei: Die Bilder sind oft ohne Einverständnis des
Betroffenen für alle zugänglich", meint Zimmer. Grundsätzlich ist das
Bild einer Person geschützt. Eine Verbreiterung von Aufnahmen ist
unzulässig, wenn berechtigte Interessen der Abgebildeten verletzt
werden. "Die Rechtsprechung ist streng. Doch leider fehlt im Netz die
Kontrolle. Die Rechtsdurchsetzung ist demzufolge mühsam und
kostenaufwändig.

Mit dem Datenschutzgesetz 2010 gibt es für Videoüberwachungen
durch Unternehmen und Privatpersonen spezielle Regeln. So ist die
Videoüberwachung zur Kontrolle von Mitarbeitern im Betrieb genauso
verboten wie in intimen Bereichen, etwa Umkleidekabinen. Ausnahmen
gibt es etwa für Banken oder Juweliere - dort, wo besondere Gefahr
drohen könnte: Kameras sind hier ohne behördliche Registrierung
zulässig. "Die Ausnahmen schaffen Rechtssicherheit, müssen aber auf
sehr kritische Bereiche beschränkt bleiben", so Zimmer. Die
technischen Möglichkeiten für mehr Datenschutz werden dabei längst
nicht ausgeschöpft. Dass etwa Gesichter unkenntlich gemacht und nur
bei Vorfällen "entpixelt" werden, sollte Standard sein - ist es aber
selten. Schonendere Alternativen wie Wachpersonal, Waren-Chips und
Sicherheitstüren bleiben oft ungenützt. Bilder liefern auch
Videokonferenzen, wobei nicht immer klar ist, ob und wenn ja zu
welchen Zwecken aufgezeichnet wird. Und auch die Kamera-Wägen von
Diensten wie Google Street View machen Bilder: Personen sind
automatisch anonymisiert, Gebäude werden aber erst auf Wunsch des
Besitzers entfernt.

Fazit der Studie: Nötig ist mehr Bewusstseinsbildung, die
Beseitigung rechtlicher Grauzonen, vereinfachte Verfahren zur
Durchsetzung von Persönlichkeitsrechten und das Sichtbarmachen von
Datenschutzkonformität durch Gütezeichen.

SERVICE: Die Studie der Akademie der Wissenschaften im Auftrag der
AK "Aktuelle datenschutzrechtliche Fragen der Videoüberwachung" unter
www.arbeiterkammer.at

Quelle OTS0053 2011-01-28/09:49

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Tags: Datenschutz, Datenschutzgesetz, datenschutzrechtliche Fragen, Videoüberwachungen

Kategorien: NEWS aus aller Welt - dies und das

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