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Dienstag, 3. Mai 2011, 11:16

Ärztekammer warnt vor Gesundheitsdaten-Super-GAU


Immer wieder kommt es weltweit zu groß angelegtem Online-Datenklau und zu unzulässigen Zugriffen auf vertrauliche Dokumente. Anlässlich der jüngsten Datendiebstahl-Affäre rund um die Firma Sony warnt der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, vor den Risiken der elektronische Gesundheitsakte ELGA.


Es ist der größte Alptraum, der einem Weltkonzern passieren kann: Wie erst bekannt wurde, haben Hacker beim Elektronikkonzern Sony mittels illegalen Eingreifens in das Netzwerk Nutzerdaten von 77 Millionen Kunden gestohlen. Persönliche Daten wie Namen, Adressen, Geburtsdaten, Logins und Passwörter sind nach Informationen der Firma ausgespäht worden.


Der Fall gibt auch der Ärztekammer zu denken. Denn in Österreich steht das ELGA-Gesetz kurz davor, in den Nationalrat eingebracht zu werden. Und dann werden schon bald unzählige Gesundheitsdiensteanbieter sowie Patientinnen und Patienten die Möglichkeit haben, Gesundheitsdaten im virtuellen Raum einzusehen.


"Wir sind sehr besorgt, was das ELGA-Gesetz angeht. Auch wenn der Gesundheitsminister noch so sehr darum bemüht ist, bei ELGA Datensicherheit zu garantieren, kann mir niemand erzählen, dass die Patientendaten zu 100 Prozent in sicheren Händen und vor Angriffen durch Hacker gefeit sein werden", so Steinhart.


Die Ärztekammer weist seit jeher darauf hin, dass es sich bei Gesundheitsdaten um besonders sensible Daten handelt, mit denen nicht leichtfertig umgegangen werden darf. "ELGA-Proponenten verweisen natürlich gebetsmühlenartig auf die tollen Sicherungssysteme, die angeblich kein Hacker der Welt überwinden kann. Aber wenn sogar ein Technik-Riese wie Sony nicht vor einer Hacker-Attacke gefeit ist, wie soll es dann das ELGA-System sein?", gibt Steinhart zu bedenken.


Auch der Datenschutzrat hat in seiner Stellungnahme zum ELGA-Gesetzesentwurf auf die besondere Schutzwürdigkeit von Gesundheitsdaten hingewiesen. Demnach müssten angemessene Garantien für den Schutz der Geheimhaltungsinteressen der ELGA-Teilnehmer gesetzlich festgelegt werden.


In Anbetracht der aktuellen Ereignisse plädiert die Wiener Ärztekammer dafür, alle datenschutzrechtlichen Fragen vorab unmissverständlich zu klären und ELGA erst danach im Nationalrat zu beschließen. Steinhart: "Der Patientenschutz steht für uns an erster Stelle. Ein unausgegorenes Gesetz ist für uns nicht akzeptabel."


Quelle OTS0142 2011-04-28/11:41

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Tags: elektronische Gesundheitsakte ELGA, Gesundheitsdaten, Online-Datenklau, Patientendaten

Kategorien: NEWS aus aller Welt - dies und das

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