Was ist eine Basistherapie und was kann sie bewirken? Welche Basismedikamente (Langwirksame Antirheumatika = LWAR) gibt es?

Die Basistherapie, im englischen Sprachraum als

DMARDs (Abkürzung für: diseasemodifying

antirheumatic drugs= krankheitsmodizifizierende,

krankheitsbeeinflussende antirheumatische

Medikamente) oder RID’s (remission inducing drugs

= Medikamente, die eine Remission induzieren =

einleiten / bewirken) bezeichnet, bekämpft die

Zeichen der Gelenkentzündung wie Schmerzen, Schwellungen und Funktionsein-

bußen.

Das weitere Ziel der Basistherapie ist die Verlangsamung von im Röntgen nachweis-

baren Fortschreiten der Gelenkzerstörung (Röntgenprogression).

Die traditionellen langwirksamen Antirheumatika haben folgende Merkmale gemeinsam

(bei den biologischen Therapien gilt der erste Punkt nicht, da sie bereits innerhalb von

sehr kurzer Zeit wirken, z.T. schon innerhalb weniger Stunden oder innerhalb weniger

Tage):

    • Sie wirken nicht sofort

    • Sie haben eine Langzeitwirkung

    • Sie greifen in das Krankheitsgeschehen ein

    • Sie sollen eine Rückbildung (Remission) der Erkrankung einleiten

    • Sie sollen die Gelenkzerstörung oder sonstige Schäden verhindern oder

verlangsamen

  • Sie können zur Reparatur bereits eingetretener Schäden führen.

Es ist zweifelsfrei erwiesen, dass die Patienten mit chronischer Polyarthritis

(c.P.) von einer adäquat durchgeführten Basistherapie profitieren. Je früher ein

Basistherapeutikum eingesetzt wird, desto größer sind seine Erfolgsaussichten.

Langwirksame Antirheumatika unterscheiden sich von den anderen in der Rheuma-

tologie eingesetzten Medikamentengruppen wie den cortisonfreien Entzündungs-

hemmern oder Cortison dadurch, daß nur sie in der Lage sind, die Schäden der

chronischen Entzündung beispielsweise an Gelenkknorpel oder Knochen aufzuhalten

oder zumindestens zu verringern.

Heute ist der sehr frühe Einsatz einer effektiven Basistherapie (gegebenenfalls in

Kombination mit Glucocorticoiden=Kortison/Cortison) das Vorgehen der Wahl. In den

ersten drei Monaten behandelte Patienten mit chronischer Polyarthritis haben sogar

die Chance, die Krankheit in eine bleibende Remission (Rückbildung der Erkrankung,

Krankheitskontrolle) zu bringen (Möglichkeit eines so genannten „window of

opportunity“=therapeutisches Fenster der günstigen Gelegenheit). Jedenfalls werden

Symptomatik und Fortschreiten (Progredienz) durch frühen Basistherapieeinsatz

anhaltend minimiert.

Dazu existieren für die c.P. einige sehr ermutigende Studien. Das Ziel der Behandlung

der frühen Arthritis ist jedenfalls die Remission der Erkrankung.

Neben der leider häufig noch immer zu spät gestellten Diagnose wird aus teilweiser

irrationaler Angst vor Nebenwirkungen der Einsatz der Basistherapie leider noch

immer vernachlässigt oder verzögert, obwohl ihr Nebenwirkungspotenzial durchaus

quantitativ mit dem von NSAR vergleichbar ist. NSAR sind ausschließlich

symptomatisch wirksam und beeinflussen die Progression (das Fortschreiten der

Erkrankung) nicht.

Jedenfalls sind die Folgen („Nebenwirkungen“), nämlich die Gelenkdestruktion,

einer aktiven und nicht mit Basistherapeutika behandelten c.P. wesentlich

gravierender als die möglichen unerwünschten Wirkungen der Basistherapeutika.

Die Auswahl der Basistherapeutika richtet sich nach der aktuellen Krankheitsaktivität.

Dafür stehen eine Reihe von Aktivitätsparametern zur Beurteilung zur Verfügung.

Bei ungenügendem Ansprechen der Basistherapeutika erfolgt nach einem festgelegten

Schema, in jedem Falle aber ohne Verzögerung, die Hinzufügung von Biologika.

Diese Vorgangsweise setzt natürlich die Kontrolle des Patienten, die Krankheits-

aktivität und den Krankheitsverlaufes vorraus.

Für die Basistherapieeinstellung ist ein rheumatologischer Facharzt beizuziehen.

Die Indikationsstellung und Kontrolle einer Biologikatherapie sollte ausschließlich

durch den internistisch-rheumatologischen Facharzt (Rheumatologen) erfolgen.

Zu den „schwächer“ wirksamen Basistherapeutika zählt man Resochin®, als

mittelstark gilt Salazopyrin®, zu den stark wirksamen Basistherapeutika werden

Tauredon®, Methotrexat®, Sandimmun-Neoral®, Arava®, und

Imurek® gerechnet.

Die Biologica Remicade®, Enbrel®, Humira® und Kineret®  kommen

derzeit erst bei unzureichendem Erfolg der konventionellen Basistherapeutika zum

Einsatz.

