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Dienstag, 23. August 2011, 18:30

WIEN HAT MIT DEM DIALYSEZENTRUM DONAUSTADT EINE DER WELTWEIT GRÖSSTEN UND MODERNSTEN EINRICHTUNGEN DIESER ART. KÜRZLICH WURDE IM ZENTRUM DAS ZWEITE BEHANDLUNGSSTOCKWERK IN BETRIEB GENOMMEN. DEN REIBUNGSLOSEN ABLAUF GARANTIERT NICHT ZULETZT HOCHSPEZIALISIERTE COMPUTER-SOFTWARE.


Mit dem Dialysezentrum Wien-Donaustadt verfügt Wien über eines der weltweit größten und modernsten Zentren dieser Art. „Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und des Konvents der Barmherzigen Brüder. Dieses einzigartige Konzept soll die nachhaltige und langfristige Versorgung der Wiener Dialysepatientinnen und -patienten sichern“, sagt Günter Pacher, der Geschäftsführer des Zentrums. Seit Dezember 2009 können sich die Betroffenen an sechs Tagen in der Woche von 7.00 bis 19.00 Uhr im Dialysezentrum Wien-Donaustadt in angenehmer, entspannter Atmosphäre behandeln lassen.

„Das Zentrum ist auf steigenden Bedarf ausgelegt“, so Geschäftsführer Pacher. „Weil Zuckerkrankheit und Bluthochdruck - die häufigsten Ursachen von Nierenversagen - immer mehr Menschen betreffen, steigt auch der Bedarf an Dialyseplätzen. Das Dialysezentrum Wien-Donaustadt trägt diesem Umstand Rechnung und wurde von Anfang an für den steigenden Bedarf der nächsten Jahre konzipiert.“ Mit Ende Juni wurde nun mit der Lieferung zusätzlicher Dialysegeräte und der Aufnahme des Betriebs im zweiten Stock plangemäß die nächste Phase der Kapazitätserweiterung erreicht.

Raum für Erweiterung. 72 Behandlungsplätze stehen zur Verfügung. Studien zufolge könnte die Zahl der Patientinnen und Patienten in Wien, die eine Dialyse benötigen, jährlich um sieben bis neun Prozent steigen. „Wir könnten bei Bedarf bis zu 430 Patientinnen und Patienten bei uns im Haus betreuen“, sagt Geschäftsführer Pacher. Um den Betroffenen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, wurde bewusst die typische „Krankenhaus-Atmosphäre“ vermieden: Die Zimmer, 2-Bett- oder 4-Bett-Einheiten, sind zum Gang hin offen. Jedes Bett verfügt über einen eigenen TV-Schirm und einen Radioanschluss mit Kopfhörer. Persönliche Zuwendung wird beim ärztlichen Team sowie den Pflegerinnen und Pflegern des Dialysezentrums großgeschrieben: Die Patientinnen und Patienten werden möglichst immer von den gleichen Mitarbeitern betreut. Ihnen steht jedes Mal das gewohnte Bett für die Blutwäsche zur Verfügung.

Die Technik der Dialyse kann seit den 1940er Jahren bei Menschen angewandt werden, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch eindrucksvoll weiterentwickelt. Dennoch ist sie für die Betroffenen belastend und vor allem mit regelmäßigen Besuchen in einem Dialysezentrum verbunden. Die Behandlung muss in der Regel dreimal pro Woche durchgeführt werden und dauert vier bis fünf Stunden.
Wenn die Nieren versagen, ist ein Überleben nur möglich, wenn deren blutreinigende Funktion zumindest für eine gewisse Zeit durch ein technisches Verfahren ersetzt wird. Bei der auch als „Blutwäsche“ bekannten Hämodialyse wird Blut entnommen und zur Reinigung durch einen Filter gepumpt, in dem sich ein Membransystem befindet. Auf einer Seite der Membran fließt das Blut, auf der anderen Seite eine Dialyselösung. Durch die Membran wandern Schadstoffe und Stoffwechselprodukte in die Dialyselösung. Danach wird das gereinigte Blut wieder in den Körper rückgeführt. Dialyse kann bei akuten Erkrankungen notwendig werden oder bei chronischem Nierenversagen zum Einsatz kommen. Dabei kann sie den Patientinnen und Patienten helfen, die Zeit bis zu einer Nierentransplantation zu überstehen, oder sie kann Menschen, bei denen aufgrund ihres Gesundheitszustands eine Transplantation nicht in Frage kommt, ein langes Überleben ermöglichen.

