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Montag, 28. Februar 2011, 14:05

Weniger Salz in Backwaren ist wichtiger Schritt für die Gesundheit


Wien (OTS/SK) - Salz in Backwaren zu reduzieren ist eine wichtige gesundheitspolitische Maßnahme und ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gesundheit. Das sagte Gesundheitsminister Alois Stöger am Montag bei der Präsentation der Kampagne "Weniger Salz ist g'sünder" in der Zentrale der Bäckerei "Der Mann". Die Kampagne ist eine Initiative des Gesundheitsministeriums und der österreichischen Bäcker. Ziel ist eine Reduktion der Salzzugabe bei Backwaren um 15 Prozent bis 2015 - und damit ein Beitrag zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Gesundheitsminister begrüßt, dass die Bäcker bereit sind, diesen wichtigen Schritt hin zu mehr Gesundheit zu machen. "Der Einzelne hat wenige Möglichkeiten, Einfluss auf den Salzgehalt seiner Nahrungsmittel zu nehmen", erklärte Stöger und führte weiter aus, dass es "nicht um das zusätzliche Salz aus dem Streuer", sondern um das versteckte Salz in Lebensmitteln gehe. Ein erstklassiges Lebensmittel noch gesünder zu machen, sei eine gute Aktion, betonte der Minister. "Wenn es gelingt, den Salzgehalt abzubauen, tun wir viel für unsere Gesundheit. Denn zuviel Salzkonsum führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen", so Stöger.

Die Salzreduktion in Backwaren ist auch Teil und Vorbildprojekt des Nationalen Aktionsplans Ernährung. "Auch andere Lebensmittelbranchen sind eingeladen, mitzuwirken, dass Menschen zu besseren Nahrungsmitteln kommen", sagte der Gesundheitsminister.

113 Bäckereibetriebe mit insgesamt über 350 Filialen haben sich vertraglich dazu verpflichtet, den Salzgehalt in ihren Produkten zu reduzieren. Josef Schrott, der Innungsmeister der Bäcker, Reinhard Kainz, Bundesinnungsgeschäftsführer der Lebensmittelgewerbe und Hausherr Kurt Mann unterstützen die Initiative. Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer klärte bei der Präsentation über den direkten Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Salz und Herz-Kreislauf-Krankheiten auf. Das Gesundheitsministerium begleitet das Projekt wissenschaftlich. bj/ah

Quelle OTS0187 2011-02-28/13:50


"Alle reden von Salzreduktion - Österreichs Bäcker tun etwas!"


Wien (OTS) - Bei der Pressekonferenz am Brotway in der Bäckerei Kurt Mann in Wien, präsentierten Bundesminister Alois Stöger, Innungsmeister Josef Schrott, Univ.Prof. Dr. Günter Steurer und Bundesinnungsgeschäftsführer Dr. Reinhard Kainz die gemeinsame Kampagne "Weniger Salz ist g'sünder". Mit einer Reduktion der Salzzugabe bei Brot und Gebäck leisten die heimischen Bäcker einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des überhöhten Salzkonsums in Österreich und unterstützen somit die Vermeidung von Herz-Kreislaufkrankheiten.

"Wenn wir weniger Salz zu uns nehmen verringern wir das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen drastisch. Es freut mich sehr, dass die Bäcker gemeinsam mit mir die Initiative ergriffen haben und den Salzgehalt in ihren Produkten schrittweise reduzieren." so Gesundheitsminister Stöger.

Salz wurde früher nicht umsonst als "weißes Gold" bezeichnet. Es ist unverzichtbar für den menschlichen Körper, als Gewürz und vieles andere mehr. Doch in Österreich wird heute, so wie in anderen Industrieländern auch, viel zu viel Salz verzehrt. Männer nehmen im Schnitt 9 g, Frauen 8 g Salz pro Tag zu sich (Österreichischer Ernährungsbericht 2008 ). Häufig werden allerdings 12 g, nicht selten 15 g, erreicht. Im Hinblick auf die Gesundheit sollten nicht mehr als 5 g pro Tag aufgenommen werden (WHO).

Auf Salz in Brot und Gebäck verzichten - das will wohl niemand und braucht es auch nicht. Eine Reduktion der Salzzugabe ist jedoch möglich. Laut Studien von DI Alfred Mar von der HTL für Lebensmitteltechnologie kann die Salzzugabe bei Brot und Gebäck um 14 Prozent verringert werden, ohne dass es zu Einbußen beim Geschmack oder in der produktionstechnischen Verarbeitung kommt.