Die Einteilung der Basistherapeutika in „schwächer“ wirksame, „mittelstark“ und

„stark“ wirksame basiert auf Studienergebnissen und Expertenmeinungen. Aus der

Praxis sind individuell unterschiedliche Wirksamkeiten bekannt und ein generell als

„schwach“ wirksam eingestuftes Präparate kann im Einzelfall wirksamer sein als ein

so genanntes „stark“ wirksames Präparat. Dies gilt auch für die Verträglichkeit dieser

Präparate. Neben diesen individuellen Unterschieden beobachtet man auch immer

wieder ein zeitlich begrenztes Ansprechen der verschiedenen Basistherapeutika. Bei

ungenügender Wirksamkeit trotz ausreichender Dosierung ist daher ein Wechsel des

Basistherapeutikums nach drei Monaten Beobachtungsdauer notwendig.

Kombinationstherapien

Bei ungenügender Wirksamkeit der Monotherapie kann auch eine Kombinationstherapie

in Erwägung gezogen werden; die Datenlage ist für die Kombinationstherapie aber

keineswegs so günstig, dass dadurch eine Verdopplungdes Effekts auftritt. Sie kommt

zum Beispiel in der Einstellungsphase einer frühen Arthritis vor dem Einsatz von

Biologika oder bei Kontraindikationen dafür in Frage.

Für die Kombinationstherapie besonders geeignet ist Methotrexat®, das sowohl mit

Resochin®, Salazopyrin®, Sandimmun®, Neoral® und auch mit Arava®

kombiniert werden kann.

Biologicals

Bei Patienten mit C.P., die trotz adäquater Basistherapie inklusive Methotrexat® in

voller Dosis und ausreichender Dauer noch eine höher aktive Erkrankung aufweisen,

ist die Verschreibung eines Biologikums (Enbrel®, Humira®, Kineret®,

Remicade®) indiziert. Die Indikation zu Biologicals bei c.P.,

Psoriasisarthritis und ankylosierender Spondylitis wird von einem internisti-

schen Rheumatologen gestellt und ist auch den entsprechenden Konsensuspapieren

der ÖGR zu entnehmen. In naher Zukunft werden eine Reihe weiterer Biologika in der

Therapie entzündlich rheumatischer Erkrankungen zum Einsatz kommen. Dafür

existieren bereits ermutigende Studien.

Kontrollen der Basistherapien

Die Durchführung der Basistherapie ist verbunden mit regelmäßigen Kontrollunter-

suchungen in definierten Abständen. Nur durch die korrekteDurchführung der

Kontrolluntersuchungen können mögliche Nebenwirkungen frühzeitigerkannt und

das Auftreten gefährlicher Komplikationen in der Regel vermieden werden.

Zusätzlich zur klinischen Untersuchung und der ausführlichen Anamnese im Hinblick

auf infektiöse oder allergische Episoden wird dabei (zumindest) folgender

Laborbasisblock“ notwendig:

Serumbilirubin);

Kontrolluntersuchungen dienen aber auch dazu, die Wirksamkeit der Therapie zu

beurteilen. Dies ist, wie oben erwähnt, besonders bei der Einstellung der frühen c.P.

von außerordentlich entscheidender Bedeutung. Es soll der Patient in regelmäßigen

Abständen auch von einem Rheumatologen untersucht und beurteilt werden.

Zur Dokumentation eventueller Strukturschäden ist in regelmäßigen Abständen (zu

Beginn jährlich) eine konventionelle Röntgenuntersuchung der betroffenen Gelenke,

zumeist der Hände und Vorfüße beidseits ratsam. Funktionseinschränkungen sollen

durch zumindest jährlich erfasste Fragebögen (z.B. den Health Assessment

Questionaire, HAQ, der validiert auf Deutsch vorliegt) dokumentiert werden.

Die Basistherapie ist als Langzeittherapie (meist jahrzehntelang) durchzuführen.

Als Therapieziele gelten:

    • Fehlen von Gelenkschwellungen

    • Normalisierung von Entzündungsparametern

    • Beschwerdefreiheit des Patienten

    • Verhinderung einer radiologischen Progredienz bzw. einer funktionellen

Verschlechterung

Weitere Informationen:

Basismedikamente

Patientenaufklärungen

Basismedikamente

Medizinische Informationen

Biologika

Was sind Biologika?

Was können Biologika?

Wie wirken Biologika?

Impfungen bei Immunsupprimierten

Kann man immunsupprimierte Patienten impfen?

Hygienetipps und Maßnahmen für immunsupprimierte Menschen zur

   Vermeidung von Infektionen

Autor: Eveline Ioannidis

Stand: 19.09.2011

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie

rheuma-online

NetDoktor

Wikipedia

Bildquelle:

fotos-health.ch

Johannes

Hey Leute, freut mich sehr dass Ihr auf meine Seite gefunden habt. Ich bin der Johannes und kenne in meinem Bekanntenkreis leider einige Personen die von Rheuma betroffen sind. Dadurch habe ich natürlich Zugang zu Informationen die dem ein oder anderen ebenfalls helfen können. Schaut euch einfach um und schreibt mir falls Ihr Fragen habt.

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