Rheuma mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln vorbeugen

Rheuma ist eine weitverbreitete Volkskrankheit die für Betroffene starke Knochen- und Gelenkschmerzen mit sich bringt. In keinem anderen medizinischen Fachgebiet haben sich die Therapie und Diagnostik so vehement verbessert wie in der Rheumatologie. Wenn Sie unter rheumatischen Erkrankungen leiden, haben Sie möglicherweise darüber nachgedacht, neben Ihrer bereits bestehenden Therapie Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, die die rheumatischen Beschwerden lindern sollen.

Die große Auswahl auf dem Markt mit natürlichen Ergänzungsmitteln, die behaupten Gelenkschmerzen zu behandeln, kann jedoch überwältigend sein. Welche von diesen Mitteln wirken tatsächlich? Wir geben Ihnen einen Überblick über die Krankheit Rheuma , Behandlungsmöglichkeiten und den aktuellen Forschungsstand zu Nahrungsergänzungsmitteln und deren Wirkung auf rheumatische Erkrankungen.

Was ist Rheuma?


Mit Rheuma werden Beschwerden beschrieben, die die Gelenke, Knochen oder das Bindegewebe betreffen. Betroffene leiden unter starken chronischen Schmerzen und häufig auch unter Bewegungseinschränkungen. Mit diesem Krankheitsbegriff wird keine bestimmte Erkrankung bezeichnet, sondern er ist ein Überbegriff für vielfältige Erkrankungen.

Zu den rheumatischen Erkrankungen gehören unter anderem autoimmunbedingte, entzündliche und verschleißbedingte Erkrankungen. Manche Formen der Krankheit betreffen vorwiegend ältere Personen, aber auch alle anderen Altersklassen können an rheumatischen Beschwerden leiden. So verschieden die Erkrankungsformen sind, so unterschiedlich fallen die Symptome und Krankheitsverläufe aus.

Viele Ursachen der verschiedenen rheumatischen Erkrankungen sind heute noch nicht gänzlich geklärt und es werden neue Behandlungsmöglichkeiten getestet wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel.

Gibt es wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten?

Eine ursächliche Heilung von Rheuma ist mit dem derzeitigen medizinischen Stand nicht möglich. Die Medizin hat erkannt, dass die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen unterschiedliche Ursachen haben und unterschiedliche Arten der Behandlung erfordern. Es gibt eine Vielzahl an medikamentösen sowie nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen, mit denen die Erkrankung unter Kontrolle gebracht werden kann.

Medikamente mit antirheumatischen Wirkstoffen werden oftmals als Basistherapie bei Rheumaerkrankungen eingesetzt. Diese verhindern das weitere Fortschreiten von Gelenkzerstörungen und lindern die Schmerzen. Als Ergänzung zur medikamentösen Therapie können Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffen eine weitere Therapiemaßnahme sein.

Kann man Rheuma mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln vorbeugen?

Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass natürliche Ergänzungsmittel Rheuma vollständig vorbeugen können. Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass die Ernährungsweise und damit einhergehend auch bestimmte Nahrungsbestandteile zur Linderung von Schmerzen bei entzündlich-rheumatischen Beschwerden beitragen können.

Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie zusammen mit der medikamentösen Therapie angewendet werden. Nahrungsergänzungsmittel können daher zusammen mit den ärztlich verschriebenen Medikamenten eine wirksame Ergänzung zum Behandlungsprogramm sein. Wir zeigen Ihnen natürliche Ergänzungsmittel, die bei der Behandlung der Krankheit hilfreich sein können.

Vitamine

Rheuma mithilfe von Nahrungsergänzungsmittel vorbeugenEntzündliche Rheumaerkrankungen kommen mit erhöhten oxidativen Stress und erhöhten Entzündungswerten einher. Es bilden sich große Mengen an Sauerstoffradikalen, die durch antioxidative Vitamine neutralisiert werden, um Schädigungen an den Gelenken vorzubeugen. Durch die chronischen Entzündungen bei Rheuma kommt es daher zu einem erhöhten Vitaminbedarf.

Oftmals kann dieser Bedarf mit der gewohnten Ernährungsweise nicht gänzlich abgedeckt werden und die Supplementierung mit einem Nahrungsergänzungsmittel kann ein Defizit vorbeugen und zu einer Linderung der rheumatischen Beschwerden führen.

Vitamin B12: 
Vitamin B12 lässt den Eiweißbaustein Homocysteinspiegel senken und schützt damit die Blutbahnen und reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bei Rheumapatienten doppelt so häufig wie bei gesunden Menschen auftreten.

Vitamin C: 
Durch den erhöhten oxidativen Stress benötigen Rheumapatienten einen größeren Bedarf an Vitamin C als Gesunde. Vitamin C unterstützt erhöhte Entzündungsmarker. Es begünstigt gleichzeitig die Reifung und die Bildung der Knochensubstanz und erhöht die Kalziumaufnahme aus dem Darm. Vitamin C ist ausreichend in Nahrungsmitteln enthalten, bei sehr hohen Defiziten kann auch hier eine Supplementierung mit Vitamin C sinnvoll sein.