In Österreich werden im Durchschnitt 120 g Brot und Gebäck pro Tag verzehrt (Österreichischer Ernährungsbericht 2008 ). Beim derzeitigen Salzgehalt entspricht das 1,7 g Salz pro Tag. Eine Reduktion der Salzzugabe bei Brot und Gebäck um 14 Prozent spart damit täglich 0,24 g Salz ein.

"Unser Ziel ist es in den nächsten 5 Jahren bezogen auf 1 kg Mehl von - heute meist verwendeten - 2,0 % auf 1,7 % zu reduzieren. Ich habe bereits begonnen langsam zu reduzieren und meine Kunden bemerken keinen Unterschied.", Josef Schrott, Innungsmeister der Bäcker.

Den Empfehlungen der Fachgesellschaften zufolge liegt der Richtwert für den Anteil an Kohlenhydraten in der Ernährung bei 50 Prozent der Energieaufnahme. Dabei gelten eine Verringerung bei Zucker und eine Erhöhung bei komplexen Kohlenhydraten als wünschenswert. Insbesondere werden mehr Ballaststoffe empfohlen, in erster Linie aus Getreide. Ballaststoffreiche Lebensmittel, vor allem Vollkornprodukte, sollen den größten Anteil bei den Kohlenhydrat-liefernden Lebensmitteln haben. Bei einer Erhöhung des Brotkonsums würde die Salzreduktion in Brot noch stärker ins Gewicht fallen.

"Das Interesse an der Initiative ist groß. Zahlreiche Bäcker haben bereits ihr Interesse bekundet, an der Initiative teilzunehmen und es werden jeden Tag mehr", freut sich Dr. Reinhard Kainz, Bundesinnungsgeschäftsführer der Lebensmittelgewerbe über die Akzeptanz der Initiative.

Salz, Blutdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten


Jede Reduktion des überhöhten Salzkonsums ist ein Beitrag zur Gesundheit. "Zwischen der Aufnahme von Salz durch die Nahrung und dem Blutdruck besteht eine direkte Beziehung", erläutert der Wiener Kardiologe Univ.-Prof. Dr. Günter Steurer, "wie zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt haben, erhöht sich bei einem Salzverzehr von mehr als 5,8 g pro Tag der durchschnittliche systolische Blutdruck innerhalb kürzester Zeit um 3 bis 6 mmHg, der diastolische Blutdruck steigt um 2 bis 3 mmHg. Und Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten." Herz-Kreislauf-Krankheiten stellen nach wie vor die Todesursache Nummer 1 in Österreich.

Dieser Blutdruckanstieg wurde bei ansonsten gesunden Personen festgestellt, mit zunehmendem Alter oder bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung - Männer zum Beispiel sind besonders betroffen - fällt der Blutdruckanstieg deutlich höher aus. Das gilt erst recht für Personen, die schon unter erhöhtem Blutdruck leiden. Auch Kinder reagieren sehr empfindlich auf eine überhöhte Salzzufuhr. Schon bei Kindern ist heute eine Tendenz zu erhöhten Blutdruckwerten festzustellen.

So wie der Blutdruck durch zuviel Salz in die Höhe getrieben wird, lässt er sich durch eine Drosselung der Salzzufuhr wieder senken. Dazu Prof. Steurer unter Verweis auf wissenschaftliche Studien und Erfahrungen in anderen Ländern wie z.B. Finnland: "Wird eine überhöhte tägliche Zufuhr von Salz durch die Nahrung bedeutsam vermindert, nimmt der Blutdruck bedeutsam ab und es kommt zu einer ebenfalls bedeutsamen Abnahme der Herz-Kreislauf-Krankheiten, die mit einem erhöhten Blutdruck in Zusammenhang stehen - Herzversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen - und der damit verbundenen Todesfälle."

Der blutdruckfreundliche Lebensstil zählt


Zum blutdruckfreundlichen, gesunden Lebensstil gehören: Eine gesunde Ernährung mit besonderem Augenmerk auf einem moderaten Salzkonsum; die Vermeidung von Übergewicht; körperliche Fitness durch Bewegung in Alltag und Sport; Alkohol nur gelegentlich und maßvoll, Rauchen vermeiden.

Eine gesunde Ernährung mit einem hohen Anteil an Brot und Gebäck liefert übrigens einen weiteren noch immer unterschätzen Schutzfaktor vor Bluthochdruck: Kalium. Besonders gute Quellen für Kalium sind aufgrund des Kleieanteils Vollkornbrot und -gebäck, aber auch Früchtebrot.

Quelle OTS0205 2011-02-28/14:54

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Tags: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Salzgehalt in Backwaren, Salzkonsum

Kategorien: NEWS aus aller Welt - dies und das

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