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Freitag, 14. Dezember 2012, 08:02

Abholaktion in allen Apotheken

Das Bundesministerium für Gesundheit und die Österreichische Apothekerkammer starten gemeinsam eine Abholaktion in allen österreichischen Apotheken und wenden sich mit einer Informationskampagne an Schulen und Familien, um Kaliumjodid-Tabletten in der Hausapotheke als wichtige Sicherheitsmaßnahme bei schweren Reaktorunfällen in grenznahen Kernkraftwerken zu lagern.

Zwar gibt es in Österreich keine Kernkraftwerke, jedoch ist das Land von vielen Kernreaktoren umgeben. 13 Atomkraftwerke befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Österreich. Trotz umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen können schwere Unfälle mit massiver Freisetzung von radioaktivem Jod nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Bei ungünstigem Wetter kann es in solchen Fällen vor allem für Kinder und Jugendliche notwendig sein, Kaliumjodid-Tabletten zum Schutz der Schilddrüse vor radioaktivem Jod einzunehmen.

Rasche Verfügbarkeit der Kaliumjodid-Tabletten entscheidend

Durch die Bevorratung einer Tagesdosis in Schulen und Kindergärten sind Kinder und Jugendliche bei einem Durchzug einer radioaktiven Wolke während der Schulzeit geschützt. Darüber hinaus sollten Kaliumjodid-Tabletten auch zu Hause jederzeit verfügbar sein. Dies ist deshalb von großer Bedeutung, da die Schutzwirkung der Tabletten am größten ist, wenn sie kurz vor dem Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Vor allem eine verspätete Einnahme senkt die Wirksamkeit stark ab. Schon einige Stunden nach dem die radioaktiv kontaminierte Luft durch Österreich gezogen ist, ist eine Einnahme praktisch wirkungslos.

"Bei einem grenznahen Reaktorunfall und ungünstigen Windverhältnissen können die radioaktiven Luftmassen Österreich innerhalb weniger Stunden erreichen. Ein Ansturm auf die Apotheken wäre zu befürchten, der vor allem in der Nacht oder am Wochenende während des Bereitschaftsdienstes kaum zu bewältigen wäre. Es ist daher wichtig, dass für solche Notfälle Kaliumjodid-Tabletten auch zu Hause jederzeit vorrätig sind", erklärt Doz. Dr. Rendi-Wagner, Sektionsleiterin im Bundesministerium für Gesundheit.

Abholaktion in den österreichischen Apotheken

Aus diesem Grund haben das Bundesministerium für Gesundheit und die Österreichische Apothekerkammer eine Abholaktion in allen österreichischen Apotheken ins Leben gerufen. "Mit der österreichweiten Abholaktion möchten wir vor allem Familien mit Kindern unter 18 Jahren animieren, sich Kaliumjodid-Tabletten für den Notfall einzulagern", so die Sektionsleiterin.

Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sowie Schwangeren und Stillenden werden Kaliumjodid-Tabletten kostenlos vom Bundesministerium in jeder Apotheke zur Verfügung gestellt. Personen unter 40 Jahren erhalten die Packung zu einem günstigen Preis von Euro 2,75. Für Erwachsene über 40 Jahre ist die Einnahme nicht empfohlen.

"Aufgeklärt werden die Eltern mit einem Informationsblatt, das von den Lehrern an die Schüler ausgehändigt wird. Der beiliegende Gutschein für eine Packung Kaliumjodid-Tabletten, kann in der jeder beliebigen Apotheke eingelöst werden. Zusätzlich gibt es in den Apotheken eine neue Broschüre zum Thema "Familienapotheke", die ebenfalls über die Bevorratung von Kaliumjodid-Tabletten zu Hause als wichtige Sicherheitsmaßnahme bei schweren Reaktorunfällen informiert", erklärt Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Tabletteneinnahme nur nach Aufforderung durch Behörden

Bei der Abholaktion ist unbedingt zu beachten, dass die Kaliumjodid-Tabletten ausschließlich zur Prophylaxe dienen. "Die Tabletten dürfen NIEMALS ohne ausdrückliche vorherige Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden eingenommen werden! Die Bevorratung ist eine Vorsorgemaßnahme. Die Kaliumjodid-Tabletten dürfen nur im Notfall und nur dann, wenn die Gesundheitsbehörden via Radio oder Fernsehen dazu aufrufen, eingenommen werden", appelliert der Apothekerkammer-Präsident.

Kaliumjodid zum Schutz der Schilddrüse

Kaliumjodid zählt zu einer der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bei einem Reaktorunfall. Der Grund dafür ist, dass das stabile Jod dieser Tabletten die Schilddrüse vorübergehend mit Jod sättigt ("Jod-Blockade"). Das eingeatmete radioaktive Jod wird daher von der Schilddrüse nicht mehr aufgenommen, sondern vom Körper rasch wieder ausgeschieden. So können hohe Strahlendosen für die Schilddrüse vermieden und damit das Risiko, einen strahlenbedingten Schilddrüsenkrebs zu erleiden, praktisch auf null gesenkt werden.

Neue Familienapotheken-Broschüre

Eine neue Broschüre zum Thema Familienapotheke ist ab sofort kostenlos in den österreichischen Apotheken erhältlich. Die Broschüre gibt Aufschluss darüber, was in einen Arzneimittelschrank in einem Haushalt mit Kindern gehört und worauf man speziell für Kinder achten muss. "Die Praxis zeigt, dass Kinder häufig in der Nacht oder am Wochenende krank werden, da empfiehlt es sich die wichtigsten Arzneimittel für die Erstversorgung zu Hause zu haben", erklärt Mag. pharm. Max Wellan. In der Broschüre gibt es eine Auflistung der wichtigsten Arzneimittel für die Familienapotheke und hilfreiche Tipps zur Aufbewahrung, Entsorgung usw.

Quelle OTS0068 2012-12-13/10:31

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Tags: Kaliumjodid-Tabletten

Kategorien: NEWS aus aller Welt - dies und das

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