Vitamin D: 
Vitamin D unterstützt die Kalziumaufnahme und Erhaltung der Knochenstärke. Des Weiteren reguliert das Vitamin die Muskelregulation und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einige Medikamente können das Risiko eines Vitamin-D-Mangels erhöhen. Daher ist es für Menschen mit rheumatischen Beschwerden besonders wichtig, genügend Vitamin D zu sich zu nehmen.

Vitamin E: 
Vitamin E hat eine antioxidative Wirkung und vermindert Entzündungen und Schmerzen. Studien haben gezeigt, dass Rheumapatienten oftmals einen erniedrigten Vitamin-E-Status und einen erhöhten Grundbedarf an Antioxidantien aufweisen. Ein Vitamin-E-Supplementierung hat sich in Studien positiv auf Morgensteifigkeit und Schmerzempfinden ausgewirkt. Im Gegensatz zu Vitamin C ist es schwierig den erhöhten Grundbedarf an Vitamin E allein durch die Nahrung zu decken und eine Supplementierung der Ernährung ist empfehlenswert.

Folsäure: 
Folsäure lässt den Eiweißbaustein Homocysteinspiegel senken. Ein niedriger Homocysteinspiegel senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bei Rheumapatienten doppelt so häufig wie bei Gesunden auftreten. Auch auf die Knochendichte hat Folsäure einen positiven Effekt.

Spurenelemente

Spurenelemente haben ebenso eine antioxidative Wirkung wie Vitamine und wirken oxidativem Stress, der bei entzündlichen Rheumaerkrankungen üblich ist, entgegen. Sie helfen dabei die Entzündungen der Gelenke zu verringern und damit die Schmerzen für Patienten zu lindern. Nahrungsergänzungsmittel mit Spurenelementen können dazu beitragen Osteoporose, welche oftmals eine Folgeerkrankung von Rheuma ist, vorzubeugen.

Selen: 
Selen wirkt antioxidativ, immunstimulierend und antiinflammatorisch. In Studien wurden verringerte Selenkonzentrationen bei Rheumapatienten gefunden. Ergebnisse dieser Studien deuten darauf hin, dass mit erniedrigtem Selenspiegeln ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für rheumatoide Erkrankungen einhergeht. Außerdem besteht in Deutschland eine marginale Versorgung mit Selen.

Eisen: 
Blutarmut und ein niedriger Eisenspiegel stellen typische Symptome von Rheumapatienten mit aktiven Entzündungen dar. Ein stabiler Eisenspiegel kann helfen, die Entzündungen zu lindern und die Blutarmut zu verringern. Auch einige Medikamente, die bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden, können dazu führen, dass der Körper vermehrt Eisen verliert. Jedoch sollte der Eisenspiegel nicht zu hoch sein, da sonst die Entzündungen angeheizt werden können.

Omega-3-Fettsäuren: 
Untersuchungen legen nahe, dass Omega-3-Fettsäuren, die in Kaltwasserfischen wie Lachs, Thunfisch, Hering, Sardinen und Makrele vorkommen, entzündungshemmende Eigenschaften haben. Studien, in denen Menschen mit rheumatoider Arthritis Fischölpräparate einnahmen, ergaben, dass Fischöl durch die antiinflammatorischen Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren bei empfindlichen Gelenken und Steifheit helfen kann.

Mineralien

Auch Mineralstoffe werden von Rheumapatienten in einem höheren Maße als von Gesunden benötigt. Mineralien sind anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie sind hauptsächlich dafür zuständig die Knochen zu stärken. Da Osteoporose eine regelmäßige Folge von Rheuma ist, sollte durch eine mineralstoffreiche Ernährung und gegebenenfalls durch Nahrungsergänzungsmittel auf die Knochendichte und den Knorpelaufbau Acht gegeben werden.

Kalzium: 
Kalzium ist für die Knochen einer der wichtigsten Baustoffe. Eine ausreichende Zufuhr an Kalzium stärkt zusammen mit Magnesium und Vitamin C, Vitamin K und Vitamin D die Knochendichte. Um das Risiko für Osteoporose zu minimieren sollte auf eine ausreichende Kalziumversorgung geachtet werden. Jedoch sollte eine passende Dosis eingehalten werden, denn eine zu hohe Kalziumaufnahme kann sich negativ auf den Körper auswirken.

Magnesium: 
Magnesium wirkt entzündungshemmend und unterstützt den Knorpelaufbau und die Knochendichte. Denn nur mit Hilfe von Magnesium wird Vitamin D im Körper aktiviert und das vorhandene Kalzium kann in die Knochen und die vorhandenen Eiweiße in das Knorpelgewebe aufgenommen werden. Umgekehrt kann ein Magnesiummangel das Fortschreiten einer Rheumaerkrankung fördern.

