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Donnerstag, 29. Dezember 2011, 13:54

Ergebnisse der Evaluierung für April erwartet

Der Pilotbetrieb e-Medikation, der seit April 2011 in einigen Bezirken in Tirol, Oberösterreich und Wien stattfand, endet wie geplant mit Ende Dezember. Konkret ging es in dieser Testphase um die Vernetzung und elektronische Kommunikation zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenanstalten über die Medikation eines Patienten. Nicht nur vom Arzt verordnete, sondern auch in der Apotheke rezeptfrei erworbene Arzneimittel wurden dabei berücksichtigt.

Großen Nutzen brachte dabei die Medikationsübersicht. Ärzte erhalten damit einen besseren Überblick über Medikamente, die ein Patient bereits einnimmt, und können diese Erkenntnisse gleich bei der Verordnung weiterer Arzneimittel berücksichtigen. Patienten wiederum können sich anhand eines Ausdrucks dieser Liste besser orientieren, wann und wie sie ein Medikament einnehmen sollen. Durchaus zufrieden zeigt sich der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Dr. Hans Jörg Schelling mit einer ersten Bilanz: "Trotz des zeitweilig heftigen Gegenwindes und eines durch die Österreichische Ärztekammer ausgerufenen Projektstopps über den Sommer haben in den drei Pilotregionen knapp 8.000 Patientinnen und Patienten ihre Zustimmung zur Teilnahme abgegeben. Von den rund 100 teilnehmenden ÄrztInnen, den 57 teilnehmenden Apotheken und den 5 Krankenanstalten wurden insgesamt rund 37.000 elektronische Prüfungen auf Wechselwirkungen durchgeführt."

Die im Pilotbetrieb gesammelten Erfahrungen werden nun von der Medizinischen Universität Wien wissenschaftlich evaluiert und die Daten in anonymisierter Form statistisch ausgewertet. Der Evaluierungsbericht wird voraussichtlich im April 2012 zur Verfügung stehen und die Grundlage für einen flächendeckenden österreichweiten Einsatz der e-Medikation bilden.

Ohne den Auswertungen der wissenschaftlichen Evaluierung vorgreifen zu wollen, konnten bereits einige wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. So hängt die Akzeptanz bei ÄrztInnen, ApothekerInnen und PatientInnen davon ab, dass gesetzliche Rahmenbedingungen praxistaugliche Lösungen erlauben. "Für einen österreichweiten Rollout brauchen wir unbedingt das ELGA-Gesetz" ist Schelling überzeugt. "Denn nur, wenn alle Gesundheitsdienstleister mitmachen, können wir gefährliche Lücken verhindern und das volle Potential von e-Medikation nutzen. Im Pilotbetrieb haben wir festgestellt, dass eine Opt-In Variante für alle Beteiligten nicht praktikabel ist". Auch für Apotheken wird eine integrierte Software-Lösung notwendig sein, um e-Medikation effizient in die bestehenden Abläufe einbinden zu können. Um Lücken in der Medikation vermeiden zu können, sind Krankenanstalten lesend und schreibend in das System einzubinden.

Für teilnehmende PatientInnen bedeutet das Ende des Pilotbetriebes, dass das Service e-Medikation ab 1.1.2012 nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. Eine Abmeldung von e-Medikation ist nicht notwendig - die Teilnahme endet automatisch mit 31. Dezember 2011. Die gesammelten Daten werden nur in anonymisierter Form für statistische Auswertungen verwendet und können nicht mehr auf eine bestimmte Person zurückgeführt werden. Nach Abschluss der Auswertungen, spätestens am 30.06.2012, werden die Daten gänzlich gelöscht.

"Besonderer Dank gebührt den vielen engagierten ÄrztInnen und ApothekerInnen, die es durch ihren Einsatz ermöglicht haben, den Pilotbetrieb nach der Aufhebung des Projektstopps konstruktiv weiterzuführen und wertvolle Erkenntnisse zur Verbesserung der Sicherheit bei der Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln zu gewinnen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen können wir e-Medikation weiter entwickeln", so Schelling abschließend.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Arzt durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten bzw. einer Patientin und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

Quelle Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle
OTS0075 2011-12-29/11:39


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Tags: e-Medikation, ELGA

Kategorien: NEWS aus aller Welt - dies und das

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