Software zum Wohl der Patienten. Damit das Dialysezentrum seinen Patientinnen und Patienten höchstes medizinisches, pflegerisches und technisches Niveau in freundlicher und moderner Atmosphäre bieten kann, ist vor allem auch hochentwickelte Logistik erforderlich − und das bedeutet heutzutage nicht zuletzt Datenverarbeitung. Zur Optimierung ihrer digitalen Patientendokumentation haben die Barmherzigen Brüder sogar eine eigene, auf Krankenhaussoftware spezialisierte IT-Firma namens Care Solutions gegründet, deren Softwareprogramme auch im Dialysezentrum Wien-Donaustadt Verwendung finden.

Nieren und Nierenversagen


Im Körper des Menschen sind die beiden Nieren nicht nur für die Reinigung des Blutes von Stoffwechselendprodukten zuständig, sondern regulieren auch das Säure-Basen-Gleichgewicht, den Wasser- und Elektrolythaushalt sowie die Abgabe von Hormonen zur Regulierung des Blutdrucks. Darüber hinaus sind die Nieren für die Bildung roter Blutkörperchen und den Knochenstoffwechsel mitverantwortlich. Die Nieren eines Erwachsenen sind nur etwa 11 cm groß und wiegen rund 160 Gramm. Dennoch fließen Tag für Tag bis zu 1.800 Liter Blut durch die Nieren, wo sie von Schadstoffen gereinigt werden.
Der Weg des Blutes führt durch ein komplexes Röhrensystem, das alles in allem mehr als 200 Kilometer lang ist. Täglich produzieren die Nieren zwischen 150 und 200 Liter Flüssigkeit, wovon nur etwa 1,5 Liter als Urin ausgeschieden werden – die beträchtliche Restmenge wird innerhalb der Nieren wiederaufbereitet.

Verschiedene Erkrankungen können zu einem Nierenversagen führen. Die häufigsten Ursachen eines Nierenversagens sind Zuckerkrankheit (Diabetes) und Bluthochdruck. Auch Entzündungen des Nierengewebes, dauerhafte Schmerzmitteleinnahme oder angeborene Defekte können zu chronischem Nierenversagen führen. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser Erkrankungen verhindert das Nierenversagen oder kann es zumindest um viele Jahre hinauszögern. Wenn das nicht geschieht, kommt es bei einem Fortschreiten der Nierenerkrankung bis zum völligen Erliegen der Nierenfunktion.

Leider verläuft das chronische Nierenversagen meist schleichend und wird daher oft erst erkannt, wenn der Schaden bereits irreparabel ist. Die Therapie des chronischen Nierenversagens zielt vor allem darauf, ein weiteres Fortschreiten zu verhindern. Die Behandlung der Grunderkrankungen kann das Fortschreiten der Nierenschädigung in vielen Fällen deutlich verlangsamen. Auch begleitende Maßnahmen wie eine eiweiß- und kaliumarme Diät, der Ausgleich von Blutarmut oder die Steigerung der Filtrationsleistung mittels entwässernder Medikamente (Diuretika) tragen dazu bei, die Nieren zu entlasten. Dabei geht es im Wesentlichen darum, Komplikationen zu vermeiden und bereits aufgetretene Folgeschäden wirksam zu behandeln. In vielen Fällen kommt es trotzdem zu einer weiteren Verschlechterung – bis hin zum Endstadium des dialysepflichtigen Nierenversagens: Sinkt die Entgiftungsleistung der Nieren auf weniger als 10 bis 20 Prozent des Normalwerts ab, so ist der Zustand einer Harnvergiftung (Urämie) erreicht, der ohne therapeutische Maßnahmen unweigerlich zum Tod führt.

Quelle Bettschart & Kofler Medien – und Kommunikationsberatung GmbH
PEOPLE

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Tags: Bluthochdruck, Blutwäsche, Chronisches Nierenversagen, Diabetes, Dialyse, Dialysezentrum Wien-Donaustadt, Nierenversagen

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