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Samstag, 26. Februar 2011, 14:29

Stärkung des niedergelassenen Bereichs birgt große Sparpotenziale - Wird auch Wien von einer Ausdünnung bei Hausärzten bedroht?


Wien (OTS) - Laut der kürzlich veröffentlichten Studie des Gallup-Instituts liegen Hausärzte mit 8,1 von zehn möglichen Punkten an der Spitze des Vertrauensindex. "Dieses Ergebnis ist für uns hoch erfreulich" betont der stellenvertretende Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien, Rudolf Hainz. Er fordert nun eine Neupositionierung des Hausarztes durch mehr Kompetenz.

Für die Patienten sei es enorm wichtig, einen fixen Ansprechpartner konsultieren zu können, wenn sie gesundheitliche Probleme hätten. "Hausärzte, die ihre Patienten jahrelang betreuen und über deren Krankengeschichte genau Bescheid wissen, können eine persönliche Zuwendungsmedizin auch umsetzen", sagt Hainz.

Darüber hinaus könne der Hausarzt die wichtige Rolle der Drehscheibe im "gesundheitlichen Versorgungsdschungel" übernehmen. Hainz zufolge gehe unnötigerweise "viel Zeit und Geld verloren, wenn Patienten auf eigenen Verdacht hin Spitalsambulanzen konsultieren, ohne vorher mit ihrem Hausarzt gesprochen zu haben".

Ständig werde von notwendigen Einsparungen im Gesundheitswesen gesprochen. "Dass eine Stärkung der Kompetenzen der Hausärzte Effizienz mit sich bringt, sollte den politisch Verantwortlichen langsam bewusst werden", so Hainz. Gerade in der aktuellen Diskussion rund um die überlasteten Spitalsambulanzen sei es "höchst an der Zeit", die Rolle der Hausärzte aufzuwerten.

"Die Zeit drängt"


Schon lange fordert die Ärztekammer, dass Hausärzte die Befunde ihrer Patienten verpflichtend übermittelt bekommen. "Wenn dem Hausarzt alle Befunde vorliegen, ist auch die Elektronische Gesundheitsakte, deren Implementierung eine Menge Geld kostet, überflüssig", meint Hainz. Würden beim Hausarzt alle Informationen zusammenlaufen, könnten diese an die Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachrichtungen entsprechend weitergeleitet werden und wären dabei immer "in sicheren Händen".

Besonders in Hinblick auf die jüngsten Diskussionen rund um die Wiener Spitalsambulanzen und den Warnungen der Spitalärzte vor drohenden Leistungskürzungen im Spitalsbereich weist Hainz auf die Dringlichkeit der Stärkung des niedergelassenen Bereichs - und hier insbesondere der Hausärzte - hin: "Die Zeit drängt. Wenn nicht jetzt gehandelt wird, wird es, so wie es bereits in den ländlichen Regionen absehbar ist, auch in Wien zu einem Mangel an Hausärzten kommen."
(ec)

Quelle OTS0164 2011-02-25/12:21

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Tags: Hausarzt

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