Zink: 
Rheumapatienten weißen einen erhöhten Zinkbedarf auf. Zink ist für die Ausbildung der Knochensubstanz substanziell. Es ist eines der Mineralien, welches in der Nahrung oft zu wenig enthalten ist. Um Mangelzuständen vorzubeugen, kann es hilfreich sein Zink zu supplementieren, jedoch konnte in Studien kein therapeutischer Effekt für rheumatische Erkrankungen beobachtet werden.

Wurde die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln bei Rheuma bereits wissenschaftlich belegt?

Es werden vermehrt klinische Studien durchgeführt die Nahrungsergänzungsmittel und deren Wirksamkeit in Bezug auf Rheuma erforschen und auf den Prüfstand stellen. Es wurde festgestellt, dass Vitamine, Spurenelemente und Mineralien dazu beitragen können Schmerzen und Entzündungen bei Menschen mit rheumatischen Erkrankungen zu lindern.

Eine Supplementierung kann eine ausreichende Versorgung mit antioxidativ wirksamen Nährstoffen sicherstellen und einen Mangelzustand vermeiden. Grundsätzlich sollte bei rheumatischen Erkrankungen ein Blutbild erstellt werden um Vitaminmängel und Mineralstoffmängel zu erkennen, damit der Facharzt die Rheumatherapie gezielt auf den Patienten anpassen kann.

Was sollten Erkrankte bei der Einnahme beachten?

Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel ausprobieren möchten, verwenden Sie sie als Ergänzung zu Rheuma-Medikamenten und nicht als Ersatz. Auch wenn Ergänzungsmittel als “natürlich” gekennzeichnet sind, besteht die Gefahr, dass sie Nebenwirkungen hervorrufen oder mit den von Ihnen eingenommenen Arzneimitteln interagieren.

So können beispielsweise hochdosierte Fischölpräparate die Blutgerinnung verlangsamen. Auch die Dosis muss beachtet werden. Anders als wasserlösliche Vitamine können fettlösliche Vitamine sich in Ihrem Körper ansammeln und bei einer zu hohen Dosis eine schädliche Wirkung hervorrufen.

Sollte der zuständige Arzt des Rheumaerkrankten über die Nahrungsergänzungsmittel informiert werden?

Sollte der zuständige Arzt des Rheuma Erkrankten über die Einnahme informiert werdenUm eine sichere Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel zu garantieren, halten Sie immer Rücksprache mit Ihrem Rheumatologen, bevor Sie ein neues Präparat probieren. So können Sie sicherstellen, dass die Ergänzungsmittel für Sie und Ihr Rheuma passend sind. Finden Sie heraus, welche Dosis Sie einnehmen müssen und auf welche Nebenwirkungen Sie achten müssen.

Falls Sie ein Produkt einige Monate lang ohne wirkliche Verbesserung Ihrer Beschwerden angewendet haben, ist es Zeit, sich erneut bei Ihrem Facharzt zu erkundigen.

Weitere Maßnahmen um Rheuma vorzubeugen

Neben der medikamentösen Therapie stellen regelmäßige körperliche Aktivitäten und Physiotherapie weitere Maßnahmen dar, um die Entzündung und die Schmerzen bei einer Rheumaerkrankung zu lindern. Eine gestärkte Muskulatur kann die Gelenke schonen und die Belastung verringern.

Weiterhin hat Sport auch positive Auswirkungen auf das seelische Befinden. Sport kann Depressionen, welche häufige Begleiterscheinungen bei Rheuma darstellen, entgegenwirken. Des Weiteren kann eine Ernährungsumstellung die Behandlung positiv beeinflussen und Folgekrankheiten vorbeugen.

Bei einer Umstellung zu einer vollwertigen Ernährung mit überwiegend pflanzlicher Kost und etwaigen Einnahme von einem Nahrungsergänzungsmittel kann eine Linderung der Entzündungen und Schmerzen erzielt werden. Durch die Ernährungstherapie konnten in Studien die gebildeten Entzündungsstoffe reduziert werden und oxidativer Stress abgebaut werden.

Abschließende Worte

Umso früher die Diagnose Rheuma gestellt wird, desto besser kann die Krankheitsaktivität kontrolliert und eingedämmt werden. Da Menschen mit Rheumaerkrankungen aufgrund ihrer chronischen Entzündung einen höheren Nährstoffbedarf als gesunde Menschen haben, ist es stets hilfreich auf eine vollwertige und nährstoffreiche Ernährung zu achten und gegebenenfalls mit natürlichen Ergänzungsmitteln zu supplementieren.

Sie sollten jedoch etwaige Änderungen Ihrer Therapie stets mit einem Rheumatologen absprechen, falls Sie daran interessiert sind Ihre Rheumaerkrankung mit einem Nahrungsergänzungsmittel zu behandeln.